Lola Montez
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Lola Montez (* 17. Februar 1821 in Grange, County Sligo, Irland; † 17. Januar 1861 in New York, eigentlich Elizabeth Rosanna Gilbert) war eine irische Tänzerin, die eine Geliebte König Ludwigs I. von Bayern wurde und 1847 von ihm zur Gräfin Marie von Landsfeld erhoben wurde.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Jugend und erste Bekanntheit
1821 wurde Elizabeth Rosanna Gilbert als Tochter eines schottischen Offiziers und einer irischen Landadeligen geboren.
Sie lebte bis zum Alter von neun Jahren in Kalkutta (Indien), wo ihr Vater stationiert war. Danach wuchs sie in England und Schottland auf. 1837 heiratete sie den Offizier Thomas James und ging mit ihm 1839 nach Indien. Bald kam es zur Trennung der Eheleute, und sie lebte einige Monate in Spanien, wo sie die spanische Sprache und die spanischen Tänze erlernte.
1843 kam sie unter dem Namen „Maria de los Dolores Porry y Montez“ nach London und gab sich als spanische Tänzerin aus Sevilla aus. Nach erfolgreichen Debüt am 3. Juni 1843 wurde sie als Hochstaplerin entlarvt und verließ England. Lola Montez zog durch ganz Europa und verursachte durch ihre zahlreichen Affären einige Skandale. Sie tanzte vor Friedrich Wilhelm IV. von Preußen in Berlin und Zar Nikolaus I. von Russland in Sankt Petersburg. Aus Berlin, Warschau und Baden-Baden wurde sie ausgewiesen. Nach ihrem Auftritt an der Pariser Oper erregte sie 1844 mit einem Sensationsprozess Aufsehen, nachdem ihr Liebhaber im Duell erschossen wurde. Auch die Schriftsteller Alexandre Dumas der Ältere und Alexandre Dumas der Jüngere sowie Franz Liszt gehörten zu ihren Verehrern.
[Bearbeiten] Die Affäre in München
Nach zwei Jahren in der Pariser Halbwelt kam sie am 5. Oktober 1846 nach München, stieg im „Goldenen Hirschen“ in der Theatinerstraße ab und bewarb sich um ein Engagement als Tänzerin. Weil der Intendant der Münchener Hofbühne sie nicht auftreten ließ, suchte sie den bayerischen König Ludwig I. auf, der sie am 7. Oktober 1846 erstmals empfing. Am 10. Oktober gab sie ein Gastspiel am Münchner Hof- und Nationaltheater. Am 14. Oktober hatte sie dort einen weiteren Auftritt, wurde jedoch wegen zu geringen Talentes abgelehnt.
Sie blieb weiterhin in einer gemieteten Wohnung in München, wo sie für zwei Kronentaler Herren empfing. Die 28-Jährige wurde die Geliebte des 60-jährigen Königs, der einen Monat und zehn Tage nach ihrem Auftritt sein Testament ändern ließ. Darin wurden ihr eine Auszahlung von 100.000 Gulden zugesagt, falls sie bei seinem Ableben weder verheiratet noch Witwe wäre. Außerdem sollten ihr bis zu einer Verehelichung jährlich 2.400 Gulden gezahlt werden.
Eine Woche später schenkte ihr der König ein Palais in der Münchener Barerstraße Nr. 7 als Wohnsitz, wo er fast täglich erschien. Ludwig besuchte sie meist zwischen 17 Uhr und 22 Uhr, nachts empfing sie aber noch andere Herren. Das Verhältnis wurde schnell bekannt und allgemein missbilligt. Als der König verlangte, ihr die bayerische Staatsbürgerschaft zu verleihen, da ihr einziger Ausweis ein im Fürstentum Reuß ausgestellter Reisepass war, hielt sein Kabinett unter Minister Karl von Abel dies für illegitim. Am 11. Februar 1847 baten alle Minister um ihre Entlassung, am 13. März folgte die Entlassung Abels und der übrigen Minister, und es wurde unter Schwierigkeiten ein neues Kabinett gebildet.
Trotzdem wurde Lola Montez eingebürgert, und der König erhob sie am 25. August 1847 zur Gräfin von Landsfeld „wegen der vielen, den Armen Bayerns erzeigten Wohltaten“. Zu dieser Zeit entstand ein Portrait von ihr, das sich in der so genannten Schönheitengalerie in Schloss Nymphenburg befindet.
Lola Montez war bei der Münchner Bevölkerung sehr unbeliebt. Sie löste einen Skandal nach dem anderen aus, wenn sie zigarrenrauchend und mit Hosen bekleidet durch München zog. Lola, der der Gedanke einer studentischen Leibgarde gefiel, gelang es, den Senior und weitere Corpsburschen des Corps „Alemannia“ dazu zu bringen, sich ihr anzuschließen. Dies verursachte einiges an Ärger in der Studentenschaft, so dass schließlich alle anderen Münchener Corps (Suevia, Palatia, Bavaria, Isaria) ihre königlichen Garantien zurückgaben. Professoren und hohe Beamte wurden entlassen.
