Mosonmagyaróvár

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Mosonmagyaróvár
Wappen von Mosonmagyaróvár
Mosonmagyaróvár (Ungarn)
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Basisdaten
Staat: Ungarn
Region: Westtransdanubien
Komitat: Győr-Moson-Sopron
Kleingebiet bis 31.12.2012: Mosonmagyaróvár
Koordinaten: 47° 52′ N, 17° 16′ O47.86666666666717.266666666667Koordinaten: 47° 52′ 0″ N, 17° 16′ 0″ O
Fläche: 85,35 km²
Einwohner: 32.493 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte: 381 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+36) 96
Postleitzahl: 9200
KSH kódja: 04783
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gliederung: Lucsony, Moson, Magyaróvár, Stadtmitte, Majrok
Bürgermeister: István Nagy
Postanschrift: Fő u. 11
9200 Mosonmagyaróvár
Webpräsenz:
(Quelle: A Magyar Köztársaság helységnévkönyve 2011. január 1. bei Központi statisztikai hivatal)

Mosonmagyaróvár [ˈmoʃonmɒɟɒroːvaːr] (deutsch: Wieselburg-Ungarisch Altenburg) ist eine Stadt im Komitat Győr-Moson-Sopron im Nordwesten Ungarns.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Grenze zu Österreich direkt an der Autobahn M1 sowie an der Eisenbahnstrecke Wien–Budapest. Durch die Stadt fließt die Leitha (Lajta), ein südlicher Nebenfluss der Donau. Die Leitha mündet zwischen den beiden Stadtteilen Moson und Magyaróvár westlich der Insel Szigetköz (Kleine Schütt) in die Kleine Donau (Mosoni-Duna).

Mosonmagyaróvár hat ungefähr 32.500 Einwohner (Stand 2011).

Ungarisch-Altenburg, Ansichtskarte (1902)

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt Mosonmagyaróvár ist 1939 aus der Zusammenlegung der Städte Moson (Wieselburg) und Magyaróvár (Ungarisch-Altenburg) entstanden.

Im Königreich Ungarn war erst Moson, später Magyaróvár Hauptstadt des Komitats Wieselburg. Magyaróvár war seit der Römerzeit besiedelt und Standort des Kastells „Ad Flexum“, was so viel heißt wie „an der Biegung“ (der Donau).

Der Ort Altenburg (Óvár) wurde zwecks Unterscheidung zum in Niederösterreich liegenden Deutsch-Altenburg als „Ungarisch-Altenburg“ („Magyar-Óvár“) bezeichnet.

In Ungarisch-Altenburg begannen im August 1809 nach dem Znaimer Waffenstillstand die Friedensverhandlungen zur Beendigung des Fünften Koalitionskrieges.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Aufgrund der Grenznähe zu Österreich sind Zahnärzte, die nicht von den österreichischen Krankenkassen bezahlte Leistungen wesentlich günstiger anbieten können als in Österreich, zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden. Auch ausländische Unternehmen wie Automobilzulieferer oder Maschinenbauer haben sich in der Umgebung angesiedelt.

Bildung[Bearbeiten]

In Mosonmagyarovár hat die Fakultät für Landwirtschaft und Lebensmittelwissenschaft der Westungarischen Universität ihren Sitz. Vorgänger war eine am 6. November 1850 eröffnete, von Heinrich Wilhelm von Pabst geleitete private höhere Lehranstalt für Landwirtschaft,[1] die, in einer ersten Form durch Albert Kasimir von Sachsen-Teschen gegründet, als Herzoglich ökonomisches Institut zu Ungarisch Altenburg am 10. November 1818[2] feierlich eröffnet worden war[3] und eingangs 28 Zöglinge[4] ausbildete. Infolge des Österreichisch-Ungarischen Ausgleichs fiel auch die Lehranstalt an den ungarischen Staat. Da nur noch in ungarischer Sprache unterrichtet werden durfte, verlor die traditionsreiche Einrichtung ab 1870 viele ihrer deutschsprachigen Professoren. Einige von ihnen gingen an die 1872 gegründete Universität für Bodenkultur Wien (BOKU). Ab 1874 nannte sich die Bildungseinrichtung Ungarische Königliche Akademie für Landwirtschaft.

Burg Mosonmagyaróvár
Thermalbad
Einkaufsstraße
Ungarisch Altenburg (unten) und seine nördliche Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
Der Süden von Altenburg und der Ort Moson (rechts oben)

Medien[Bearbeiten]

Östlich von Mosonmagyaróvár befindet sich ein Rundfunksender für UKW und MW. Der Mittelwellensender, der auf 1116 kHz mit 2,2 kW betrieben wird, benutzt als Sendeantenne einen 106 Meter hohen Sendemast. Die Antennen des UKW-Senders sind auf einem freistehenden Stahlfachwerkturm montiert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Studenten und Lehrkräfte der Landwirtschaftlichen Lehranstalt in Ungarisch-Altenburg[Bearbeiten]

  • Friedrich Haberlandt (1826–1878), 1848–1872 Student, Lehrassistent und Professor
  • Wenzel Hecke (1824–1900), 1850–1872 Student, Dozent und Professor
  • Guido Krafft (1844–1907), 1864–1870 Absolvent, Assistent und Professor
  • Nikolaus Lenau (1802–1850), 1822–1823 Student für ein Semester
  • Matthias Meixner (1894–1977), ungarisch-österreichischer Diplom-Landwirt und Politiker, vor 1916 Student
  • Heinrich Wilhelm von Pabst (1798–1868), deutscher Agrarwissenschaftler, 1850–1861 im Wiener Ministerium für Landeskultur verantwortlich für die Neuorganisation der Lehranstalt
  • Johann Pohl (1842–1913), österreichischer Agrarwissenschaftler, Student
  • Georg von Schönerer (1842–1921), österreichischer Gutsherr und Politiker, 1863–1865 Student
  • Anton Tausche (1838–1898), böhmischer Lehrer und Politiker, 1862–1864 Student
  • Anton von Wittmann (1771–1842), österreichischer Agrarökonom, erster Institutsdirektor 1818[2]

Sonstige mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Jean-Baptiste Champagny und Klemens von Metternich, führten in Ungarisch-Altenburg von August bis September 1809 Friedensverhandlungen
  • Friedrich von Österreich-Teschen (1856–1936), Erzherzog, österreichisch-ungarischer Feldmarschall, Alterssitz in Magyaróvár und auch hier gestorben und begraben (Habsburg-Gruft, Pfarrkirche St. Gotthard)
  • Isabella von Croÿ (1856–1931), Erzherzogin von Österreich-Teschen, lebte hier und ist auch hier begraben (Habsburg-Gruft, Pfarrkirche St. Gotthard)
  • Alexander Gießwein (1856–1923), ungarischer Geistlicher, Politiker und Fachschriftsteller, war hier Prälat (Pfarrkirche St. Gotthard)
  • Johann Thullner (1880–1937), ungarisch-österreichischer Geistlicher und in Österreich wirkender Politiker, war hier Kaplan

Partnerstädte[Bearbeiten]

Mosonmagyaróvárs Partnerstädte:[5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mosonmagyaróvár – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. C. Claud: Die höhere landwirthschaftliche Lehranstalt Ungarisch-Altenburg. In: Oesterreichische Gartenlaube. Zeitschrift für Familie und Volk, Freiheit und Fortschritt, Nr. 6/1869 (IV. Jahrgang), 8. Februar 1869, S. 69 f. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/gtl.
  2. a b Johann von Csaplovics: Topographisch-statistisches Archiv des Königreichs Ungern. Band 2. Doll, Wien 1821, OBV, S. 208, online.
  3. Faculty of Agricultural and Food Sciences. In: uniwest.hu, (englisch), 15. April 2009, abgerufen am 24. März 2014.
  4. III. Die Eröffnung des herzoglich-ökonomischen Instituts zu Altenburg. In: Erneuerte vaterländische Blätter für den österreichischen Kaiserstaat, Nr. 102/1818, 23. Dezember 1818, S. 408. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/vlb.
  5. http://www.mosonmagyarovar.hu/testvervarosok.html