Magdalena Forsberg

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Magdalena Forsberg
Magdalena Forsberg in Antholz
Nation SchwedenSchweden Schweden
Geburtstag 25. Juli 1967
Geburtsort Ullånger, Schweden
Beruf Steuerberaterin
Karriere
Disziplin Biathlon
Skilanglauf
Verein Sundsvall Biathlon
Trainer Wolfgang Pichler
Status zurückgetreten
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 0 × Gold 0 × Silber 2 × Bronze
WM-Medaillen 6 × Gold 1 × Silber 5 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Bronze Salt Lake City 2002 Einzel
Bronze Salt Lake City 2002 Sprint
IBU Biathlon-Weltmeisterschaften
Bronze Ruhpolding 1996 Sprint
Bronze Osrblie 1997 Sprint
Gold Osrblie 1997 Verfolgung
Gold Osrblie 1997 Einzel
Gold Pokljuka 1998 Verfolgung
Silber Kontiolahti 1999 Sprint
Bronze Kontiolahti 1999 Massenstart
Gold Oslo 2000 Verfolgung
Bronze Oslo 2000 Einzel
Bronze Pokljuka 2001 Verfolgung
Gold Pokljuka 2001 Einzel
Gold Pokljuka 2001 Massenstart
Platzierungen im Biathlon-Weltcup
Debüt im Weltcup 8. Dezember 1994
Karriereende 24. März 2002
Weltcupsiege 42
Gesamtweltcup 1. (1996/97, 1997/98, 1998/99,
 1999/00, 2000/01, 2001/02)
Einzelweltcup 1. (1997/98, 1999/00,
2000/01, 2001/02)
Sprintweltcup 1. (1997/98, 1998/99, 1999/00,
2000/01, 2001/02)
Verfolgungsweltcup 1. (1996/97, 1997/98, 1998/99,
1999/00, 2000/01, 2001/02)
Massenstartweltcup 1. (2000/01, 2001/02)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Sprint 13 5 9
 Verfolgung 19 8 6
 Massenstart 3 3 1
 Einzel 7 3 8
Platzierungen im Skilanglauf-Weltcup
Debüt im Weltcup 15. Januar 1988
Karriereende 19. März 1993
Gesamtweltcup 17. (1988/89)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Distanzrennen 0 1 0
letzte Änderung: 18. März 2012

Magdalena Forsberg (Nachname [fɔʂbærj], * 25. Juli 1967 in Ullånger, Gemeinde Kramfors, als Magdalena Wallin) ist eine ehemalige schwedische Biathletin. Mit 42 Weltcupsiegen und sechs Gesamtweltcupsiegen ist sie eine der erfolgreichsten Biathletinnen der Weltcupgeschichte. Von 1997 bis 2002 war sie die dominierende Athletin des Biathlon-Weltcups.

Privatleben[Bearbeiten]

Magdalena Forsberg ist seit 1996 mit dem schwedischen Biathleten Henrik Forsberg verheiratet und hat mit ihm zwei Kinder. Sie wohnen in Bergeforsen.

Biathlonkarriere[Bearbeiten]

Magdalena Forsberg war zunächst Mitglied der schwedischen Nationalmannschaft der Skilangläufer und erreichte ihr bestes Ergebnis mit einem zweiten Platz bei einem 10 km Rennen im Jahr 1988 in Rovaniemi, kam aber nachher nur mehr vier Mal unter die Top Ten. Deshalb beschloss sie im Jahre 1993 zu den Biathleten zu wechseln. Schon bald gehörte sie zur Weltspitze im Biathlon, da sie nicht nur eine gute Langläuferin, sondern auch eine präzise Schützin war.

Nachdem Forsberg bei den Weltmeisterschaften 1996 mit der Bronzemedaille im Sprint ihre erste Medaille gewinnen konnte, wurde sie bereits ein Jahr später 1997 zweifache Weltmeisterin. In Osrblie gewann sie den Einzelwettbewerb und wurde mit dem Sieg im Verfolgungswettbewerb zur ersten Weltmeisterin in dieser Disziplin, im Sprintwettbewerb konnte sie sich zudem eine Bronzemedaille sichern. Bis 2001 konnte sie vier weitere Titel gewinnen.

Im Weltcup war sie noch erfolgreicher: Sechsmal hintereinander konnte sie den Gesamtweltcup im Biathlon gewinnen, insgesamt gewann sie 42 Weltcuprennen. Dafür wurde sie mit dem Titel Biathletin des 20. Jahrhunderts ausgezeichnet.

Zur eindrucksvollsten Saison der Schwedin, in der ihre Dominanz besonders stark war, zählt die Saison 2000/2001. Forsberg gewann mit Sprint und Verfolgung in Antholz[1][2]; Sprint, Verfolgung und Massenstart in Oberhof[3][4][5]; Sprint und Verfolgung in Ruhpolding[6][7] sowie dem Sprint in Antholz[8] acht Saisonrennen in Folge, was bis heute im Biathlonsport unerreicht ist. Insgesamt gewann sie in dieser Saison 14 Rennen und hält damit bis heute den Rekord an Saisonsiegen im Biathlon. In dieser Saison erreichte sie 19 von 25 möglichen Podestplätzen, 22 Mal war sie unter den Top Ten. Mit 1021 Punkten im Gesamtweltcup in der Saison 2000/01 hielt die Schwedin den Punkterekord im Biathlon bis zur Saison 2011/12 in der Magdalena Neuner den Rekord von Forsberg mit 1216 Punkten übertraf. Neben dem Gesamtweltcup gewann die Schwedin außerdem alle Disziplinenweltcups.

Ähnlich dominant verlief auch die nachfolgende Saison, in der Forsberg zum sechsten Mal in Folge den Gesamtweltcup und zum zweiten Mal nach 2000/2001 alle Disziplinenweltcups gewinnen konnte. Im Verfolgungsrennen von Hochfilzen im Dezember 2001 gelang es ihr, einen Vorsprung von 3:13 Minuten auf die Zweitplatzierte Olena Subrylowa herauszulaufen. Sie blieb als einzige Athletin ohne Schießfehler.[9] Dass jedoch auch erfahrene Athleten wie Magdalena Forsberg nicht vor Missgeschicken gefeit sind, zeigte sich beim Sprintrennen Ende Dezember in Osrblie: In aussichtsreicher Position liegend schoss sie beim Stehendschießen auf die falschen Scheiben. Sie bemerkte ihren Fehler jedoch nicht, sodass sie das Rennen normal zu Ende lief und mit der besten Laufzeit eigentlich auf Rang 2 gelandet wäre. Da sie jedoch offiziell fünf Schießfehler hatte und so eigentlich fünf Strafrunden hätte laufen müssen, wurde sie pro nicht gelaufener Strafrunde mit einer Zeitstrafe von zwei Minuten bestraft, sodass sie mit einer Gesamtstrafzeit von zehn Minuten als Vorletzte des Rennens auf Platz 95 landete.[10][11] In dieser Saison gewann sie die ersten fünf Weltcuprennen in Folge und sieben der ersten neun Weltcuprennen.

Der ganz große Erfolg bei Olympischen Spielen blieb ihr jedoch versagt. Zum Abschluss ihrer Karriere gewann sie in Salt Lake City 2002 zwei Bronzemedaillen. Magdalena Forsberg verdankt ihre Erfolge auch ihrem Trainer, dem Deutschen Wolfgang Pichler. Sie arbeitete halbtags als Steuerberaterin, da in Schweden eine Sportförderung für Biathleten nicht existiert.

Bis zur Saison 2006/2007 arbeitete Magdalena Forsberg als Biathlonexpertin bei der ARD, nun ist sie als Wintersportexpertin beim schwedischen Fernsehsender Sveriges Television zu sehen.

Bilanz[Bearbeiten]

Mit sechs Gesamtweltcupsiegen in Folge in den Jahren 1997 bis 2002 ist Magdalena Forsberg die alleinige Spitzenreiterin bei den Gesamtweltcupsiegen im Biathlon bei den Damen. In den Jahren 1997 bis 2002 gewann sie den Verfolgungsweltcup sechs Mal sowie in den Jahren 1998 bis 2002 den Sprintweltcup fünf Mal in Folge. Insgesamt hat sie 17 Disziplinenweltcupwertungen gewonnen, zusammen mit den Gesamtweltcupsiegen also 23 Weltcupwertungen. Bei den Damen ist dies bisher keiner anderen Athletin gelungen. Zudem schaffte sie als erste Biathletin den Gesamt-, Sprint-, Verfolgungs-, Einzel- und Massenstartweltcup, also alle Weltcupwertungen in einer Saison (2000/01), zu gewinnen. In der darauffolgenden Saison konnte sie dies sogar wiederholen. Mehr Weltcupkugeln als die Schwedin hat bis heute keine Biathletin gewonnen.

Insgesamt errang Magdalena Forsberg 42 Weltcupsiege, womit sie die erfolgreichste Biathletin ist. Erfolgreicher sind nur die Biathleten Ole Einar Bjørndalen und Raphaël Poirée. Sie erreichte 124 Top-Ten-Platzierungen, davon waren 87 Podestplätze.

Magdalena Forsberg gewann insgesamt sechs WM-Goldmedaillen in Einzelwettbewerben.

Erfolge[Bearbeiten]

Weltcup[Bearbeiten]

  • Weltcupwertungen (seit 1997) (1)
Saison Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Gesamt
Rennen Punkte Platz Rennen Punkte Platz Rennen Punkte Platz Rennen Punkte Platz Rennen Punkte Platz
1996/97 6/7 97 2. 8/10 141 3. 4/4 84 1. -/- - - (2) 18/21 319 1.
1997/98 5/5 99 1. 10/10 202 1. 3/3 86 1. -/- - - (2) 18/18 387 1.
1998/99 3/3 60 2. 8/9 203 1. 8/9 180 1. 2/2 45 3. 22/24 478 1.
1999/00 4/4 74 1. 8/8 147 1. 9/9 210 1. 3/3 68 3. 24/24 510 1.
2000/01 4/4 143 1. 10/10 368 1. 7/7 300 1. 4/4 146 1. 25/25 1021 1.
2001/02 3/4 143 1. 8/8 302 1. 8/9 376 1. 3/3 123 1. 22/24 944 1.
1 Die Streichergebnisse sind bereits abgezogen.
2 Der Massenstart wurde erst 1999 eingeführt.
  • Biathlon-Weltcup-Platzierungen(3)
Saison Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Gesamt
1. 2. 3. Top 10(4) 1. 2. 3. Top 10(4) 1. 2. 3. Top 10(4) 1. 2. 3. Top 10(4) 1. 2. 3. Top 10(4)
1994/95 - - - 3 1 - - 3 -(5) - - - - - - - 1 - - 6
1995/96 1 - 1 3 - - 2 3 - - - - - - - - 1 - 3 6
1996/97 1 - - 4 1 - 1 6 2 - 1 4 - - - - 4 - 2 14
1997/98 1 1 1 3 3 1 2 7 2 1 - - - - - - 6 3 3 13
1998/99 - 1 1 4 2 2 1 7 2 2 1 7 - 1 2 - 4 5 3 20
1999/00 - 1 2 4 1 - - 6 2 3 3 9 - 1 - 3 3 5 4 22
2000/01 2 - 2 4 4 1 - 8 6 - 1 7 2 1 - 3 14 2 3 22
2001/02 2 - 1 3 1 1 3 7 5 2 - 7 1 - 1 3 9 3 5 21
Gesamt 7 3 8 27 13 5 9 47 19 8 6 34 3 3 1 9 42 18 23 124
3 Ergebnisse von Weltmeisterschaften sind mit einbezogen.
4 Genannte Podiumsplatzierungen sind erneut mit einberechnet.
5 Der Verfolgungswettkampf wurde erst 1997 eingeführt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1997 Radiosportens Jerringpris
  • 1998 Radiosportens Jerringpris
  • 1998 Victoria Award (Sport-Award in Schweden)
  • 2000 Radiosportens Jerringpris
  • 2001 Radiosportens Jerringpris

Weblinks[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Ergebnis vom 16. Dezember 2000 in Antholz (Sprint)
  2. Ergebnis vom 17. Dezember 2000 in Antholz (Verfolgung)
  3. Ergebnis vom 5. Januar 2001 in Oberhof (Sprint)
  4. Ergebnis vom 6. Januar 2001 in Oberhof (Verfolgung)
  5. Ergebnis vom 7. Januar 2001 in Oberhof (Massenstart)
  6. Ergebnis vom 13. Januar 2001 in Ruhpolding (Sprint)
  7. Ergebnis vom 14. Januar 2001 in Ruhpolding (Verfolgung)
  8. Ergebnis vom 18. Januar 2001 in Antholz (Sprint)
  9. Ergebnis vom 9. Dezember 2001 in Hochfilzen (Verfolgung)
  10. Forsberg traf falsche Scheibe
  11. Ergebnis von Osrblie