Karl von Pflanzer-Baltin

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Karl von Pflanzer-Baltin als Generaloberst; Zeichnung von Oskar Brüch

Karl Freiherr von Pflanzer-Baltin (* 1. Juni 1855 in Pécs, Ungarn; † 8. April 1925 in Wien) war Generaloberst der österreichisch-ungarischen k.u.k. Armee.

Familie[Bearbeiten]

Er war der Sohn des späteren Generalauditors Wilhelm Pflanzer, der 1893 als Edler von in den erblichen Adelsstand erhoben wurde. Sein kinderloser Onkel war der pensionierte Hauptmann Josef Freiherr von Baltin. Dieser erreichte es, dass sein Adelstitel und das Wappen auf seinen Neffen übertragen wurden und so nannte sich dieser seit 1898 Karl Freiherr von Pflanzer-Baltin.

Er heiratete Hedwig Feger de Mercyfalva et Temes-Zsadany, mit der er zwei Söhne hatte: Arthur von Pflanzer-Baltin (* 23. Mai 1888; † 12. April 1963)[1] und Erwin von Pflanzer Baltin (1893–1915). Beide waren Kavallerieoffiziere. Arthur hatte keine Nachkommen und Erwin[2] fiel im Ersten Weltkrieg.

Leben[Bearbeiten]

Pflanzer-Baltin besuchte nach der Unterrealschule die Kadettenschulen in Marburg und Eisenstadt und von 1867 bis 1871 die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt. Die späteren Generäle der Kavallerie Karl Graf Kirchbach und Arthur Giesl von Gieslingen waren dort seine Jahrgangskameraden. 1875 wurde er zum Leutnant beim Dragonerregiment Nr. 1 befördert. 1877 bis 1878 besuchte er die Brigadeoffiziersschule in Pardubitz und von 1878 bis 1880 die Kriegsschule (Generalstabsausbildung) in Wien. Nach verschiedenen Stabsverwendungen wurde er zur Truppenverwendung zum Ulanenregiment Nr. 2 versetzt. Danach war er Lehrer an der Kriegsschule. 1897 wurde er zum Oberst befördert und zum Generalstabschef des XI. Korps ernannt. 1903 wurde er Generalmajor und Kommandant der 32. Infanteriebrigade. 1907 wurde er zum Feldmarschalleutnant befördert und zum Kommandanten der 4. Infanteriedivision in Brünn ernannt. Er war dann noch Generalinspektor der Korpsoffiziersschulen und seine militärische Karriere schien unspektakulär in den Ruhestand überzugehen.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde seine Pensionierung jedoch aufgeschoben, er wurde zum General der Kavallerie befördert und mit dem Armeekorps Pflanzer-Baltin betraut. Mit diesem verstärkten Armeekorps konnte er an der Ostfront den Vormarsch der Russen stoppen und sie hinter die Friedensgrenze zurückschlagen. Dafür wurde ihm der Leopold-Orden 1. Klasse mit Kriegsdekoration verliehen. In der Februaroffensive von 1915 konnte er, mit deutscher Truppenverstärkung, Czernowitz von den Russen befreien und sich in weiterer Folge mit seinem Armeekorps geschickt einer operativen Finte des russischen Generals Brussilow entziehen. Für diese militärischen Leistungen wurde ihm dann 1918 das Kommandeurskreuz des Maria-Theresien-Ordens verliehen.

In weiterer Folge nahm er mit seinem Armeekorps an der für die Mittelmächte erfolgreichen Schlacht von Gorlice-Tarnów teil. Auch im Oktober und November 1915 konnte er mit seinen Truppen − in der Zwischenzeit in VII. Armee umbenannt − einer russischen Übermacht standhalten. 1916 wurde er zum Generaloberst befördert. In der so genannten Brussilow-Offensive musste er seine ersten Rückschläge einstecken. Die VII. Armee musste sich unter großen Verlusten zurückziehen und die Russen nahmen Czernowitz wieder ein. Die deutschen und österreichisch–ungarischen Truppen hatten in der Folge mehrere schwere und verlustreiche Schlachten zu schlagen um die Ostfront im Juli 1916 wieder zu stabilisieren. Gerüchte, dass unter Pflanzer-Baltin deutsche Truppen größere Verluste erleiden mussten als österreichisch-ungarische, führten zu ausgeprägten Querelen in beiden Heeresleitungen, denen der General schlussendlich geopfert wurde. Er trat im November 1916 „aus gesundheitlichen Gründen freiwillig“ in den Ruhestand.

Doch schon im März 1917 wurde der bei den Soldaten beliebte Generaloberst durch Kaiser Karl I. wieder reaktiviert. Er wurde zum Generalinspektor der Fußtruppen (Infanterieinspektor) und in weiterer Folge per 3. Juli 1918 zum Oberkommandierenden aller k.u.k. Truppen in Albanien, der Heeresgruppe Albanien, ernannt. Der populäre General konnte die französisch–italienische Offensive stoppen. Pflanzer-Baltin setzte sogar mit einer Gegenoffensive nach und konnte die feindlichen Truppen in den Süden und Osten zurückwerfen. Erst durch hohe malariabedingte Verluste wurde das Nachsetzen gestoppt. Nach dem Kollaps von Bulgarien brach die gesamte Front in diesem Abschnitt zusammen. Pflanzer-Baltin konnte nur mehr einen geordneten Truppenrückzug auf die alte Frontlinie von Cattaro durchführen.

Nach dem Krieg trat er in den Ruhestand und starb am 8. April 1925 in Wien. Er wurde auf dem Hietzinger Friedhof mit allen militärischen Ehren bestattet.

Ehrungen[Bearbeiten]

in chronologischer Reihenfolge

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.friedhoefewien.at/fhw/fhw/vs/submitDaten.do
  2. Badener Zeitung: Lokal-Nachrichten. — General der Kavallerie Freiherr von Pflanzer-Baltin. 1. Mai 1915

Weblinks[Bearbeiten]