Maschwanden

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Maschwanden
Wappen von Maschwanden
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Affolternw
BFS-Nr.: 0008i1f3f4
Postleitzahl: 8933
Koordinaten: 674899 / 23212747.2358258.427783398Koordinaten: 47° 14′ 9″ N, 8° 25′ 40″ O; CH1903: 674899 / 232127
Höhe: 398 m ü. M.
Fläche: 4.67 km²
Einwohner: 641 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 122 Einw. pro km²
Website: www.maschwanden.ch
Maschwanden gegen den Lindenberg

Maschwanden gegen den Lindenberg

Karte
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Maschwanden ist eine politische Gemeinde im Bezirk Affoltern des Kantons Zürich in der Schweiz.

Reformierte Kirche von 1505
Gasthof Kreuz mit Tavernenrecht
Naturschutzgebiet Maschwander Allmend

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Maschwanden
Blasonierung:

„In Gold eine geschweifte, schwarze Spitze, belegt und beseitet von drei Planetenzeichen Erde (2, 1) in verwechselten Farben.“

Beschreibung:

Das Gemeindewappen wurde von der ehemaligen zürcherischen Vogtei Maschwanden bereits im Jahr 1406 benutzt.

Geographie[Bearbeiten]

Maschwanden liegt im äussersten Südwesten des Kantons Zürich am Rand der Reussebene in der Nähe der Mündung der Lorze in die Reuss. Im Westen der Gemeinde bildet die Lorze die natürliche Grenze zum Kanton Zug. Das Naturschutzgebiet Rüssspitz jenseits der Lorze gehört zur weitläufigen Gemeinde Hünenberg. Im Norden grenzt Maschwanden an die Gemeinde Obfelden, im Nordosten an Mettmenstetten, im Osten an Knonau und im Süden an die zugerische Gemeinde Cham.

Mit 4.67 km2 ist Maschwanden die flächenmässig zweitkleinste Gemeinde des Bezirks Affoltern. Der Landwirtschaft dienen 61 % der Gemeindefläche, 24 % ist bewaldet, 3 % sind Verkehrsflächen und 5 % nimmt die Siedlung ein.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Mit ca. 664 Einwohner (Stand Ende 2013) ist Maschwanden die Gemeinde mit der kleinsten Bevölkerung im Bezirk Affoltern und eine der kleinsten Gemeinden im Kanton Zürich. Im Jahr 2000 waren in Maschwanden immer noch annähernd ein Drittel der Bevölkerung im ersten Sektor beschäftigt.[2] Der Leitspruch von Maschwanden lautet: "Wir wollen ein Bauerndorf bleiben".

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1634 339
1786 507
1850 578
1900 493
1920 424
1950 470
1970 400
1990 495
2000 574
2010 612

Politik[Bearbeiten]

Gemeindepräsident ist Andreas Binder (Stand 2012).

Geschichte[Bearbeiten]

Maschwanden wird im ältesten Stiftungsbrief des Klosters Muri (um 1160 verfasst, in einer Kopie des 14. Jahrhunderts überliefert) in den Acta Murensia als Maswanden erstmals erwähnt. Gleichenorts gibt es eine weitere Nennung als Maswandon, die direkt auf eine Originalurkunde von 1189 zurückgehen dürfte.[3] Die althochdeutsche Grundform ist entweder vom oberdeutschen Diminutiv Mani abgeleitet und lautete ze Manines swanton oder beruht auf dem schwach deklinierten Personennamen Mano und hiess ze Manin swanton («bei den Rodungen des Mani bzw. des Mano»).[4]

In einer Urkunde von 1260 ist Maschwanden als ein Burgstädtchen («in castro dicto Maswandon») bezeugt.[5] Burg und Stadt Maschwanden waren fast gleich gross wie Regensberg. Es lag auf einem Hügel am Rand zum Sumpfgebiet bei der Lorze. Wie bei vielen solchen Städtchen bildeten die Aussenfassaden der Häuser die Ringmauer. Es gab einen Wehrturm, Sodbrunnen und Handwerksbetriebe wie Schmiede und Töpferei.[2]

Die Stadt Maschwanden lag im Herrschaftsbereich der Freiherren von Eschenbach. Wegen ihrer Beteiligung am Königsmord an Albrecht I. wurde die Stadt Maschwanden 1309 von den Habsburgern zerstört und nie wieder aufgebaut.[6] Maschwanden kam unter Habsburgische Herrschaft. Im Jahr 1406 erwarb die Stadt Zürich die Gerichtsherrschaft über das Maschwander Amt. Die Obervogtei Maschwanden-Freiamt wurde 1512 Teil der neu geschaffenen Landvogtei Knonau.

Schon vor der Zerstörung des Städtchens entstand nördlich und östlich davon das heutige Dorf Maschwanden mit der Mühle im Oberdorf und einem Gasthaus im Zentrum. Beim Bau der Dorfkirche im Jahr 1505 verwendete man Steine der ehemaligen Stadt und Burg wieder.

Der ehemalige Burghügel wurde im 19. und 20. Jahrhundert durch Kiesabbau vollständig abgetragen. Letzte archäologische Notgrabungen fanden 1934 statt. Die Gewinne aus dem gemeindeeigenen Kieswerk machten um 1890 ca. 20 % der Einnahmen der Gemeinde aus, die dadurch verschiedene sonst nicht realisierbare Projekte finanzieren konnte.

Literatur[Bearbeiten]

Bernhard Schneider et al.: Die eigenständige Entwicklung der Gemeinde Maschwanden. 1991.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maschwanden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. a b Martin Illi: Maschwanden im Historischen Lexikon der Schweiz
  3.  Martin Kiem (Hrsg.): Acta Murensia. In: Quellen zur Schweizer Geschichte III. 1883, S. 29, 121.
  4.  Daniel Gut: Lunnern. Londons Zwilling im Reusstal. Eine sprach- und kulturgeschichtliche Verortung von Siedlungsnamen. BoD, Norderstedt 2010, ISBN 978-3-83708758-1, S. 80.
  5.  Daniel Gut: Lunnern. Londons Zwilling im Reusstal. Eine sprach- und kulturgeschichtliche Verortung von Siedlungsnamen. BoD, Norderstedt 2010, ISBN 978-3-83708758-1, S. 79-82, 113.
  6. Geschichte Website der Gemeinde Maschwanden