Arles
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| Arles | ||
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| Region | Provence-Alpes-Côte d’Azur | |
| Département | Bouches-du-Rhône | |
| Arrondissement | Arles (Unterpräfektur) | |
| Kanton | Arles-Est Arles-Ouest |
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| Koordinaten | 43° 41′ N, 4° 38′ O43.6780555555564.629444444444410Koordinaten: 43° 41′ N, 4° 38′ O | |
| Höhe | 10 m (0–57 m) | |
| Fläche | 758,93 km² | |
| Einwohner | 51.970 (2006) | |
| Bevölkerungsdichte | 68 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 13200 | |
| INSEE-Code | 13004 | |
| Website | http://www.ville-arles.fr/ | |
Arles ist eine Gemeinde im Süden Frankreichs und die Hauptstadt der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur in dem gleichnamigen Arrondissement Arles, Département Bouches-du-Rhône.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Arles liegt links der Rhône, 24 km vom Mittelmeer entfernt. Zu Arles gehört das Gebiet der gesamten Camargue, und deshalb ist Arles mit ca. 760 km² die flächenmäßig größte Gemeinde Frankreichs.
Am rechten Stromufer liegt der Stadtteil Trinquetaille. Nördlich davon, in Fourques, beginnt das Department Gard. Südlich schließt sich die Camargue an.
[Bearbeiten] Geschichte
Arles hieß im Altertum Arelas oder Arelate (kelt. „Sumpfort“), wurde von den Galliern an Stelle des ligurischen Theline gegründet und von Gaius Iulius Caesar 46. v. Chr. zur römischen Militärkolonie Colonia Julia Paterna Arelate Sextanorum gemacht.
Der Ort erhob sich bald zu hoher Bedeutung, wetteiferte mit Massilia (Marseille) im Handel und erreichte seine Blütezeit unter Kaiser Konstantin, der Arles vergrößerte, ausschmückte und den Beinamen Constantina gab. 395 wurde sie Hauptstadt Galliens. Im Jahre 402 wurde dann die Praefectura Galliarum, die oberste Behörde des römischen Westreiches, von Trier nach Arles verlegt.
In Arles kreuzten sich die Römerstraßen Via Agrippa nach Lyon (Lugdunum) (und weiter nach Augusta Treverorum bis zur Colonia Claudia Ara Agrippinensium) mit der Via Aurelia, die Massilia mit Rom verband.
Arles wurde im 3. Jahrhundert Sitz eines Bischofs, im Jahr 400 Sitz eines Erzbischofs. Als Hauptumschlagplatz wurde es in der Folge von Westgoten und Sarazenen mehrmals erobert und zerstört, dennoch behauptete es lange seinen Glanz; seit 536 zum Frankenreich gehörig, wurde es 879 Hauptstadt des Königreichs Burgund und kam mit diesem 1033 zum Heiligen Römischen Reich. Seit 933 stand die Stadt unter der Herrschaft des Erzbischofs, wurde 1220 unabhängig von ihm und 1237 für nur zwei Jahre Reichsstadt. 1251 unterwarf sich die Stadt Karl von Anjou und fiel 1481 mit der Grafschaft Provence an Frankreich. Der Erzbischof wanderte später nach Aix-en-Provence ab. Arles war bis 1801 Bischofssitz.
In Arles fanden mehrere wichtige (arelatische) Synoden statt: so 314 gegen die Donatisten, 354 gegen Athanasius, 452 zur Regelung der Kirchen- und Klosterdisziplin, 475 gegen den Prädestinatianer Lucidus.
[Bearbeiten] Politik
Bürgermeister von Arles ist für die Wahlperiode 2008–2015 Hervé Schiavetti (PCF).
[Bearbeiten] Wirtschaft
Handel und Industrie sind nicht von Belang, nennenswert sind nur Olivenöl-Erzeugung und Schafzucht in der Umgebung. Die Maschinenwerkstätten der Bahn (SNCF), wo ca. 1.200 Arbeiter beschäftigt waren, sind heute geschlossen. Es gibt eine Papierfabrik. Die Arbeitslosigkeit ist hoch (Stand im Jahr 2004).
[Bearbeiten] Verkehr
Die Rhône kann wegen ihrer geringen Tiefe nur von kleineren Schiffen (bis 200 t) befahren werden; um dieses Hindernis für die Schifffahrt zu beseitigen, wurde 1834 der Kanal von Arles nach Bouc und, da auch dieser nicht genügte, 1864 der Kanal St. Louis angelegt, der, 60 m breit und 7,9 m tief, vom Hafen von Bouc aus die Mündung des Rhône mit seiner Barre umgeht.
[Bearbeiten] Bildung
- École Nationale Supérieure de la Photographie: Die Stadt wurde nicht zuletzt aufgrund des Einflusses des dort heimischen Fotografen Lucien Clergue (eines frühen französischen Aktfotografens aus dem Bekanntenkreis Picassos) als Sitz der École Nationale Supérieure de la Photographie, der französischen Hochschule für Fotografie, ausgewählt.
- Hydrographische Schule
- Öffentliche Bibliothek
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Weltkulturerbe
Seit 1981 stehen viele der antiken und romanischen Denkmäler der Stadt auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbe. Die Kirche Saint-Honorat auf dem Alyscamps wird zudem seit 1998 als Teil des Welterbe „Jakobsweg in Frankreich“ ausgezeichnet. Arles ist der Startpunkt der Via Tolosana, einem französischen Abschnitt auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela.
[Bearbeiten] Antike
Arles gehört zu den sehenswertesten Städten der Provence und besitzt zahlreiche Überreste antiker Pracht, unter denen hervorzuheben sind:
- Amphitheater, um 90 n. Chr. erbaut; Durchmesser 140 m x 103 m, ursprünglich aus drei Geschossen mit je 60 Arkaden bestehend und ca. 25.000 Zuschauern Platz bietend; im Mittelalter zu Festung ausgebaut, von der noch drei Vierecktürme (12. Jahrhundert) und die Arkadenvermauerung zeugen; 1830 Entfernung einer der drei Arkadenreihen; seit 1846 restauriert und gegenwärtig an Festtagen Schauplatz für Stierkämpfe; der hier gefundene 15 m hohe Granit-Obelisk steht seit 1676 an der Place de la République.
- Antikes Theater, unter Kaiser Augustus um 25 v. Chr. errichtet, von dem sich noch zwei korinthische Säulen, die Orchestra und vom Zuschauerhalbrund die untersten der 33 Sitzreihen mit 12.000 Sitzplätzen erhalten haben; hier wurde 1651 die berühmte Venus von Arles aufgefunden, die jetzt im Louvre in Paris und als Kopie im Treppenhaus des Hôtels de Ville, Place de la République, steht.
- Reste des römischen Forums mit einem Kryptoportikus (um 40 v. Chr.), einem unterirdischen Bogengang, Reste der römischen Thermen (4. Jahrhundert n. Chr.) und eines Palastes von Konstantin; zahlreiche, seit 1995 im Musée de l'Arles et de la Provence antiques vereinigte Skulpturen (Dianenkopf, Medea, Apolloaltar u. Arles).
[Bearbeiten] Kathedrale Saint-Trophime
Das bedeutendste Bauwerk der Stadt ist die ehemalige Benediktiner-Abteikirche Saint-Trophime mit berühmten Portal und Kreuzgang. Bei ihrem Bau wurden Steine vom antiken Theater verwendet. Der hl. Trophimus, dem die Kirche geweiht ist, christianisierte die Provence und war vor 250 in Arles der erste Bischof; seine Gebeine ruhen in der Kirche. In ihr wurde Friedrich Barbarossa am 30. Juli 1178 zum König gekrönt.
Die Kathedrale ist als Basilika mit einem 20 m hohen Mittelschiff stilmäßig sowohl romanisch als auch gotisch. Während Langhaus, Turm und Fassade 1152-80 errichtet wurden und romanisch sind, entstand der gotische Umgangschor erst 1454-65. Das der Westfassade um 1190 vorgeblendete Haupt-Portal mit seinem Tympanon (Christus als Weltenrichter) gilt als Hauptwerk der provencialischen Plastik der Hochromanik. Das Innere der Kirche ist modernisiert.
Vom Kloster ist der in mehreren Bauphasen zwischen 1130 und dem 14. Jahrhundert erbaute Kreuzgang bemerkenswert. In den vier Galerien – zwei romanisch, zwei gotisch – sind alle Arten des Rund- und Spitzbogenstils zu finden; hier wechseln sich Pfeiler und Säulen mit fein gearbeiteten Kapitellen ab. Die Geviertecken sind figurengeschmückt, z. B. mit einer Trophimusfigur von 1188; im Kapitelsaal sind Gobelins zu sehen.
Das Portal ist zwischen 1150 und 1200 errichtet worden und ist neben dem von St-Gilles das bedeutendste romanische Portal der Provence. 1995 ist es gereinigt worden. Es handelt sich um ein vorgesetztes giebelbekröntes Doppelportal. Zwischen den Freisäulen an den Seiten stehen überlebensgroße Standbilder von Aposteln.
Diese Anlage ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Antikenrezeption in Südfrankreich im 12. Jh., also für die Rückbesinnung auf alte römische Gestaltungsformen. So ist man beim Portal von St-Trophime von der damals traditionellen Gestaltung einer Fassade abgewichen und hat das antike Motiv eines römischen Triumphbogens aufgegriffen. Während ansonsten das Portal in die Fassade integriert ist, scheint es hier durch die Vorblendung ein deutliches Eigenleben zu führen, das den Blick des Betrachters allein auf sich zieht. Über den gesamten Türsturz zieht sich ein reliefierter Kämpferfries hin, der u. a. die 12 Apostel in sitzender Haltung zeigt. Das ikonographische Programm des Portals, aber auch des Kreuzganges erinnert mit dem Präsentieren von Charaktergesichtern der Plastiken stark an die Antike.
[Bearbeiten] Alyscamps
siehe Hauptartikel: Alyscamps
Außerhalb der alten Stadtmauern findet man an der süd-östlichen Ecke eine lange Allee, die Alyscamps (Elysii campi, Elysische Felder) hin zur unvollendeten Kirche Saint-Honorat (12. Jahrhundert). Die einstige römische Begräbnisstätte wurde später ein christlicher Friedhof. Von den zahlreichen frühmittelalterlichen Steinsarkophagen sind nur noch einige schmucklose an der Allée des Tombeaux zu sehen, während die schönsten, soweit sie sich erhalten haben, heute im Musèe d'Arles Antique stehen. Siehe auch den Hauptartikel Alyscamps.
- Kapelle Sainte-Croix und die Ruinen der Benediktinerabtei Montmajour, eine der seinerzeit eindrucksvollsten Klosteranlagen in Südfrankreich befinden sich nordöstlich der Stadt, an der Grenze zu Fontvieille.
- Museon Arlatan: Die bedeutendste Sammlung zur provenzialischen Volkskunde ist im Palais de Laval-Castellane (16. Jahrhundert) zu besichtigen.
[Bearbeiten] Kunst und Kultur
- Berühmt ist auch die Schönheit und Eleganz der Frauen von Arles. Die Belle Arlésienne hat Mérimée zum Libretto für die von Georges Bizet komponierte Oper Carmen angeregt. Auch Hugo von Hofmannsthal bemerkt „die feierliche römische Schönheit, die Kameenprofile und den königlichen Gang“ der Frauen von Arles (zitiert nach [1]).
- Vincent van Gogh: Einer der (heute) berühmtesten Einwohner von Arles war 1888/89 der Maler Vincent van Gogh. Während dieser Zeit portraitierte er Arles und die Umgebung hundertfach. Die heute an seine Gemälde erinnernden Stellen in Arles wurden allerdings in den 1990er Jahren nach seinen Gemälden für den Tourismus dekoriert. Typisches Beispiel hierfür ist das Nachtcafé. Nachdem der Maler von der Bourgeoisie aus der Stadt faktisch vertrieben wurde, besitzt die Stadt kein einziges von seinen Gemälden. Das von ihm bewohnte Haus an der Place-La-Martine (Maison Jaune, „Gelbes Haus“) wurde im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff zerstört. Zwar hat eine der zahlreichen Zugbrücken in der Umgebung den Maler zu den Bildern Die Brücke von Langlois angeregt, doch ist die heute als Van-Gogh-Brücke ausgeschilderte an der Montcalde-Schleuse zwar eine gleichartige, aber nicht die von ihm gemalte Brücke, die rund 800 m entfernt lag.
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Vincent van Gogh: Blick auf Arles |
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
- Die Rencontres d'Arles (Fotoausstellung) finden seit 1969 in der zweiten Juliwoche bis Ende August statt, mit zahlreichen Ausstellungen. Sie zeigen den Stand der jeweils aktuellen Kunstphotographie ([2]
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
Söhne und Töchter
- Konstantin II. (317–340), römischer Kaiser
- Hl. Caesarius von Arles (470-543), Mönch und Bischof
- Jeanne Calment (1875–1997), erreichte die bisher längste verifizierte menschliche Lebensspanne
- Louis Féraud (1920–1999), französischer Modeschöpfer und Maler
- Djibril Cissé (*1981), französischer Fußballspieler
- Fanny Valette (*1986), französische Schauspielerin
- Lucien Clergue (*1934), französischer Fotograf
- Juan Bautista, Matador
- Mehdi Savalli, Matador
Personen mit Bezug zur Stadt
- Vincent van Gogh (1853-1990), niederländischer Maler, malte und lebte 1888/1889 in Arles
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Fulda, Deutschland
Jerez de la Frontera, Spanien
Kalymnos, Griechenland
Pskow, Russland
Sagné, Mauretanien
Vercelli, Italien
Verviers, Belgien
Wisbech, Großbritannien
York (Pennsylvania), USA
Zhouzhuang, China
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
- Office de Tourisme
- www.Ville-Arles.fr
- Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
- Musée de l'Arles et de la Provence antiques
- Nicolas-Marie-Joseph Chapuy: Vues pittoresques de la cathédrale de Arles. Paris 1829 (Digitalisat eines Tafelbands)
Einzelbauwerke: Kathedrale von Amiens | Kathedrale von Bourges | Kathedrale von Chartres | Pont du Gard | Kirche von Saint-Savin
Ensembles: Römische und romanische Denkmale von Arles | Papstpalast, Kathedrale und Brücke von Avignon | Königliche Saline in Arc-et-Senans | Schloss Fontainebleau und sein Park | Abtei von Fontenay | Mont-Saint-Michel | Die Plätze Stanislas, de la Carrière, und d’Alliance in Nancy | Amphitheater und Triumphbogen von Orange | Kathedrale Notre Dame, Basilika Saint Rémi und Palais du Tau, Reims | Schloss Versailles und sein Park
Städtebau: Bordeaux, Hafen des Mondes | Altstadt und Stadtmauer von Carcassonne | Le Havre | Altstadt von Lyon | Provins | Grande Île von Straßburg | Saint-Émilion | Vézelay | Ufer der Seine, Paris
Ortsübergreifend: Belfriede in Frankreich (und Belgien) | Canal du Midi | Festungsanlagen von Vauban | Französischer Teil des Jakobswegs
Kulturlandschaften: Tal der Loire | Mont Perdu, in den Pyrenäen | Höhle von Lascaux und Cro-Magnon im Vézère-Tal
Naturerbe: Kap Girolata, Kap Porto, Calanche und der Naturpark Scandola auf Korsika | Lagunen von Neukaledonien
Nekropole Alyscamps und Kirche Saint-Honorat in Arles | Ehemalige Abtei von Saint-Gilles | Pont du Diable bei Saint-Jean-de-Fos | Ehemalige Abtei von Gellone | Basilika Saint-Sernin und Hôtel-Dieu Saint-Jacques in Toulouse | Kathedrale Sainte-Marie von Auch | Kirche von Oloron-Sainte-Marie
In den zentralen Pyrenäen: Kirche Notre-Dame-du-Bourg in Rabastens | Bauwerke in Saint-Lizier | Kirche von Tramesaygues | Kirche Saint-Just in Valcabrère | Sakralbauten in Saint-Bertrand-de-Comminges | Kirche Saint-Laurent in Jézeau | Hospice du Plan und Templerkapelle in Aragnouet | Pfarrkirche von Gavarnie | Kirche von Cotdoussan
Via Turonensis · Via Lemovicensis · Via Podiensis · Via Tolosana
Weitere Bauwerke: Basilika Notre-Dame du Port · Mont-Saint-Michel