Als Lola die Universität besuchte, kam es zu Handgreiflichkeiten, und sie flüchtete sich in die Theatinerkirche. Daraufhin verordnete Ludwig I. am 9. Februar 1848 die sofortige Schließung der Universität bis zum Wintersemester 1848/49 und befahl allen Studenten, die Stadt binnen drei Tagen zu verlassen. Am 10. Februar 1848 zogen Studenten und andere Bürger vor die Residenz, und es kam zu Unruhen in der Stadt. Durch starken Protest der Geschäftsleute, Vermieter und Bürger wurde die Universität einen Tag später wieder geöffnet und es erging der Befehl, dass Gräfin Landsfeld die Stadt binnen einer Stunde zu verlassen habe. Sie flüchtete am 11. Februar 1848 in einer Kutsche unter den Augen der aufgebrachten Bevölkerung über Schloss Blutenburg nach Lindau und in die Schweiz.
In der allgemeinen Unruhestimmung des Jahres 1848 (Märzrevolution) kam es nach einer gerüchtweise bekanntgewordenen heimlichen Rückkehr Lolas zur Abdankung des Monarchen. Im Kronrat gab er am 16. März die Erklärung ab, dass Lola Montez nicht mehr bayerische Staatsangehörige sei. Am 17. März wurde ein Fahndungsaufruf erlassen.
[Bearbeiten] Spätere Jahre
Lola Montez lebte nun in der Schweiz. 1849 kehrte sie nach London zurück. Erst nach ihrer dortigen Heirat mit einem jungen englischen Offizier namens George Trafford Heald brach Ludwig die Beziehung zu ihr ab. Da ihr erster Ehemann noch lebte, wurde sie wegen Bigamie angeklagt und musste aus England fliehen. Über Paris reiste sie 1851 in die USA.
Dort schrieb sie ihre Memoiren. Am Broadway trat sie 1852 in der Theaterrevue Lola Montez in Bavaria auf, worin sie sich selbst spielte. Bis 1853 tourte an der Ostküste, dann ging sie im Mai nach San Francisco. Im Juli 1853 heiratete sie Patrick Hull und ließ sich im August in der kalifornischen Goldgräberstadt Grass Valley nieder. Ab 1855 hielt sie sich im Rahmen einer Tournee in Victoria, Australien, auf und unterhielt dort unter anderem Goldgräber mit ihren Darbietungen. 1857 kehrte sie nach New York zurück und stand dort bis 1860 erneut auf der Bühne. Montez machte sich in Amerika und Großbritannien zuletzt einen Namen als Rednerin. Sie schrieb Schönheitsratgeber und engagierte sich für „Gefallene Mädchen“. Am 30. Juni 1860 erlitt die 39-Jährige einen Gehirnschlag und starb sechs Monate später an einer Lungenentzündung. Ihr Grab befindet sich auf dem Green-Wood Cemetery in Brooklyn.
[Bearbeiten] Film
- Lola Montez, 1918, Regie Robert Heymann, mit Leopoldine Konstantin als Lola
- Lola Montez, die Tänzerin des Königs, 1922, mit Ellen Richter in der Titelrolle
- Lola Montez, 1955, deutsch/französischer Film, Regie Max Ophüls, mit Martine Carol, Peter Ustinov und Adolf Wohlbrück
[Bearbeiten] Musik
- Operette Zauberin Lola, UA 1937 Dortmund. Musik: Eduard Künneke; Text: Alfried Brieger und Sigmund Graff.
- Ballett Bacchanale, 1939, von Léonide Massine
- Ballett Lola Montez, 1946, von Edward Caton
[Bearbeiten] Literatur
- Cécil Saint-Laurent: Von Glück und Trauer trunken (OT: Lola Montès). Verlag der europäischen Bücherei H. M. Hieronimi, Bonn 1956 - romanhafte Biografie
- Gerhard Saul, Mut vor Königstronen - Lola Montez und die Münchener Corps, in Einst und Jetzt, Band 19, 1974, S. 98 ff mwN (zur Wirkung auf die Münchner Studentenschaft 1848)
- Bruce Seymour: Lola Montez. Piper, München 2000, ISBN 3492227848 (im Original: Lola Montez. A Life. Yale University Press, 1998, ISBN 0300074395) – moderne Biographie
[Bearbeiten] Weblinks
-
Commons: Lola Montez – Bilder, Videos und Audiodateien
- Literatur von und über Lola Montez im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Lola Montez. Artikel in: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Aufl. 1888–1890, Bd. 11, S. 774 f.
- Lola Montez: The Arts of Beauty (Digitalisat)
- H. Wyndham, The Magnificent Montez. From Courtesan to Convert. (engl. Biografie bei Projekt Gutenberg)
- Nachtlager in Blutenburg - Ein Flugblatt von 1848 über die Vertreibung von Lola Montez
- Grab von Lola Montez
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Montez, Lola |
| ALTERNATIVNAMEN | Gilbert, Elizabeth Rosanna; Gräfin Marie von Landsfeld |
| KURZBESCHREIBUNG | irische Hochstaplerin und Tänzerin |
| GEBURTSDATUM | 17. Februar 1821 |
| GEBURTSORT | Grange, County Sligo, County Sligo, Republik Irland |
| STERBEDATUM | 17. Januar 1861 |
| STERBEORT | New York |

