Hansa-Park

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Hansa-Park
Blick vom Holstein-Turm

Blick vom Holstein-Turm

Ort Sierksdorf / Schleswig-Holstein
Eröffnung 15. Mai 1977 als Hansaland ab April 1987 als Hansa-Park
Besucher 1,3 Millionen (2009)[1] 
Fläche 46 Hektar
Website www.hansapark.de
Hansa-Park (Deutschland)
Hansa-Park
Hansa-Park
Lage des Parks

54.07694444444410.78Koordinaten: 54° 4′ 37″ N, 10° 46′ 48″ O

Der Hansa-Park (eigene Schreibweise: „HANSA-PARK“) ist ein saisonaler Freizeitpark in Sierksdorf (Schleswig-Holstein) an der Ostsee. Der Park ist im Besitz der Familie Leicht und wird von Christoph Andreas Leicht (*1962)[2] geführt. Der Park umfasst heute 460.000 m², mit mehr als 125 Attraktionen und hat jedes Jahr mehr als eine Million Besucher. Er zählt damit zu den fünf größten deutschen Freizeitparks.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Legoland [Bearbeiten]

Station Miniland im Legoland Sierksdorf (1974)

Auf dem Areal entstand zunächst 1973 das erste deutsche Legoland das von dem Bauunternehmer Hans Peter Rüster errichtet wurde. Aus 28 Millionen Kunststoff-Bausteinen des dänischen Spielzeugherstellers Lego wurden ganze Städte im Miniaturformat von Rüdesheim am Rhein bis zur Skyline von New York nachgebaut. Geschäftsführer war Carl M. Wenzel (Gründer der heutigen Wenzel Consulting AG) und Marketingleiter Paul Bornscheuer (ehemaliger Inhaber des Freizeitparks Verden und Sprecher der Rüster-Holding Trustbau AG). Dieser Freizeitpark bestand nur bis Ende 1976, aufgrund der hohen Lizenzgebühren an den Lego-Konzern und der mäßigen Besucherzahlen. 1976 wurde das Legoland geschlossen und die Rüsters Deutsche Familienpark GmbH liquidiert. Die Landesbank Schleswig-Holstein (LB Kiel) hatte das Legoland-Projekt mit rund 30 Millionen DM (15,3 Mio. Euro) mitfinanziert und hatte nun die Aufgabe den Park treuhänderisch zu verwalten.

Hansaland [Bearbeiten]

Nachbau des Lübecker Holstentors im Eingang des Hansa-Parks

Neuer Eigentümer wurde Rudolf Erich Leicht. Er erwarb den Park mit Hilfe von zwei Investoren, Dagmar Gräfin Vitzthum (gebürtige Flick und Tochter von Otto-Ernst Flick und damals verheiratet mit Wolfgang Graf Vitzthum) und ihren Onkel mütterlicherseits Karl Raabem, im Herbst 1976. Die Beteiligung soll um die 10 Millionen DM betragen haben.[3]

Zusammen mit dem ersten Geschäftsführer Horst Hamelberg, wurde ein neues Konzept mit dem Thema „maritimen Hanse“ entworfen. Dazu gehörte auch eine Änderung am Bezahlsystem. Im Legoland musste noch für jede Fahrattraktion einzeln bezahlt werden, im Hansaland wurde schrittweise das Inklusivsystem eingeführt. Einmal Eintritt bezahlt können alle Shows und Fahrten beliebig oft in Anspruch genommen werden. Viele der alten Attraktionen aus dem Legoland konnten übernommen werden. Sie bekam lediglich eine neue Optik und alles was an Lego erinnerte, wurde entfernt. Am 15. Mai 1977 eröffnete das Hansaland. Als erste Neuheit wurde am 21. Juli 1977 die ersten Wildwasserbahn in Deutschland eröffnet.

1978 eröffnete das zur damaligen Zeit größte und modernste Kuppelbau-Delfinarium in Europa mit 1.400 Sitzplätzen. Delfine wurden vom Park allerdings bereits im Eröffnungsjahr präsentiert, und zwar in einer kleinen Showhalle, die sich hinter der Westernstadt befand.

1979 folgte die Erweiterung der Westernstadt „Bonanza City“ sowie die Einweihung eines Rundkinos mit Riesenleinwand und 70 mm-Projektion.
Im Jahr 1987 wurde in diesem Kino Ronny’s Pop Show gezeigt, eine Bühnenadaption der gleichnamigen Fernsehsendung, die im ZDF lief. Gezeigt wurden Musik-Videos und Sketche, die von einem Affen gespielt wurden (synchronisiert von Otto Waalkes). Die Show lief aber nur ein Jahr, im Jahr darauf wurden wieder Rundkinofilme gezeigt. Das Rundkino wurde 1989 für den Bau des Metroliners wieder abgerissen.

1980 erfolgte die Eröffnung des Super-Rollercoasters Nessie mit einem Vertikallooping. Nessie ist zur damaligen Zeit die Größte Loopingbahn Europas und wurde vom heute legendären Achterbahnbauer Anton Schwarzkopf gebaut. Die Anlage ist heute einer der Klassiker im Park.

1981 wird die Riesenschiffsschaukel eröffnet, heute heißt die Anlage „Fliegender Holländer“.

1982 wird das Showprogramm erweitert. Im Delfinarium gibt es nun im Vorprogramm eine Seelöwen-Vorführung und in der Showhalle eine Hunde-Revue.

1983 beginnt der Bau eines Showtheaters mit 2.800 Sitzplätzen. Mit der Eröffnung des 3D-Kinos 1992 und mit dem Einbau von Klappsitzen in den unteren Reihen, wurde die Anzahl der Plätze auf 1800 reduziert. In der Eröffnungssaison des Showtheaters 1984 wurde von Frank Elstner dem Erfinder und damaligem Moderator der Fernsehsendung Wetten, dass..? eine Show mit dem Namen "Wetten Spaß" präsentiert. In der Show traten Kandidaten aus der Fernsehsehshow auf die ihre Wette dort verloren hatten und die im Hansapark einer zweite Chance erhielten. Diese Show lief allerdings nur während der Hauptsaison im Sommer. In der Nachsaison wurden Tiershows gezeigt. An diesem Konzept wurde noch zwei weitere Jahre festgehalten. In den nächsten beiden Jahren traten Wim Thoelke und Michael Schanze (Kinder-Quatsch mit Michael), jeweils in den Sommermonaten mit eigenen Shows auf. Für diese Sommershows musste jeweils noch eine Platzreservierung gekauft werden. Erst seit 1987 laufen die Shows die komplette Saison durch und es wird keine Platzreservierung mehr erhoben. 1987 und 1988 war dies eine Illusionsshow mit dem Illusionskünstler "Mr. Cox". 1989 und 1990 folgte eine Show die aus einer Mischung aus Theater und Zirkus bestand. 1997 lief wieder eine Illusionsshow und in den übrigen Jahren wurde eine Varietéshow gezeigt.

1986 wurde die Wasserbahn „Super-Splash“ eröffnet. Diese wird ein Jahr später mit einer Sprungschanze erweitert.

Hansa-Park [Bearbeiten]

1987 wurde das „Hansaland“ in „Hansa-Park“ umbenannt und der, inklusive der Fahnenstange 100 Meter hohe Drehkabinenstahlturm, genannt Holsteinturm, eröffnet.

1989 baute der der Hansapark den Metroliner, einen von Elektromotoren angetriebenen Zug, die Schienenstrecke ist eine ineinander geschobene Acht. Die Anlage ist mittlerweile thematisiert, heißt "El Paso Express" und gehört zum mexikanischen Themenbereich. Der Metroliner wurde auf den Fundamenten des alten Rundkinos aufgebaut. So ist der heutige Kontrollraum der ehemalige Projektorraum.

Seit 1994 verzichtet der Hansa-Park auf Delfinshows. Seitdem werden im Delfinarium, welches in Wasserzirkus umbenannt wurde, nur noch Seelöwen gezeigt.

1997 wurde für rund 15 Millionen DM das Parkgelände erweitert und mit dem "Piratenland“ ein neuer Themenbereich gebaut. Zum neuen Themenbereich gehörte die Übernahme des originalgetreuen Nachbaus des Kolumbus-Schiffes Nina, einst Glanzstück einer Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau.[4] Auch die Achterbahn Crazy Mine im „Abenteuerland“ wurde 1997 neu errichtet, die Anlage ist im Stile eines alten Bergwerkes thematisiert und steht ebenfalls im neuen Teil des Parks.

2006 wurde ein Hochseilgarten eröffnet, der 2008 als „Navajo Trail“ zu Europas höchstem und größten Hochseilgarten seiner Art (Skytrail) in einem Freizeitpark weiterentwickelt wurde.

Als erster deutscher Freizeitpark erhielt der Hansa-Park 2007 das Gütesiegel „OK für Kids“ vom Deutschen Kinderschutzbund und TÜV Nord für den gesamten Park.[5]

Der Erlebnispark ist in die elf verschiedene Themenbereiche „Abenteuerland”, „Alter Jahrmarkt”, „Bonanza-City”, „Hansa-Garten”, „Holzfällerlager”, „Kinderland”, „HANSE in EUROPA”, „Mexiko”, „Nervenkitzel”, „Wikingerland”, „Wasserspaß"[6] aufgeteilt, in denen die verschiedenen Fahrgeschäfte und Shows thematisch eingebettet sind. Im Park wird derzeit eine Themenwelt mit dem Thema Hanse gebaut. Als erster Bauabschnitt wurde 2008 eine Nachbildung des Holstentors als Eingang fertiggestellt und am 26. April 2008 in einer großen Zeremonie vom damaligen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen enthüllt. Zur Saison 2013 wurde der mittlerweile 6. Bauabschnitt zum Thema Hanse eröffnet. Weitere werden folgen. Langfristig ist die originalgetreue Darstellung einer alten Hanse- und Handelsstadt mit Bauelementen aus z. B. Lübeck, Kopenhagen, Bremen oder Goslar geplant.[7]

Liste der Attraktionen [Bearbeiten]

Shows und Veranstaltungen [Bearbeiten]

Der Gyro-Tower Holsteinturm, 1987 erbaut
Freilichtbühne
  • Varietéshow
  • Wassercircus mit John Burke's Seelöwenshow
  • Freilichtbühne
  • 4D-Kino
  • Lasershow
  • Parade
  • Lichterparade und Feuerwerk jeden Tag die letzten zwei Wochen am Ende der Saison

Jedes Jahr finden über die Saison verteilt verschiedene Events und Veranstaltungen statt. Zu den jedes Jahr wieder stattfindenden Veranstaltungen gehören das Osterhasen- und Osterblütenfestival, das Sommerblütenfestival, die Zeit der Schattenwesen Festival oder der „Herbstzauber am Meer”.

Hansa-Park Resort [Bearbeiten]

Ab 2007 wurden die ersten von 109 geplanten Ferienwohnungen im skandinavischen Stil errichtet und bildeten das „Hansa-Park Resort am Meer” neben dem Hansa-Park und hinter der Bahnstrecke. Es ist geplant, dass die Besucher über eine 33 Meter lange Fußgängerbrücke und eine Nachbildung eines 24 Meter hohen roten Leuchtturms vom Resort zum Hansa-Park gelangen. Brücke und Leuchtturm sind schon gebaut, aber bisher nur vom Park aus zu betreten, ein Übergang ins Resort ist zurzeit nicht möglich. Betreiber in Kooperation mit dem Hansa-Park ist die SARCON Ferienparks GmbH mit Sitz in Hamburg. SARCON wurde ab Juni 2006 von der niederländischen Roompot Service B.V. mit Sitz in Kamperland übernommen.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. C. van Bruinessen: Erfolgreiche Bilanz: Hansa-Park will auch 2011 wieder hoch hinaus. 24. Oktober 2010, abgerufen am 2. Juni 2011.
  2. http://www.ihk-schleswig-holstein.de/linkableblob/1419004/.2./data/Vita_Christoph_Andreas_Leicht-data.pdf
  3. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40831443.html
  4. http://www.zeit.de/1997/20/hansapar.txt.19970509.xml/seite-3
  5. Bestnote für den gesamten Hansa-Park. In: OK für Kids, Deutscher Kinderschutzbund, TÜV Nord. Abgerufen am 2. September 2010.
  6. http://www.hansapark.de/fileadmin/user_upload/Lageplan/lageplan_de/lageplan.htm
  7. Neuheiten 2013. Internetseite des Hansa-Parks, abgerufen am 2. April 2013

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Hansa-Park – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien