Biathlon-Weltmeisterschaften

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Briefmarke der DDR zu den Weltmeisterschaften 1967

Die Biathlon-Weltmeisterschaften werden von der Internationalen Biathlon-Union (IBU) in den Jahren ohne Olympische Winterspiele veranstaltet. Bis 2009 fanden die Weltmeisterschaften üblicherweise Mitte bis Ende Februar statt. 2011 werden die Titelkämpfe erstmals Anfang bis Mitte März als Saisonhöhepunkt vor dem letzten Weltcup ausgetragen.

Qualifikation[Bearbeiten]

Die Besetzung der Startplätze für die Weltmeisterschaften wird von den nationalen Verbänden vorgenommen. Deutsche Starter werden vom DSV nominiert, wenn sie ein Weltcuprennen unter den TOP 8, bzw. zwei Rennen unter den TOP 15 beenden.[1]

Wettbewerbe[Bearbeiten]

Disziplinen[Bearbeiten]

Mit Einzel, Sprint, Verfolgung, Massenstart, Staffel und Gemischter Staffel besteht das momentane Weltmeisterschaftsprogramm aus sechs Disziplinen. Das Einzelrennen ist seit der ersten Biathlon-Weltmeisterschaft 1958 im Programm. Bis 1965 wurden nur für diese Disziplin Medaillen vergeben, da der Staffellauf kein offizieller Bestandteil der Biathlon-Weltmeisterschaften war. Es handelte sich dabei von 1958 bis 1963 nur um eine Mannschaftswertung der vier (1958) bzw. der drei besten (1959–1963) Sportler jeder Nation aus dem Einzelbewerb über 20 km. Berechnet wurde die Zeit durch die Addition der Individualzeiten der einzelnen Athleten. 1965 wurde erstmals ein Staffellauf über 3×7,5 km ausgetragen. 1966 wurde der Staffellauf mit der heutigen Streckenlänge von 4×7,5 km offiziell eingeführt.

Der Sprint wurde erstmals 1974 bei Weltmeisterschaften ausgetragen und stellte damit neben dem Einzel die zweite Individualdisziplin dar. Seit Ende der 1980er-Jahre wird das Programm kontinuierlich erweitert. 1989 wurde der Mannschaftswettkampf hinzugefügt, der jedoch bereits 1998 wieder gestrichen wurde. Das Verfolgungsrennen ist seit 1997 fester Bestandteil von Weltmeisterschaften, der Massenstart seit 1999. Bei den Weltmeisterschaften 2007 wurde die Gemischte Staffel zum ersten Mal in das Wettkampfprogramm integriert. Dieser Wettbewerb war 2005 und 2006 noch jeweils als eigenständige Mixed-Staffel-Weltmeisterschaft ausgetragen worden. Auch im olympischen Jahr 2010 fand ein separater Titelkampf statt, da die Disziplin noch nicht in das Programm der Olympischen Winterspiele aufgenommen wurde. In der gemischten Staffel starten zunächst zwei Frauen über 6 km, danach zwei Männer über 7,5 km.

Wertung[Bearbeiten]

In Jahren mit Olympischen Winterspielen werden Weltmeister nur in jenen Bewerben ermittelt, die nicht zum olympischen Programm gehören. Diese Veranstaltungen werden von der IBU mit Ausnahme der Bewerbe von 1992 als offizielle Weltmeisterschaften gezählt. Im Gegensatz zu den nordischen oder alpinen Skiwettbewerben gelten die Olympiasieger bis 1980 nicht als Weltmeister.

Die Ergebnisse der Weltmeisterschaften zählen im Gegensatz zu vielen anderen Wintersportarten auch für den Biathlon-Weltcup, so dass die Athleten für ihre Platzierungen Weltcup-Punkte erhalten.

Bisherige Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Offizielle Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Die Biathlon-Weltmeisterschaften finden seit 1958 in jedem Jahr statt, in dem keine Olympischen Winterspiele stattfinden. Von 1958 bis 1983 wurden die Weltmeisterschaften nur für Männer ausgeschrieben. Von 1984 bis 1988 fanden eigene Weltmeisterschaften für Frauen statt, die getrennt von denen der Männer an anderen Orten durchgeführt wurden. Seit 1989 tragen Männer und Frauen gemeinsame Weltmeisterschaften aus. Mit den Weltmeisterschaften 2013 in Nové Město na Moravě wurden bisher 46 Weltmeisterschaften ausgetragen. Die Weltmeisterschaften der Frauen werden laut Angaben der IBU in dieser Zählung nicht berücksichtigt.

Jahr Austragungsort(e)
1958 OsterreichÖsterreich Saalfelden
1959 ItalienItalien Courmayeur
1961 SchwedenSchweden Umeå
1962 FinnlandFinnland Hämeenlinna
1963 OsterreichÖsterreich Seefeld in Tirol
1965 NorwegenNorwegen Elverum
1966 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Garmisch-Partenkirchen
1967 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Altenberg
1969 PolenPolen Zakopane
1970 SchwedenSchweden Östersund
1971 FinnlandFinnland Hämeenlinna
1973 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lake Placid
1974 Sowjetunion 1955Sowjetunion Minsk
1975 ItalienItalien Antholz
1976 ItalienItalien Antholz
1977 NorwegenNorwegen Lillehammer (Vingrom)
1978 OsterreichÖsterreich Hochfilzen
1979 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Ruhpolding
1981 FinnlandFinnland Lahti
1982 SowjetunionSowjetunion Minsk
Jahr Austragungsort(e)
1983 ItalienItalien Antholz
1984 FrankreichFrankreich Chamonix (Frauen)
1985 SchweizSchweiz Egg am Etzel (Frauen)
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Ruhpolding (Männer)
1986 SchwedenSchweden Falun (Frauen)
NorwegenNorwegen Oslo (Männer)
1987 FinnlandFinnland Lahti (Frauen)
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lake Placid (Männer)
1988 FrankreichFrankreich Chamonix (Frauen)
1989 OsterreichÖsterreich Feistritz an der Drau
1990 SowjetunionSowjetunion Minsk / NorwegenNorwegen Oslo / FinnlandFinnland Kontiolahti
1991 FinnlandFinnland Lahti
1992 Russland 1991Russland Nowosibirsk
1993 BulgarienBulgarien Borowez
1994 KanadaKanada Canmore
1995 ItalienItalien Antholz
1996 DeutschlandDeutschland Ruhpolding
1997 SlowakeiSlowakei Osrblie
1998 SlowenienSlowenien Pokljuka / OsterreichÖsterreich Hochfilzen
1999 FinnlandFinnland Kontiolahti / NorwegenNorwegen Oslo
Jahr Austragungsort(e)
2000 NorwegenNorwegen Oslo / FinnlandFinnland Lahti
2001 SlowenienSlowenien Pokljuka
2002 NorwegenNorwegen Oslo
2003 RusslandRussland Chanty-Mansijsk
2004 DeutschlandDeutschland Oberhof
2005 OsterreichÖsterreich Hochfilzen
2007 ItalienItalien Antholz
2008 SchwedenSchweden Östersund
2009 Korea SudSüdkorea Pyeongchang
2011 RusslandRussland Chanty-Mansijsk
2012 DeutschlandDeutschland Ruhpolding
2013 TschechienTschechien Nové Město na Moravě
2015 FinnlandFinnland Kontiolahti
2016 NorwegenNorwegen Oslo
2017 OsterreichÖsterreich Hochfilzen

Mixed-Staffel-Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Siehe : Biathlon-Mixed-Staffel-Weltmeisterschaften

Austragungsorte[Bearbeiten]

Insgesamt fanden bisher in 14 unterschiedlichen Ländern Biathlon-Weltmeisterschaften statt. Die Schweiz und Frankreich waren zwar ebenfalls Gastgeber, jedoch nur der inoffiziellen Frauenweltmeisterschaften.

Häufigster Austragungsort von Weltmeisterschaften ist das italienische Antholz, das vier reguläre Weltmeisterschaften sowie 1976 den nichtolympischen Sprintwettbewerb veranstaltete. Ebenfalls Austragungsort bei fünf unterschiedlichen Weltmeisterschaften war das norwegische Oslo, das allerdings in den Jahren 1990, 1999 und 2000 nur einen Teil der Wettbewerbe und im Jahre 2002 nur den nichtolympischen Massenstartwettbewerb ausrichtete.

In Deutschland fanden bisher an vier unterschiedlichen Orten Weltmeisterschaften statt: In den 1960er-Jahren je einmal in Garmisch-Partenkirchen und Altenberg, insgesamt dreimal in Ruhpolding sowie 2004 erstmals in Oberhof.

Ort Land Anzahl Jahre
Altenberg DeutschlandDeutschland Deutschland
(damals Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Deutsche Demokratische Republik)
1 1967
Antholz ItalienItalien Italien 5 1975, 1976 OL, 1983, 1995, 2007
Borowez BulgarienBulgarien Bulgarien 1 1993
Canmore KanadaKanada Kanada 1 1994 OL
Chanty-Mansijsk RusslandRussland Russland 4 2003, 2005 MR, 2010 MR/OL, 2011
Chamonix FrankreichFrankreich Frankreich 2 1984 FR, 1988 FR
Courmayeur ItalienItalien Italien 1 1959
Egg am Etzel SchweizSchweiz Schweiz 1 1985 FR
Elverum NorwegenNorwegen Norwegen 1 1965
Falun SchwedenSchweden Schweden 1 1986 FR
Feistritz an der Drau OsterreichÖsterreich Österreich 1 1989
Garmisch-Partenkirchen Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Bundesrepublik Deutschland 1 1966
Hämeenlinna FinnlandFinnland Finnland 2 1962, 1971
Hochfilzen OsterreichÖsterreich Österreich 3 1978, 1998 OL, 2005
Lahti FinnlandFinnland Finnland 4 1981, 1987 FR, 1991, 2000 ER
Lake Placid Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 2 1973, 1987
Lillehammer (Vingrom) NorwegenNorwegen Norwegen 1 1977
Kontiolahti FinnlandFinnland Finnland 3 1990 ER, 1999, 2015
Minsk WeissrusslandWeißrussland Weißrussland
(damals SowjetunionSowjetunion Sowjetunion)
3 1974, 1982, 1990
Nové Město na Moravě TschechienTschechien Tschechien 1 2013
Nowosibirsk Russland 1991Russland Russland 1 1992 OL
Oberhof DeutschlandDeutschland Deutschland 1 2004
Oslo NorwegenNorwegen Norwegen 5 1986, 1990 ER, 1999 ER, 2000, 2002 OL
Osrblie SlowakeiSlowakei Slowakei 1 1997
Östersund SchwedenSchweden Schweden 2 1970, 2008
Pokljuka SlowenienSlowenien Slowenien 3 1998 OL, 2001, 2006 MR/OL
Pyeongchang Korea SudSüdkorea Südkorea 1 2009
Ruhpolding DeutschlandDeutschland Deutschland 4 1979, 1985, 1996, 2012
Saalfelden OsterreichÖsterreich Österreich 1 1958
Seefeld in Tirol OsterreichÖsterreich Österreich 1 1963
Umeå SchwedenSchweden Schweden 1 1961
Zakopane PolenPolen Polen 1 1969

Erklärungen:
ER   Ersatzausrichter für Wettbewerbe, die am ursprünglichen Austragungsort nicht durchgeführt werden konnten
FR   Weltmeisterschaften der Frauen
MR   Mixed-Relay-Weltmeisterschaft
OL   Olympiajahr, es wurden nur nichtolympische Bewerbe ausgetragen

Die erfolgreichsten Athleten[Bearbeiten]

Der erfolgreichste Teilnehmer an Weltmeisterschaften ist Ole Einar Bjørndalen mit 19 Goldmedaillen, elf Silbermedaillen und neun Bronzemedaillen. Ihm folgen Frank Luck (11-5-4), Emil Hegle Svendsen (11-4-2) und Alexander Tichonow (11-4-1). Wie auch bei den Olympischen Spielen ist Ole Einar Bjørndalen bei den Weltmeisterschaften der erfolgreichste Teilnehmer in Einzeldisziplinen, insgesamt gewann er elf Gold-, vier Silber- und sieben Bronzemedaillen. Außerdem ist der Norweger der erfolgreichste Athlet bezogen auf die Gesamtanzahl der gewonnenen Medaillen. Mit insgesamt 39 Medaillen liegt er vor den drei Deutschen Ricco Groß, Frank Luck und Sven Fischer, die je 20 Medaillen erreichten.

Erfolgreichste Teilnehmerin bei Weltmeisterschaften ist mit 12 Goldmedaillen die Deutsche Magdalena Neuner gefolgt von der Russin Jelena Golowina, die zehn Goldmedaillen gewann. Ihr folgen die deutschen Athletinnen Petra Behle mit neun sowie Uschi Disl und die Norwegerin Liv Grete Poirée mit je acht Goldmedaillen. Je sechs Mal Einzelgold erreichten Liv Grete Poirée sowie die Schwedin Magdalena Forsberg. Mit zusätzlich einer Silber- sowie fünf Bronzemedaillen ist Forsberg vor Poirée die erfolgreichste Biathletin in der Wertung der Einzeldisziplinen. Erfolgreichste Athletin bezogen auf die Gesamtanzahl der gewonnenen Medaillen ist wie auch bei den Olympischen Spielen Uschi Disl mit insgesamt 19 Medaillen. Ihr folgen die Norwegerin Tora Berger (18 Medaillen), die für die Ukraine und Weißrussland gestartete Alena Subrylawa (17 Medaillen) sowie die Deutschen Magdalena Neuner (17 Medaillen) und Andrea Henkel (16 Medaillen). Als einzige Athletin hat Andrea Henkel in jeder Einzeldisziplin (Einzel, Sprint, Verfolgung, Massenstart) eine Goldmedaille gewonnen.

Medaillenspiegel[Bearbeiten]

Nach 46 ausgetragenen Weltmeisterschaften
Platz Land Gold Silber Bronze Total
1 DeutschlandDeutschland Deutschland 71 53 46 170
davon Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Deutsche Demokratische Republik 19 12 10 41
2 RusslandRussland Russland (mit Vereintes TeamVereintes Team Vereintes Team und SowjetunionSowjetunion UdSSR) 70 69 46 185
3 NorwegenNorwegen Norwegen 61 56 51 168
4 FrankreichFrankreich Frankreich 22 24 24 70
5 SchwedenSchweden Schweden 12 11 21 44
6 FinnlandFinnland Finnland 10 10 13 33
7 WeissrusslandWeißrussland Weißrussland 6 7 12 25
8 ItalienItalien Italien 6 3 9 18
9 UkraineUkraine Ukraine 5 10 17 32
10 TschechienTschechien Tschechien (mit Tschechoslowakei) 3 3 8 14
11 OsterreichÖsterreich Österreich 2 4 6 12
12 PolenPolen Polen 1 5 6 12
13 SlowenienSlowenien Slowenien 1 2 1 4
14 KanadaKanada Kanada 1 1 0 2
15 BulgarienBulgarien Bulgarien 0 3 4 7
16 China VolksrepublikChina Volksrepublik China 0 3 0 3
17 SlowakeiSlowakei Slowakei 0 2 1 3
17 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 0 2 1 3
19 RumänienRumänien Rumänien 0 1 0 1
20 LettlandLettland Lettland 0 0 2 2
21 EstlandEstland Estland 0 0 1 1
21 KroatienKroatien Kroatien 0 0 1 1

Weitere Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Juniorenweltmeisterschaften[Bearbeiten]

Siehe : Biathlon-Juniorenweltmeisterschaften

Sommerweltmeisterschaften[Bearbeiten]

Seit 1996 veranstaltet die IBU regelmäßig Biathlon-Sommerweltmeisterschaften. Gelaufen wurde dabei zunächst ohne Hilfsmitte, 2005 wurden auch Wettbewerbe auf Rollskiern eingeführt, sie seit 2010 einzig durchgeführt werden. Die Regeln entsprechen jenen der Winterbewerbe.

Jahr Austragungsort(e)
2005 FinnlandFinnland Muonio
2006 RusslandRussland Ufa
2007 EstlandEstland Otepää
2008 FrankreichFrankreich Haute Maurienne
2009 DeutschlandDeutschland Oberhof
2010 PolenPolen Duszniki Zdrój
2011 TschechienTschechien Nové Město na Moravě
Ort Land Anzahl Jahre
Muonio FinnlandFinnland Finnland 1 2005
Ufa RusslandRussland Russland 1 2006
Otepää EstlandEstland Estland 1 2007
Haute Maurienne FrankreichFrankreich Frankreich 1 2008
Oberhof DeutschlandDeutschland Deutschland 1 2009
Duszniki Zdrój PolenPolen Polen 1 2010
Nové Město na Moravě TschechienTschechien Tschechien 1 2011

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Biathlon-Weltmeisterschaften – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sebastian Würz, WM-Endspurt: Der Biathlon-Formcheck in: Eurosport online, zuletzt abgerufen am 6. Februar 2012.