Saale-Holzland-Kreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Saale-Holzland-Kreises Deutschlandkarte, Position des Saale-Holzland-Kreises hervorgehoben50.9211.75Koordinaten: 50° 55′ N, 11° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Verwaltungssitz: Eisenberg
Fläche: 816,99 km²
Einwohner: 84.001 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: SHK, EIS, SRO
Kreisschlüssel: 16 0 74
Kreisgliederung: 93 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Im Schloß
07607 Eisenberg
Webpräsenz: www.saale-holzland-kreis.de
Landrat: Andreas Heller (CDU)
Lage des Saale-Holzland-Kreises in Thüringen
Weimar Eisenach Suhl Gera Jena Landkreis Altenburger Land Landkreis Greiz Tschechien Saale-Holzland-Kreis Freistaat Sachsen Freistaat Bayern Saale-Orla-Kreis Landkreis Sonneberg Niedersachsen Hessen Sachsen-Anhalt Landkreis Eichsfeld Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Landkreis Hildburghausen Landkreis Schmalkalden-Meiningen Ilm-Kreis Landkreis Weimarer Land Erfurt Landkreis Gotha Wartburgkreis Landkreis Sömmerda Kyffhäuserkreis Unstrut-Hainich-Kreis Landkreis NordhausenKarte
Über dieses Bild

Der Saale-Holzland-Kreis ist ein Landkreis im Osten von Thüringen. Raumordnerisch gehört der Kreis zur Planungsregion Ostthüringen und ist Mitglied der Planungsgemeinschaft Ostthüringen.

Geografie[Bearbeiten]

Nachbarkreise sind im Norden der sachsen-anhaltische Burgenlandkreis, im Osten die kreisfreie Stadt Gera und der Landkreis Greiz, im Süden der Saale-Orla-Kreis, im Südwesten der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und im Westen der Landkreis Weimarer Land sowie die kreisfreie Stadt Jena. Durch den Landkreis fließen Saale und Weiße Elster.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Saale-Holzland-Kreis entstand im Zuge der Kreisreform in Thüringen im Jahr 1994 zunächst mit dem Namen Holzlandkreis aus den ehemaligen Landkreisen Eisenberg (EIS), Jena (J) und Stadtroda (SRO).

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl :

  • 1994: 102 875
  • 1995: 102 247
  • 1996: 101 598
  • 1997: 101 185
  • 1998: 100 472
  • 1999: 99 651
  • 2000: 98 592
  • 2001: 97 568
  • 2002: 96 607
  • 2003: 95 376
  • 2004: 94 501
  • 2005: 93 281
  • 2006: 92 093
  • 2007: 90 910
  • 2008: 89 825
  • 2009: 88 632
  • 2010: 87 799
  • 2011: 86 303
  • 2012: 84 282
  • 2013: 84 001
  • 2014:
  • 2015:
  • 2016:
  • 2017:
Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 30. September 2013

Politik[Bearbeiten]

Am 23. September 2008 erhielt der Kreis den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Landrat[Bearbeiten]

Landrat des Saale-Holzland-Kreises ist Andreas Heller (CDU).

Bei der Stichwahl am 21. Mai 2006 setzte sich Heller mit 52,6 % gegen Knuth Schurtzmann (Die Linke) mit 47,4 % der Stimmen durch und wurde zum neuen Landrat gewählt. Bei den Wahlen am 22. April 2012 konnte Heller bereits im ersten Wahlgang mit 56,3 % die absolute Mehrheit der gültigen Stimmen auf sich vereinigen und wurde damit für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt.[2]

Kreistag[Bearbeiten]

Die 46 Sitze im Kreistag verteilen sich seit der Wahl am 25. Mai 2014 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:

Partei
Sitze
CDU
17
Die Linke
11
SPD
5
FW BI
4
Bauern EJS
3
FDP
2
Grüne
2
NPD
2

Von 2009 bis 2014 (seit der Wahl am 7. Juni 2009) sah die Sitzverteilung folgendermaßen aus:

Partei
Sitze
CDU
16
Die Linke
10
SPD
6
FDP
5
Bauern EJS
4
FW BI
3
Grüne
2

Verwaltung[Bearbeiten]

Der Sitz der Kreisverwaltung befindet sich im Barockschloss Christiansburg in Eisenberg, dem früheren Residenzschloss des Herzogtums Sachsen-Eisenberg aus dem 17. Jahrhundert. Außenstellen der Kreisverwaltung befinden sich in Stadtroda und Jena.

Wappen[Bearbeiten]

Der Saale-Holzland-Kreis führt seit 1997 ein Wappen mit folgender Blasonierung: „Gespalten durch eine eingebogene aufsteigende goldene, mit roten Herzen besäte Spitze, darin ein schwarzer wachsender Löwe; rechts in Rot ein silberner Schrägrechtsbalken; links im neunmal von Schwarz und Gold geteilten Feld ein schrägrechter grüner Rautenkranz.“[3]

Das Wappen zeigt die in der Vergangenheit verwendete Symbolik der das heutige Gebiet des Saale-Holzland-Kreises überwiegend beherrschenden Herren, Grafen und Fürsten. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts waren dies die Herren von Lobdeburg (oben rechts) und die Grafen von Orlamünde (in der Spitze). Danach gehörte fast das gesamte Gebiet den wettinischen Fürsten (oben links). Kurzzeitig (1680 bis 1714) bildete sich in diesem Gebiet das Herzogtum Sachsen-Eisenberg heraus; die jetzige Kreisstadt Eisenberg war unter dem Herzog Christian Residenzstadt.[4]

Eine Übersicht zu den Wappen der Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Saale-Holzland-Kreis.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der wirtschaftliche Schwerpunkt des Landkreises liegt in der Region um Hermsdorf. Auf dem ehemaligen Industriegelände der Tridelta AG wächst ein Branchenmix heran, das sanierte und neu erschlossene Industriegebiet ist zu ca. 70 % belegt. Der Saale-Holzland-Kreis arbeitet auf dem Gebiet der Wirtschaft eng mit der Stadt Jena zusammen. Im Rahmen des JenArea-Projektes gibt es vielfältige wirtschaftliche Beziehungen vor allem zwischen Unternehmen aus Jena und Hermsdorf.

Verkehr[Bearbeiten]

Busverkehr[Bearbeiten]

Der Busverkehr wird im Saale-Holzland-Kreis von der JES Verkehrsgesellschaft mbH übernommen. Die Busse verkehren werktäglich im nahezu gesamten Landkreis.

Schiene[Bearbeiten]

Die erste Bahnstrecke der Thüringischen Eisenbahn-Gesellschaft, die im Jahre 1859 von Leipzig nach Gera eröffnet wurde, berührte das heutige Kreisgebiet zunächst nur in der Gemeinde Crossen an der Elster.

Erst 1874 entstand die Hauptstrecke der Saal-Eisenbahn-Gesellschaft im Saaletal von Naumburg über Jena nach Saalfeld. Sie wurde schon zwei Jahre später von der Weimar-Geraer Bahn in Göschwitz gekreuzt, die in Jena West eine eigene Station erhielt.

Die Saal-Eisenbahn-Gesellschaft eröffnete 1889 von Orlamünde aus eine Querverbindung nach Pößneck (Orlabahn).

Die heutige Kreisstadt Eisenberg hatte schon 1880 eine Anbindung an die Strecke Leipzig–Gera durch die Bahnstrecke Crossen–Porstendorf erhalten, die von der Preußischen Staatsbahn 1905 bis Porstendorf im Saaletal verlängert wurde. Die 1897 weiter nördlich ebenfalls von der KPStE erstellte Verbindung von Camburg nach Osterfeld-Zeitz berührte im heutigen Kreis nur noch die Kleinstadt Schkölen. Auch sie ist wie insgesamt 37 km Strecken stillgelegt worden:

  • 1945: Molau–Camburg, 3 km
  • 1965: Osterfeld–Schkölen–Molau, 4 km
  • 1969: Eisenberg–Bürgel–Porstendorf, 21 km
  • 1998: Crossen–Eisenberg, 9 km

Das Netz umfasste einst 122 km.

Straße[Bearbeiten]

Verkehrsmittelpunkt des Kreises ist das Hermsdorfer Kreuz als Schnittpunkt der Bundesautobahnen 4 und 9.

Von Westen nach Osten durchläuft die Bundesstraße 7 das Kreisgebiet. Aus Jena kommend, führt die B 7 über Bürgel und Eisenberg und verlässt den Landkreis in Richtung Gera. Von Nord nach Süd verläuft die Bundesstraße 88 und führt über Camburg, Dornburg, Jena, Kahla nach Orlamünde und verlässt den Saale-Holzland-Kreis in Richtung Rudolstadt.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2013[5])

Städte
¹ Mitgliedsgemeinde einer Verwaltungsgemeinschaft
² erfüllende Gemeinde für weitere Gemeinden

  1. Bürgel ² (3052), erfüllende Gemeinde auch für
    1. Graitschen bei Bürgel (400)
    2. Nausnitz (70)
    3. Poxdorf (96)
  2. Dornburg-Camburg ¹ (5476)
  3. Eisenberg ² (10.995), erfüllende Gemeinde auch für
    1. Gösen (207)
    2. Hainspitz (653)
    3. Mertendorf (150)
    4. Petersberg (261)
    5. Rauschwitz (214)
  4. Hermsdorf ¹ (7800)
  5. Kahla (7022)
  6. Orlamünde ¹ (1133)
  7. Schkölen ¹ (2658)
  8. Stadtroda ² (5838), erfüllende Gemeinde auch für
    1. Bollberg (297)
    2. Möckern (126)
    3. Quirla (504)
    4. Ruttersdorf-Lotschen (323)

Gemeinden

  1. Bad Klosterlausnitz (3537), erfüllende Gemeinde auch für
    1. Albersdorf (288)
    2. Bobeck (295)
    3. Scheiditz (57)
    4. Schlöben (919)
    5. Schöngleina (467)
    6. Serba (682)
    7. Tautenhain (1011)
    8. Waldeck (236)
    9. Weißenborn (1189)
Sachsen-Anhalt Gera Jena Landkreis Greiz Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Landkreis Sömmerda Landkreis Weimarer Land Saale-Orla-Kreis Albersdorf (Thüringen) Altenberga Bad Klosterlausnitz Bibra (bei Jena) Bobeck Bollberg Bremsnitz Bucha (bei Jena) Bürgel (Thüringen) Crossen an der Elster Dornburg-Camburg Eichenberg (bei Jena) Eineborn Eisenberg (Thüringen) Frauenprießnitz Freienorla Geisenhain Gneus Gösen Golmsdorf Graitschen bei Bürgel Großbockedra Großeutersdorf Großlöbichau Großpürschütz Gumperda Hainichen (Thüringen) Hainspitz Hartmannsdorf (bei Eisenberg) Heideland (Thüringen) Hermsdorf (Thüringen) Hummelshain Jenalöbnitz Kahla Karlsdorf (Thüringen) Kleinbockedra Kleinebersdorf (Thüringen) Kleineutersdorf Laasdorf Lehesten (bei Jena) Lindig Lippersdorf-Erdmannsdorf Löberschütz Mertendorf (Thüringen) Meusebach Milda Möckern (Thüringen) Mörsdorf (Thüringen) Nausnitz Neuengönna Oberbodnitz Orlamünde Ottendorf (Thüringen) Petersberg (Saale-Holzland-Kreis) Poxdorf (Thüringen) Quirla Rattelsdorf (Thüringen) Rauda Rauschwitz Rausdorf (Thüringen) Reichenbach (Thüringen) Reinstädt Renthendorf Rothenstein Ruttersdorf-Lotschen Scheiditz Schkölen Schleifreisen Schlöben Schöngleina Schöps (Thüringen) Schöps (Thüringen) Seitenroda Serba Silbitz St. Gangloff Stadtroda Sulza Tautenburg Tautendorf (Thüringen) Tautenhain Thierschneck Tissa Trockenborn-Wolfersdorf Tröbnitz Unterbodnitz Waldeck (Thüringen) Walpernhain Waltersdorf (Thüringen) Weißbach (Thüringen) Weißenborn (Holzland) Wichmar Zimmern (Thüringen) ZöllnitzMunicipalities in SHK.svg
Über dieses Bild

Verwaltungsgemeinschaften

* Sitz einer Verwaltungsgemeinschaft

  1. Dornburg-Camburg, Stadt * (5476)
  2. Frauenprießnitz (899)
  3. Golmsdorf (683)
  4. Großlöbichau (752)
  5. Hainichen (194)
  6. Jenalöbnitz (152)
  7. Lehesten (700)
  8. Löberschütz (128)
  9. Neuengönna (662)
  10. Tautenburg (290)
  11. Thierschneck (111)
  12. Wichmar (219)
  13. Zimmern (194)
  1. Crossen an der Elster * (1685)
  2. Hartmannsdorf (655)
  3. Heideland (1843)
  4. Rauda (292)
  5. Schkölen, Stadt (2658)
  6. Silbitz (646)
  7. Walpernhain (179)
  1. Hermsdorf, Stadt * (7800)
  2. Mörsdorf (445)
  3. Reichenbach (914)
  4. Schleifreisen (420)
  5. St. Gangloff (1229)
  1. Bremsnitz (136)
  2. Eineborn (318)
  3. Geisenhain (178)
  4. Gneus (161)
  5. Großbockedra (179)
  6. Karlsdorf (116)
  7. Kleinbockedra (35)
  8. Kleinebersdorf (175)
  9. Lippersdorf-Erdmannsdorf (458)
  10. Meusebach (99)
  11. Oberbodnitz (253)
  12. Ottendorf (417)
  13. Rattelsdorf (81)
  14. Rausdorf (188)
  15. Renthendorf (424)
  16. Tautendorf (154)
  17. Tissa (138)
  18. Tröbnitz * (460)
  19. Trockenborn-Wolfersdorf (563)
  20. Unterbodnitz (194)
  21. Waltersdorf (181)
  22. Weißbach (124)
  1. Altenberga (754)
  2. Bibra (264)
  3. Bucha (1088)
  4. Eichenberg (413)
  5. Freienorla (333)
  6. Großeutersdorf (267)
  7. Großpürschütz (400)
  8. Gumperda (380)
  9. Hummelshain (618)
  10. Kleineutersdorf (357)
  11. Laasdorf (585)
  12. Lindig (241)
  13. Milda (773)
  14. Orlamünde, Stadt (1133)
  15. Reinstädt (504)
  16. Rothenstein (1174)
  17. Schöps (313)
  18. Seitenroda (199)
  19. Sulza (274)
  20. Zöllnitz (784)

Zu den Begriffen „Verwaltungsgemeinschaft“ bzw. „erfüllende Gemeinde“ siehe Verwaltungsgemeinschaft und erfüllende Gemeinde (Thüringen).

Gebietsveränderungen[Bearbeiten]

Gemeinden[Bearbeiten]

Verwaltungsgemeinschaften[Bearbeiten]

Namensänderungen[Bearbeiten]

  • von Verwaltungsgemeinschaft Hartmannsdorf zu Verwaltungsgemeinschaft Elstertal (11. Oktober 1994)

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1994 wurden dem Landkreis die Kfz-Unterscheidungszeichen EIS (Eisenberg) und SRO (Stadtroda) zugewiesen. Diese wurden am 1. Februar 1995 vom neuen Unterscheidungszeichen SHK abgelöst. Seit dem 24. November 2012 sind die Kürzel EIS und SRO wieder erhältlich.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Seite des Thüringer Landeswahlleiters zu den Landratswahlen 2012
  3. Genehmigung des Thüringer Landesverwaltungsamtes vom 18. August 1997
  4. Wappenbeschreibung Saale-Holzland-Kreis, Landratsamt Saale-Holzland-Kreis. Eisenberg 1997
  5. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saale-Holzland-Kreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien