Krásná Lípa

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Krásná Lípa. Für weitere gleichnamige Ortschaften, siehe Krásná Lípa (Begriffsklärung).
Krásná Lípa
Wappen von Krásná Lípa
Krásná Lípa (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Děčín
Fläche: 3141,8626[1] ha
Geographische Lage: 50° 55′ N, 14° 31′ O50.91277777777814.508888888889426Koordinaten: 50° 54′ 46″ N, 14° 30′ 32″ O
Höhe: 426 m n.m.
Einwohner: 3.560 (1. Jan. 2014) [2]
Postleitzahl: 407 46
Kfz-Kennzeichen: U
Verkehr
Bahnanschluss: Bakov–Jiříkov
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 9
Verwaltung
Bürgermeister: Zbyněk Linhart (Stand: 2007)
Adresse: Masarykova 6
407 46 Krásná Lípa
Gemeindenummer: 562611
Website: www.krasnalipa.cz
Lageplan
Lage von Krásná Lípa im Bezirk Děčín
Karte

Krásná Lípa (deutsch Schönlinde) ist eine Stadt mit ca. 3500 Einwohnern im Okres Děčín in Tschechien.

Geographie[Bearbeiten]

Krásná Lípa liegt am Oberlauf der Kirnitzsch zwischen Elbsandsteingebirge und dem Lausitzer Gebirge in einer Höhenlage von 450 m westlich von Varnsdorf und 6 km südwestlich von Rumburk an einer alten Handelsstraße von der Oberlausitz nach Tetschen an der Elbe. Nördlich schließt sich das Böhmische Niederland an. Seit 1869 führt durch den Ort die Eisenbahnlinie von Prag nach Georgswalde/Ebersbach (ehem. Böhmische Nordbahn), sie dient heute vor allem dem regionalen Verkehr zwischen Rumburk und Děčín.

Geschichte[Bearbeiten]

Schönlinde entstand unweit der Burg Krásný Buk (Schönbüchel), die 1339 zerstört wurde. 1361 wird Schönlinde erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort war damals eines der wenigen Pfarrdörfer im Bereich der Herrschaft Tollenstein, zu der Schönlinde bis 1573 gehörte. Durch Kauf gelangte der Ort an die Herrschaft Kamnitz.

Seit dem 17. Jahrhundert entwickelte sich im Ort die Leinweberei. 1731 entstand eine Garnmanufaktur und noch im gleichen Jahr erhielt Schönlinde von Kaiser Karl VI. das Marktrecht verliehen. Im ausgehenden 19. Jahrhundert entwickelte sich der Ort zu einem bedeutenden Zentrum der Textilindustrie in Nordböhmen, dem 1870 die Stadtrechte verliehen wurden. 1910 lebten hier 6930 Einwohner.

Tschechoslowakische Soldaten in der Innenstadt, kurz vor der Besetzung des Sudetenlandes 1938

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutschböhmische Bevölkerung vertrieben; danach kam es zum Zuzug von Tschechen aus dem Landesinneren, Slowaken, sogenannten Repatrianten und Roma.

Heute lebt in Krásná Lípa eine große Bevölkerungsgruppe der Roma, deren Anteil im Vergleich zur übrigen Bevölkerung wächst.[3]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Krásná Lípa besteht aus den Ortsteilen Dlouhý Důl (Langengrund), Hely (Nassendorf), Kamenná Horka (Steinhübel), Krásná Lípa (Schönlinde), Krásný Buk (Schönbüchel), Kyjov (Khaa), Sněžná (Schnauhübel), Vlčí Hora (Wolfsberg) und Zahrady (Gärten).[4] Grundsiedlungseinheiten sind Dlouhý Důl, Kamenná Horka, Krásná Lípa, Krásný Buk, Kyjov, Sněžná, Vlčí Hora und Zahrady.[5]

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Krásná Lípa, Krásný Buk, Kyjov u Krásné Lípy, Vlčí Hora und Zahrady.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Marktplatz
  • Barockkirche der Heiligen Maria Magdalena von 1754/1758 mit Turm von 1777
  • Regionalmuseum der Böhmischen Schweiz und der Umgebung von Krásná Lípa

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Krásná Lípa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Obec Krásná Lípa: podrobné informace. In: Územně identifikační registr ČR. Abgerufen am 1. September 2014 (tschechisch).
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  3. Karl-Peter Schwarz: Roma in Tschechien: Zwist im Zipfel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. September 2011.
  4. Části obcí. In: Územně identifikační registr ČR. Abgerufen am 1. September 2014 (tschechisch).
  5. Základní sídelní jednotky. In: Územně identifikační registr ČR. Abgerufen am 1. September 2014 (tschechisch).
  6. Katastrální území. In: Územně identifikační registr ČR. Abgerufen am 1. September 2014 (tschechisch).