Le Cannet

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Le Cannet (Begriffsklärung) aufgeführt.
Le Cannet
Wappen von Le Cannet
Le Cannet (Frankreich)
Le Cannet
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département Alpes-Maritimes
Arrondissement Grasse
Kanton Le Cannet
und Mougins
Koordinaten 43° 35′ N, 7° 1′ O43.5761111111117.018611111111178Koordinaten: 43° 35′ N, 7° 1′ O
Höhe 12–285 m
Fläche 7,71 km²
Einwohner 42.754 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 5.545 Einw./km²
Postleitzahl 06110
INSEE-Code
Website http://www.mairie-le-cannet.fr

Le Cannet (provenzalisch: Lo Canet oder Lou Canet) ist eine französische Gemeinde mit 42.754 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Alpes-Maritimes in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt Le Cannet liegt nördlich der Strände und des Hafens von Cannes etwa zwei Kilometer von der Mittelmeer-Küste entfernt. Sie wird auch Madeira Frankreichs genannt. Kiefern, Mimosen, Eukalyptuspflanzen und Orange- und Olivenhaine wachsen an den Hängen sanfter Hügel. Von hier überblickt man die Bucht von Cannes, die Îles de Lérins und das Horn des Esterel.

Das Klima in Le Cannet ist mediterran. Seine durch ein Halbrund von Hügeln gut geschützte Lage verwöhnt mit einem niederschlagsarmen Mikroklima, das so gut wie keinen Frost kennt. Insbesondere seit dem Ende des 19. Jahrhunderts lockte dies zahlreiche Menschen an, ihre Sommerfrische in der Region zu verbringen

Dem Beispiel des alten Roms mit seinen sieben Hügeln folgend, umfasst auch das Gebiet von Le Cannet sieben Hügel: Le Pézou, La Colle, Le Bosquet, Serra Capeou, Les Clauvins, Font-Marie und Les Bréguières. Eine wichtige Römerstrasse, die nach der Tochter des Kaisers Augustus benannte Via Julia, die Arles mit Rom verbindet, durchquert diese Hügel ihr Verlauf ist bis heute zu erkennen.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon in der Antike wurde das heutige Le Cannet von Römern besiedelt, nachdem diese die keltisch-ligurischen Völker aus der Gegend vertrieben hatten. Sie ließen sich nieder, pflanzten Oliven und gaben dem Ort den Namen Olivetum.

Im 15. Jahrhundert warben Mönche von den Îles de Lérins Familien aus dem Oneilletal im heutigen Italien an, sich in der Gegend niederzulassen und Land zu bewirtschaften. Im Jahr 1441 wies die Abtei einem Sylvestre Calvy, der heute als Gründer des Ortes gilt, Land zur Bewirtschaftung in Cannet zu. Zwischen 1441 und 1500 kamen auf diese Weise insgesamt 140 Familien in den Ort. Sie teilten das Land in kleine Weiler auf, die rund um das zugewiesene Land lagen. Viele der Familiennamen findet man heute als Namen von Stadtteile der Stadt Le Cannet wieder: Dany, Ardisson, Calvy, Escarasse, Gourrin, Apie.

Bis 1778, als Le Cannet zur selbständigen Gemeinde wurde, war der Ort Teil der Gemeinde Cannes. Heute gehen die Stadtgebiete der beiden Orte ineinander über und bilden ein Ballungsgebiet mit mehr als 100.000 Einwohnern.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Le Cannet
Jahr Einwohner


1962 [1] 15.499
1968 23.231
1975 33.892
1982 37.411
1990 41.842
1999 42.158

Le Cannet ist, gemessen an seiner Bevölkerungszahl, die sechstgrößte Gemeinde des Départements Alpes-Maritimes. Gemessen an der Bevölkerungsdichte steht sie mit fast 5.500 Einwohnern pro km² deutlich vor Nizza, mit seinen knapp 4.800 Einwohnern pro km², an erster Stelle. Zu Verdanken hat die Stadt dies vor allem einem sehr raschen Bevölkerungszuwachs in den 1960er Jahren, der sich von 1970er bis 1990er Jahren in abgeschwächter Form fortsetzte. Seither bleibt Einwohneranzahl weitgehend konstant.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Durch seine Lage und das typisch provenzalische Umfeld begünstigt, verfügt Le Cannet über ein reichhaltiges kulturelles und künstlerisches Erbe, das insbesondere die Altstadt prägt, die mit ihren ockergelben Fassaden, den kleinen Sträßchen und engen Fußwegen einen typisch provenzalischen Charakter aufweist.

  • Die grundlegend restaurierte Kapelle Saint-Sauveur verfügt über einen sehenswerten Glockenturm.
  • Die Kirche Sainte-Catherine ist seit 1926 als Monument historique eingetragen. Sie wurde im 16. Jahrhundert auf Beschluss der Bevölkerung erbaut und ist noch heute die wichtigste Pfarrkirche des Ortes. Ihr viereckiger Turm beherrscht das Stadtbild.
  • Die Kapelle Notre-Dame-des-Anges ist seit 1941 als Monument historique eingetragen. Sie wurde 1557 auf testamentarischen Wunsch eines Mitglieds einer alten cannetanischen Familie errichtet. Sie besteht aus einem rechteckigen Kirchenschiff und einer nach außen offenen Vorhalle.
  • Der Tour des Danys, der auch Räuberturm genannt wird, ist ebenfalls seit 1941 als Monument historique klassifiziert. Er trägt den Namen einer weiteren alteingesessenen Familie der Stadt und stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts..
  • der Tour des Calvys trägt den Namen der ältesten Familie der Stadt, die 1441 begann in Le Cannet Land zu bewirtschaften. Als im Jahr 1707 Eroberer in die Region einfielen, rettete der Turm die Bewohner, die sich in ihn zurückziehen konnten.
  • Die Kapelle Saint Bernardin, die an die Kirche Sainte-Catherine angebaut ist, stand lange Zeit leer. Seit 1999 dient sie als Ausstellungsraum.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Zahlreiche berühmte Persönlichkeiten nutzten und nutzen die Stadt als Sommerdomizil: Der Schriftsteller Prosper Mérimée, die Tragödienschauspielerin Rachel, die Maler Auguste Renoir; Henri Lebasque und Pierre Bonnard oder Aga Khan III. mit seiner im Jahr 2000 in Le Cannet verstorbenen Ehefrau Yvette Labrousse. Der französische Rennfahrer Patrick Tambay war Mitglied des Stadtrates von Le Cannet. Der Dramaturg Victorien Sardou (1831–1908) wurde in Le Cannet geboren. Der Jazzmusiker und Komponist Richard Galliano kam 1950 in Le Cannet zur Welt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. INSEE: Bevölkerungsentwicklung von Le Cannet 1962-1999

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Le Cannet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien