Rifferswil

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Rifferswil
Wappen von Rifferswil
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Affolternw
BFS-Nr.: 0012i1f3f4
Postleitzahl: 8911
Koordinaten: 680032 / 23295847.2426978.495711579Koordinaten: 47° 14′ 34″ N, 8° 29′ 45″ O; CH1903: 680032 / 232958
Höhe: 579 m ü. M.
Fläche: 6.50 km²
Einwohner: 957 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 130 Einw. pro km²
Website: www.rifferswil.ch
Unter-Rifferswil, Juni 2007

Unter-Rifferswil, Juni 2007

Karte
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Rifferswil ist eine politische Gemeinde im Bezirk Affoltern des Kantons Zürich in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Rifferswil
Blasonierung:

„In Gold ein roter Balken, begleitet von drei schwarzen Sternen (2, 1).“

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Rifferswil liegt in der sanfthügligen Drumlinlandschaft des oberen Jonentals im Knonauer Amt. Von der Gemeindefläche sind 66,5 % landwirtschaftliche Nutzflächen, 22,5 % Wald, 4,9 % Siedlungsfläche und 4,2 % dienen dem Verkehr, weitere 0,3 % sind Gewässer.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1634 263
1708 421
1850 464
1860 540
1900 480
1960 444
1980 543
1990 663
2000 714
2010 900
  • Bevölkerungsdichte: 147,5 Einw./km2
  • Konfessionszugehörigkeit: 52,3 % evangelisch-reformiert, 20.0 % römisch-katholisch, 4,7 % haben eine andere Konfession und 23,0 keine konfessionelle Zugehörigkeit (Stand: 31. Dezember 2013)

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat Rifferwil[Bearbeiten]

Wahlsonntag vom 30. März 2014: Marcel Fuchs war als Gemeindepräsident unbestritten und schaffte die Wahl mit 186 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 104 souverän. Fuchs führte auch die Liste bei der Gemeinderatswahl mit 206 Stimmen (absolutes Mehr 101) an und kann nun mit diesem überzeugenden Vertrauensbeweis seine vierte Legislatur in Angriff nehmen. Der bisherige Tiefbauvorsteher Alfred Funk, scheidet mit 143 Stimmen als Letzter der Liste und damit Überzähliger nach zwölf Jahren aus dem Rat aus. Anstelle der zurückgetretenen Willi Baumgartner, Andreas Meuli und René Baumgartner schafften Markus Trachsel (mit 196 Stimmen), Thomas Müller (186), Daniel Schneider (154) und Hugo Walter (152) auf Anhieb den Sprung in den Rat. Die Bisherige Doris Bircher (160) schaffte die Wiederwahl. Ebenso, wie Schulpräsident Reto Wegmüller, das siebte Mitglied im Gemeinderat.[2] Der Schulpräsident nimmt von Amtes wegen Einsitz im Gemeinderat.

  • Marcel Fuchs, Gemeindepräsident, Ressort Sicherheit, Leiter Wahlbüro
  • Hugo Walter, Tiefbau-, Werk-, Forst- und Landwirtschaftsvorstand (Naturschutz)
  • Markus Trachsel, Hochbauvorstand
  • Doris Bircher, Vorsteherin Sozialabteilung, Kultur und Sport
  • Daniel Schneider, Finanzen / Liegenschaften
  • Thomas Müller, 2. Vize-Präs., zuständig für Gesundheit, Umweltschutz
  • Reto Wegmüller, 1. Vize-Präs., Präs. der Primarschulpflege Rifferswil
Altes Bauernhaus in Unterrifferswil
Riegelhäuser aus dem 18. Jh. in Unterrifferswil

Parteien nach Wählerstärke[Bearbeiten]

Bei den Nationalratswahlen 2007 und 2011 wurde in Rifferswil nach Parteistärke wie folgt gewählt:

Partei 2011 2007
SVP 28.47 % 32.75 %
SP 19.12 % 22.84 %
GP 13.74 % 14.32 %
glp 12.25 % 8.80 %
FDP 6.60 % 6.58 %
EVP 6.06 % 5.16 %
EDU 4.01 % 2.27 %
BDP 3.86 % 0.00 %
CVP 2.55 % 5.33 %
AL 1.13 % 0.57 %
Piraten 0.36 % 0.00 %
SD 0.26 % 1.20 %
übrige 1.59 % 0.18 %

Geschichte[Bearbeiten]

Rifferswil, in einer Urkunde vom Jahre 1019 Renifriedeswile genannt, muss eine Gründung des alemannischen Sippenältesten Reinfried gewesen sein. Im Oberdorf wurden 1929 Gräber aufgedeckt, welche - ins 8. Jahrhundert datiert - die ältesten Zeugen menschlichen Daseins im Gemeindebann sein dürften. Ein den Freiherren von Eschenbach-Schnabelburg verpflichtetes Dienstadelsgeschlecht verwaltete die Ortschaft im Mittelalter. Das ritterliche Geschlecht starb Ende des 14. Jahrhunderts aus und vererbte der Gemeinde Rifferswil sein Wappen. Das "Galgenfeld" an der alten Strasse nach Mettmenstetten erinnert daran, dass Rifferswil in früherer Zeit die Richtstätte des habsburgischen Amtes Meienberg war. Die Kirche in R. wird 1179 erstmals urkundlich erwähnt, war dem Hl. Martin geweiht und unterstand ab 1357 dem Kloster Kappel. Seit 1529 ist sie reformiert. Das heutige Schiff stammt aus dem 14. Jh. Die Kirche wurde 1720 erweitert und 1972-74 einer Gesamtrestauration unterzogen.

1415 geriet die Rifferswiler Gemeinde unter die Herrschaft von Zürich. Regenten waren jetzt die Landvögte von Knonau. Nach dem Untergang der Alten Eidgenossenschaft im Jahre 1798 wurden an Stelle der Landvögte Amtsmänner und später Statthalter eingesetzt. Ab 1831 hatte der Rifferswiler Arzt Dr. Johann Jakob Hegetschweiler das Statthalteramt des Bezirks Knonau inne. Sein Bruder Johannes, Staatsrat und Kantonsarzt, erlag 1839 im "Züriputsch" einer Schussverletzung. Um 1800 waren in Rifferswil rund 200 Personen in der Baumwollverarbeitung in Heimarbeit beschäftigt. 1857 bauten Jakob und Theodor Bär in Oberrifferswil eine durch die Wasserkraft des Jonenbachs angetriebene Fabrik, eine Seidenzwirnerei. Sie stellte den Betrieb 1879 wieder ein.

Die landwirtschaftlich nutzbare Fläche von rund 650 Hektaren, wurde anno 1950 von 55 Betrieben gepflegt; heute sind es noch 17 an der Zahl. Die durch Aufgabe oder Aussiedlung frei gewordenen Scheunen und Ställe werden und wurden zu Werkstätten und Wohnhäusern umgebaut. Dabei sind strenge Vorschriften zu beachten, denn Rifferswil ist Trägerin der Auszeichnung "Ortsbild von nationaler Bedeutung". Die Einwohnerzahl stieg nach dem 2. Weltkrieg von 450 auf 900 Personen an. Die meisten Zuzüger arbeiten auswärts.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Seleger Moor, Mai 2007
  • Das Seleger Moor liegt an der östlichen Gemeindegrenze gegen Hausen am Albis hin, ist öffentlich zugänglich und wird in der Blütezeit der Pflanzen rege besucht. Der Park bietet mit seiner Vielfalt an Pflanzen, Tieren, Bächen und Teichen wunderschöne Motive für Fotografen. In der gepflegten Anlage können Rhododendren, Azaleen, Farne, Strauchpfingstrosen und Seerosen bestaunt werden.
  • In Rifferswil befindet sich eine der schönsten Windhundrennbahnen der Schweiz. Die Anlage wird vom Schweizer Windhund-Rennverein SWRV betrieben.

Landhaus Nüscheler[Bearbeiten]

Landhaus Nüscheler von Ferdinand Stadler

1846–1847 baute der Architekt Ferdinand Stadler für den Kirchenhistoriker Arnold Nüscheler ein Landhaus am Homberg mit Blick auf den Zugersee. Das Haus ist in seiner ursprünglichen Nutzung erhalten geblieben.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rifferswil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern. Abgerufen am 2. August 2014.
  3. siehe Website von Rifferswil und Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz, beides bei den Weblinks