Banskobystrický kraj

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Banskobystrický kraj
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Bratislavský kraj Trnavský kraj Trenčiansky kraj Nitriansky kraj Žilinský kraj Banskobystrický kraj Prešovský kraj Košický krajDer kraj Banská Bystrica   in der Slowakei
Über dieses Bild
Übergeordneter Staat Slowakei
Art der Verwaltungseinheit Kraj
Administrative Unterteilung 13 Okresy
Fläche 9.454 km²
Einwohner 660.128 (31. Dezember 2011)
Bevölkerungsdichte 69,83 Einwohner/km²
Sprache(n) slowakisch, ungarisch
Religion(en) römisch-katholisch
Nationalität(en) Slowaken, Ungarn
Verwaltungssitz/Hauptstadt Banská Bystrica
Kennziffer/Zeichen 06
Telefonvorwahl +421
Zeitzone UTC +1
Code nach ISO 3166-2 SK-BC

Der Banskobystrický kraj (Neusohler Landschaftsverband) ist ein geografisches Gebiet in der Mittelslowakei. Das Gebiet ist räumlich identisch mit dem Selbstverwaltungsbezirk Banská Bystrica.

Okresy[Bearbeiten]

Der Banskobystrický kraj (Neusohler Landschaftsverband) besteht aus folgenden 13 Untereinheiten, die in der Slowakei Okres genannt werden:

Die 13 Untereinheiten des Bezirks Banská Bystrica

Geographie[Bearbeiten]

Der Banskobystrický kraj hat eine Fläche von 9.454 km², wodurch er flächenmäßig der größte Bezirk (sl. kraj) ist. Er hat 660.128 Einwohner (Stand 31. Dezember 2011) und befindet sich in der Mittelslowakei. Die Landschaft ist meistens gebirgig und wird von den Westkarpaten sowie verschiedenen Tälern geprägt; die Höhe senkt vom Norden nach Süden. Im Norden befinden sich die Große Fatra und die Niedere Tatra; die Kessellandschaft unterhalb dieser Gebirge heißt Horehronie (etwa: Oberes Grantal). In den westlichen Teilen befinden sich die Kremnitzer Berge, das Vogelgebirge und die Schemnitzer Berge. Im Zentrum sind die Gebirge Krupinská planina, Javorie, Poľana und der Kessel Zvolenská kotlina. Ab etwa der Stadt Detva nach Osten durchzieht das an alten Bergwerksstädten reiche Slowakische Erzgebirge mit seinen Unterteilungen (z. B. Muránska planina oder Spišsko-gemerský kras) das Gebiet. Im Süden befinden sich sowohl der lange Südslowakische Kessel als auch das Gebirge Cerová vrchovina entlang der ungarischen Grenze. Größere Flüsse sind die Hron in der Nordhälfte und Ipeľ im Zentrum und Süden; weitere Flüsse sind die Slatina, Krupinica, Rimava und ein kleiner Teil der Slaná. Der höchste Berg ist der Ďumbier in der Niederen Tatra (2046 m n.m.); der niedrigste Punkt liegt am Fluss Štiavnica bei Dudince (135 m n.m.).[1]

Drei Nationalparks liegen völlig oder teilweise im Banskobystrický kraj: Nízke Tatry (NAPANT, Niedere Tatra) und Muránska planina (Muraner Plateau). Daneben befindet sich ein winziger Teil des Nationalparks Slovenský raj (Slowakisches Paradies) im Banskobystrický kraj. Außerdem sind vier weitere Gebiete als Landschaftsschutzgebiete geführt: Štiavnické vrchy, Poľana und Cerová vrchovina. Dazu kommt ein kleiner Teil von Ponitrie.

Verwaltungstechnisch grenzt der Banskobystrický kraj an den Žilinský kraj im Norden, Prešovský kraj im Nordosten, Košický kraj im Osten, die ungarischen Komitate Borsod-Abaúj-Zemplén im Südosten und Nógrád im Süden, den Nitriansky kraj im Westen und Trenčiansky kraj im Nordwesten.

Historische administrative Einheiten[Bearbeiten]

Im Königreich Ungarn befanden sich hier mehrere Komitate: das Komitat Sohl lag im Zentrum, Komitat Gemer und Kleinhont im Osten, Komitat Neograd im Süden, Komitat Hont im Südwesten und Komitat Barsch im Westen.

Entwicklung nach dem Zerfall von Österreich-Ungarn im Jahr 1918:[2]

  • 1918/1919–1922: wie oben, Tschechoslowakei
  • 1923–1928: Zvolenská župa (Sohler Gespanschaft, Mehrheit), Považská župa (Waager Gespanschaft, Gebiet um die Stadt Kremnica) und Podtatranská župa (Untertatraer Gespanschaft, im Osten), Tschechoslowakei
  • 1928–1939: Slovenská krajina/zem (Slowakisches Land), Tschechoslowakei
  • 1940–1945: Pohronská župa (Graner Gespanschaft), Erste Slowakische Republik. Das Gebiet südlich der Linie (und einschließlich) Veľký Krtíš - Lučenec - Rimavská Sobota - Jelšava war 19381945 als Folge des Ersten Wiener Schiedsspruchs Teil Ungarns.
  • 1945–1948: Slovenská krajina (Slowakisches Land), Tschechoslowakei
  • 1949–1960: Banskobystrický kraj (Neusohler Landschaftsverband) und Košický kraj (Kaschauer Landschaftsverband) - mit den heutigen nicht zu verwechseln, Tschechoslowakei
  • 1960–1990: Stredoslovenský kraj („Mittelslowakischer Bezirk“) und Východoslovenský kraj („Ostslowakischer Bezirk“), Tschechoslowakei
  • seit 1996: heutiger Banskobystrický kraj (Neusohler Landschaftsverband)

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerungsdichte liegt bei 69/km², deutlich niedriger als der slowakische Durchschnitt (110/km²). Die Hauptstadt ist Banská Bystrica (Neusohl), andere wichtige Städte sind Zvolen (Altsohl), Lučenec, Rimavská Sobota (Groß-Steffelsdorf) sowie die alten Bergwerksstädte Kremnitz (Kremnica) und Schemnitz (Banská Štiavnica). Insgesamt besteht der Banskobystrický kraj aus 516 Gemeinden, davon 24 Städten und umfasst auch das Militärgelände Lešť.[3] Die Slowaken bilden laut der Volkszählung 2001 83,7 % der Bevölkerung. Im Süden sind die Ungarn (11,7 %) stark vertreten und es gibt auch eine Minderheit der Roma (2,3 %).[4]

Nach der Religion ist am stärksten die römisch-katholische Kirche mit 62,4 % vertreten; am zweiten Platz steht die Evangelische Kirche A. B. mit 13 %. Ein Sechstel der Einwohner bezeichneten sich als Atheisten.[5]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Banskobystrický kraj gehört zu den ärmeren Gebieten der Slowakei. Der durchschnittliche Bruttolohn betrug im Jahr 2010 739 Euro (Nettolohn: 579 Euro), unter dem nationalen Durchschnitt von 831 Euro (Nettolohn: 659 Euro). Die registrierte Arbeitslosigkeit war im Jahr 2011 19,83 % (nationaler Durchschnitt: 13,59 %); besonders hoch war sie in südlichen Okresy wie Rimavská Sobota (34,59 %) oder Revúca (30,79 %).[6]

Kultur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dokumente und Bilder zum Kraj – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Kopa, Ľudovít et al.: The Encyclopaedia of Slovakia and the Slovaks. Enzyklopädisches Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften, Bratislava 2006, ISBN 80-224-0925-1.
  2.  Kováč, Dušan et al.: Kronika Slovenska 2. Fortuna Print, Bratislava 1999, ISBN 80-88980-08-9.
  3. Statistisches Amt der Slowakischen Republik
  4. Volkszählung 2001 nach Nationalitäten (PDF-Datei; 60 kB)
  5. Volkszählung 2001 nach Religionen (PDF-Datei; 69 kB)
  6. Regionale Statistik RegDat, Statistisches Amt der Slowakischen Republik (slowakisch), abgerufen am 12. Mai 2012