Mærsk Line

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Mærsk Line
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Rechtsform Teil der A.P.Møller Mærsk Group
Gründung 1928
Sitz Kopenhagen, Dänemark
Branche Schifffahrt
Website www.maerskline.com
Das Containerschiff Maersk Mykonos während der Umschlagsoperationen am NTB-Terminal in Bremerhaven

Mærsk Line ist der Name der weltweit größten Containerschiffsreederei. Die Reederei gehört zur dänischen Unternehmensgruppe A. P. Møller-Mærsk. 2012 betrug die Kapazität 2,7 Mio 20-Fuß-Container (TEU).[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Bis zum Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

1928 wurde mit sechs 6.000–7.000-tdw-Motorschiffen der erste Liniendienst (Mærsk Line) der Reederei eingerichtet. Er verband die Ostküste und Westküste der USA mit Japan und Shanghai. Im Februar dieses Jahres begannen auch die Tankeraktivitäten der Firma; der auf der Kopenhagener Werft Burmeister & Wain gebaute 11.200-tdw-Tanker Emma Mærsk war das erste für die Reederei fahrende Tankschiff.

Der Schiffsbestand wurde 1934 um das 9.000-tdw-Frachtmotorschiff Nora Mærsk erweitert, welches auf der ebenfalls zur Unternehmensgruppe gehörenden Werft Odense Staalskibsværft (Odense, Dänemark) gebaut wurde. Es sank allerdings schon zwei Jahre später nach einem Feuer an Bord in Indonesien. Im Dezember 1936 wurde der auf der Deutschen Werft (Hamburg) gebaute 16.500-tdw-Tanker "Eleonora Mærsk" in Dienst gestellt. Dieser Tanker war das damals größte Schiff der Reederei. Zwei 9.000-tdw-Frachtschiffe der Bremer Vulkan-Werft (Marchen Mærsk und Grete) kamen im Jahr 1937 zur Flotte hinzu. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs besaß die Reederei 46 Schiffe und war damit die zweitgrößte Reederei Dänemarks.

Während des Zweiten Weltkriegs[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Schiffe der Reederei unter US-amerikanische Kontrolle gestellt und dienten in der US Navy. Mehr als die Hälfte der Schiffe ging während dieser Zeit verloren. Im Juni 1945 bestand die Flotte der Mærsk-Line aus sieben Schiffen, weitere 14 standen noch bis 1946 unter Kontrolle der USA. Zwischen 1947 und 1948 wurden zahlreiche Schiffsneubauten auf Werften in Dänemark, Deutschland, Italien, Niederlande, Belgien und Japan geordert. Zudem übernahm die Reederei einige US-amerikanische, während des Krieges gebaute Liberty-Schiffe und Schiffe der Typen C-1 sowie Hansa A und Hansa B.

Wachstum, Übernahmen und Rekorde nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Mit 13 Motorschiffen einer neuen, schnellen Frachterklasse besaß die Reederei Mærsk im Jahre 1953 wieder so viele Schiffe wie vor dem Zweiten Weltkrieg. 1954 lieferte die Odense Staalskibsværft mit dem Turbinentanker Regina Mærsk ihr bis dato größtes Schiff, welches erstmals den typischen blauen Außenhüllenanstrich erhielt.

1972 wurde mit dem Gastanker Inge Mærsk das erste Schiff dieser Art in Dienst gestellt. Im Januar 1974 wurde das in Japan gebaute 2.000-TEU-Schiff M.C.S. Svendborg Mærsk das erste Containerschiff der Mærsk Line. Im Juli 1974 lieferte die Odenser Werft den 330.000-tdw-Tanker Kristine Mærsk, den größten europäischen Tanker. Sechs weitere Schiffe dieser Klasse wurden bis 1977 in Dienst gestellt. Die deutschen Werften Blohm & Voss (Hamburg) und Flender-Werft (Lübeck) lieferten von August 1975 bis 1976 neun 1.200-TEU-Containerschiffe der Adrian-Mærsk-Klasse für die Trans-Pazifik-Route aus.

Im Jahre 1979 bezog die Reederei die neue Zentrale in Kopenhagen. Von 1979 bis 1980 wurden sechs auf der Odenser Werft gefertigte RoRo-Schiffe der Elisabeth-Mærsk-Klasse übernommen. Im Januar 1981 eröffnete Mærsk Line seinen eigenen Containerdienst auf der Route Europa-Naher Osten mit dem 2.000-TEU-Containerschiff Laura Mærsk. Bis 1985 wurden zehn weitere Schiffe dieser Klasse in Dienst gestellt. 1988 startete ein Transatlantikdienst.

Mit der im April 1988 auf der Odense Staalskibsværft gebauten Marchen Mærsk übernahm die Reederei das zu der Zeit weltweit größte Containerschiff (4.300 TEU). Elf weitere Schiffe dieser Klasse folgten bis 1991. 1989 führte Mærsk Line mit dem 45'-Container eine dritte Standardcontainergröße ein. Der 80.000-m³-Gastanker Inger Mærsk wurde 1992 in die Flotte eingestellt. Nach dem ersten 300.000-tdw-Doppelhüllentanker, der auf der Odense Staalskibsværft gebauten Eleo Mærsk, wurden bis 1995 noch fünf weitere Großtanker übernommen.

Im März 1993 übernahm die Mærsk Line die Ben-EAC-Containerlinie mit neun großen Containerschiffen. Damit wurde sie die weltweit größte Containerlinie. Mit dem von Hyundai Heavy Industries (Ulsan) hergestellten 4.300-TEU-Panamax-Containerschiff Dragør Mærsk wurde im Dezember 1995 das erste Schiff einer Serie von 17 derartigen Frachtern geliefert. Das 6.000-TEU-Containerschiff Regina Mærsk war 1996 das weltweit größte Containerschiff.

Nach dem Ende der fünf Jahre dauernden Kooperation mit P & O im Mai 1996 wurde mit der Sea-Land Corporation ein neuer Containerdienst aufgenommen. Im September 1997 baute die Werft in Odense mit der Sovereign Mærsk den ersten 8000-TEU-Frachter der Welt für Mærsk. Im Februar 1999 übernahm Mærsk die südafrikanische Reederei Safmarine inklusive 40 eigenen und gecharterten Containerschiffen.

Mærsk Sealand[Bearbeiten]

Im November 1999 kaufte Mærsk die Sea-Land Corporation mit 70 Schiffen und Containerterminals von der CSX Corporation. Das Unternehmen wurde anschließend unter dem Namen Mærsk Sealand geführt. Im Juni 2001 kaufte Mærsk die niederländische Reederei Smit-Wijsmüller mit mehr als 250 Schiffen. Im September 2002 übernahm Mærsk zudem die dänische Gesellschaft Torm, welche unter der Marke Safmarine integriert wurde.

Im März 2003 lieferte die Odense-Werft mit der Axel Mærsk das zu dieser Zeit größte und längste Containerschiff der Welt mit der größten Ladekapazität. Ihm folgten bis 2004 noch fünf weitere Schiffe dieser Klasse (Anna Mærsk, Arnold Mærsk, Arthur Mærsk, Adrian Mærsk und Albert Mærsk).

Ein 120.000-m³-Gastanker wurde im April 2004 von der Samsung Heavy Industries (Südkorea) übernommen. Von Mai bis Oktober 2004 baute die Stralsunder Volkswerft drei 2.100-TEU-Frachter für Safmarine. Im Juni 2005 baute die Werft in Odense mit der Gudrun Mærsk erneut das weltweit größte Containerschiff, welches auf der Route Europa-Naher Osten eingesetzt werden soll.

Mærsk Line[Bearbeiten]

Die Mærsk Tukang in Hamburg (2009)

Am 11. Mai 2005 wurde bekannt gegeben, dass Mærsk Sealand die drittgrößte Containerreederei Royal P&O Nedlloyd NV mit Sitz in Rotterdam (Niederlande) für 2,3 Milliarden Euro erwerben wolle. Im August 2005 beschlossen die Aktionäre die Übernahme. Seit Februar 2006 ist P&O Nedlloyd in das Unternehmen integriert, das seitdem wieder unter dem bis 1999 gebräuchlichen Namen "Mærsk Line" firmiert. Es hat dadurch seine Marktführerschaft im Bereich Containertransportkapazität per Schiff ausgebaut und stellt heute knapp 18 % der weltweiten Kapazität zur Verfügung.

Ein weiterer Größenrekord der Reederei war das 398 Meter lange Containerschiff Emma Mærsk. Die Fertigstellung hatte sich aufgrund eines Brandes verzögert, bevor das Schiff im August 2006 in Odense getauft wurde. Bis Anfang November 2012 waren die Emma Mærsk und ihre sieben Schwesterschiffe der E-Klasse, (Eleonora Mærsk, Estelle Mærsk, Evelyn Mærsk, Ebba Mærsk, Elly Mærsk, Edith Mærsk, Eugen Mærsk), die größten Containerschiffe der Welt - sie wurden durch die CMA CGM Marco Polo abgelöst. Die Reederei gibt die nominelle Kapazität der Schiffe mit 15.000 TEU an. Laut Reedereiangaben haben 11.000 TEU mit einem Gewicht von jeweils 14 Tonnen Platz an Bord dieser Suezmax-Containerschiffe.

Seit Juni und August 2013 hat Mærsk mit den 18.270 TEU Schiffen Mærsk Mc-Kinney Møller und Majestic Mærsk wieder die größten Containerschiffe - sie sind mit 399 Metern zudem die längsten, fahrenden Schiffe der Welt. 18 Schwesterschiffe der Triple-E-Klasse sollen folgen.

Heute fahren mehr als 550 Schiffe (davon 220 eigene) unter dem Mærsk-Stern und laufen so rechnerisch alle 12 Minuten einen Hafen an.

Flotte (Auswahl)[Bearbeiten]

Name Baujahr Tragfähigkeit Vermessung TEU Geschwindigkeit Maschinenleistung Länge Breite Tiefgang
Mærsk-A-Klasse I 1974–1976 35.108 dwt 33.400 BRZ 2.328 TEU 24,0 kn 29.420 kW 239,26 m 30,54 m 15,00 m
Mærsk-A-Klasse II 2003–2004 109.000 dwt 93.496 BRZ 8.272 TEU 26,0 kn 63.000 kW 352,25 m 42,80 m 15,00 m
Mærsk-C-Klasse 2000–2002 110.000 dwt 91.921 BRZ 8.648 TEU 25,5 kn 63.000 kW 346,98 m 42,80 m 14,50 m
Mærsk-Edinburgh-Klasse 2010–2011 140.580 dwt 142.400 BRZ 13.092 TEU 24,3 kn 68.640 kW 366,00 m 48,20 m 15,50 m
Emma-Mærsk-Klasse 2006–2008 156.907 dwt 170.794 BRZ 14.770 TEU 27,0 kn 98.080 kW 397,00 m 56,40 m 16,50 m
Triple-E-Klasse 2013–2015 194.153 dwt 194.849 BRZ 18.270 TEU 25,0 kn 2 x 29.680 kW 399,00 m 59,00 m 15,50 m
Gudrun-Mærsk-Klasse 2005–2006 115.700 dwt 97.933 BRZ 9.024 TEU 26,0 kn 68.640 kW 367,28 m 42,80 m 15,50 m
Mærsk-L-Klasse I 1980–1983 53.688 dwt 30.694 BRZ 3.016 TEU 24,0 kn 34.571 kW 212,48 m 32,20 m 12,50 m
Mærsk-L-Klasse II 1983–1985 53.325 dwt 43.332 BRZ 3.840 TEU 24,0 kn 34.967 kW 270,00 m 32,20 m 13,00 m
Mærsk-M-Klasse I 1988–1991 53.325 dwt 52.181 BRZ 4.300 TEU 24,0 kn 38.190 kW 294,12 m 32,20 m 13,50 m
Mærsk-M-Klasse II 2008–2009 116.100 dwt 98.268 BRZ 10.150 TEU 25,5 kn 68.640 kW 366,90 m 42,80 m 15,00 m
Mærsk-S-Klasse 1997–2000 104.750 dwt 91.560 BRZ 8.160 TEU 24,6 kn 55.681 kW 346,98 m 42,80 m 14,50 m

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alphaliner - TOP 100 - Operated fleets as per 10 June 2012. Abgerufen am 27. Februar 2011.

Weblinks[Bearbeiten]