Schwarze Szene

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Szenegänger beim WGT, einer der international größten Szeneveranstaltungen.

Als Schwarze Szene bezeichnet man seit den späten 1980er Jahren ein soziokulturelles Milieu, welches seinen Ursprung in der Anhängerschaft des Dark Wave hatte. Dabei handelt es sich mittlerweile um ein Milieu, das sich aus Teilen verschiedener Szenen zusammensetzt und deren große Gemeinsamkeit ein ästhetisches, selbstdarstellerisches und individualistisches Konzept darstellt. Hierbei ist die „Szene“ nicht als homogene, in sich geschlossene Gruppe zu verstehen, sondern als ein Umfeld, in dem sich Menschen ähnlicher Interessen und Vorlieben bewegen. Als kleinster gemeinsamer Nenner der Szene wird die Farbe Schwarz mit all ihren Symbolwerten gesehen. Zu den gemeinsamen Interessen der Szene zählen Musik, Kunst und Mode sowie die Auseinandersetzung mit philosophischen oder von der Durchschnittsgesellschaft als negativ wahrgenommenen Themen- und Tabubereichen.

Kontakt und Austausch erfolgen zumeist über Konzert- und Diskothekenveranstaltungen, seit einigen Jahren auch vermehrt über Internetforen oder Chats, wodurch es zu kulturellen Überlagerungen kommen kann („Patchwork-Kulturen“), obgleich die Eigenständigkeit der subkulturellen Ausgangsformen erhalten bleibt.

Gelegentlich wird der Begriff auch für die Black-Metal-Szene verwandt[1][2], die jedoch andere subkulturelle Ursprünge hat.

Hintergrund[Bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten]

Die klassische Schwarze Szene wurde in den 1980er Jahren und in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre zunächst aus der Dark-Wave-Bewegung gebildet, deren Mitglieder ursprünglich in Jugendkulturen wie Punk, New Wave, Gothic, New Romantic oder im Post-Industrial-Umfeld verankert waren. Die Anhänger dieser frühen Schwarzen Szene nannte man, aufgrund ihrer Kleiderfarbe oder ihrer Lebensansichten, „Schwarze“ oder aber, bezüglich ihrer präferierten Musikformen, „Waver“. Mit dem Zerfall der Wave-Kultur verschwand die Bezeichnung „Waver“ jedoch aus dem deutschen Sprachgebrauch.

Geschichte[Bearbeiten]

Die acht Strömungen der Schwarzen Szene in der Mitte der 1990er Jahre

In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre fanden sich vermehrt Überlagerungen mit Teilen der Metal-Bewegung oder der BDSM-Szene, wobei der BDSM-Look in den meisten Fällen nur als modisches Element von den „Schwarzen“ übernommen wurde und mittlerweile als gängiges Stilelement in der Szene vertreten ist. Inzwischen impliziert der Begriff „Schwarze Szene“ auch kleinere und zeitweise wechselnde Strömungen wie die Cyber- und Elektro-Szene, Visual Kei oder Randbereiche der Wicca- und Mittelalterszene.

„Innerhalb der Schwarzen Szene gibt es vielfältige Substilrichtungen, wobei das äußere Erscheinungsbild meist eng mit der jeweiligen Musikrichtungen, welcher der jeweilige Szenegänger zugetan ist, verknüpft ist.[3]

Grit Grünewald, Nancy Leyda: Der real existierende Vampir-Horror.

Mit jedem Generationswechsel entstanden so mehrere subkulturelle Überlagerungen, infolge derer sich etliche Teile der Schwarzen Szene keiner bestimmten Subkultur mehr zuordnen lassen.

„Die Schwarze Szene präsentiert sich heute als eine […] alternative Bewegung junger (und nicht mehr ganz so junger) Menschen, deren Erscheinungsbild von einer bemerkenswerten Vielfalt ist. Symptomatisch für diese Vielfalt ist auch die Schwierigkeit, einen geeigneten Oberbegriff für diese Szene zu finden.[4]

Arvid Dittmann, Mitarbeiter im Archiv der Jugendkulturen

Größenmäßig wurde die Schwarze Szene innerhalb Deutschlands im Jahr 2004 auf etwa 50.000 bis 100.000 Personen geschätzt.[5]

Erste Mischkulturen[Bearbeiten]

Ab der Mitte der 1990er Jahre wuchs die Schwarze Szene merklich heran, sodass sich vereinzelt neue, zum Teil rivalisierende Jugendkulturen entwickelten. Eine dieser Kulturen war die „Gothic-Metal-Szene“, die aus der Fusion der Genres Gothic Rock und Metal zu Gothic Metal hervorging. Die Mitglieder der auf dieser Basis entstandenen Mischkultur verwendeten keine Eigenbezeichnung. Sie wurden − je nach individueller Ansicht − entweder der Metal-Bewegung oder der Gothic-Kultur zugerechnet.

„In nahezu meiotischer Vorgehensweise schufen sie [Paradise Lost] Anfang der 1990er Jahre mit dem Album Gothic einen neuen Stil, der die Elemente des Gothic Rocks und die des Death Metals vereinte. Düstermänner, denen der Gothic Rock zu wenig harte Gitarren hervorbrachte, und Metal-Typen, die das ewige ‚Herumgethrashe‘ nicht mehr hören konnten, wuchsen zu einer neuen Fan-Gemeinde zusammen.“

Thomas Vogel, Journalist und Herausgeber des Sonic-Seducer-Musikmagazins, Sommer 1995[6]

Der Gothic-Metal-Trend war nur von kurzer Dauer und wurde zum Teil auch von Musikern kritisiert. Er bildete jedoch ab Mitte der 1990er Jahre den Nährboden für eine fließend in den Dark Metal, Dark Rock und Symphonic Metal übergehende Anhängerschaft innerhalb der Schwarzen Szene.

Wandelnde Entwicklung[Bearbeiten]

Mit Chartspitzenplätzen und einem Bundesvision Song Contest Sieg etablierte sich die Band Unheilig zum Ende der 2000er Jahre als Szeneband im Mainstream.
In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre war die Band Marilyn Manson (hier 1998 live) eine der populärsten Bands der Szene.

Mitte der 1990er Jahre nahm die Bedeutung der ursprünglich prägenden Musikstile in der Schwarzen Szene ab. Die einst wichtigsten Strömungen der Szene, Gothic[7] und der übergeordnete Dark Wave, verloren den Nährboden dieser Szene, indem viele der tragenden Bands sich neu orientierten oder gar auflösten. Nicht zuletzt das folgende Ausbleiben neuer Interpreten, sowie die neuen Impulse durch alte Größen eröffneten neue musikalische Felder in der gesamten Szene. Zeitnah etablierte sich die Schwarze Szene zusehends als subkulturelles Milieu in der gesellschaftlichen Wahrnehmung und erlebte eine Hochphase mit hohem medialen und gesellschaftlichen Interesse.

„In den Neunzigern gab es dieses Revival - auf einmal interessierten sich unglaublich viele Leute für unsere Musik und unsere Kleidung. Die Szene rückte ein gewaltiges Stück in Richtung Mainstream. Man kann heute [2013] gar nicht mehr von einer Jugendkultur sprechen. Die Protagonisten, die von Anfang an dabei waren, stehen jetzt kurz vor der Rente.“

Alexander Nym: Interview mit der Süddeutschen Zeitung[8]

Neue Musikstile wie Neue Deutsche Härte, Gothic Metal und Teile des Alternative Metal fanden so einen eigenen Platz in der Schwarzen Szene, der die ursprünglichen Musikstile mit der Zeit beinahe vollständig verdrängte.[9]

Ähnliche Umwälzungen fanden in den folgenden Jahren mehrfach statt und einst untypische Musikstile wurden fester Bestandteil der schwarzen Szene. Unter anderem konnten seither Mittelalter-, Sleaze- und Dark Rock sowie Future Pop, Synth Rock, Aggrotech, Big Beat, Dark- und Symphonic Metal eigene Hochphasen in der schwarzen Szene verbuchen.

Mit dem ersten Umbruch der Szene in der Mitte der 1990er Jahre versuchten verschiedene Stellen das erweiterte Spektrum der Musik unter einem Namen zu vereinen, woraus Bezeichnungen wie Dark Alternative Music, Dark Music oder Schwarze Musik entstanden.[10] Keine dieser Bezeichnungen konnte sich bisher als allgemeingültiger und umfassender Begriff in der Szene etablieren. Schriftlich in Erscheinung trat der Begriff „Dark Music“ erstmals in der Mitte der 1990er Jahre durch die Zeitschrift Entry, die diese Bezeichnung im Slogan Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde auf der Titelseite führte.

Spätestens zum Ende der 1990er Jahre setzte eine weitläufige Kommerzialisierung der Szene ein, welche auch von den großen Szenemedien Orkus, Zillo und Sonic Seducer getragen wurde.[11] Auch der Partyaspekt der 1990er Jahren, welcher durch die Technobewegung und Spaßgesellschaft verkörpert wurde, floss in die schwarze Szene mit ein.

„Nicht grübeln, rebellieren oder die Welt verändern, sondern einfach nur Spaß und Party. Die Jugend der neunziger Jahre scheint genau diesem Konzept anstandslos zu folgen, und so ist auch die Jugend der schwarzen Szene davon ergriffen. Stellt die schwarze Szene zwar immer noch einen Gegenpol zum konformen Rest dar, hat sie doch den Geist der Neunziger in sich einverleibt.[12]

Frauke Stöber: Entstehung, Inhalte, Wertvorstellungen und Ziele der schwarzen Szene - Die Jugendkultur der Waver, Grufties und Gothics.

Technoide schwarze Musik wie Aggrotech und Future Pop kamen zum Ende der 1990er Jahre auf und auch schwarz geprägter Techno wie Big Beat wurde neuerdings in der Szene rezipiert. Derweil kam es mit zunehmenden Vermengungen mit einst untypischen Musikstilen zu verstärkter Kritik durch bisheriger Gestalter und Rezipienten der Szene.

„Wenn man sich heute in vielen Clubs bestimmte Songs wünscht, dann wirst du oft dumm angeguckt. Ich habe manchmal das Gefühl, dass man, wenn man sich der ursprünglichen Bewegung zugehörig fühlt, heute sehr verloren ist. […] Und zwei Stunden lang Gestampfe mit verzerrten Vocals würde mich wahnsinnig machen. Ich meine, es hat in der Steinzeit mit solchen stumpfen, hämmernden Klängen angefangen und jetzt sind wir wieder dort angelangt. Das spricht doch Bände.“

Tilo Wolff: Musiker, ehemaliger DJ und Labelinhaber, 2005[13]

„Bei vielen Events der letzten Monate beschlich mich immer mehr das Gefühl, die falsche Person am falschen Ort zu sein. […] Unheilig, Combichrist, Tumor und all die anderen sind also auch über unserer »schönen ewigen Insel« hereingebrochen. In Berlin haben wir aber noch ein anderes Problem: Den streng kommerziell arbeitenden Club K17, der mit Gratis-Events mit bis zu fünf Floors hier in den letzten Jahren viel Untergrundkultur kaputt gemacht hat und damit leider auch besagte Schrott-Bands massiv etabliert hat.“[14]

Uwe Marx, ehemaliger Szene-Journalist: Interview mit Marco Fiebag

Mit der Einflussnahme aus Metal, Alternative und Techno gab es kaum noch Tabu-Bereiche hinsichtlich der musikalischen Interessen der Szene.[12] Hinzukommend vermarkteten sich seit den ersten Umwälzungen der Szene auch Bands, die bisher nicht der Szene zugeordneten Stilen entsprachen, über ein entsprechendes Image als Künstler der Schwarzen Szene. Ein Umstand, über welchen Genrebegriffe weiter verwässert wurden und Titel wie Industrial Rock, EBM, Gothic Metal oder Gothic Rock auf stilfremde Bands Anwendung fanden, sodass zum Beispiel auch technoid geprägte Musik als EBM oder Industrial betitelt und wahrgenommen wird. Diese Entwicklung wird besonders von langjährigen Szenemitgliedern kritisiert. Populäre Interpreten, welche in ihrem Auftreten der Schwarzen Szene zugerechnet wurden, schafften seit den 1990er Jahren den Sprung in die Chartspitzen. Neben den ohnehin seit den 1980er Jahren über die Szene hinaus populären Vertretern wie The Cure und Depeche Mode erreichten dies unter anderem The Prodigy 1996[15], Rammstein 1997[16], Witt 1998[17], HIM 1999[18], Marilyn Manson 2001[19] und mit mal mehr mal weniger verändertem Sound auch Wolfsheim 1998[20], Oomph! 2004[21] und Unheilig 2009[22]. Ein Höhepunkt dieser Kommerzialisierung der deutschen Szene war der medienwirksame Versuch, in der Mitte der 2000er Jahre Interpreten wie die Castinggruppe Nu Pagadi oder die Popsängerin La Fee über ein entsprechendes Image und einigen diesem Image angepassten Musikvideos als Bestandteil der Schwarzen Szene zu vermarkten.

Szeneinhalt[Bearbeiten]

Mittlerweile wird die Szene als heterogene Ansammlung unterschiedlicher subkultureller Strömungen gesehen. Rutkowski benennt den Stil, d. h. Mode und Habitus als Kern der Szene,[23] auch Alexander Nym unterstreicht diese These in einem Interview mit der Internetpräsenz der Süddeutschen Zeitung:

„Aber heute spielt Musik nicht mehr die Hauptrolle. Literatur, Filme, die Art, wie man seine Wohnung einrichtet - eigentlich erstreckt sich die schwarze Kultur auf jeden Lebensaspekt. Der kleinste gemeinsame Nenner, die universelle Gemeinsamkeit, ist natürlich die schwarze Kleidung.“

Alexander Nym: Interview mit der Süddeutschen Zeitung[8]

Die ursprüngliche Dark-Wave-Szene verlor ab der Mitte der 1990er zusehends an Bedeutung in der Schwarzen Szene. Diese existierte fortan, ohne sich auf einen bestimmten Musikstil als gemeinsamen Nenner zu berufen.[24] Populäre Interpreten verschwanden oder orientierten sich musikalisch um und nahmen neue, bis dahin szeneuntypische Einflüsse auf. Derweil aktivierte der Grunge-Boom der frühen 1990er Jahre das mediale Interesse an Subkulturen.

„In den folgenden Jahren bildete die geschickt geschürte Massenhysterie um Anti-Stars, Gen X-Lifestyle, Teenage Rebellion und Grunge Look den idealen Aufhänger für die effektive Vermarktung jugendlicher Identifikationspole[…].“

Marcel Anders[25]
Auch die sich stilistisch vom Electro Wave zum Synth Rock veränderten Project Pitchfork, hier bei einem Auftritt 2009, erhielten zum Ende der 1990er Jahre einen Majordeal und zu ihrem Titel Steelrose ein Musikvideo produziert mit entsprechender Heavy Rotation auf VIVA.

In den Folgen dieses Alternative-Rock-Hypes etablierte sich auch ein an den Ursprüngen der Schwarzen Szene orientierter Habitus in der Popkultur. Neue, bis dahin unbekannte Interpreten wie HIM, Nine Inch Nails oder Marilyn Manson etablierten sich mit Anti-Star-Dasein und Teenage Rebellion sowohl in der Szene als auch im Musikfernsehn und in den Charts, während auch bereits bekannte Szeneinterpreten wie Depeche Mode, Project Pitchfork oder Wolfsheim entsprechend medial vermarktet wurden. [12]

Aus dieser Entwicklung gewann der Stil als Kernzusammenhalt der Szene an jener Bedeutung, welche die Musik mit der rasant voranschreitenden musikalischen Entwicklung verlor. Eine alle Lebensbereiche umfassende in sich stimmige und aufeinander abgestimmte Atmosphäre, mit teils überspitzt karikaturesken Zügen, nahm jenen Raum ein, welchen die Szene mit der Abkehr vom Dark Wave aufgegeben hatte. Instrumentelle und alltägliche Gegenstände erfüllen hier einen dekorativen und somit symbolischen Charakter, welcher auf jenseits des Alltags liegende Zusammenhänge verweist. Einen besondere Symbolwert in der Szene trägt die vereinende Farbe Schwarz, welche als überdeterminiertes Symbol mit unterschiedlichsten Deutungen gefüllt wird.[26]

„Bei aller Individualität der jeweiligen Ästhetisierungsform findet sich ein Leitmotiv der Szene immer wieder: Die Farbe Schwarz.[…] Schwarz ist […] nicht nur eine Farbe sondern ist Ausdruck für Lebensgefühl, Tradition und Einstellung.“

Schmidt und Neumann-Braun[26]

Schmidt und Neumann-Braun verweisen des Weiteren darauf, dass insbesondere der schwarzen Kleidung den Stellenwert eines authentischen Selbstausdrucks zugeschrieben wird und dass die unterschiedlichen Strömungen in der Schwarzen Szene eigene Stile hervorbringen, welche sich über die Kleidung bis hin zu Alltagsgegenständen erstrecken.[26]

„So fungiert […] die Farbe Schwarz in der Szene als ‚Superzeichen‘ für einen ‚schwarzen Kosmos‘, welchem eine gewachsene (und nicht aus Provokationszwecken hergestellte) ‚Lebensart‘ an die Seite gestellt wird […].[27]

Hitzler und Niederbacher: Leben in Szenen.

Neben der Farbe Schwarze stehen das Ästhetikbewusstsein und die vermeintliche Individualität im Zentrum der Schwarzen Szene. Diese Faktoren bedingen eine stetige individuelle Selbstinszenierung vor dem Bedeutungshintergrund szeneinterner Ästhetik.[26]

Damit sind die Hauptpunkte der sozialen Abgrenzung stilistisch und ästhetisch, wodurch der Stil zum Kerninhalt wird.[28] Als von der Gesellschaft abgrenzender Fokus der Szene wird auch von Hitzler und Niederbacher auf die „stilistische Einheit aus Musik, Körperinszenierung (‚Outfit‘) und ‚Lebensart‘, welche zentrale Überzeugungen, Einstellungen und Werte der Szene in ästhetischer Weise zum Ausdruck bringen“[29] verwiesen. Diese Abgrenzung kennzeichnet damit auch die Ebene der Identifikation in der Szene. Ein authentisch wahrgenommener Szeneauftritt schafft Identifikation, und damit auch Anerkennung, in der Szene.[30]

Rutkowski benannte 2004 sieben wiederkehrende miteinander verwobene Themata, welche mit zum habitualisiertem Denk- und Erscheinungsbild der Schwarzen Szene beitragen, den Stil über die Entwicklung der Szene hinweg mit prägen und welche hinzukommend die unterschiedlichen Strömungen in der Szene miteinander verbindet[31]:

Diese Themata liefern laut Hitzler und Niederbacher auch die Grundlage für das Gemeinschaftsgefühl der Szene.[32] Damit stellen sie einen inhaltlich wechselseitig wirkenden Themenkomplex dar, welcher auch die unterschiedlichen stilistischen Strömungen innerhalb der Szene miteinander vereint.

Erscheinungsbild der Szene[Bearbeiten]

Die schwarze Farbe und ein an der Schwarzen Szene und deren Themen orientiertes Ästhetikbewusstsein prägt, insbesondere vor dem Hintergrund steter Selbstinszenierung, das Erscheinungsbild der Szene. Körperschmuck wie Piercingschmuck und Tätowierungen sind daher ebenso üblich wie körperbetonende Kleidung. Schmuck wird zumeist in Silber und Stahl getragen. Hinzukommend sind Materialien wie Lack, Leder, Netz und Samt für die Szene typisch. Die Farbe Schwarz dominiert den Kleidungsstil der Szene, aber auch Kontraste sind mitunter üblich. Des Weiteren sind Kleidungsstücke die eine betonte Androgynität ausstrahlen, wie beispielsweise Männerröcke häufig anzutreffen. Das Erscheinungsbild von Kleidung und Schmuck reicht derweil von unauffällig dezent bis hin zu extravagant. So ist auch Epochenkleidung aus Barock, Rokoko etc. gelegentlich in der Szene anzutreffen.[33] Modische Einflüsse der unterschiedlichen Strömungen, bis hin zu Alleinstellungsmerkmalen, wie jene der Cyberkultur oder dem Steampunk, sind ebenfalls gängig.

„Von ihrer Entstehung bis heute[2004] hat sich die schwarze Szene in eine Palette von Gruppierungen bzw. Subszenen ausdifferenziert, was höchst unterschiedliche Abstufungen hinsichtlich Stil, innerer Kohäsion, Eigenständigkeit und Nähe zum idealtypischen Grufti-Stil hervorbringt.[34]

Schmidt und Neumann-Braun: Die Welt der Gothics. S.82

Die eigenen Stilelemente solcher Strömungen sind ihren entsprechenden Darstellungen zu entnehmen.

Allgemeines Szeneauftreten[Bearbeiten]

Auftreten unterschiedlicher Strömungen innerhalb der Szene[Bearbeiten]

Zeitlinie[Bearbeiten]

Die folgende Zeitleiste umschreibt die Hochphasen unterschiedlicher Strömungen in der Schwarzen Szene. Dabei sind die Zeiträume als in der Schwarzen Szene bedeutende Phasen zu verstehen, deren Wirken gelegentlich auch noch nach der jeweiligen Hochphase anhielt, meist jedoch geschwächt und ohne neue Einflüsse. Die dargestellten Zeiträume sind somit an wichtige Veröffentlichungen angelehnt. Die angegebenen Protagonisten, Bands und Projekte sollen hierbei als Beispiele für in der jeweiligen Phase bedeutsamen Vertreter dienen, zum Teil tauchen diese aufgrund künstlerischer Weiterentwicklung mehrfach auf, so z. B. Oomph! oder Wumpscut.

Wichtige Veröffentlichungen und vereinzelte Interpreten früher Phasen finden sich bis heute auf Festivals und Großveranstaltungen der Szene. Populäre Interpreten vergangener Strömungen werden auch gelegentlich noch über das Abebben der jeweiligen Strömung hinaus frequentiert, sodass z. B. Depeche Mode, Rammstein oder Marilyn Manson bis heute als wichtiger Faktor in der Szene wahrgenommen werden. Die Schwerpunkte in den Phasen lagen hingegen bei den jeweils präsenten Strömungen. Dabei besitzen viele der unterschiedlichen Strömungen eigene Alleinstellungsmerkmale, sodass hier oft nur von Überlagerungen und Einflüssen von und mit den entsprechenden Szenen und jugend- bzw. subkulturellen Gruppierungen gesprochen werden kann.

Lokale Abweichungen und Besonderheiten sind dabei nicht auszuschließen.

Abney Park Steampunk X-Rx Cyber (Jugendkultur) Moi dix Mois Visual Kei Martina Nöth Rollenspiel (Spiel) Die Form BDSM Dead Can Dance Mittelalterszene Current 93 Neopaganismus The Cure Popmusik Untoten Pop-Rock HIM Dark Rock The Cult Hard Rock Popmusik Professional Murder Music Evanescence Nu Metal The Prodigy Big Beat Placebo (Band) Marilyn Manson (Band) Alternative Metal Depeche Mode Synth Rock Ministry Industrial Rock The Jesus and Mary Chain Noise-Rock Alternative (Musik) KiEw Rhythm ’n’ Noise Peaches Electroclash Wumpscut Electro (Sammelbezeichnung) Apoptygma Berzerk Future Pop Skinny Puppy Haujobb (Band) Electronica (Musik) Covenant (Band) Frontline Assembly Techno Techno Samsas Traum Dark Metal Nightwish Symphonic Metal In Extremo Mittelalter-Rock Oomph! Neue Deutsche Härte My Dying Bride Gothic Metal Metal amGod Dark-Electro Leæther Strip Hardcore Electro the Klinik Electro-Industrial Front 242 Electronic Body Music Electro (Sammelbezeichnung) Goethes Erben Neue Deutsche Todeskunst Death in June Neofolk Dead Can Dance Dark Wave#Neoklassik The Invincible Spirit Electro Wave Einstürzende Neubauten Industrial#Entwicklungen innerhalb der Post-Industrial-Ära B-Movie (Band) Synthie Pop Orchestral Manoeuvres in the Dark New Wave Love Like Blood Bauhaus (Band) Gothic Rock Joy Division Post-Punk Dark Wave

Politische Tendenzen[Bearbeiten]

Die Post-Industrial- und Neofolkpioniere Death in June standen oft in der Kritik, NS-Inhalte und -Symbole zu verarbeiten.

Die Schwarze Szene vertritt vornehmlich eine politisch passive Haltung.[35] Der Anteil an politisch motivierten Personen ist daher gering. Da die Szene jedoch keine homogene Struktur besitzt und sich aus unterschiedlichen Jugendkulturen und Individualisten zusammensetzt, sind demzufolge divergente politische Tendenzen vorzufinden.

Der Vorwurf des Rechtsextremismus[Bearbeiten]

Über die äußeren Ränder der Neofolk- und Martial-Industrial-Szene, deren Angehörige eine eigenständige Subkultur bilden und keinen direkten Kontakt zur Gothic-Kultur pflegen, ergeben sich Berührungspunkte zwischen der Schwarzen Szene und der Neuen Rechten. Dabei bezeichnen Teile der Szene dieses Berührungen, sowie die Veröffentlichungen und Handlungen einzelner Akteure mit rechten Hintergrund als einen Versuch der Unterwanderung. Diese versuchte Unterwanderung wird jedoch als globaleres Phänomen wahrgenommen, das sich auch in anderen Subkulturen wiederfindet und nicht auf die Schwarze Szene beschränkt ist:

„Da brauchen wir nicht lang drum herum reden – wie überall ist es so, dass es Versuche einer rechten Unterwanderung gibt. Selbst in der härtesten Punkszene finden sich sicher einige dämliche Nasen, und so muss man sagen: Ja, es gibt ganz klar in der Grufti-Szene auch Rechte. Aber viele Vorwürfe, die da gemacht werden, die sind zwar in gewisser Weise verständlich, aber trotzdem falsch. Die Vorwürfe hängen sich auch immer wieder an den gleichen Bands auf… Wenn man sich dann etwas intensiver mit den Leuten beschäftigt und weiß, was die wirklich treiben, hat das mit Nazis zum größten Teil nichts zu tun.“

Peter von der Band Pferd des Gärtners: Interview mit der Post-Punk-Band Pferd des Gärtners[36]

Die Debatten um eine mögliche Einflussnahme durch Rechtsradikale wurde überwiegend in den 1990er Jahren geführt. Gemeinsame Interessen zwischen Rechtsradikalen und der Schwarzen Szene fanden sich insbesondere in esoterischen, mythischen und historischen Themen.[8] Hinzukommend bot das Interesse an Tabubrüchen und der Wille zur Provokation die Möglichkeit zur Auseinandersetzung. Die verallgemeinernde Stigmatisierung der Szene als neue rechtsradikale Bewegung geisterte zwar gelegentlich durch die Presse, wurde jedoch selbst von linken Beobachtern abgelehnt:

„[T]rotz des vorwiegend düsteren Bildes einer düsteren Szene wäre es Blödsinn, nun die gesamte Szene in die rechtsextreme Ecke zu stellen. Solche Reaktionen seien dem Bayrischen Rundfunk und der Katholischen Kirche überlassen.[37]

Alfred Schobert: Kreuz, Totenkopf und Gruft.

Hinzukommend bildeten sich zügig Gegeninitiativen wie die „Gruftis gegen Rechts“ oder „Schwarz statt Braun“. Die breite Masse der Szene verblieb unbeeindruckt von den Bemühungen um die eigene Szene und gebar sich betont individualistisch.[38] Nach der Jahrtausendwende ebbte das Interesse zusehends ab.

„[D]ie Szene ist grundsätzlich unpolitisch. Goths lassen sich ungern belehren.“

Alexander Nym: Interview mit der Süddeutschen Zeitung[8]

Zillo und die Junge Freiheit[Bearbeiten]

Alfred Schobert analysierte den ersten Skandal einer aufkeimenden Verbindung für die Spex 1996, indem er die Empörung des Labels Strange Ways über Kooperationen des Zillo mit der Jungen Freiheit, in Form von Anzeigen und des gemeinsamen Autors Peter Boßdorf, aufgriff. Schobert erläutert derweil auch die Grundlage einer möglichen Annäherung zwischen der Szene und der Neuen Rechten:

„Die Gier nach dem Geheimnisvollen, nach dem nur Eingeweihten zuänglichen, also esoterischen Wissen und die Sehnsucht nach verborgenem Sinn bilden die Struktur, die die Gruft-Szene für die ‚Neue Rechte‘ attraktiv macht.[37]

Alfred Schobert: Kreuz, Totenkopf und Gruft.

Schobert ergänzt jedoch, dass die angebliche Radikalisierung der gesamten Schwarzen Szene eher als ein gefährliches, weil Identifikation schaffendes, Pressekonstrukt zu verstehen sei.[37] Die Berührungspunkte zwischen Neuer Rechter und Schwarzer Szene hätten dennoch weiterhin Bestand, was wiederum Konfliktstoff mit der Antifa-Szene bietet. 2007 kam es auf dem Wave-Gotik-Treffen zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen Antifa-Aktivisten und Anhängern der Szene, bei dem ein Szene-Angehöriger am Hinterkopf verletzt wurde.[39]

VAWS und Josef Maria Klumb[Bearbeiten]

Als eine wichtige Instanz in der Diskussion um eine mögliche Einflussnahme von rechts wird der Verlag VAWS gesehen, welcher Mitte der 1990er auch die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuften Unabhängigen Nachrichten verlegte[40] und diverse Bücher des Rechtesoterikers Jan Udo Holey im Verlagsprogramm führt.[41]

„Unter den rechten Mailordern fällt VAWS durch sein Musik-Programm auf. Während andere rechte Versandhäuser Tonträger für Wehrmachtsnostalgiker, Heimattümler und Glatzen anbieten, sucht VAWS auch Kundschaft in der Dark-Wave-Szene. [42]

Alfred Schobert:Rechter "Kulturkampf": VAWS in Mülheim

Der VAWS gab im Mai 1994 das kostenlose 16-seitige DIN-A-4-Hochglanzblatt Undercover heraus. Undercover präsentierte augenscheinlich unpolitische Bands, Veranstaltungen und Freizeitmöglichkeiten, die sich vornehmlich der Schwarzen Szene zuwandten. Hinzukommend schaltete der Verlagsinhaber Werner Symanek Mailorder-Anzeigen in Musikmagazinen wie Sub Line. Mit der bestellten Ware erhielt man jedoch auch Propagandamaterial des rechtsradikalen Unabhängigen Freundeskreises. Noch im selben Jahr wurde VAWS deshalb zum Thema in der Szene. Zeitschriften und Label wurden von Fans verständigt und reagierten zumeist mit einem Boykott gegenüber den Werbeanzeigen und Label wie Gymnastic Records mit dem Stopp der Belieferung des VAWS.[42] Noch im selben Jahr begann VAWS damit, eigene Interpreten zu verlegen, die ebenfalls die Schwarze Szene bedienen sollten. Als erstes erschien das Album Inception der weitestgehend unbekannten Electro-Wave-Formation Experience of Nation. Zwei Jahre später arrangierte der über Aussagen zu einer zionistischen Weltverschwörung mittlerweile selbst in die Kritik geratene Josef Maria Klumb einen der Propagandaregisseurin Leni Riefenstahl gewidmeten Sampler. Der bereits in diversen Bands und Projekten aktive und in der Schwarzen Szene bekannte Klumb musste auf Druck der Plattenfirma Sony BMG die NDH-Band Weissglut 1999 verlassen. Weitere Projekte, wie die Dark-Wave-Bands Forthcoming Fire und Von Thronstahl, ließ er anschließend über VAWS und sein eigenes Label Fasci-Nation verlegen,[43] wodurch Klumb und seine Musik zunehmend aus dem Blickfeld der breiten Masse der Schwarzen Szene verschwanden. 1998 veröffentlichte VAWS die erste nicht selbst vertriebene Maxi-CD des Rhythm-and-Noise-Projektes Feindflug I./ST.G.3. Feindflug, die spätestens 1999 mit der Maxi-CD Im Visier in der Szene bekannt wurden, distanzierten sich später von der politischen Ausrichtung des Labels und erklärten, nichts von der Ideologie der Firma gewusst zu haben. Der VAWS gab seine Bemühungen um die Szene trotz wachsender Widerstände nicht auf. Sowohl 2004 als auch 2010 versuchten Werner Symanek und sein VAWS, Festivalveranstaltungen zu organisieren, welche 2004 am Widerstand der Szene aus Österreich, gegen das VAWS-Festival „Heiliges Österreich“, und 2010 am Widerstand aus dem Ruhrgebiet, gegenüber dem „Independent Ruhr Festival“, scheiterten und abgesagt wurden.[44]

Martial Industrial und Neofolk[Bearbeiten]

In der Schwarzen Szene selbst wurden vor allem Martial Industrial und Neofolk seit den 1990er Jahren wiederholt im Hinblick auf eine Einflussnahme von Rechts thematisiert. Beide Stile decken Themen ab, welche auch in einem rechtsradikalen Kontext interpretiert werden können. Die Kriegsthematik, Militärlook und oft genutzte Leni-Riefenstahl-Ästhetik im Martial Industrial und den zumeist esoterischen und völkischen Inhalten des Neofolk bieten eine entsprechende Projektionsfläche, die zum Teil auch von Vertretern der Neuen Rechten gefüllt und genutzt wurde. Bei vielen Bands und Projekten gestaltet sich die politische Einstufung abschließend schwieriger. Insbesondere die Neofolk-Bands Death in June, Blood Axis und Sol Invictus wurden lange in der Szene, ohne abschließende Erkenntnis, kontrovers diskutiert.[45][46][47] Die Gestaltung von Tonträgern in NS-Ästhetik, die Vertonung des Horst-Wessel-Liedes und die Benutzung eines variierten SS-Totenkopfes als Bandsymbol brachten Death in June wiederholt in die Diskussion.[48] Der Effekt einer Vereinnahmung von Rechts ließ sich dennoch beobachten, auch ohne die Intention der Projekte letztendlich klären zu können, schilderte beispielsweise die ehemalige Autorin der Jungen Freiheit, Gerlinde Gronow ihre Hinwendung zur Rechten Szene in Anlehnung an entsprechende Bands.

„Ich […] stamme selbst aus der Wave-Szene - Stichwort Death In June, Sol Invictus, NON. Dadurch wurde ich auf Autoren wie Evola, D’Annunzio, Ernst Jünger aufmerksam. Obwohl ich mich diesen Bands und Schriftstellern ursprünglich kritisch näherte, wurde ich nach und nach durch die unleugbare Faszination die von dieser Welt ausgeht, ästhetisch so gleichgeschaltet, daß mir der Schritt zur Jungen Freiheit irgendwann als ganz natürliche Konsequenz erschien.“

Gerlinde Gronow, ehemalige Junge Freiheit-Autorin. 12. Mai 1996[49]

Auch Michael Moynihan und sein Bandprojekt Blood Axis werden oft einer neuheidnisch-esoterischen, rechten Gegenkultur mit Bezugspunkten zu Positionen der Neuen Rechten und faschistischer Ideologie zugeordnet.[50] Einer Szene der sich Moynihan zumindest zeitweise ausdrücklich verbunden fühlte.

„I respect many of the ideas of the "New Right" and the Third Position. The people I met who are involved with these groups (Junge Freiheit, Orion, Aurora, The Scorpion, Vouloir, Lutte du Peuple...) are all exceptionally intelligent and open-minded. I hope they continue to gain influence for Europe's future.[51]

Michael Moynihan

In der Diskussion um die mögliche rechtsextremistische Ausrichtung von Interpreten wie Death in June, Blood Axis oder Sol Invictus wird von den Fürsprechern der Interpreten oft die These vertreten, dass es sich um gewollte Provokationen, inszenierte Tabubrüche oder künstlerische Umsetzungen der Kritik eines Alltagsfaschismus handele. Auch die Sängerin Gitane Demone vertrat im Gespräch mit der Organisation Gruftis gegen Rechts diese These.

„Douglas P. ist, glaube ich, so traurig und von den Menschen enttäuscht, dass er jeden sehr harsch an die Möglichkeit des Nazitums in ihnen selbst zu erinnern versucht. Ich könnte falsch liegen, aber das ist, was ich glaube.[52]

Gitane Demone im Interview mit Gruftis gegen Rechts

Mittlerweile lassen sich diese Musikstile und deren Anhänger in der Schwarzen Szene nur noch peripher ausmachen, entsprechend ist auch die Diskussion um die politische Ausrichtung der Szene eher zu einer Randbemerkung geworden.

Provokation und Tabubruch[Bearbeiten]

Laibach in Uniformen und mit Armbinden des NSK-Staates

Derweil ist der Szene das provokante Spiel mit nationalsozialistischen Elementen von Beginn an in die Wiege gelegt gewesen. Die einstigen Initiatoren der ersten musikalischen Welle hatten bereits damit begonnen. 1976 zu ihrem ersten Auftritt beim 100-Club-Festival, zu welchem sich Siouxsie and the Banshees überhaupt erst gegründet hatten, trug Siouxsie Sioux eine Hakenkreuz-Armbinde.[53] Ein Jahr später eröffnete Ian Curtis einen Auftritt von Joy Division, im Vorprogramm der Buzzcocks, mit den Worten „Erinnert ihr euch an Rudolf Heß?“. Joy Division, die sich nach einer fiktiven Abteilung von Zwangsprostituierten aus dem KZ-Roman The House of Dolls benannt hatten, wussten um die Möglichkeit, mit solchen Äußerungen zu polarisieren, und brachten sich so ins Gespräch. Im Juni 1978 legten sie mit der EP An Ideal for Living, auf deren Cover, nebst Schriftzug in gebrochener Schrift, ein von Bernhard Sumner gezeichneter Hitlerjunge eine Trommel schlägt, nach.[54]

