Žilinský kraj

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Žilinský kraj
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Bratislavský kraj Trnavský kraj Trenčiansky kraj Nitriansky kraj Žilinský kraj Banskobystrický kraj Prešovský kraj Košický krajDer kraj Žilina   in der Slowakei
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Übergeordneter Staat Slowakei
Art der Verwaltungseinheit Landesbezirk (slowakisch: kraj)
Administrative Unterteilung 11 Landkreise (slowakisch: okres)
Fläche 6.809 km²
Einwohner 690.420 (31. Dezember 2013)
Bevölkerungsdichte 101,4 Einwohner/km²
Sprache(n) slowakisch, polnisch
Religion(en) römisch-katholisch
Nationalität(en) Slowaken, Polen
Verwaltungssitz/Hauptstadt Žilina
Kennziffer/Zeichen 05
Telefonvorwahl +421
Zeitzone UTC +1
Code nach ISO 3166-2 SK-ZI

Der Žilinský kraj (Silleiner Landesbezirk / Landesbezirk Žilina) ist ein Verwaltungsgebiet in der nördlichen Slowakei.

Landkreise[Bearbeiten]

Verwaltungsgliederung der Landkreise im Landesbezirk Žilina.

Der Landesbezirk besteht aus folgenden 11 Landkreise:

Geographie[Bearbeiten]

Der Landesbezirk hat eine Fläche von 6.809 km² und 690.420 Einwohner (Stand 31. Dezember 2013) und befindet sich in der Nordslowakei. Die gebirgige Landschaft wird von den Westkarpaten und verschiedenen Tälern geprägt; es gibt hier kein Tiefland. Im Nordwesten befinden sich Teile der Weißen Karpaten und des Javorník-Gebirges, die die Grenze zu Mähren bilden. In der Region des Jablunkapasses beim Dreiländereck Slowakei-Tschechien-Polen beginnen die Beskiden (Mährisch-Schlesische Beskiden), die mehrheitlich an der Grenze zu Polen liegen. Auf der slowakischen Seite werden sie als Slovenské Beskydy geführt. In der Gegend von Žilina und seinem Kessel Žilinská kotlina befindet sich die Kleine Fatra, die durch ein Durchbruchstal der Waag geteilt wird. Die traditionelle Landschaft Turz wird von der Turčianska kotlina (Turz-Kessel) eingenommen. Östlich und nordöstlich davon liegen die Große Fatra sowie ein weiteres Durchbruchstal der Waag. Weitere Gebirge im Ostteil des Krajs sind die Oravská Magura, Chočské vrchy, die Westtatra und die Niedere Tatra; zwischen den letzten zwei genannten liegt in der Landschaft Liptau der große Untertatra-Kessel.

Der bedeutendste Fluss des Landesbezirkes ist die Waag, die ihn von Osten nach Westen durchquert. Größere Zuflüsse sind die Arwa, Turiec, Kysuca und Rajčanka. Es befinden sich zwei größere Stauseen im Gebiet: der Liptauer Stausee (Liptovská Mara) an der Waag bei Liptovský Mikuláš und der Arwa-Stausee bei Tvrdošín. Der höchste Berg ist die Bystrá in der Westtatra (2248 m n.m.); der niedrigste Punkt liegt an der Waag bei Predmier (301 m n.m.).[1]

Vier Nationalparks liegen völlig oder teilweise im Landesbezirk Žilina: Malá Fatra (Kleine Fatra), Veľká Fatra (Große Fatra), Nízke Tatry (NAPANT, Niedere Tatra) und der Tatranský národný park (TANAP, Tatra-Nationalpark). Daneben sind drei Gebiete als Landschaftsschutzgebiete geführt: Horná Orava, Kysuce und Strážovské vrchy.

Verwaltungstechnisch grenzt der Landesbezirk an die polnische Woiwodschaft Schlesien und Woiwodschaft Kleinpolen im Norden, Landesbezirk Prešovský kraj im Osten, Landesbezirk Banskobystrický kraj im Süden, Landesbezirk Trenčiansky kraj im Südwesten sowie die tschechischen Landesbezirk eZlínský kraj und Moravskoslezský kraj im Nordwesten.

Historische administrative Einheiten[Bearbeiten]

Im Königreich Ungarn befanden sich hier vier Komitate: das Komitat Trentschin im Westen, Komitat Turz im Südwesten, Komitat Arwa im Norden und Komitat Liptau im Osten. Mit der Ausnahme des ersten Komitats sind die slowakischen Bezeichnungen weiterhin üblich.

Entwicklung nach dem Zerfall von Österreich-Ungarn im Jahr 1918:[2]

  • 1918/1919–1922: wie oben, Tschechoslowakei[3]
  • 1923–1928: Považská župa (Waager Gespanschaft) und Podtatranská župa (Untertatraer Gespanschaft), Tschechoslowakei
  • 1928–1939: Slovenská krajina/zem (Slowakisches Land), Tschechoslowakei
  • 1940–1945: Trenčianska župa (Trentschiner Gespanschaft) und Tatranská župa (Tatraer Gespanschaft), Erste Slowakische Republik
  • 1945–1948: Slovenská krajina (Slowakisches Land), Tschechoslowakei
  • 1949–1960: Žilinský kraj (Silleiner Landesbezirk) - mit dem heutigen nicht zu verwechseln, Tschechoslowakei
  • 1960–1990: Stredoslovenský kraj (Mittelslowakischer Landesbezirk), Tschechoslowakei
  • seit 1996: heutiger Landesbezirk Žilinský kraj

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerungsdichte liegt bei 102/km², etwas niedriger als der slowakische Durchschnitt (110/km²). Hauptstadt ist Žilina (Sillein), andere wichtige Städte sind Martin, Ružomberok (Rosenberg) und Liptovský Mikuláš (Liptau-Sankt Nikolaus).Insgesamt besteht der Landschaftsverband aus 315 Gemeinden, davon 18 Städten.[4] Die Slowaken bilden laut der Volkszählung 2001 97,5 % der Bevölkerung. Die Tschechen haben einen Anteil von 0,9 %.[5]

Nach der Religion ist am stärksten die römisch-katholische Kirche mit 75,5 % vertreten; am zweiten Platz steht die Evangelische Kirche A. B. mit 10,5 %. Ein Zehntel der Einwohner bezeichneten sich als Atheisten.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dokumente und Bilder zum Landesbezirkes Žilina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Kopa, Ľudovít et al.: The Encyclopaedia of Slovakia and the Slovaks. Enzyklopädisches Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften, Bratislava 2006, ISBN 80-224-0925-1.
  2.  Kováč, Dušan et al.: Kronika Slovenska 2. Fortuna Print, Bratislava 1999, ISBN 80-88980-08-9.
  3. Siehe aber: Tschechoslowakisch-polnische Grenzkonflikte
  4. Statistisches Amt der Slowakischen Republik
  5. Volkszählung 2001 nach Nationalitäten (PDF; 61 kB)
  6. Volkszählung 2001 nach Religionen (PDF; 70 kB)