Bezirk Affoltern

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Bezirk Affoltern
Bezirk Affoltern
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Hauptort: Affoltern am Albis
BFS-Nummer: 0101
Fläche: 113.01 km²
Einwohner: 49'965[1] (31. Dezember 2013)
Bevölkerungsdichte: 442 Einw. pro km²
Website: http://www.knonauer-amt.ch/
Karte
Karte von Bezirk Affoltern

Der Bezirk Affoltern ist ein Bezirk im Südwesten des Kantons Zürich in der Schweiz zwischen der Albiskette und der Reuss. Im Westen und Nordwesten grenzt er an den Kanton Aargau, im Süden an den Kanton Zug. Der Bezirk ist identisch mit der Region Knonaueramt (auch Knonauer Amt) und wird im Volksmund oft Säuliamt genannt. Der in früheren Jahrhunderten ebenfalls gebräuchliche Name Zürcher Freiamt ist heute so gut wie unbekannt.

Der Bezirk Affoltern umfasst 14 Gemeinden. Es bestehen keine Zivilgemeinden mehr. Die meisten Gemeinden des Bezirks Affoltern gehören der Agglomeration Zürich an. Trotzdem gilt das Knonaueramt – besonders der südliche Teil – immer noch als eine weitgehend ländlich geprägte Region im Kanton Zürich.

Politische Gemeinden[Bearbeiten]

Wappen Gemeindename PLZ Einwohner
(31. Dezember 2013)
Fläche
in km²
Aeugst am Albis Aeugst am Albis 8914 1972 7,87
Affoltern am Albis Affoltern am Albis 8910 11'363 10,56
Bonstetten Bonstetten 8906 5260 7,42
Hausen am Albis Hausen am Albis 8915 3431 13,64
Hedingen Hedingen 8908 3595 6,59
Kappel am Albis Kappel am Albis 8926 956 7,87
Knonau Knonau 8934 2007 6,48
Maschwanden Maschwanden 8933 664 4,67
Mettmenstetten Mettmenstetten 8932 4423 13,11
Obfelden Obfelden 8912 4867 7,54
Ottenbach Ottenbach 8913 2483 4,98
Rifferswil Rifferswil 8911 959 6,50
Stallikon Stallikon 8143 3339 12,01
Wettswil-am-Albis Wettswil am Albis 8907 4646 3,77
Total (14) 49'965 113,01

Veränderungen im Gemeindebestand[Bearbeiten]

Ortschaften und Weiler[Bearbeiten]

PLZ Name der Ortschaft Gemeinde
8915 Albisbrunn Hausen am Albis
8914 Aeugstertal Aeugst am Albis
8934 Baaregg Knonau
8912 Bickwil Obfelden
Buechenegg Stallikon
8932 Dachlissen Mettmenstetten
8925 Ebertswil Hausen am Albis
8926 Hauptikon Kappel am Albis
8914 Müliberg Aeugst am Albis
8912 Oberlunnern Obfelden
8913 Rickenbach bei Ottenbach Ottenbach
8932 Rossau Mettmenstetten
Schachen Bonstetten
8143 Sellenbüren Stallikon
8912 Toussen Obfelden
8915 Türlen Hausen am Albis
8926 Uerzlikon Kappel am Albis
8143 Uetliberg Stallikon
Zürich
8912 Unterlunnern Obfelden
8934 Uttenberg Knonau
8909 Zwillikon Affoltern am Albis

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Bezirk Affoltern
Blasonierung:

„In Gold ein schwarzes Mauerankerkreuz.“

Beschreibung:

Als einziger Bezirk des Kantons Zürich führt der Bezirk Affoltern ein Wappen, das er von der früheren Landvogtei Knonau übernommen hat. Es geht auf das Wappen der Freiherren von Eschenbach zurück.

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss Knonau
Altes Gerichtsgebäude in Affoltern a. A.

Die Stadt Zürich erlangte ab dem Beginn des 15. Jahrhunderts bis zur Reformation nach und nach die Herrschaft über die Gebiete zwischen Albis und Reuss. Schon 1406 verkauften die Erben Johanns von Hallwyl die aus Langnau, Kappel, Rifferswil, Maschwanden, Ottenbach und Teilen des heutigen Obfeldens bestehende, ehemals eschenbachische Vogtei Maschwanden an die Limmatstadt. Im Zuge der eidgenössischen Eroberung des Aargaus 1415 annektierte Zürich dann das Freiamt Affoltern samt der hohen Gerichtsbarkeit über Steinhausen, über das Maschwanderamt, das Kelleramt, über Aesch (Niedergericht 1462 an ZH), Birmensdorf-Oberurdorf (Niedergericht 1485/1511 an ZH), Hedingen (Niedergericht 1503 an ZH), die Herrschaft Knonau (mit Obermettmenstetten und Aeugst, Niedergericht 1512 an ZH), Wettswil-Stallikon (Niedergericht 1532/33 an ZH) und Bonstetten (Niedergericht 1538 an ZH). Im Alten Zürichkrieg war die ganze Region stark von Kriegshandlungen betroffen und wurde zwischen 1443 und 1450 durch Schwyz, Glarus, Luzern und Zug verwaltet.[2][3]

Zu den traditionellen Autonomierechten des Freiamts gehörte die eigene Gerichtsbarkeit. Die aus habsburgischer Zeit von 1173–1415 überlieferten Gerichtsorte waren Rifferswil, Affoltern am Albis und Berikon. Die Freiamtsgemeinde tagte in der Kirche Mettmenstetten. Ein letztes Mal trat sie am 26. März 1795 zusammen, musste allerdings aufs Rüteli in der Nähe der heutigen Bahnstation verlegt werden, weil die Kirche für die zahlreichen Besucher zu klein war.[4]

Von 1507 bis 1512 fasste die Zürcher Regierung die oben genannten Gebiete (ohne Aesch, Birmensdorf-Oberurdorf und Wettswil-Stallikon-Bonstetten, die jeweils eigene Obervogteien bildeten) zur Landvogtei Knonau zusammen und vereinheitlichte die Rechtsordnung.[5] Verschiedentlich provozierten die Zentralisierungsbestrebungen des Stadtzürcher Zunftregimes den Widerstand der Ämtler Bevölkerung, so im Waldmannhandel 1489[6], im Wädenswilerhandel 1667/68[7] (eine Steuerrevolte in Wädenswil und im Knonaueramt, welche Zürich mit Militäraktionen, Hinrichtungen und schweren Bussen bodigte), im Ämtlerhandel 1794/95[8] und im Bockenkrieg 1804[9]. Dieser letzte Aufstand endete für das Knonaueramt mit der Entwaffnung und militärischen Besetzung der Dörfer, Freiheits- und Geldstrafen sowie der kriegsrechtlichen Hinrichtung zweier Revolutionäre, Jakob Schneebeli aus Affoltern am Albis und Heinrich Häberling aus Knonau, deren Namen (zusammen mit denen der ebenfalls hingerichteten Hans Jakob Willi aus Horgen und Jakob Kleinert aus Schönenberg) auf einem Gedenkstein beim Bahnhof Affoltern verewigt sind.

1798 schufen die Behörden der Helvetische Republik den Distrikt Mettmenstetten, der das Kerngebiet der Landvogtei Knonau sowie Aesch, Birmensdorf, Oberurdorf, Wettswil, Stallikon und Bonstetten umfasste. Langnau wurde bei dieser Gelegenheit dem Distrikt Horgen zugeteilt. Steinhausen und das Kelleramt, über die Zürich nie das Niedergericht besessen hatte, kamen an den Kanton Zug bzw. an den Kanton Baden, der seinerseits 1803 Teil des neuen Aargaus wurde. In seinen heutigen Grenzen entstand der Bezirk nach dem Ende der Mediationsverfassung im Jahre 1814 als Oberamt Knonau. Der Bezirkshauptort wurde 1837 vom früheren Landvogtsitz Knonau in das zentraler gelegene Affoltern am Albis verlegt. Damit erhielt der Bezirk auch seinen heutigen Namen.

Nach den Wirren und Krisen des Jahrhundertanfangs setzte um die Mitte des 19. Jahrhunderts eine starke Industrialisierung ein, die mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Zürich-Zug 1864 auch verkehrstechnisch ihren Ausdruck fand. Die Eröffnung der Nationalstrasse 4 im Jahre 2009 setzte eine weitere wichtige Zäsur, da nun Affoltern am Albis sowohl von Zürich wie von Zug aus in weniger als 15 Minuten erreichbar war. In den Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts hatte eine regionale Protestbewegung den Autobahnbau mit wachstumskritischen und ökologischen Argumenten mehr als zwanzig Jahre hinauszögern, aber im Endeffekt die Suburbanisierung weiter Teile des Bezirks nicht aufhalten können.

2012 lebten knapp 50 000 Menschen im Bezirk Affoltern, es gab 16 000 Arbeitsplätze. In den letzten zehn Jahren verzeichnete der Bezirk ein Bevölkerungswachstum von 16,1% (gegenüber 14% im kantonalen Mittel).[10]

Siehe auch: Geschichte des Kantons Zürich, Territoriale Entwicklung Zürichs

Ämtlerweg[Bearbeiten]

Die Gemeinnützige Gesellschaft des Bezirkes Affoltern errichtete zu ihrem Jubiläum im Jahr 2000 den 46 km langen Ämtlerweg durch das „Säuliamt“ (Bezirk Affoltern). Der Weg führt durch schöne Landschaften und Naturschutzgebiete, zu Kulturdenkmälern sowie zu wirtschaftlich und geschichtlich bedeutenden Orten. 22 Informationstafeln entlang des Weges informieren über das Säuliamt und seine Geschichte.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Martin Illi: Knonau (Vogtei) im Historischen Lexikon der Schweiz
  3.  Paul Kläui: Geschichte von Obfelden. 1. Abschnitt. In: Geschichte der Gemeinde Obfelden. Festschrift zum hundertjährigen Bestehen der Gemeinde. Affoltern am Albis 1947, S. 65-195 (insbesondere 72-83).
  4. Martin Illi: Zürcher Freiamt im Historischen Lexikon der Schweiz
  5. Martin Illi: Knonau (Vogtei) im Historischen Lexikon der Schweiz
  6. Christian Sieber: Waldmannhandel im Historischen Lexikon der Schweiz
  7. Christian Sieber: Wädenswilerhandel im Historischen Lexikon der Schweiz
  8.  Sebastian Brändli, Gemeinnützige Gesellschaft Affoltern und Natur- und Heimatschutzgesellschaft Oberamt (Hrsg.): Der Ämtlerhandel. Patriotische Parallelbewegungen zu Memorial- und Stäfner Handel im Knonauer Amt. Affoltern am Albis und Hausen 1995, ISBN 3-906258-00-9.
  9. Peter Ziegler: Bockenkrieg im Historischen Lexikon der Schweiz
  10. Salomon Schneider: Knonauer Amt ist gut aufgestellt, in: "Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern" Nr. 56, 18.7.2014, , S. 5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Säuliamt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.27658.4676Koordinaten: 47° 16′ 35″ N, 8° 28′ 3″ O; CH1903: 677855 / 236688