Marktleugast

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Marktleugast
Marktleugast
Deutschlandkarte, Position des Marktes Marktleugast hervorgehoben
50.17166666666711.633055555556554Koordinaten: 50° 10′ N, 11° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kulmbach
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Marktleugast
Höhe: 554 m ü. NHN
Fläche: 33,89 km²
Einwohner: 3256 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95352
Vorwahl: 09255
Kfz-Kennzeichen: KU, EBS, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 77 138
Marktgliederung: 25 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Neuensorger Weg 10
95352 Marktleugast
Webpräsenz: www.marktleugast.de
Bürgermeister: Franz Uome (CSU)
Lage des Marktes Marktleugast im Landkreis Kulmbach
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Marktleugast ist ein Markt im Landkreis Kulmbach (Regierungsbezirk Oberfranken) und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Marktleugast.

Geografie[Bearbeiten]

Marktleugast

Geografische Lage[Bearbeiten]

Marktleugast liegt am südöstlichen Rand des Naturparks Frankenwald.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Marktleugast ist in 25 Ortsteile eingeteilt:[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die erstmalige urkundliche Erwähnung Marktleugasts war im Jahr 1329.

Der Ort Marktleugast (früher Lubigast) gehörte in den ältesten Zeiten dem Kloster Langheim. Dies ist in Dekreten Kaiser Ludwigs IV. von 1329 und 1331 belegt, durch welche den Äbten zu Langheim das Recht zugesprochen wurde, in Leugast das Blutgericht auszuüben.

Im Jahre 1384 verkaufte Abt Friedrich von Langheim Leugast an den Fürstbischof Lambert von Bamberg. Im Laufe der Zeit kam Leugast in den Besitz der Familie Rabenstein. Auf dem Platz, auf dem jetzt die Kirche steht, hatte diese Familie eine Burg. In der Reformationszeit wurden einige Glieder der Familie protestantisch und zogen auf ihre Stammgüter Burg Rabeneck und Rabenstein bei Waischenfeld, wo dieser Zweig um das Jahr 1618, nachdem zwei junge Herren von Rabenstein an den Blattern gestorben waren, verlöschte.

Die katholischen Mitglieder der Familie blieben in Leugast und vermachten ihre Güter der Gemeinde und der Kirche zu Leugast, da auch dieser Zweig der Rabensteiner ausgestorben war. Das Schloss wurde wahrscheinlich in der Reformationszeit von den Schweden, die in dieser Gegend hausten, zerstört; eine kleine Kirche wurde auf seinen Trümmern gebaut. Nachdem dieses Kirchlein mit zunehmender Seelenzahl der Gemeinde zu klein und mit der Zeit baufällig geworden war, erteilte der Fürstbischof zu Bamberg und Kurfürst von Mainz, Lothar Franz von Schönborn, der Gemeinde Leugast die Erlaubnis, milde Beiträge für die Erbauung einer neuen Kirche zu sammeln.

Die jetzige Kirche wurde in den Jahren 1762 bis 1782 vollendet und von Weihbischof Nitschke eingeweiht. Patrone der Kirche sind der Märtyrer und Apostel Bartholomäus und Sankt Martin. Die Kirche besitzt ein großes Deckengemälde mit den Vierzehn Nothelfern.

Die Revolution von 1848 brachte manche Umwälzung mit sich. Als 1849 die Not immer größer wurde, wanderte mancher, der das Geld aufbrachte, nach Amerika aus.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Marktleugast wiederholt von schweren Feuersbrünsten heimgesucht.

Gegen Ende dieses Jahrhunderts zogen Technik und Fortschritt in Marktleugast ein. So wurde 1899 die erste Straßenbeleuchtung und 1901 die erste Wasserleitung, teilweise aus Stiftungen der Bürger, eingerichtet. Der Erste Weltkrieg forderte von Marktleugast schwere Opfer. Die Frauen meisterten allein die schwere bäuerliche Arbeit.

Auch der Zweite Weltkrieg ging nicht spurlos an Marktleugast und seinen Bürgern vorüber; besonders die Besetzung durch fremde Truppen brachte viel Schweres mit sich. Die Nachkriegszeit änderte Zusammensetzung und Zahl der Bevölkerung. Für die Heimatvertriebenen entstand im Ortsteil Mannsflur eine neue Siedlung. Dort wurden 1956 eine Schule und 1959 eine evangelische Kirche errichtet.

Durch Ansiedlung von Industrie, Handel und Gewerbe, hauptsächlich der Textilbranche, später auch anderer Wirtschaftszweige, konnte Marktleugast seine ursprüngliche Monostruktur entscheidend verbessern. Viele Bürger finden in Marktleugast und seinen Ortsteilen Arbeit und Brot.

Kanalisation, Straßenbeleuchtung und Wasserversorgung wurden erheblich verbessert und teilweise neu geschaffen. Mit dem Markt Grafengehaig wurde eine Verwaltungsgemeinschaft gebildet. Die gemeinsame Verwaltung konnte im Herbst 1981 in ein neues Verwaltungsgebäude direkt im Ortskern einziehen. Die langjährigen Bemühungen des Marktes Marktleugast zur Verbesserung der Infrastruktur wurden durch die Anerkennung als Kleinzentrum bestätigt. Marktleugast liegt im Naturpark Frankenwald und bietet seinen Bewohnern und Gästen ein weit verzweigtes Netz an Wanderwegen in abwechslungsreicher Landschaft an. Besonders für den Skilanglauf sind die Bedingungen im Winter ideal. Durch die örtlichen Vereine steht ein reichhaltiges Programm sportlicher Betätigung zur Verfügung. Die Palette reicht über Fußball, Handball, Gymnastik und Ringen bis zum Schießen, Angeln, Modellflug, Schach und Wandern.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Traindorf eingegliedert.[3] Marienweiher kam am 1. Januar 1977 hinzu. Am 1. Januar 1978 folgte Neuensorg, am 1. Mai 1978 Hohenberg.[4]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2014 Franz Uome (CSU). Seines Vorgängers waren Norbert Volk von 2008 bis 2014 (Freien Wähler) und Manfred Huhs von 1984 bis 2008 (Freien Wähler).

2008 2014 Stichwahl 30. März 2014
Purucker, Oswald (CSU) 39,75%
Uome, Franz (CSU) 39,05% 51,42%
Volk, Norbert (FW) ab 11. Nov. 2013 (WGM) 56,45% 40,95% 48,58%
Huber, Lothar (Bürgerforum/FDP) 3,8%
Meisel, Reiner (Freien Wähler) 20,1%

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Zur Gemeinderatswahl 2014 verzichtete das Bürgerforum/FDP sowie die SPD auf eine eigene Liste und die neu gegründete Wählergemeinschaft Marktleugast (WGM) stellt sich erstmals zur Wahl.

Die Kommunalwahlen 2002,2008 und 2014 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Marktgemeinderat:

2002 2008 2014
Stimmberechtigt 03046 02941 02780
Wähler 02352 02257 01987
Wahlbeteiligung 077,2% 076,74% 070,76%
2002 Sitze 2008 Sitze 11.11.2013 Sitze 2014 Sitze
CSU 35,5% 6 34,73% 6 34,73% 6 35,64% 6
Freie Wähler 31,3% 6 34,13% 6 2 19,63% 3
SPD 9,8% 1 9,52% 1 9,52% 1
Hohenberger-Bürger-Gemeinschaft 10,1% 1 10,12% 2 10,12% 2 10,58% 2
Freie Wählergemeinschaft Neuensorg 06,0% 1 06,14% 1 06,14% 1 07,56% 1
Bürgerforum/FDP 07,3% 1 05,34% 0 05,34%
WGM/Wählergemeinschaft Marktleugast 4 26,58% 4
Gesamt 100% 16 100% 16 100% 16 100% 16

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Marktleugast unterhält eine Gemeindepartnerschaft mit Sankt Iwan bei Ofen/Pilisszentiván, Ungarn, seit 1988. Diese Partnerschaft initiierte Georg Bauer, er stammt selbst aus St. Iwan und flüchtete nach Marktleugast.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Als Sehenswürdigkeit gilt die katholische Pfarr- und Wallfahrtsbasilika Maria Heimsuchung im Kloster Marienweiher mit prunkvoller Innenausstattung. Marienweiher ist einer der ältesten Wallfahrtsorte in Deutschland und wird jährlich von vielen Gläubigen besucht.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Marktleugast

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Bayerische Landesbibliothek Online – Marktleugast. Abgerufen am 7. April 2014.
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 574.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 693.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marktleugast – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien