Hamburg-Alsterdorf
| Koordinaten | 53° 36′ 39″ N, 10° 0′ 47″ O53.61083333333310.013055555556Koordinaten: 53° 36′ 39″ N, 10° 0′ 47″ O |
| Fläche | 3,1 km² |
| Einwohner | 13.606 (31. Dez. 2011) |
| Bevölkerungsdichte | 4389 Einwohner/km² |
| Vorwahl | 040 |
| Bezirk | Hamburg-Nord |
| Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein | |
Hamburg-Alsterdorf ist ein Hamburger Stadtteil im Bezirk Hamburg-Nord.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Geografische Lage [Bearbeiten]
Alsterdorf liegt an der namensgebenden Alster, die den Stadtteil von Nordost nach Südwest durchfließt. Im Uhrzeigersinn grenzt Alsterdorf im Osten an den Stadtteil Ohlsdorf, im Süden an Winterhude und Eppendorf, sowie im Westen an Groß Borstel.
Geschichte [Bearbeiten]
Alsterdorf wurde erstmals 1219 als „Alsterthorpe“ urkundlich erwähnt und gehörte seit dem 14. Jahrhundert abwechselnd zum Kloster Harvestehude (dem späteren St. Johannis-Stift) sowie zum holsteinischen Amt Trittau und kam somit 1773 unter dänische Verwaltung. 1803 gelangte es im Tausch gegen Bilsen bei Quickborn endgültig in hamburgischen Besitz, womit die Stadt die letzte Gebietslücke ihres Alsterbesitzes schließen konnte. Seit 1830 gehörte es zur Landherrenschaft der Geestlande.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Alsterdorf ein reines Bauern- und Handwerkerdorf mit weniger als 150 Einwohnern. Um 1860 erwarb der Pastor Heinrich Matthias Sengelmann, nach dem später eine Straße im Stadtteil benannt worden ist, eine Kate im Ort und gründete dort ein Heim für Behinderte, die heutige Evangelische Stiftung Alsterdorf. Seit den 1870er Jahren siedelten sich mehrere Bleichereien und Wäschereien an. Ab 1920 entstanden erste Villenviertel an der Braband- und Inselstraße, 1935-38 die Gartenstadt zwischen Heilholtkamp und der Hochbahntrasse.
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
| 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 |
| 12.455 | 12.487 | 12.551 | 12.563 | 12.520 | 12.449 | 12.622 | 12.577 | 12.476 | 12.209 | 12.027 | 11.847 | 11.827 | 12.180 | 12.379 | 12.480 | 12.723 | 12.825 | 12.872 | 12.955 |
Politik [Bearbeiten]
Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Alsterdorf zum Wahlkreis Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Langenhorn. Bei der Bürgerschaftswahl 2011 kam die SPD im Stadtteil auf 47,8 % (+16,4), die CDU auf 22,5 % (-23,2), die GAL auf 12,0 % (+1,3), die FDP auf 8,8 % (+3,1) und Die Linke auf 4,5 % (-0,3). Alle übrigen Parteien erhielten zusammen 4,4 % (+2,7).[1]
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Bauwerke [Bearbeiten]
Das „Alte Krematorium“ des Hauptfriedhof Ohlsdorf liegt auf dem Gebiet des Stadtteils Alsterdorf an der Alsterdorfer Straße (→Lage53.61836111111110.027666666667). Es ist mit dem Errichtungsjahr 1890/91 das älteste Krematoriumsgebäude modernen Typs in Deutschland.[2] Dazu gehörte ein mittlerweile eingeebneter Urnenhain. Es wurde 1933 durch das „Neue Krematorium“ auf dem nahegelegenen Friedhofsgelände des Hauptfriedhofes ersetzt. Nachdem der Verfall drohte, wurde das Alte Krematorium im Jahre 2000 zu einem Restaurant umgebaut. 2007 wurde das Gebäude verkauft und der Umbau in eine Schule begonnen. Das Schulkonzept wurde von den Leitern der Kinderwelt Hamburg e.V. entwickelt. Im September 2009 wurde die bilinguale Zukunftsschule Flachsland mit Räumlichkeiten für 120 Primarkinder und 60 Elementarkinder eröffnet.[3]
Friedhöfe in Alsterdorf [Bearbeiten]
Urnenfriedhof des Feuerbestattungsvereins zu Hamburg:
In der Zeit zwischen 1904 und 1955 für Beisetzungen von Urnen genutzte Bestattungsfläche auf dem Betriebsgelände des sogenannten Alten Krematoriums. Die Betreibergesellschaft, der Feuerbestattungsverein zu Hamburg, übergab die Verwaltung der Friedhofsfläche 1915 an den Hauptfriedhof Ohlsdorf.
Parks [Bearbeiten]
Ein Teil des Alsterwanderwegs verläuft durch Alsterdorf. Dieser Abschnitt, der direkt am Fluss Alster gelegen ist, gehört zum Alsteroberlauf (auch: Streek).
Sport [Bearbeiten]
Der SC Sperber Hamburg von 1898 ist der örtliche Sportverein. Seine Fußballmannschaft spielte von 1966 bis 1969 und von 1970 bis 1972 in der Fußball-Regionalliga Nord.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Mit den Haltestellen Sengelmannstraße und Alsterdorf gibt es zwei Haltepunkte der Hamburger U-Bahn-Linie 1 in dem Stadtteil. Die Fahrtzeit bis zum Hamburg Hauptbahnhof beträgt 20 bzw. 18 Minuten. Parallel zur U-Bahn-Strecke führt das Gleis der Güterumgehungsbahn.
Öffentliche Einrichtungen [Bearbeiten]
- Evangelische Stiftung Alsterdorf
- Israelitisches Krankenhaus
- Berufsfeuerwehr Alsterdorf (F-16)
Literatur [Bearbeiten]
- Von Altona bis Zollenspieker. Das Haspa-Handbuch für alle Stadtteile der Hansestadt, Hoffmann und Campe, Hamburg 2001. ISBN 3-455-11333-8. Artikel über Alsterdorf.
Siehe auch [Bearbeiten]
Durch Verwaltungsreform gingen Gebiete Alsterdorfs an Winterhude:
Weblinks [Bearbeiten]
- Stadtteil Statistik (PDF; 3,4 MB) aller Hamburger Stadtteile (Stand 2010)
- Krematorium in der Alsterdorfer Straße
Alsterdorf | Barmbek-Nord | Barmbek-Süd | Dulsberg | Eppendorf | Fuhlsbüttel | Groß Borstel | Hoheluft-Ost | Hohenfelde | Langenhorn | Ohlsdorf | Uhlenhorst | Winterhude
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ http://wahlen-hamburg.statistik-nord.de/frameset.php?file=status_karte&wahl=77&frame=true
- ↑ Hermann Hipp, Freie und Hansestadt Hamburg, Geschichte, Kultur und Stadtbaukunst an Elbe und Alster, DuMont Buchverlag, Köln 1990, S. 401, ISBN 3-7701-1590-2.
- ↑ Webseite der Zukunftsschule Flachsland. Abgerufen am 1. Oktober 2011
