Grömitz
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Schleswig-Holstein | |
| Kreis: | Ostholstein | |
| Höhe: | 14 m ü. NN | |
| Fläche: | 51,08 km² | |
| Einwohner: |
7620 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 149 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 23743 | |
| Vorwahl: | 04562 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OH | |
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 55 016 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Kirchenstraße 11 23743 Grömitz |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Mark Burmeister (Frei) | |
| Lage der Gemeinde Grömitz im Kreis Ostholstein | ||
Grömitz ist eine Gemeinde im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein. Grömitz ist Ostseebad und liegt auf der Halbinsel Wagrien am Nordrand der Lübecker Bucht etwa zehn Kilometer östlich von Neustadt in Holstein unweit der Vogelfluglinie.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Grömitz ist bereits seit 1813 Seebad und damit eines der ältesten an der Ostsee. Der Ort bietet außer der Kirche aus dem 12. Jahrhundert keine historisch bedeutsamen Stätten, welche noch sichtbar erkennbar sind.
Der Ortsname Grömitz entwickelte sich aus dem westslavischen Namen eines Baches. Der kleine Ort Grömitz spielte zur Zeit der Christianisierung eine bedeutende Rolle – Groebeniz (so hieß Grömitz zum damaligen Zeitpunkt) war ein mit einer Wallanlage befestigtes Dorf, von dem heute nichts mehr übrig ist (die Befestigung bestand zum größten Teil aus Holz). Später wurde die Wehranlage nach Oldenburg in Holstein verlegt. Im Gegensatz zu Grömitz können dort auch heute noch Reste dieser Wallanlage bewundert werden. Ein in Oldenburg vorhandenes Museum vermittelt einen Überblick der einstigen Bedeutung.
Kirche [Bearbeiten]
Im Zuge der Missionierung der Wenden wurde um 1230 die Nikolaus von Myra geweihte Kirche errichtet. 1259 ist sie erstmals erwähnt im Verzeichnis der zum Bistum Lübeck gehörenden Kirchen. Zu dieser Zeit gehörte Grömitz den Rittern von Westensee, die es 1323 an das Benediktinerkloster Cismar verkauften.[2] Während das einschiffige rechteckige Langhaus und der kastenförmige Chor im 13. Jahrhundert aus Findlingen erbaut wurden, wurde der massive Turm aus Backstein im 15. Jahrhundert ergänzt, als Grömitz Stadtrechte erhalten hatte.
Das Kloster Cismar, das heute im Gemeindegebiet liegt, stellte vor der Einführung der Reformation in Grömitz 1560 einen wichtigen Wallfahrtsort für die Bevölkerung Nordeuropas dar durch die Johannes-Heilquelle und eine Blut-Christi-Reliquie. Die geistige Bedeutung des Klosters lässt sich auch noch heute in der dänischen Staatsbibliothek erahnen, die viele bedeutende Werke beheimatet, die ursprünglich aus dem Kloster Cismar stammen. In einem Flügel des teilweise erhaltenen Klosters befindet sich eine Außenstelle des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums.
Hafen [Bearbeiten]
Wenig bekannt ist die Tatsache, dass Grömitz bereits um 1400 einen seegängigen Hafen besaß und einen regen Handel mit an der Trave gelegenen Häfen führte. Lübeck, Travemünde, Oldesloe und auch dänische Städte zählten zu den Haupthandelsplätzen Grömitzer Schiffe. Begünstigt wurde der Hafen durch natürliche Sandbänke wie den Walkyriengrund. Der Hafen versandete im 17. Jahrhundert, womit der Fernhandel wieder an Bedeutung verlor. Mitte der 1960er Jahre wurde ein moderner Yachthafen gebaut, der heute zu den größten und bedeutendsten Marinas der Ostsee zählt.
Die zwölf Kilometer südwestlich gelegene Nachbarstadt Neustadt ist eng mit der wirtschaftlichen Geschichte von Grömitz verbunden. Bereits zur Hansezeit stellte der Hafen von Neustadt einen wichtigen und interessanten Anlaufhafen für holländische und dänische Schiffe dar. Schiffe der Hanse (universos mercatores de hansa Theutonicorum) liefen den Neustädter Hafen nur sehr selten an, weil Neustadt nicht zur Hanse gehörte, aber lübsches Recht hatte. Dieses machte die Stadt für holländische Kauffahrer und auch für die Vitalienbrüder um so interessanter, weil keine Stapelrechte zu beachten waren. Die Haupteinnahmequellen von kleinen Dörfern wie Grömitz waren die Landwirtschaft (gestützt durch das Kloster Cismar) und die Fischerei. Somit leisteten auch kleine Ortschaften wie Grömitz einen bescheidenen Anteil an einem der Haupthandelsgüter der Hanse – gesalzener Hering in Fässern, welche aus dem Neustädter Hafen exportiert wurden.
Seit 1949 ist Grömitz ein Ostseeheilbad.
Ortsteile [Bearbeiten]
Grömitz besteht aus den Ortsteilen Brenkenhagen, Brunsteen, Cismar, Cismarfelde, Goldberg, Groß-Horst, Gruberhagen, Grömitz (Dorf), Grönwohldshorst, Guttau, Henriettenhof, Hohehorst, Hohelieth, Jasen, Karlsruh, Kattenberg, Klockenhagen, Klostersee, Kojendiek, Kolauerhof, Krähenberg, Körnick, Körnickerfelde, Langenkamp, Lenste, Lensterbek, Lensterstrand, Moorhof, Morest, Niehof, Nienhagen, Poggenpohl, Rittbruch, Rotenhuse, Rüting, Sandberg, Schleuse, Schütthörn, Stadtfurth, Suxdorf, Söhlen, Voßberg, Wintersberg und Ziegelhof.
Politik [Bearbeiten]
Seit dem 1. Januar 2007 bildet Grömitz eine Verwaltungsgemeinschaft mit den drei Gemeinden Dahme, Grube und Kellenhusen (Ostsee) aus dem ehemaligen Amt Grube, für die Grömitz die Verwaltungsgeschäfte mit durchführt.
Gemeindevertretung [Bearbeiten]
Von den 21 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2008 zehn Sitze, die Wählergemeinschaft FWV hat fünf, die SPD vier und die FDP zwei Sitze. Bürgervorsteher ist Jochen Sachau (CDU).
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: „Gespalten. Vorn in Rot ein halbes silbernes Nesselblatt, hinten in Silber ein halber schwarzer Adler am Spalt mit goldener Bewehrung und goldenem Nimbus.“[4]
Partnerschaften [Bearbeiten]
- Kühlungsborn
- Nienhagen (beide im Landkreis Rostock, Mecklenburg-Vorpommern)
- Patenstadt des Minenjagdboots M1064 Grömitz vom 3. Minensuchgeschwader
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist das Klosterdorf Cismar.
Im Gemeindegebiet liegt der Zoo Arche Noah. Berühmt wurde dieser durch seine drei Liger, Mischlingen aus Löwe und Tiger. Das letzte Tier musste im Februar 2008 eingeschläfert werden.
Mit 398 Meter ist die Seebrücke eine der längsten Deutschlands. Der Yachthafen, in welchem der DGzRS-Seenotrettungskreuzer Hans Hackmack stationiert ist, ist neben dem von Heiligenhafen einer der größten gemeindebetriebenen Häfen (780 Liegeplätze). Die neue maritime Hafenpromenade bietet viel zum Staunen, gemütliche Cafes und einem neuen Spielplatz für die kleinen Gäste.
Im Hafen gibt es die Möglichkeit einen Segel-, Surf- oder Katamaranschein zu machen.
Der vor Grömitz in der Ostsee liegende Walkyriengrund ist ein beliebtes Ziel für Sportangler. Seit kurzem findet man eine Indoor-Soccer-Anlage im Ort.
Als kulturelle Einrichtung des Ortes bietet die FILMBÜHNE in Grömitz ganzjährig, in über 3.000 Filmvorführungen jährlich,ein abwechslungsreiches Filmprogramm. Sowohl aktuelle Filme, wie auch Filmklassiker stehen auf dem Programm. Für die Kinder-Programme wurde die Filmbühne für die Jahre 2005, 2006, 2007 und 2008 mit dem Kinoprogrammpreis für ein „Hervorragendes Kinder- und Jugendprogramm“ vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ausgezeichnet.
Am Kopf der Seebrücke befindet sich eine im Jahr 2009 errichtete Tauchgondel, mit der man trockenen Fußes in die Weiten der Ostsee eintauchen kann.
In Grömitz sind 91 Opfer der Cap Arcona Katastrophe auf dem Friedhof hinter der Kirche beigesetzt. Ein Gedenkstein erinnert an sie.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Grömitz ist nach Sankt Peter-Ording und Westerland drittwichtigster Ferienort in Schleswig-Holstein und vor Timmendorfer Strand der wichtigste an der Ostseeküste des Bundeslandes. Im Jahr 2002 buchten 96.116 Gäste, davon 413 (0,43 %) aus dem Ausland, 714.188 Übernachtungen. Der Ort verfügte über 8305 Gästebetten.
Verkehrsanbindung [Bearbeiten]
- von der Autobahn 1 verbindet die Bundesstraße 501 Neustadt/Holstein–Heiligenhafen die Seebäder Wagriens an der Lübecker Bucht.
- Die nächsten Bahnhöfe sind in Neustadt in Holstein, Oldenburg in Holstein und Lensahn.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Reinhard Sager (* 1959), Politiker (CDU), wurde in Suxdorf geboren
- David Reinhold von Sievers (* 1732, † 1814), Großfürstlicher Landrat von Cismar
- Keith R. Kernspecht (* 1945), Gründer der Europäischen Wing-Tsun-Organisation
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistikamt Nord: Bevölkerung in Schleswig-Holstein am 31. Dezember 2011 nach Kreisen, Ämtern, amtsfreien Gemeinden und Städten (PDF-Datei; 205 kB) (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.ev-kirche-groemitz.de/
- ↑ http://wahlen.kreis-oh.de/wahl/GW2008/groemitz.htm
- ↑ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
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