Hamburg-Ohlsdorf

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Wappen von Hamburg
Ohlsdorf
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 37′ 33″ N, 10° 1′ 53″ O53.6259410.03145Koordinaten: 53° 37′ 33″ N, 10° 1′ 53″ O
Fläche 7,2 km²
Einwohner 15.085 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 2095 Einwohner/km²
Postleitzahl 2....
Vorwahl 040
Bezirk Hamburg-Nord
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Ohlsdorf ist ein Stadtteil von Hamburg im Bezirk Hamburg-Nord.

Geografie[Bearbeiten]

Durch den nahen Friedhof finden sich hier eine Reihe von Steinmetzbetrieben

Ohlsdorf grenzt im Norden an Hummelsbüttel, im Osten an Wellingsbüttel, Bramfeld und Steilshoop, im Süden an Barmbek-Nord und im Westen an Alsterdorf und Fuhlsbüttel. Die Alster bildet die Grenze nach Hummelsbüttel und zum Teil auch nach Fuhlsbüttel und Alsterdorf.

Stadtteil[Bearbeiten]

Da das Gebiet hauptsächlich aus Friedhofsgelände besteht, gehören auch Klein Borstel und der südliche Teil Fuhlsbüttels verwaltungsmäßig zum Stadtteil Ohlsdorf – unter anderem auch die JVA Fuhlsbüttel, Santa Fu genannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Ohlsdorf, abgeleitet von Odelverstorpe, weist auf eine Dorfgründung in der Schauenburgischen Ära zurück, durch einen Mann namens Odulf. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1303, als Adolf V. der Familie vom Berge die hohe und niedere Gerichtsbarkeit bestätigte. 1366 konnte das Kloster Harvestehude das Landgebiet erwerben. Im 17. Jahrhundert wurde Ohlsdorf nach Hamburg eingemeindet und unterstand der Landherrenschaft der Geestlande.[1]

Politik[Bearbeiten]

Kinder- und Jugendnotdienst Hamburg an der Feuerbergstraße
Trauerhalle des jüdischen Friedhofs

Das inzwischen nicht mehr bestehende Heim zur geschlossenen Unterbringung Jugendlicher in der Feuerbergstraße war Gegenstand kontroverser Diskussionen und der politischen Auseinandersetzung.

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Ohlsdorf zum Wahlkreis Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Langenhorn. Die Bürgerschaftswahl 2011 brachte folgendes Ergebnis:[2]

  • SPD: 51,0 % (+ 15,3)
  • CDU: 16,9 % (– 24,1)
  • GAL: 12,9 % (+ 2,2)
  • Die Linke: 7,2 % (+ 1,4)
  • FDP: 6,0 % (+ 1,4)
  • Übrige: 6,0 % (+ 3,7)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Friedhöfe in Ohlsdorf[Bearbeiten]

In Ohlsdorf befindet sich der Hauptfriedhof Ohlsdorf, einer der größten Parkfriedhöfe der Welt. Neben dieser städtischen Begräbnisstätte befindet sich auch der Friedhof der jüdischen Gemeinde Hamburg (Jüdischer Friedhof Ilandkoppel) im Stadtteil.

Verkehr[Bearbeiten]

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs an der Fuhlsbüttler Straße
Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 6 „Im Grünen Grunde“ nördlich des Bahnhofs

Straßenbahn[Bearbeiten]

Die von der Hamburger Innenstadt über Barmbek nach Ohlsdorf betriebene Straßenbahn erhielt im Jahr 1900 die Liniennummer 6. Ende Mai 1965 wurde diese Straßenbahnlinie eingestellt und durch ein gebrochenes System mit Buslinie (72 bis Bf. Barmbek) und Schnellbahn (U- bzw. S-Bahn ab Bf. Barmbek) ersetzt.

S-Bahn[Bearbeiten]

Ohlsdorf ist seit dem 5. Dezember 1906 über den gleichnamigen Bahnhof der Hamburg-Altonaer Stadt- und Vorortbahn an das Schnellbahnnetz Hamburgs angebunden. Bereits ein Jahr später erfolgte die Elektrifizierung der Strecke.

Am 15. Januar 1918 wurde auch die Alstertalbahn nach Poppenbüttel provisorisch in Betrieb genommen. Sie wurde zunächst mit Benzol-Triebwagen befahren und 1924 in das Netz der Vorortbahn eingegliedert. Heute verkehren hier die Linien S1 und S11 der Hamburger S-Bahn.

Im Dezember 2008 erfolgt die Eröffnung der Flughafen-S-Bahn von Ohlsdorf zum Flughafen Fuhlsbüttel (Hamburg Airport).

U-Bahn[Bearbeiten]

Am 1. Dezember 1914 wurden westlich des bestehenden Stadtbahnsteigs zwei zusätzliche Bahnsteige für die Züge der Hamburger Hochbahn (heutige Linie U1) in Betrieb genommen, die hier die nächsten sechseinhalb Jahre − bis zur Übernahme des Betriebs auf der Langenhorner Bahn − kehrten. Der Personenverkehr auf dieser Bahn von Ohlsdorf nach Langenhorn (Ochsenzoll) wurde nach einigen Umständen wegen des Ersten Weltkriegs am 5. Januar 1918 behelfsmäßig mit zunächst einem Dampfzug auf dem vorhandenen Gütergleis eröffnet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Silke Kaiser, Hans Matthaei: Baden im Alsterwasser - Geschichte der Badeanstalt Ohlsdorf. Hamburg 1992 (zu beziehen über die Willi-Bredel-Gesellschaft Geschichtswerkstatt e.V.)
  • Herbert Diercks: Friedhof Ohlsdorf - Auf den Spuren von Naziherrschaft und Widerstand. Hamburg 1992, ISBN 3-87916-012-0
  • Ursel Hochmuth: Niemand und nichts wird vergessen, Biogramme Hamburger Widerstandskämpfer 1933–1945, Ehrenhain-Dokumentation Friedhof Ohlsdorf. Hamburg 2005, ISBN 3-89965-121-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Ohlsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten, Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 94
  2. Wahlergebnisse bei www.statistik-nord.de