Groß Lindow

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Groß Lindow
Groß Lindow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Groß Lindow hervorgehoben
52.23305555555614.53305555555632Koordinaten: 52° 14′ N, 14° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oder-Spree
Amt: Brieskow-Finkenheerd
Höhe: 32 m ü. NHN
Fläche: 15,26 km²
Einwohner: 1738 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15295
Vorwahl: 033609
Kfz-Kennzeichen: LOS
Gemeindeschlüssel: 12 0 67 180
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: August-Bebel-Straße 18a
15295 Brieskow-Finkenheerd
Bürgermeister: Dietmar Otto (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Groß Lindow im Landkreis Oder-Spree
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Über dieses Bild
Kirche in Groß Lindow

Groß Lindow ist eine Gemeinde im Südosten von Brandenburg im Landkreis Oder-Spree.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Friedrich-Wilhelm-Kanal, der Spree und Oder miteinander verbindet. Der Ort gehört zum Amt Brieskow-Finkenheerd.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Ortsteile sind:

  • Groß Lindow (historisch aus Ober- und Unterlindow)
  • Schlaubehammer
  • Weißenspring

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde wurde erstmals im Jahr 1354 urkundlich als Lyndow erwähnt. Der Ort war ein kleines Bauerndorf in Besitz des Kartäuserklosters in Frankfurt (Oder) bis zum Jahr 1540, dann gehörten es der Frankfurter Universität Viadrina. Lyndow war Grenz- und Zollort an der Grenze zu Sachsen. Oberlindow wurde erst um 1700 gegründet und gehörte zur Herrschaft derer von Burgsdorf in Müllrose. Durch seine Lage erhielt Lindow nun den Zusatz Unter-. Neulindow wurde von Kolonisten 1766 gegründet und 1934 mit Oberlindow vereinigt. Im Jahre 1950 erfolgte die Zusammenlegung von Oder- und Unter-Lindow zu Groß-Lindow.[2]

In Urkunden aus dem Jahr 1739 wird eine Ansiedlung bey der Weißenspringschen Schleuse erwähnt[3], der Grundstein zur gleichnamigen Schleuse wurde jedoch schon am 12. Juli 1702 gelegt. Der Ortsname bezieht sich auf die dortige Trinkwasserquelle, welche aus weißem Sand sprudelt.[4] Weißenspring nahm deutlichen Aufschwung, als Friedrich II. dem Kriegsrat Kienitz 1765 das seit 1754 ansässige Hammerwerk als Erbeigentum übereignete, mit der Auflage, 30 ausländische Familien anzusiedeln und eine Pfeifenfabrik zu gründen.[5] Die Pfeifenfabrik und Weißenspring befanden sich zur damaligen Zeit in der Kaysermühlschen Forst, gehörig zum Amt Biegen.[6]

Schlaubehammer wird 1545[7] erstmals erwähnt: vff dem Eysenhammer, dieser Hammer ist vermutlich 1533[8] gegründet worden. Im Jahre 1647 wird vom Schlaube Hammer gesprochen, was auf die Lage an der Schlaube zurückzuführen ist. Im Jahre 1739 ist der Betrieb bereits eingestellt, an seiner Stelle wurde eine Schneidemühle errichtet.[7]

Für kurze Zeit, vom September 1945 bis 1947 wurden Ober- und Unterlindow, Weißenspring und Schlaubehammer als Ortsteile in die Stadt Frankfurt (Oder) eingemeindet, 1947 jedoch in den damaligen Landkreis Lebus zurückgeführt.[9]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen seit 1875
Groß Lindow:
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen (2013)
Jahr Einwohner
1875 1 147
1890 1 092
1910 1 246
1925 1 425
1933 2 338
1939 2 183
1946 2 326
1950 2 332
1964 1 714
1971 1 628
Jahr Einwohner
1981 1 442
1985 1 350
1989 1 300
1990 1 278
1991 1 264
1992 1 271
1993 1 319
1994 1 398
1995 1 464
1996 1 493
Jahr Einwohner
1997 1 560
1998 1 630
1999 1 731
2000 1 796
2001 1 825
2002 1 871
2003 1 883
2004 1 912
2005 1 878
2006 1 857
Jahr Einwohner
2007 1 844
2008 1 836
2009 1 840
2010 1 837
2011 1 779
2012 1 738
2013

Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[10].

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Groß Lindow besteht aus 13 ordentlichen Mitgliedern (inklusive des Vorsitzenden und seines Stellvertreters):

(Stand: Kommunalwahl 28. September 2008)[11]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 13. Dezember 2004 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber ein blauer Schrägwellenbalken, nach der Figur begleitet von zwei abgeschnittenen, gegengewendeten grünen Lindenzweigen.“[12]

Der Wellenbalken symbolisiert den Friedrich-Wilhelm-Kanal; die Lindenzweige verweisen auf die Bedeutung des Ortsnamens.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Groß Lindow und in der Liste der Bodendenkmale in Groß Lindow stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

  • Friedrich-Wilhelm-Kanal – älteste Wasserstraße zwischen Oder und Spree, verband damit die Berliner Gewässer mit den östlichen schiffbaren Gewässern in Deutschland

Museen[Bearbeiten]

  • Heimatstube von Groß Lindow

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

  • Sowjetischer Ehrenfriedhof mit Denkmal für 45 tote Sowjetsoldaten in der Ortsmitte an der Lindenstraße. Daneben ein Denkmal für Widerstandskämpfer aller Länder

Sport- und Vereinsleben[Bearbeiten]

Meiler des Vereins und kleiner Schaumeiler
Wetterschutzhütte

Bildung[Bearbeiten]

  • Grundschule Groß Lindow

Seit 1995 gibt es den Förderverein Lindenbäumchen e. V. der Grundschule Groß Lindow.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Cornelia Willich, Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen des Landes Lebus, Brandenburgisches Namenbuch, Band 8, Böhlau, 1994, ISBN 3740009187 S. 270
  3. Cornelia Willich, Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen des Landes Lebus, Brandenburgisches Namenbuch, Band 8, Böhlau, 1994, ISBN 3740009187, S. 138
  4. Heinrich Karl Wilhelm Berghaus: Geographisch-historisch-Statistisches Landbuch der Provinz Brandenburg und des Markgrafthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts, Band 3, S. 210, A. Müller, 1856
  5. Kurt Hinze: Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin beim Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin, Neudrucke, Band 9, W. de Gruyter, 1963, S. 79
  6. August Heinrich von Borgstede: Statistisch topographische Beschreibung der Kurmark Brandenburg, Band 1, Berlin 1788, S. 250
  7. a b Cornelia Willich, Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen des Landes Lebus, Brandenburgisches Namenbuch, Band 8, Böhlau, 1994, ISBN 3740009187, S. 32, S. 129
  8. Berthold Schulze: Neue Siedlungen in Brandenburg, 1500–1800. Beiband zur Brandenburgischen Siedlungskarte, 1500–1800, Historischer Atlas der Provinz Brandenburg, hrsg. von der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin. Kommissionsverlag von Gsellius, 1939, Band 8 S. 81
  9. Frankfurt, so wie es war (PDF; 1,8 MB)
  10. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  11. http://www.amt-b-f.de/politik/mitglieder.php?gremium=3120
  12. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Groß Lindow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien