Leonid Alexandrowitsch Goworow

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Goworow auf einer sowjetischen Briefmarke aus dem Jahr 1977

Leonid Alexandrowitsch Goworow (russisch Леонид Александрович Говоров; * 10. Februarjul./ 22. Februar 1897greg. in Butyrki, Gouvernement Wjatka; † 19. März 1955 in Moskau) war ein Marschall der Sowjetunion (1944) und Held der Sowjetunion (27. Januar 1945).

Leben und Werk[Bearbeiten]

Der Sohn eines Seemanns besuchte die Oberschule in Jelabuga und anschließend die Staatliche Polytechnische Universität Sankt Petersburg. 1916 wechselte er an die Konstantinowskojer Artillerieschule und wurde 1917 Artillerieoffizier der russischen Armee.

Nach der Oktoberrevolution 1917 diente er kurzzeitig in der Armee von Alexander Koltschak bevor es ihm gelang, zur Roten Armee überzulaufen. Unter Blücher kämpfte er auf der Krim gegen die Armee General Wrangels. Zweimal verwundet wurde er mit dem Rotbannerorden ausgezeichnet.

Nach dem Russischen Bürgerkrieg besuchte er die Frunse-Militärakademie und gründete 1936 die Militärakademie des Generalstabes. Gleichzeitig wurde er zum Kommandeur der Artillerie im Kiewer Militärbezirk berufen.

Während des finnisch-sowjetischen Winterkriegs wurde Goworow als Artilleriekommandeur der 7. Armee abkommandiert. In dieser Dienststellung erhielt er für die Artillerievorbereitung für den Durchbruch durch die Mannerheim-Linie den Orden vom Roten Stern verliehen.

Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion wurde Goworow zunächst Artilleriekommandeur der Westfront. In der Schlacht um Moskau und den anschließenden Gegenoffensiven der Roten Armee bewährte er sich und wurde dafür zum Generalleutnant befördert.

Im April 1942 übernahm Goworow das Kommando über die Leningrader Front. In mehreren Offensiven, zunächst der Operation Iskra 1943 und der Leningrad-Nowgoroder Operation gelang es ihm, die Leningrader Blockade aufzuheben. Für seine Erfolge gegen Finnland in der Wyborg-Petrosawodsker Operation im Juni 1944 wurde er zum Marschall der Sowjetunion befördert. Nach den Erfolgen gegen die deutschen Truppen im Baltikum wurde er am 27. Januar 1945 als Held der Sowjetunion ausgezeichnet.

Nach dem Krieg fungierte Goworow als Kommandeur des Leningrader Militärbezirks und Generalinspekteur der Landstreitkräfte. 1948 wurde er zum Generalinspekteur der Luftverteidigung bestellt. 1952 stieg er zum stellvertretenden Verteidigungsminister auf und war 1954/55 noch Oberkommandierender der Luftverteidigung.

Goworow erlag 1955 einem chronischen Herzleiden. Seine Urne wurde an der Kremlmauer in Moskau beigesetzt.

Goworows Sohn Wladimir Leonidowitsch Goworow (1924–2006) wurde Generaloberst der Sowjetunion.

Orden und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leonid Govorov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien