Bad Klosterlausnitz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bad Klosterlausnitz
Bad Klosterlausnitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bad Klosterlausnitz hervorgehoben
50.91666666666711.866666666667320Koordinaten: 50° 55′ N, 11° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Holzland-Kreis
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 16,6 km²
Einwohner: 3537 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 213 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07639
Vorwahl: 036601
Kfz-Kennzeichen: SHK, EIS, SRO
Gemeindeschlüssel: 16 0 74 003
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 3
07639 Bad Klosterlausnitz
Webpräsenz: www.bad-klosterlausnitz.de
Bürgermeisterin: Gabriele Klotz
Lage der Gemeinde Bad Klosterlausnitz im Saale-Holzland-Kreis
Sachsen-Anhalt Gera Jena Landkreis Greiz Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Landkreis Sömmerda Landkreis Weimarer Land Saale-Orla-Kreis Albersdorf (Thüringen) Altenberga Bad Klosterlausnitz Bibra (bei Jena) Bobeck Bollberg Bremsnitz Bucha (bei Jena) Bürgel (Thüringen) Crossen an der Elster Dornburg-Camburg Eichenberg (bei Jena) Eineborn Eisenberg (Thüringen) Frauenprießnitz Freienorla Geisenhain Gneus Gösen Golmsdorf Graitschen bei Bürgel Großbockedra Großeutersdorf Großlöbichau Großpürschütz Gumperda Hainichen (Thüringen) Hainspitz Hartmannsdorf (bei Eisenberg) Heideland (Thüringen) Hermsdorf (Thüringen) Hummelshain Jenalöbnitz Kahla Karlsdorf (Thüringen) Kleinbockedra Kleinebersdorf (Thüringen) Kleineutersdorf Laasdorf Lehesten (bei Jena) Lindig Lippersdorf-Erdmannsdorf Löberschütz Mertendorf (Thüringen) Meusebach Milda Möckern (Thüringen) Mörsdorf (Thüringen) Nausnitz Neuengönna Oberbodnitz Orlamünde Ottendorf (Thüringen) Petersberg (Saale-Holzland-Kreis) Poxdorf (Thüringen) Quirla Rattelsdorf (Thüringen) Rauda Rauschwitz Rausdorf (Thüringen) Reichenbach (Thüringen) Reinstädt Renthendorf Rothenstein Ruttersdorf-Lotschen Scheiditz Schkölen Schleifreisen Schlöben Schöngleina Schöps (Thüringen) Schöps (Thüringen) Seitenroda Serba Silbitz St. Gangloff Stadtroda Sulza Tautenburg Tautendorf (Thüringen) Tautenhain Thierschneck Tissa Trockenborn-Wolfersdorf Tröbnitz Unterbodnitz Waldeck (Thüringen) Walpernhain Waltersdorf (Thüringen) Weißbach (Thüringen) Weißenborn (Holzland) Wichmar Zimmern (Thüringen) ZöllnitzKarte
Über dieses Bild
Die Klosterkirche

Bad Klosterlausnitz ist eine Gemeinde im Osten des Saale-Holzland-Kreises im deutschen Bundesland Thüringen und Erfüllende Gemeinde für weitere neun Gemeinden der Umgebung.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der neben der Stadt Hermsdorf gelegene Kurort Bad Klosterlausnitz ist das Zentrum des Thüringer Holzlandes. Wie der Name schon andeutet sind hier große Waldflächen mit Nutzgehölzen zu finden. Aufgrund des Holzreichtumes gab es hier eine bedeutende holzverarbeitende Industrie, vor allem Leitern wurden in großer Stückzahl hergestellt und weitflächig vertrieben. Bis Ende der 1990er Jahre konnte sich der Produktionsstandort trotz der bereits verfügbaren Leitern aus Eisen und Profilstahl durchsetzen, verlor seine Bedeutung jedoch in der Folgezeit mit dem flächendeckenden Vertrieb von Aluminiumleitern.

Bad Klosterlausnitz liegt auf einem Plateau zwischen den Tälern der Saale im Westen und der Weißen Elster im Osten. Durch die Plateaulage gibt es in den umgebenden Wäldern verbreitet Moorflächen, deren Erde seit 1929 für Heilzwecke genutzt und auch heute noch in den Kliniken des Ortes eingesetzt wird.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Bobeck, die Stadt Hermsdorf, Schleifreisen, Tautenhain, Waldeck und Weißenborn im Saale-Holzland-Kreis sowie Kraftsdorf im Landkreis Greiz.

Klima[Bearbeiten]

Durch die Plateaulage auf ca. 350 Metern über dem Meeresspiegel ist es 1–2 Grad kühler und regnerischer als in den benachbarten Tälern der Saale und Weißen Elster.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Jubiläum 875-Jahre Bad Klosterlausnitz erinnert an die Ersterwähnung des Frauenkloster Lausnitz, 1137 wurde das seit 1132 bestehende Kloster, das nach den Regeln des Augustinerordens lebte, erstmals in einem Bestätigungsbrief von Papst Innozenz II. erwähnt.[2] Ab 1526 ist das Dorf Lausnitz neben dem Kloster bekannt. Seit 1661 trägt der Ort den Namen des Klosters – Klosterlausnitz –, das 1526 aufgehoben wurde.[3] Von Kloster Lausnitz aus wurde die Entwicklung des Handwerkes gefördert; denn die zum Stift gehörende Glashütte im Tautenhainer Forst in der Weißenborner Gemarkung wurde 1137 gegründet und beschäftigte Leibeigene und Hörige, die Tafelglas produzierten. Die Klosterlausnitzer Glashütte ist die älteste dieser Art in Ostthüringen.[4] In der südlichen Gemarkung von Lausnitz wurde um 1200 die Ansiedlung Gumprechtsdorf nachgewiesen.

1719 bis 1722 wurde auf dem Gelände des ehemaligen Klosters ein Jagdschloss von Herzog Friedrich II. (Sachsen-Gotha-Altenburg) errichtet, weil sich im großen Waldgebiet viel Wild, mehrere Wildgehege und -gatter befanden. Alte Gebäude wurden abgebrochen und das Material für den Neubau verwendet.

1849 richtete man im linken Flügel des Jagdschlosses eine Schule ein. 1860 wurden Teile dieses Flügels für den geplanten Neubau einer Kirche wieder abgebrochen. Der Neubau der heute noch stehenden Kirche dauerte etwa bis 1866. 1871 wurde im Jagdschloss ein Forstamt eingerichtet. 1888/89 wurde das Jagdschloss abgerissen.[5]

Bahnhof
Kurmittelhaus

Nachdem im Jahr 1876 die Bahnstrecke Weimar–Gera eingeweiht worden war, konnte sich in Klosterlausnitz Fremdenverkehr entwickeln. Der Ort war Luftkurort und beliebte Sommerfrische. Im Zusammenhang mit der seit 1929 angewandten Nutzung der Moorerde für Heilzwecke verlieh die Landesregierung dem Ort am 19. September 1932 den Titel „Bad“.

Zu DDR-Zeiten errichtete und unterhielt der VEB BKK Geiseltal das Kinder-Ferienlager "Peter Göring" für die Kinder seiner Betriebsangehörigen.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl
  • 1994 – 2985
  • 1995 – 3077
  • 1996 – 3278
  • 1997 – 3556
  • 1998 – 3633
  • 1999 – 3652
  • 2000 – 3670
  • 2001 – 3657
  • 2002 – 3598
  • 2003 – 3560
  • 2004 – 3495
  • 2005 – 3512
  • 2006 – 3500
  • 2007 – 3481
  • 2008 – 3443
  • 2009 – 3453
  • 2010 – 3437
  • 2011 – 3558
  • 2012 – 3596
  • 2013 – 3537

Daten jeweils zum (31. Dezember); Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Religion[Bearbeiten]

Neben der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde, deren Gotteshaus die ehemalige Klosterkirche ist, besteht in Bad Klosterlausnitz auch eine Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche, die in der Kirche am Klosterwald ihre Gottesdienste feiert.

Politik[Bearbeiten]

Rathaus

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 58,9 % zu folgendem Ergebnis:[7]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CDU 53,3 % 9
Die Linke 19,9 % 3
SPD 15,5 % 2
Gewerbeverband Holzland 11,3 % 2

Erfüllende Gemeinde[Bearbeiten]

Bad Klosterlausnitz ist erfüllende Gemeinde für die Gemeinden:

Partnerstädte[Bearbeiten]

Bad Klosterlausnitz unterhält vertraglich geschlossene Städtepartnerschaften mit Langenselbold (Hessen) und Deidesheim (Rheinland-Pfalz). Des Weiteren werden partnerschaftliche Beziehungen mit Tihany (Ungarn) und Mondelange (Frankreich) gepflegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Parkimpressionen
Im Kurpark
Bad Klosterlausnitz
Bad Klosterlausnitz
Bad Klosterlausnitz
Blick auf den Schwanenteich

Wahrzeichen des Ortes ist die große romanische ehemalige Klosterkirche, die 1180 geweiht wurde. Nach Aufhebung des Klosters im Gefolge der Reformation verfiel die Kirche zusehends. In ihrer heutigen Form wurde sie in den Jahren 1863–1866 wieder aufgebaut. Der Ostteil ist noch original romanisch, der Westteil wurde entsprechend angepasst.

Kurpark[Bearbeiten]

An der nordwestlichen Peripherie des Ortes befindet sich ein größerer Park mit zwei Rehakliniken.

Feste[Bearbeiten]

Ein wichtiges Ereignis ist in Klosterlausnitz das Maibaumsetzen. Schon seit mehr als 300 Jahren wird zum Pfingstfest der Maibaum gesetzt.[8]

Mundartprobe[Bearbeiten]

Kloster Lausnitz (Hulzlännsch)
Unsere gude Grusemuder derzalde mir frier efder: 's kon wúl drêsg bis fufzg Jóre hár sêe, do schdond umne ufn Rêne ungern Schlesgen - nich wêd vun dan klén Burne - e schin gewoksner Èbelbóm. Sald lís 'ch zuwêlen (vun Zêd ze Zêd) e wèses Fróchen sáe. E Schdiker nên bis zwelf Kiner ós 'n Nochberdurfe schbilden emól in sèner Náe un flikden bune Blum. Do sóch e Junge mid en Móle unger dan Bóme en grúden gálben Dub vun Dún (en denern D.) schdie, dar bis on` Rand mid lóder silwerguldn gefild wor. Jeze fife schnal di anern hár un séde: wos is en dos, ir Lêde? Geschwind! Ower ámsubale versonk dar Schoz vur sèn Ougen wider un Ardbuden. Hade dar Dumkub nischd jesèd, wér fer sé Labdoch e rêcher Mon gewurn. Johann Müller - aus dem „Thüringer Sprachschatz“ von L. Hertel.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bad Klosterlausnitz besitzt eine Anschlussstelle an der Bundesautobahn 9 (Anschlussstelle 23 Bad Klosterlausnitz) und eine Anschlussstelle an der Bundesautobahn 4 (Anschlussstelle 56b Hermsdorf Ost). Der Bahnhof Hermsdorf-Klosterlausnitz befindet sich an der Mitte-Deutschland-Verbindung in Hermsdorf. Klosterlausnitz liegt am Radfernweg Thüringer Städtekette.

Rehabilitationskliniken[Bearbeiten]

Algos-Fachklinik
Moritz Klinik
Klosterwald-Klinik

Die Celenus Algos Fachklinik ist eine Rehabilitationsklinik für Orthopädie und Rheumatologie sowie chronische und rezidivierende Schmerzsyndrome. Die Moritz Klinik ist auf die Rehabilitation von orthopädisch und neurologisch erkrankten sowie brandverletzten Menschen spezialisiert. Die Fachklinik Klosterwald, eine diakonische Einrichtung, dient der Rehabilitation suchtkranker Menschen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Aus der Geschichte bis in die Gegenwart. Stadtverwaltung Bad Klosterlausnitz, 2012, abgerufen am 1. Mai 2012: „Der Ort Klosterlausnitz hat seinen Ursprung in der Gründung eines Augustiner Nonnenklosters um 1132. Am 12. Juni 1137 wird das Kloster unter den Schutz von Papst Innozenz II gestellt. Die Bestätigungsurkunde des Papstes ist die erste urkundliche Erwähnung des Klosters und kann als Geburtsurkunde des späteren Ortes Klosterlausnitz angesehen werden.“
  3. H. von Hintzenstern: Gebaut wie für die Ewigkeit... Verlagshaus Thüringen 1996, ISBN 3-89683-104-6, S. 68
  4. W. Mägdefrau: Thüringer Städte und Städtebünde im Mittelalter... Verlag Rockstuhl, 2002 Bad- Langensalza, ISBN 3-936030-34-0, S. 43.
  5. H. Laß: Jagd- und Lustschlösser des 17. und 18. Jahrhunderts in Thüringen. Michael Imhof Verlag, 2006, ISBN 3-86568-092-5, S. 339.
  6. Facebook-Eintrag
  7. Thüringer Landesamt für Statistik
  8. O.V.: Von Eisenberg nach Stadtroda. Kleine Thüringer Bibliothek Verlagshaus Thüringen, ISBN 3-86087-036-X, S. 12.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Klosterlausnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien