Magyaren in der Slowakei

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Der relative Anteil der Magyaren nach den Gemeinden
  • 50-100 %
  • 10-50 %
  • 0-10 %

Die Magyaren bilden die größte ethnische Minderheit in der Slowakei. Gemäß der Volkszählung 2011 lebten im Land 458.467 Magyaren, bildeten damit fast 8,5 % der Gesamtbevölkerung der Slowakei. Sie leben vor allem im Süden des Landes entlang der ungarischen Grenze, mehrheitlich in den Bezirken Trnavský kraj und Nitriansky kraj und bilden die Mehrheit im Okres Dunajská Streda und Okres Komárno. Sie sind mehrheitlich zweisprachig und sprechen neben dem Ungarischen auch Slowakisch.

Demographie[Bearbeiten]

Bezirk Zahl Ungarn Prozent
Banskobystrický kraj 660.563 67.596 10,2 %
Bratislavský kraj 602.436 23.888 4,0 %
Košický kraj 791.723 74.743 9,4 %
Nitriansky kraj 689.867 169.460 24,6 %
Prešovský kraj 814.527 646 0,1 %
Trnavský kraj 554.741 120.784 21,8 %
Trenčiansky kraj 594.328 797 0,1 %
Žilinský kraj 688.851 553 0,1 %

Laut der letzten Volkszählung 2011 lebten im Land 458.467 Magyaren, mit einem Anteil von 8,49 %. 2001 bildeten die Magyaren mit 520.528 Angehörigen 9,67 % der Bevölkerung der Slowakei; 1991 waren es noch 567.296, mit einem Anteil von 10,76 %.[1] Siehe die Tabelle rechts für eine Darstellung der Ergebnisse der Volkszählung 2011 nach den Bezirken.[2]

Die magyarische Minderheit lebt zumeist entlang der ungarischen Grenze: im Westen gehören hierzu die Große Schüttinsel, ein Gebiet nördlich davon zwischen der Kleinen Donau und der Waag und das Gebiet am unteren Verlauf der Flüsse Waag, Gran und Eipel, etwa 25-30 Kilometer vor der Mündung in die Donau. Die ersten zwei genannten Gebiete sind teilweise auch als Mattesland (ung. Mátyusföld) bekannt. Außerhalb dieses zusammenhängenden Gebietes befindet sich noch eine Sprachinsel in der Gegend von Nitra, ethnologisch als Zobor bezeichnet. In der Mittelslowakei leben die Ungarn entlang der Eipel, etwa ab Lučenec und in den Südhälften der Landschaften Novohrad und Gemer. In der Ostslowakei sind sie um Rožňava und Moldava nad Bodvou, südwestlich und südlich von Košice zu finden. Dazu kommt noch ein Gebiet im Ostslowakischen Tiefland entlang der Flüsse Bodrog und Latorica, das von der magyarischen Seite auch als Bodrogköz (slow. Medzibodrožie) bezeichnet wird.

Städte mit ungarischem Anteil von mehr als 10 %[Bearbeiten]

Beispiel für ein zweisprachiges Ortsschild

Hier werden alle Städte (nicht jedoch einfache Gemeinden) aufgelistet, die bei der Volkszählung 2001 einen ungarischen Anteil von 10 % oder mehr aufwiesen. Bei einem Anteil von 20 % oder mehr darf die ungarische Sprache von der Gemeinde amtlich verwendet werden.

Die folgenden Städte hatten zwar mehr als 5.000 Angehörige der magyarischen Minderheit, wiesen aber einen Anteil von weniger als 10 % auf:

  • Bratislava (ung. Pozsony) - 16.541 Einw., 3,84 %
  • Košice (ung. Kassa) - 8.490 Einw., 3,79 %

Kultur und Bildung[Bearbeiten]

Das Jókai-Theater in Komárno
  • Csemadok, ein Kulturverein für die ungarische Minderheit in der Slowakei
  • Kalligram, ein Verlag in Bratislava
  • Madách, ehemaliger Verlag
  • Rádio Patria, ein Sendeprogramm des Slowakischen Rundfunks, das mehrheitlich auf ungarisch sendet
  • Új Szó (deutsch Neues Wort), eine ungarischsprachige Zeitung, herausgegeben in Bratislava
  • János-Selye-Universität, ungarischsprachige Universität in Komárno
  • Vasárnap (deutsch Sonntag), eine ungarischsprachige Wochenzeitschrift

Auf etwa 580 Schulen findet Unterricht auf ungarisch statt, weitere etwa 200 Schulen sind bilingual (slowakisch-ungarisch).

Politische Parteien[Bearbeiten]

Heute wird die magyarische Minderheit mit zwei politischen Parteien vertreten:

  • Partei der ungarischen Koalition (ung. Magyar Koalíció Pártja, slow. Strana maďarskej koalície, offizielle Abk. SMK-MKP), derzeit nicht im Parlament, war 1998–2006 in der Regierung vertreten
  • Most-Híd (slow. und ung. für das Wort „Brücke“), mit 13 Mandaten im Parlament vertreten, war 2010–2012 in der Regierung vertreten, aktuell in der Opposition

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Geboren vor 1918[Bearbeiten]

Geboren nach 1918[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. PDF bei portal.statistics.sk
  2. PDF bei scitanie2011.sk