Kottmar (Gemeinde)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kottmar (Gemeinde)
Kottmar (Gemeinde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kottmar (Gemeinde) hervorgehoben
51.01083333333314.655833333333Koordinaten: 51° 1′ N, 14° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Görlitz
Fläche: 47,16 km²
Einwohner: 7752 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 164 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 02739 (Eibau, Neueibau, Walddorf)
02708 (Kottmarsdorf, Nieder- und Obercunnersdorf, Ottenhain)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 03586 (Eibau, Walddorf, Neueibau)
035875 (Kottmarsdorf, Nieder- und Obercunnersdorf)
03585 (Neucunnersdorf, Ottenhain)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 245
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: OT Eibau
Hauptstraße 62
02739 Kottmar
Webpräsenz: www.gemeinde-kottmar.de
Bürgermeister: Michael Görke[2][3]
Lage der Gemeinde Kottmar (Gemeinde) im Landkreis Görlitz
Bärwalder See Berzdorfer See Talsperre Quitzdorf Talsperre Quitzdorf Polen Tschechien Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Bad Muskau Beiersdorf Bernstadt a. d. Eigen Herrnhut Bertsdorf-Hörnitz Boxberg/O.L. Boxberg/O.L. Dürrhennersdorf Ebersbach-Neugersdorf Kottmar (Gemeinde) Gablenz (Oberlausitz) Görlitz Görlitz Groß Düben Groß Düben Großschönau (Sachsen) Großschweidnitz Hähnichen Hainewalde Herrnhut Hohendubrau Horka Jonsdorf Kodersdorf Königshain Krauschwitz (Sachsen) Kreba-Neudorf Lawalde Leutersdorf (Sachsen) Löbau Markersdorf (Sachsen) Markersdorf (Sachsen) Mittelherwigsdorf Mücka Mücka Neißeaue Neusalza-Spremberg Kottmar (Gemeinde) Niesky Kottmar (Gemeinde) Oderwitz Olbersdorf Oppach Ostritz Oybin Quitzdorf am See Reichenbach/O.L. Rietschen Rosenbach Rothenburg/Oberlausitz Schleife (Sachsen) Schönau-Berzdorf auf dem Eigen Schönbach (Sachsen) Schöpstal Seifhennersdorf Reichenbach/O.L. Trebendorf Trebendorf Vierkirchen (Oberlausitz) Waldhufen Weißkeißel Weißwasser/Oberlausitz Zittau Zittau Landkreis Bautzen BrandenburgKarte
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Die Gemeinde Kottmar ist eine Einheitsgemeinde im Süden des ostsächsischen Landkreises Görlitz zwischen Zittau und Löbau, welche zum 1. Januar 2013 aus der Fusion der drei umliegenden Gemeinden des Berges Kottmar entstand. Da keine Eingemeindung zum Vorteil einer der Gemeinden stattfand, wurde die Bildung einer neuen Gemeinde unter diesem Namen notwendig. Die Gemeinde sitzt im Ortsteil Eibau und ist mit ca. 8000 Einwohnern die größte nichtstädtische Gemeinde des Landkreises.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Süden der Oberlausitz und bildet teilweise einen Übergang vom Oberlausitzer Bergland zur Östlichen Oberlausitz. Sie liegt zentral zwischen Löbau und Zittau, wobei sie an Löbau sogar grenzt ist. Während der niedrigste Punkt in Ottenhain bei 295 m ü. NN liegt, befindet sich der höchste Punkt auf dem Hausberg, dem Kottmar mit 583 m ü. NN. Auf diesem befindet sich ebenfalls eine der drei Spreequellen. Da es sich hierbei um die am höchsten gelegene handelt, wird sie auch als Hauptader bezeichnet; die anderen beiden befinden sich in der angrenzenden Stadt Ebersbach-Neugersdorf.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

An die Gemeinde Kottmar grenzen Dürrhennersdorf und Großschweidnitz im Nordwesten, Löbau im Norden, Rosenbach im Nordosten, Herrnhut im Osten, Oderwitz im Südosten, Leutersdorf im Süden und Ebersbach-Neugersdorf und Neusalza-Spremberg im Westen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den sieben Ortsteilen Eibau, Kottmarsdorf, Neueibau, Niedercunnersdorf, Obercunnersdorf, Ottenhain und Walddorf. Der weitere Gemeindeteil Kottmarhäuser gehört zu Eibau und ist kein amtlich definierter Ortsteil.

Geschichte[Bearbeiten]

Während die Gemeindeteile im Norden, wie Nieder- und Obercunnersdorf bereits 1221 als Cunradisdorf erwähnt wurden, und auch die Orte Kottmarsdorf (1306 als Khotdmersdorpp) und Ottenhain (1317 als Ottenhayn) Anfang des 14. Jahrhunderts mit einer urkundlichen Erwähnung folgten, wurden die südlichen Teile erst später erwähnt, bzw. gegründet. Eibau, welches als Kirchdorf 1352 erstmals erwähnt wurde, existiert damit bereits ähnlich lang, wie Cunnersdorf, welches erst ab etwa 1450 in Nieder-, Neu-, und Obercunnersdorf gegliedert wurde. Walddorf (Walddörfel) erhielt erst 1691 eine Gründungsgenehmigung vom Kurfürsten, Neueibau etwas später, um 1714.

Alle Orte, außer den neueren Ortsteilen Walddorf und Neueibau, sind als Waldhufendörfer angelegt; außerdem sind alle Orte geprägt von der früheren Leinenweberei und bekannt für den großen Umgebindehausbestand, wofür Obercunnersdorf bereits von der UNESCO den Ehrennamen Denkmalort erhielt.

Eibau erlangte vor allem mit der seit 1810 bestehenden Landbrauerei, welche heute unter dem Namen Privatbrauerei Eibau i.Sa. GmbH firmiert, überregionale Bekanntheit.

Neueibau wird im September 2014 ein Fest zum 300-jährigem Dorfbestehen feiern.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde Kottmar ist Michael Görke.[4]

Bei der Bürgermeisterwahl am 24. März 2013 konnte sich der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Eibau mit Mehrheit der Stimmen gegen Dolores Weidner, aus Obercunnersdorf, durchsetzen.[5] Beide sind parteilos.

Während die Wahlbeteiligung bei 58,2 % lag, stimmten 68,4 % der Wähler für Görke und 31,6 % für seine Mitbewerberin Weidner.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Gemeinde übernimmt die Partnerschaften ihrer Vorgänger. Dies sind im Einzelnen die deutsche Gemeinde Sulzbach-Laufen, der Ortsteil Walddorf der Stadt Altensteig und die Gemeinden Walddorfhäslach und Deggingen, alle vier befinden sich in Baden-Württemberg; außerdem die Städte Krásná Lípa (Schönlinde) in Tschechien und Świerzawa (Schönau an der Katzbach) in Polen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

In Kottmar gibt es eine große Auswahl an Museen, welche die jeweilige Dorfgeschichte veranschaulichen oder von der früheren Arbeit der Leinenweberei berichten.

  • Heimat- und Humboldtmuseum (in Eibau) im Faktorenhof (seit 31. Oktober 2012[6] nahe der B96, ehemals auf dem Eibauer Beckenberg, zwischen 1864 und 1945 entstanden; innerhalb der Sammeltätigkeit eines naturwissenschaftlich orientierten Heimatvereins, dem Humboldtverein von Alteibau; Ausstellung der Ortsgeschichte, einer Naturaliensammlung sowie Kuriositäten, Raritäten und zwei beweglichen Weihnachtskrippen)
  • Friseurmuseum Kottmarsdorf (in Kottmarsdorf) (am 11. November 2000 eröffnet; zeigt altes Interieur von Frisiersalons und die Werkzeuge der Friseure vergangener Zeiten.)
  • „Pfarrer-Heinz-Leßmann-Stube“ (in Obercunnersdorf) (Museumsheimatstube im Bibliothekshaus, erhielt 2003 zur Erinnerung an das Obercunnersdorfer Original Heinz Leßmann (1903–1983), den Namen „Pfarrer-Heinz-Leßmann-Stube“)
  • Feuerwehrmuseum (in Niedercunnersdorf)
  • Museum Alte Weberstube (in Niedercunnersdorf)
  • Technisches Museum (in Niedercunnersdorf)
  • Schulmuseum (in Ottenhain)
  • Landwirtschaftliche Sammlung (in Ottenhain)

Bauwerke[Bearbeiten]

Das Straßenbild des Ortsteils Obercunnersdorf wird bestimmt durch das außerordentlich dichte Ensemble von über 250 schiefergedeckten Umgebindehäusern
Kirche in Niedercunnersdorf
  • Beckenbergbaude mit Haubenturm (erbaut 1905)
  • Aussichtsturm auf dem Kottmar
  • Dorfkirche Eibau (barocke Kirche, von 1703 bis 1707 erbaut; gilt als zweitgrößte Dorfkirche der Oberlausitz; 1702 Zittauer Ratsbeschluss zum Neubau, Grundsteinlegung am 19. Juni 1703, am 27. September 1707 erster Gottesdienst, der Kirchturmbau begann 1709 und wurde am 23. Juli 1710 fertiggestellt; 1751 musste er nach einem Blitzeinschlag samt Geläut und Uhrwerk neu errichtet werden)
  • Spreequelle am Kottmar
  • Im Ortsteil Kottmarsdorf ist eine von ursprünglich drei Bockwindmühlen erhalten und zugänglich.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Seit 1993 findet alljährlich im Ortsteil Eibau Ende Juni der traditionelle Eibauer Bierzug statt. Der Festumzug entlang der Bundesstraße 96 erinnert an den historisch verbürgten Bierstreit zwischen Löbau, Zittau und Görlitz im 17. Jahrhundert.

Eibauer Bierzug

Das im Ortsteil Niedercunnersdorf jährlich stattfindende „Cunnerschdurfer Schiss’n“ ist ein dem Jacobimarkt in Neugersdorf vergleichbares Volksfest, deren Tradition auf das Jahr 1839 zurückgeht. Es verzeichnet etwa 20.000 Besucher jährlich.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Eibau:

Obercunnersdorf:

Niedercunnersdorf:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kottmar (Gemeinde) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gemeinde Kottmar: Aktuelle Mitteilungen. 24. März 2013, abgerufen am 25. März 2013.
  3. Sächsische Zeitung, Lokalausgabe Löbau: Michael Görke ist der erste Bürgermeister der Gemeinde Kottmar. 25. März 2013, abgerufen am 25. März 2013.
  4. http://www.alles-lausitz.de/startseite/loebau/8386568_Buergermeister_regiert_jetzt_die_grosse_Gemeinde_Kottmar.html
  5. http://www.zittauer-anzeiger.de/zittau/politik/8916_spd-kandidatin--parteilos-und-kompetent.html
  6. http://www.faktorenhof-eibau.de/museum.htm