Ioannis Metaxas

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Angehörige der faschistischen Jugendorganisation EON huldigen Ioannis Metaxas (Mitte, ohne erhobenen Arm) mit dem faschistischen Gruß (1938)

Ioannis Metaxas (griechisch Ιωάννης Μεταξάς Ioánnis Metaxás; * 12. April 1871 in Ithaka; † 29. Januar 1941 in Athen) war General und Diktator in Griechenland.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang bis 1935 [Bearbeiten]

Metaxas durchlief eine Ausbildung an der preußischen Kriegsakademie in Berlin. Im Balkankrieg war er ab 1913 stellvertretender Generalstabschef, ab 1915 Chef des Generalstabs und einflussreicher Berater des Königs Konstantin I. Er war ein Gegner der von Venizelos betriebenen Kriegs- und Expansionspolitik gegen das Osmanische Reich, die Venizelos auf Seiten der Entente verfolgte. Metaxas glaubte, wie Konstantin I., lange an einen Sieg der Mittelmächte und plädierte daher für eine Neutralität Griechenlands; er warnte darüber hinaus vor den Risiken einer kleinasiatischen Feldzugs, wie ihn Venizelos langfristig beabsichtigte. Venizelos’ Kriegspolitik behielt aber in der öffentlichen Meinung die Oberhand und die Parlamentswahlen 1915 gewann der kriegswillige Ministerpräsident wieder souverän. 1917 bis 1920 wurde Metaxas von den Franzosen auf Korsika interniert.

Nach dem Ende dieser Gefangenschaft unterstützte Metaxas 1923 den gescheiterten Versuch einer royalistischen Gegenrevolution und war in den folgenden Jahren in verschiedenen Funktionen Mitglied mehrerer Regierungen.

Aufstieg [Bearbeiten]

1935 steuerten die Generäle Georgios Kondylis und Ioannis Metaxas immer offener auf eine Diktatur zu und legalisierten ihr Bestreben, indem sie im Oktober 1935 die Monarchie proklamierten. Der 71-jährige Venizelos ging ins Exil. König Georg II. kam nach zwölf Jahren wieder nach Griechenland zurück.

1936 gründete Ioannis Metaxas die rechtsgerichtete Jugendorganisation Εθνική Οργάνωση Νεολαίας (Ethniki Organosi Neoleas) (EON).

Diktatur [Bearbeiten]

Am 13. April 1936 wurde Metaxas nach Demertzis Tod vom König zum Regierungschef und Außenminister von Griechenland ernannt und konnte damit seine Machtposition ausweiten; dies nutzte er dazu, ein autoritär-antidemokratisches Regime zu installieren. Nach der blutigen Niederschlagung eines von Giannis Ritsos in dem Klagelied Epitaphios besungenen Streiks suspendierte er am 4. August 1936 Parlament und Verfassung. Mit diesem Staatsstreich begann sein autoritäres Regime, das bis 1941 andauerte, das sogenannte "Regime des 4. August". Er stieß dabei kaum auf Widerstand, nur Georgios Papandreou, der seine Opposition mit der Verbannung nach Chios bezahlte, und die kommunistische Partei stellten sich offen gegen Metaxas. Sein "Neuer Staat" (Neon Kratos) stellte sich in Anlehnung an den deutschen Begriff des "Dritten Reichs" als "Dritte Griechische Zivilisation" dar. Die Kommunisten bekämpfte Metaxas mit der Auflösung ihrer Partei sowie mit umfassenden Arbeits- und Sozialgesetzen, was zugleich auch eine Modernisierung der griechischen Gesellschaft bedeutete. Die bis heute existierende staatliche griechische Sozialversicherungsanstalt Idryma Kinonikon Asfaliseon (Ίδρυμα Κοινωνικών Ασφαλίσεων, ΙΚΑ) wurde von Metaxas eingeführt. Darüber hinaus startete er ein staatliches Arbeitsprogramm, das nicht zuletzt die Aufrüstung vorantrieb. Außenpolitisch lehnte er sich trotz einer vorsichtigen Annäherung an das Dritte Reich vor allem an Großbritannien an. 1938 schloss er einen Freundschafts- und Neutralitätsvertrag mit der Türkei.

Nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges hielten Metaxas und König Georg II. strikt an der griechischen Neutralität fest. Mitte 1940 häuften sich Provokationen Italiens, das spätestens seit der Besetzung Albaniens 1939 zu einer militärischen Bedrohung für Griechenland geworden war. Der bis dahin innenpolitisch unpopuläre Metaxas gewann im Krieg durch seine im Militärregime reorganisierte und disziplinierte Armee an Bedeutung. Jetzt wurden auch die degradierten und verbannten republikanischen Kader wieder aufgenommen.

Ochi-Tag [Bearbeiten]

Hauptartikel: Ochi-Tag

Benito Mussolini forderte am 28. Oktober 1940 von Griechenland die Einrichtung von italienischen Militärstützpunkten auf griechischem Boden. Dies hätte Griechenland praktisch in den Status eines italienischen Satellitenstaates gebracht oder die spätere vollständige Besetzung des Landes durch Italien zur Folge gehabt, wie man am Beispiel der kurz zuvor erfolgten Annexion der baltischen Staaten durch die Sowjetunion 1940 nach dem Hitler-Stalin-Pakt hatte sehen können. Auf diese italienischen Forderungen soll Metaxas nur mit einem einzigen Wort geantwortet haben: „όχι“ (ochi: nein!). Dieser Ochi-Tag ist noch heute ein nationaler Feiertag in ganz Griechenland. Die italienischen Armeen drangen daraufhin von Albanien aus in Epirus ein, wurden jedoch nach kurzem Vormarsch gestoppt und durch eine griechische Gegenoffensive sogar auf albanisches Gebiet zurückgeworfen. Als Metaxas wenig später im Januar 1941 starb, hinterließ er ein Machtvakuum in Athen. Ab dem April 1941 griffen deutsche Truppen auf italienischer Seite in den Krieg ein, und Griechenland wurde im Rahmen des Balkanfeldzugs von den Achsenmächten besetzt.

Siehe auch [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Joachim G. Joachim: Ioannis Metaxas. The Formative Years 1871–1922. Bibliopolis, Mannheim-Möhnsee 2000; ISBN 3-941336-03-7
  • Edgar Hösch: Geschichte der Balkanländer. Von der Frühzeit bis zur Gegenwart. C.H. Beck Verlag, München 2008; ISBN 978-3-406-57299-9
  • P. J. Vatikiotis: Popular Autocracy in Greece, 1936–41: A Political Biography of General Ioannis Metaxas. 1998
  • Biographie: EON, die Jugend von Ioannis Metaxas.
  • Marina Petrakis: The Metaxas Myth: Dictatorship and Propaganda in Greece; International Library of War Studies; I. B. Tauris, London, 2005; ISBN 1-84511-037-4

Weblinks [Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Konstantinos Demertzis Premierminister von Griechenland
1936–1941
Alexandros Koryzis