Eisenberg (Thüringen)

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Dieser Artikel beschreibt die Kreisstadt in Thüringen. Zum gleichnamigen Berg im Thüringer Schiefergebirge siehe Eisenberg (Thüringer Schiefergebirge).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Eisenberg
Eisenberg (Thüringen)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Eisenberg hervorgehoben
50.96833333333311.906111111111290Koordinaten: 50° 58′ N, 11° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Holzland-Kreis
Erfüllende Gemeinde: für Gösen
für Hainspitz
für Mertendorf
für Petersberg
für Rauschwitz
Höhe: 290 m ü. NHN
Fläche: 24,85 km²
Einwohner: 10.995 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 442 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07607
Vorwahl: 036691
Kfz-Kennzeichen: SHK, EIS, SRO
Gemeindeschlüssel: 16 0 74 018
Stadtgliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 27
07607 Eisenberg
Webpräsenz: www.stadt-eisenberg.de
Bürgermeister: Ingo Lippert (SPD)
Lage der Stadt Eisenberg im Saale-Holzland-Kreis
Sachsen-Anhalt Gera Jena Landkreis Greiz Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Landkreis Sömmerda Landkreis Weimarer Land Saale-Orla-Kreis Albersdorf (Thüringen) Altenberga Bad Klosterlausnitz Bibra (bei Jena) Bobeck Bollberg Bremsnitz Bucha (bei Jena) Bürgel (Thüringen) Crossen an der Elster Dornburg-Camburg Eichenberg (bei Jena) Eineborn Eisenberg (Thüringen) Frauenprießnitz Freienorla Geisenhain Gneus Gösen Golmsdorf Graitschen bei Bürgel Großbockedra Großeutersdorf Großlöbichau Großpürschütz Gumperda Hainichen (Thüringen) Hainspitz Hartmannsdorf (bei Eisenberg) Heideland (Thüringen) Hermsdorf (Thüringen) Hummelshain Jenalöbnitz Kahla Karlsdorf (Thüringen) Kleinbockedra Kleinebersdorf (Thüringen) Kleineutersdorf Laasdorf Lehesten (bei Jena) Lindig Lippersdorf-Erdmannsdorf Löberschütz Mertendorf (Thüringen) Meusebach Milda Möckern (Thüringen) Mörsdorf (Thüringen) Nausnitz Neuengönna Oberbodnitz Orlamünde Ottendorf (Thüringen) Petersberg (Saale-Holzland-Kreis) Poxdorf (Thüringen) Quirla Rattelsdorf (Thüringen) Rauda Rauschwitz Rausdorf (Thüringen) Reichenbach (Thüringen) Reinstädt Renthendorf Rothenstein Ruttersdorf-Lotschen Scheiditz Schkölen Schleifreisen Schlöben Schöngleina Schöps (Thüringen) Schöps (Thüringen) Seitenroda Serba Silbitz St. Gangloff Stadtroda Sulza Tautenburg Tautendorf (Thüringen) Tautenhain Thierschneck Tissa Trockenborn-Wolfersdorf Tröbnitz Unterbodnitz Waldeck (Thüringen) Walpernhain Waltersdorf (Thüringen) Weißbach (Thüringen) Weißenborn (Holzland) Wichmar Zimmern (Thüringen) ZöllnitzKarte
Über dieses Bild

Eisenberg ist die Kreisstadt des Saale-Holzland-Kreises in Thüringen und liegt auf halbem Weg zwischen Jena und Gera.

Geografie[Bearbeiten]

Stadtgliederung

Geologie[Bearbeiten]

Eisenberg befindet sich im Bereich der Saale-Elster-Sandsteinplatte in einer von mäßigen Höhen umgebenen Hügellandschaft, deren Vegetation teilweise aus Laub- und Nadelwald besteht. Geologisch besteht sie überwiegend aus Buntsandstein.

Eisenberg liegt zum größten Teil auf einer Hochebene, die sich rund 275 Meter über N.N. von Westen nach Osten erstreckt. Im Süden und Norden der Stadt fällt der Boden steil in zwei Täler ab, in denen der Malz- und der Raudabach fließen. Im Nordwesten befindet sich die Beuche, eine aus Muschelkalk bestehende bewaldete Anhöhe, die in das Thüringer Ackerhügelland übergeht.[2]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Eisenberg besteht aus der historischen Altstadt und jüngeren Stadterweiterungen. Etwa einen Kilometer nördlich vom Stadtzentrum befindet sich die Heimstätten-Siedlung. Im Raudatal, südlich der Altstadt, befinden sich entlang des Baches acht Wassermühlen. Nach Eisenberg wurden die ehemaligen Nachbargemeinden Friedrichstanneck, Saasa und zuletzt Kursdorf (8. März 1994) eingemeindet.

Niederschlagsdiagramm Eisenberg

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Gösen, Hainspitz, Heideland, Petersberg, Rauda, Silbitz, Tautenhain und Weißenborn. Eisenberg gliedert sich in die vier Ortsteile Kernstadt, Friedrichstanneck, Saasa und Kursdorf. Nahe Kursdorf befindet sich der nördliche Einstieg ins Eisenberger Mühltal, ein beliebtes Ausflugsziel.

Klima[Bearbeiten]

Der durchschnittliche Jahresniederschlag der Jahre 1961 bis 1990 beträgt an der Messstation Eisenberg 646 mm und liegt damit außer in den Monaten April und August unter dem deutschen Durchschnitt. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni und August.

Geschichte[Bearbeiten]

Eisenberg um 1650
Notgeld von 1921 mit einer Anspielung auf Herzog Christian
Die Eisenberger Altstadt
Die Stadtkirche St. Peter

Nachweislich gehen die Wurzeln der Stadt bis in die Steinzeit zurück. Die Burg Eisenberg war Vorgängerbau des jetzigen Schlosses. Sie wurde im 12. Jahrhundert im Auftrag des Markgrafen von Meißen errichtet. Im 16. Jahrhundert wurde sie umgebaut, 1677–1692 dann unter Herzog Christian von Sachsen-Eisenberg zum heute noch erhaltenen und nach ihm benannten Schloss Christiansburg ausgebaut.[3]

In der Flur des eingemeindeten Ortsteils Kursdorf ist ein Hügelgräberfeld südlich der „Alten Straße“ vorhanden, das aber durch ehemalige Truppenübungen beschädigt ist. Im „Jagen 88“ liegen auch noch zwei Grabhügel der Jungsteinzeit.[4]

Schon 1171 gab es eine Stadtbefestigung. 1217 wurde ein Zisterzienserinnenkloster durch Verlegung des Klosters Zwickau in Eisenberg gegründet. Von Camburg wurde das Augustiner-Chorherrenstift nach Eisenberg verlegt. Seit 1274 besitzt der Ort das Stadtrecht. Ab dem 13. Jahrhundert sind landgräfliche Ministerialen nachgewiesen.

1450 soll im Sächsischen Bruderkrieg die im heutigen Staatsforst Hainspitz befindliche Jacobskapelle zerstört worden sein. Die Steine wurden Ende des 16. Jahrhunderts zum Bau der Kirche im heutigen Stadtteil Saasa und des Hundertmark’schen Hauses am Markt in Eisenberg verwendet. Reste der Kapelle waren bis in das 18. Jahrhundert vorhanden.[5]

1485 fiel das kursächsische Eisenberg an die Ernestiner. 1524 wurde die Reformation eingeführt. Von 1681 bis 1707 war die Stadt Residenz des Herzogtums Sachsen-Eisenberg, danach gehörte sie bis 1918 zu Sachsen-Altenburg.

Eisenberg war 1686 von Hexenverfolgung betroffen. Eine Frau geriet in einen Hexenprozess.[6]

1880 wurde die Bahnstrecke nach Crossen gebaut, 1905 folgte deren westliche Fortsetzung nach Porstendorf zur Saalbahn bei Jena. Die Strecke nach Porstendorf/Jena wurde 1969 und die nach Crossen/Gera 1999 stillgelegt.

In der Zeit des Nationalsozialismus leisteten kleine kommunistische und sozialdemokratische Gruppen Widerstand gegen die NS-Herrschaft. Ein Kreis um die Sozialdemokraten Heinz Schubert und Friedrich Singer verbreitete Aufklärungsschriften, die sie durch ihre Verbindung zum Exilvorstand der SPD (Sopade) in der Tschechoslowakei erhielten. Während des Zweiten Weltkrieges wurden mindestens 326 Zwangsarbeiter aus Osteuropa in Unternehmen eingesetzt, die Rüstungsgüter herstellten: in Unternehmen der Holzverarbeitung, Möbelherstellung, Leder- und Schuhwarenindustrie, Metallverarbeitung, Instrumenten- und Apparatebaus, der chemischen und pharmazeutischen Industrie und der Porzellanherstellung. Eine 1974 erneuerte Gedenkanlage auf dem Friedhof erinnert an 53 Opfer der Zwangsarbeit aus 27 Nationen, darunter 35 Häftlinge eines KZ-Todesmarsches. Ein weiterer Gedenkstein erinnert an 17 umgekommene Kinder von Zwangsarbeiterinnen.[7]

Am 9. Februar 1945 wurde das Stadtgebiet von Eisenberg von US-Bombenflugzeugen angegriffen. Es gab mehrere Tote. Ein abgeschossener B-17-Bomber ("Fliegende Festung") stürzte im Mühltal ab, 50 Meter nördlich der Pfarrmühle. Acht Besatzungsmitglieder kamen ums Leben, einer konnte sich mit dem Fallschirm retten. Am 9. April 1945 wurden Bahnhof und Gleisanlagen sehr effektiv von US-Jagdbombern angegriffen.[8]

Eisenberg wurde im April 1945 von US-Armee besetzt und Anfang Juli an die Rote Armee übergeben. So wurde es Teil der sowjetisch besetzten Zone SBZ und ab 1949 der DDR.

Anfang der 1950er-Jahre bildete sich in Eisenberg der „Eisenberger Kreis“, eine Widerstandsgruppe von Oberschülern, der, sich auf die Tradition des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus berufend, Aktionen gegen die SED-Herrschaft plante und durchführte.[9]

Am 25. Oktober 1989 fand im überfüllten Luthersaal ein Friedensgebet statt. Anschließend formierte sich ein Demonstrationszug durch Eisenberg. Wöchentlich wurden nun immer Mittwochs demokratische Grundrechte eingefordert und bald auch die Einheit Deutschlands.[10]

In Eisenberg gibt es das zentrale Aufnahmelager des Freistaats Thüringen für Flüchtlinge und Asylbewerber aus aller Welt. Das Gebäude spiegelt deutsche Geschichte der letzten 150 Jahre wider. Es wurde 1870 als Wurstfabrik gebaut, später war es Altersheim, Lazarett in beiden Weltkriegen, dann Kaserne für NVA und Volkspolizei und Aufnahmelager für Übersiedler aus der BRD in die DDR. Ende 2013 beherbergte es über 500 Menschen.[11]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerentwicklung der Stadt Eisenberg ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

Entwicklung der Einwohnerzahlen

1830 bis 1999

  • 1830: 4557
  • 1946: 15.299¹
  • 1950: 14.261²
  • 1960: 13.839³
  • 1981: 13.060
  • 1984: 13.361
  • 1994: 11.536
  • 1995: 11.266
  • 1996: 11.274
  • 1997: 11.281
  • 1998: 11.225
  • 1999: 11.175

2000 bis 2012

  • 2000: 11.764
  • 2001: 11.681
  • 2002: 11.532
  • 2003: 11.487
  • 2004: 11.545
  • 2005: 11.424
  • 2006: 11.392
  • 2008: 11.072
  • 2009: 11.087
  • 2010: 11.154
  • 2011: 10.653
  • 2012: 10.694

ab 2013

  • 2013: 10.995

¹ 29. Oktober;  ² 31. August;   ³ ab 1960: Stand jeweils 31. Dezember
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten]

Eisenberger Rathaus

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat der Stadt Eisenberg besteht aus 24 Ratsmitgliedern. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Kommune mit einer Einwohnerzahl zwischen 10.001 und 20.000 Einwohnern.[12] Die 24 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.

Stimmberechtigt im Stadtrat ist außerdem der unmittelbar von den Bürgern gewählte hauptamtliche Bürgermeister Ingo Lippert von der SPD.

Die letzte Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 43,8 % zu folgendem Ergebnis:[13]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
SPD 38,2 % 9
CDU 23,6 % 6
Die Linke 22,9 % 6
BDS/DGV* 10,2 % 2
FDP 5,1 % 1

* Bund der Selbständigen/Deutscher Gewerbeverband e. V.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Eisenberg ist Ingo Lippert von der SPD. Es ist bereits seine dritte Amtszeit. Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 22. April 2012 trat er gegen CDU Kandidaten Michael Kieslich an und wurde mit 72,3 % für weitere sechs Jahre wieder gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 51,6 %.[14]

Erfüllende Gemeinde[Bearbeiten]

Eisenberg ist die erfüllende Gemeinde für die Orte:

Wappen[Bearbeiten]

Stadtwappen

Das Wappen der Stadt Eisenberg besteht aus einer gezinnten goldenen Stadtmauer mit gezinntem Torturm und geschlossenem Tor. Hinter der Mauer links und rechts vom Hauptturm befinden sich zwei ungezinnte Seitentürme mit roten Glockendächern. Die Turmmitten der beiden Seitentürme sowie das Spitzdach des Tores sind ebenfalls in rot gehalten. Der Schildfuß wird durch vier Querlinien begrenzt. Zwischen Mohrenrumpf und Wappenschild befindet sich ein goldener Spangenhelm mit hellem Zier. Der Mohrenkopf trägt eine weiße Binde über den Augen und blickt nach rechts. Der Wappenschild wird zur Hälfte von einer blau-weißen Schabracke umrahmt.[15]

Das Stadtwappen ziert neben der Mauer, dem Tor und den drei Türmen, die für Stadtfreiheit, Gemeinsinn und Kraftbewusstsein stehen, auch ein Mohrenkopf. Dies geht zurück auf eine Sage aus dem Mittelalter (um das 16. Jh.), nach welcher ein von einem Herzog von Kreuzzügen mitgebrachter Mohr des Diebstahls einer Kette der Gemahlin des Herzogs bezichtigt wurde und enthauptet werden sollte. Kurz vor seiner Hinrichtung fand die Gräfin das vermeintliche Diebesgut in ihrer Bibel wieder und schickte noch rechtzeitig einen Boten zum Richtplatz, so dass der unschuldige Mohr verschont wurde. Zur Wiederherstellung seiner Ehre sollte von nun an sein Kopf mit den verbundenen Augen das Stadtwappen zieren.

Im Jahr 1727 wurde zudem auf einem Brunnensockel eine Statue des Mohren, der als Wahrzeichen der Stadt gilt, hinter dem Rathaus errichtet.

[Bearbeiten]

Die Stadt Eisenberg verwendet für unterschiedliche Zwecke ein eigenes Logo. Es besteht aus einem geometrisch konstruierten kleinen lateinischen e, das durch ein Linienkreuz durchschnitten wird. Die Farbe des Logos ist blau auf weißem Untergrund. Das obere rechte Viertel lässt sich variabel gestalten und bietet Platz für das Wappen bzw. für andere themenbezogene Symbole.[15]

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Stadt zeigt in Längsrichtung die Farben blau und weiß mit dem Stadtwappen in der Mitte.[15]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Eisenberg unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Christiansburg mit Schlosskirche St. Trinitatis
Stadtmuseum
Ein Bürgerhaus aus der Renaissance am Marktplatz, seit 1729 Sitz der Evangelischen Superintendentur

Bauwerke[Bearbeiten]

Von 1680 bis 1707 war die Stadt Eisenberg die Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Eisenberg. Unter Herzog Christian von Sachsen-Eisenberg wurde das vorhandene Schloss Christiansburg zur einen barocken Dreiflügelanlage umgestaltet. Heute ist das Schloss Sitz des Landratsamtes. Eine Besonderheit ist die Schlosskirche St. Trinitatis, die der Herzog von 1680 bis 1692 an der Ostseite des Schlosses bauen ließ. Sie ist die größte barocke Kirche des Landes Thüringen.

Auf dem Marktplatz in Eisenberg befinden sich drei freistehende Gebäude sowie der Mohrenbrunnen, der das Wahrzeichen der Stadt Eisenberg ist. Das in der südwestlichen Ecke des Marktplatzes liegende Eisenberger Rathaus wurde erstmals 1576 erwähnt. Im 16. Jahrhundert erfolgten mehrere Umbauten im Renaissancestil. 1702/1703 wurde der Rathausturm erhöht und ein Erker angebaut. Die Stadt gewann 1999 den Bundespreis für das schönste Rathaus.

Auf der Nordseite des Marktplatzes steht die Stadtkirche St. Peter. Sie wird bereits 1219 in der Gründungsurkunde des Eisenberger Nonnenklosters als Kapelle erwähnt. Die Kirche besteht aus dem spätgotischen Chor von 1494, dem 1585 erbauten Kirchenschiff und dem Kirchturm, dessen Entstehungszeit nicht sicher datiert ist.

Drittes Bauwerk auf dem Marktplatz ist das Eisenberger Stadtmuseum im sogenannten Klötznerschem Haus. Das Gebäude des wohlhabenden Kaufmanns Karl Friedrich Klötzner (1853–1932) kam 1911 in den Besitz der Stadt und diente zunächst als Wohnhaus. 1984 beschloss der Stadtrat die Einrichtung eines Stadtmuseums, das jedoch erst mit Verzögerungen 1992 eröffnet wurde. Das Stadtmuseum zeigt die Eisenberger Stadtentwicklung von der Frühgeschichte bis zur Industrialisierung.[16]

Derzeit eine Ruine ist das Schloss Friedrichstanneck westlich des Stadtzentrums.

→ Siehe auch Friedhofskapelle (Eisenberg)

Parks[Bearbeiten]

Der Tiergarten Eisenberg wurde 1971 eröffnet und zeigt kleine Haustierrassen, Wildtiere aus Australien und aus afrikanischen Gebirgsgegenden sowie einheimische Waldbewohner.

Zu Spaziergängen laden der an das Schloss angrenzende Schlosspark mit Bogengarten und Springbrunnen sowie der Friedenspark zwischen Stadthalle und katholischer Kirche ein.

Denkmäler[Bearbeiten]

Weltkriegsdenkmal auf dem Friedhof am Volkstrauertag 2013
Gedenkstätte für die Opfer des Todesmarschs auf dem Friedhof der Stadt

Auf dem Eisenberger Friedhof an der Mühlenstraße befinden sich drei Orte, die die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus wach halten sollen. Eine Gedenkstätte erinnert an 35 KZ-Häftlinge, die auf dem Friedhof bestattet sind. Die KZ-Häftlinge starben in Eisenberg und Umgebung auf einem Todesmarsch, als im April 1945, also kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, die KZ-Lager geräumt wurden. Ein Gedenkstein mit der Inschrift „Hier ruhen fern der Heimat 17 Kinder zwangsverschleppter Ostarbeiter im Alter von 1 bis 15 Jahren. Ihr Tod mahnt zum ewigen Frieden.“ erinnert an 17 Kinder von Zwangsarbeitern, die an Unterversorgung starben und die ebenfalls auf dem Eisenberger Friedhof ihre letzte Ruhestätte fanden. Ein weiterer Gedenkstein gedenkt mit der Inschrift „Im Gedenken an die Opfer des II. Weltkrieges, der Flucht und Vertreibung, von Unrecht und Gewaltherrschaft“ allen Opfern dieser Zeit.[17]

In der Friedrich-Ebert-Straße am Friedenspark und in der Geraer Straße am Parkplatz zum Tiergarten, befinden sich weitere Gedenksteine zum Marsch der Häftlinge des KZ Buchenwald durch Eisenberg.

Im Ortsteil Saasa erinnert auf dem Friedhof eine Grabstätte mit Gedenktafel an vier umgekommene Kleinkinder sowjetischer Zwangsarbeiterinnen, die im Zweiten Weltkrieg nach Deutschland verschleppt wurden. Auf dem Dorfplatz befindet sich ein Denkmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (ehemaliges Kriegerdenkmal des Ersten Weltkrieges).

Im Schlossgarten befinden sich zwei Denkmäler. Direkt an der Schlosskirche steht das Herzog Christian-Denkmal. Im hinteren Teil des Parks steht ein Gedenkstein, den ein Kupferrelief Ernst Thälmanns ziert und an den Reichstagsabgeordneten und Vorsitzender der KPD Ernst Thälmann (1886–1944) erinnert, der im August 1944 im KZ Buchenwald getötet wurde. Das Thälmann-Denkmal ist ein ehemaliges, zu DDR-Zeiten umfunktioniertes, Bismarck-Denkmal.

Weitere Denkmäler sind das Krause-Denkmal auf dem Krauseplatz hinter der Polizeiinspektion Eisenberg sowie ein Denkmal für den Atomphysiker Frédéric Joliot-Curie, das sich zwischen der ehemaligen Knabenschule (heute Teil des Landratsamtes, befindet sich in der Schulgasse) und der Grundschule Ost befindet.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Aus dem Veranstaltungskalender der Stadt Eisenberg sind die folgenden regelmäßigen Veranstaltungen mit großer regionaler Bekanntheit erwähnenswert:

  • Juli: Trabitreffen im Verkehrsgarten
  • August: Tiergartenfest
  • September: Tag des offenen Denkmals – Kunst im Bogengarten
  • Oktober: Milo-Barus-Cup im Mühltal
  • Oktober: Eisenberger Landmarkt
  • Dezember: Eisenberger Nachtweihnachtsmarkt
  • Dezember: Weihnachtstal Mühltal

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Hauptindustriezweige sind der Klavierbau mit der Klavierbaumanufaktur Wilhelm Steinberg, Sanitärarmaturen mit dem Hauptsitz der Sanitärtechnik Eisenberg sowie einem Produktionsstandort der Armaturenwerke Kludi und Möbel (Eisenberger Wohnmöbel (EWM)). Die EthikBank hat ebenfalls ihren Sitz in Eisenberg. 1995 wurden die ursprünglich seit 1898 existierenden Stadtwerke Eisenberg neu gegründet.

Vor dem Zweiten Weltkrieg und teilweise auch während der DDR-Jahre hatte die im gesamten Thüringer Holzland verbreitete Porzellanindustrie ebenfalls wirtschaftliche Bedeutung.

Verkehr[Bearbeiten]

Eisenberg liegt an der Bundesstraße B 7, die von Rochlitz in Sachsen nach Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen führt. Über die B 7 ist sie an die naheliegende Bundesautobahn 9, Anschlussstelle Eisenberg/Thüringen sowie an die Bundesautobahn 4, Anschlussstelle Gera-Langenberg angebunden. Elf Kilometer südlich von Eisenberg liegt das Autobahnkreuz Hermsdorfer Kreuz, wo sich die A 4 und die A 9 kreuzen.

Eisenberg ist die größte Stadt und neben Schleiz die einzige Kreisstadt Thüringens, die keinen Bahnanschluss mehr besitzt. Die Bahnstrecke nach Crossen wurde 1880 durch die Eisenberg-Crossener Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet und 1999 stillgelegt, deren westlicher Teil über Bürgel nach Jena wurde 1905 eröffnet und bereits 1969 stillgelegt.

Die JES Verkehrsgesellschaft, die in Eisenberg auch ihren Sitz hat, verkehrt im Stundentakt mit Midibussen auf der Stadtlinie 434. Des Weiteren erreicht man durch den ÖPNV der JES Verkehrsgesellschaft sowie der RVG /Regionalverkehr Gera Land GmbH die wichtigsten Ortschaften der Region wie z. B. Jena, Hermsdorf, Gera (alle drei mit Zuganbindung), Bürgel, Camburg und Stadtroda.

Medizinische Versorgung[Bearbeiten]

Waldkrankenhaus

In Eisenberg befindet sich das nach dem Orthopäden Rudolf Elle benannte Waldkrankenhaus Rudolf Elle, das sich vor allem mit seiner orthopädischen Abteilung einen Namen gemacht hat. Die Einrichtung beherbergt auch den Lehrstuhl für Orthopädie der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Das Krankenhaus verfügt des Weiteren über eine Abteilung für Chirurgie, eine Abteilung für Innere Medizin, Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin und eine Kinderorthopädie. An das Krankenhaus angegliedert ist ein Sanitätshaus, das Prothesen und Hilfsmittel für Patienten bereitstellt.[18]

Medien[Bearbeiten]

Die Ostthüringer Zeitung erscheint werktäglich mit einem eigenen Lokalteil für Eisenberg. Nach massiven Einsparungen in der Redaktion sitzen heute nur noch drei Redakteure in der Eisenberger Lokalredaktion. Viele Artikel und Beiträge der Lokalseiten werden aus Jena und Stadtroda übernommen.

Das Anzeigenblatt „Allgemeiner Anzeiger“ erscheint in Eisenberg wöchentlich mit einem Lokalteil aus dem Saale-Holzland-Kreis. Die Redaktion sitzt seit März 2012 in Jena. Zuvor wurde die Zeitung in Hermsdorf produziert.

Bildung[Bearbeiten]

Friedrich-Schiller-Gymnasium

In Eisenberg gibt es vier staatliche Schulen: zwei Grund- (Ost, „Martin Luther“), eine Regelschule (zusammengelegt aus den ehemaligen Regelschulen West und Ost) sowie das Friedrich-Schiller-Gymnasium.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Gunther Emmerlich

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • August Leberecht Back: Chronik der Stadt und des Amtes Eisenberg von den frühesten Zeiten an bis zum Jahre 1843, 2 Bände. Verlag Schöne, Eisenberg 1843.
  • Karl Back: Das alte Eisenberg: Beiträge zur Zeit-, Orts- und Sitten-Geschichte der Stadt Eisenberg. Eisenberg 1839.
  • Johann David Gschwend: Eisenbergische Land-Chronika. Eisenberg 1758 (Digitalisat).
  • Paul Heinecke, Wolfgang Tietze: Erzähltes und Verbrieftes – aus Geschichte und Sage im Raum Eisenberg. Leipzig 1983.
  • Eisenberg. In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 8, Leipzig 1734, Spalte 617–620.
  • Wilfried Warsitzka: Herzog Christian und der Bau der Schlosskirche zu Eisenberg. Jena 1992.
  • Wilfried Warsitzka: Bürger unterm Mohrenwappen – aus der Geschichte der Stadt Eisenberg und ihrer Bewohner. Jena 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eisenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Stadt Eisenberg: Die Stadt stellt sich vor, abgerufen am 9. Juli 2013
  3. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze Jenzig, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 73 u. 75.
  4. Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (Hrsg.): Archäologischer Wanderführer Thüringen. Heft 9: Saale-Holzland-Kreis, Ost., Weimar 2007, ISBN 978-3-937517-51-3, S. 73 u. 75.
  5. Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (Hrsg.): Archäologischer Wanderführer Thüringen. Heft 9: Saale-Holzland-Kreis, Ost. Weimar 2007, ISBN 978-3-937517-51-3, S. 78.
  6. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 235.
  7. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen. Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 208f.
  8. Güner Sagan: Ostthüringen im Bombenkrieg 1939-1945. Michael-Imhof-Verlag, Petersberg 2013. S. 185. ISBN 978-3-86568-636-7.
  9. Eisenberger Kreis auf jugendopposition.de, abgerufen am 19. Dezember 2010
  10. Info-Tafel an der Stadtkirche Eisenberg
  11. Daniela Egetemayer: Sie klingeln mitten in der Nacht am Eisentor. Thüringische Landeszeitung, 10. Dezember 2013
  12. Thüringer Gemeinde- und Landkreisordnung (Thüringer Kommunalordnung – ThürKO –) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Januar 2003; § 23 – Zusammensetzung des Gemeinderats, abgerufen am 8. Juli 2013
  13. Stadt Eisenberg
  14. Bürgermeister Ingo Lippert tritt dritte Amtszeit in Eisenberg an, abgerufen am 8. Juli 2013
  15. a b c Hauptsatzung der Stadt Eisenberg/Thüringen (PDF; 38 kB), abgerufen am 6. Juli 2013
  16. Informationsbroschüre Stadtmuseum Eisenberg, Hrsg. Stadtverwaltung Eisenberg, Seite 3
  17. Kleine Schritte – große Wirkung: Eisenberg, abgerufen am 17.November 2013
  18. Waldkrankenhaus Rudolf Elle in Eisenberg, abgerufen am 6. Juli 2013
  19. M. Johann David Gschwend:Eisenbergische Stadt- und Land-Chronika, darinnen von der Lage des Osterlandes, besonders der ..., online, Christian Heinrich Walthern, Eisenberg 1758, 800 S. und 21 S. Register im Anhang.