Seither erscheint das provozierende Spiel mit nationalsozialistischen Symbolen sowie die Beschäftigung mit dem Thema Faschismus in der Szene in immer neuen Facetten. Diese Auseinandersetzung nimmt unterschiedliche Formen an; während die Martial-Industrial-Band Laibach mit parodierenden und überstilisierenden Auseinandersetzungen mit faschistischen Inhalten und Symbolen zur Diskussion und Reflexion der Popkultur anregen wollen, kokettierten Joachim Witt und Rammstein mit den Videos zu „Stripped“ und „Die Flut“ mit jener Riefenstahl-Ästhetik, die auch dem Martial Industrial zu eigen ist, erreichten damit jedoch ein weit größeres Publikum.[55]

Andere Interpreten der Szene wie beispielsweise Marilyn Manson oder Untoten nutzten und nutzen deutlich weniger thematisiert faschistoide Symbole in ihrer Selbstdarstellung. Die stetige Provokation, Anregung zur Diskussion und der Wille zum Tabubruch im Hinblick auf faschistoide Symbole und Inhalte macht die Szene weiterhin zur Zielscheibe antifaschistischer Organisationen.

Antifaschistische Stellungnahmen[Bearbeiten]

2. Dark-X-Mas-Festival 1992[Bearbeiten]

Bruno Kramm, Verfasser der gemeinsamen Erklärung zum 2. Dark X-Mas-Festival

Nachdem in den frühen 1990er Jahren die rechtsextreme Gewalt in Deutschland zunehmend eskaliert war, verfasste Bruno Kramm vom NDT-Projekt Das Ich im Vorfeld des zweiten Dark-X-Mas-Festivals eine Stellungnahme, die als gemeinsame Erklärung aller teilnehmenden Bands veröffentlicht werden sollte. Das Ich, Deine Lakaien, Project Pitchfork, Goethes Erben, Love Like Blood, YelworC, Plastic Noise Experience, Trauma, Sven Affeld (Gift) und Gymnastic Records unterzeichneten.[56]

„Die Symptome sind beklemmend...
Attentate auf Asylantenheime und Gedenkstätten, Überfälle auf Ausländer, nazistische Aufmärsche und das mittlerweile unverhohlene, aggressive antisemitische Provozieren. Auf der anderen Seite hohle Betroffenheitssprüche der Politiker, halbherzige Erklärungen der Kirchen und das Wegschauen und das teilweise billigende, ja sogar anstiftende Verhalten großer Bevölkerungsteile.
Wie unter einem verblassenden Anstrich kommend die alten Farben zum Vorschein, was wir erleben ist die Quittung für das Wegsehen und die fehlende Abrechnung mit den geistigen Erben des dritten Reichs.
Die Voraussetzungen sind gegeben: Zusammenbruch der gesellschaftlichen Strukturen, soziale Deklassierung von Millionen und desolate Zukunftsvisionen brauchen ein Ventil und finden es beim Asylantenproblem. Dieser menschenunwürdige Haß wird es auch woanders finden, wenn es die Asylanten nicht mehr gibt.
Schon immer waren anders Denkende und Minderheiten der Dorn im Auge der Rechtsextremisten. Gerade subkulturelle Strömungen und jede Form von Kunst werden schnell das Zentrum der Übergriffe, wie es bereits jüngst Ausschreitungen bei Konzertveranstaltungen im östlichen Deutschland belegen. Der Neonazismus muß als Neonazismus bekämpft werden und nicht als Folge von Irgendwas, denn:
Die Weimarer Republik ist nicht an den Schlägerkommandos der NSDAP zugrunde gegangen als an der Komplizenschaft des Konservativismus mit dem Faschismus und der Hilflosigkeit der Demokratie.
Der Wolf trägt längst kein Schafspelz mehr ... Es ist Zeit aktiv Position zu beziehen - Nie wieder Faschismus...[56]

Bruno Kramm: Gemeinsame Erklärung der teilnehmenden Bands zum 2. Dark-X-Mas-Festivals 1992.

Lediglich Death in June verweigerte die Unterzeichnung und Teilnahme am Festival mit der Begründung, keine vorgefertigte politische Stellungnahme unterstützen zu wollen, sich allen politischen Dogmen sowie jeder Propaganda zu verweigern und es nicht nötig zu haben, sich erklären zu lassen, dass hirnlose gewalttätige Angriffe mit rassistischer, sexistischer oder politischer Begründung erbärmliche Verbrechen seien.[56]

Musikalische Auseinandersetzung[Bearbeiten]

Das Thema begleitete die Szene weiterhin und viele Bands äußerten sich auch über ihre Musik. So bezogen Die Krupps 1993 mit dem Song Fatherland ebenso Stellung gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wie And One mit dem Lied Deutschmaschine 1994.

„I see houses burning
I'm ashamed
Before you close your eyes denyingly
You'd better ask yourself:
Did I choose something I could regret?
Did I do something I should regret?“

Die Krupps - Fatherland - 1993

„Maschinen dieser Welt
Bekämpft den falschen Helden
Ob Kreml oder Weisses Haus
Zieht uns den Stecker raus
Die Deutschmaschine lebt
sie lebt, sie lebt, sie lebt“

And One - Deutschmaschine - 1994

Weitere Szeneinterpreten welche sich über die Jahre auch in ihrer Musik gegen eine rassistische, rechtsextremistische, antisemitische oder faschistische Ideologie stellten, waren z. B. London After Midnight (Revenge), Rammstein (Mein Land), Das Ich (Reflex), ASP (Sag Nein!), Janus (Exodus/Die Ballade von Jean Weiss), Shnarph! (Der Eiertanz) oder Velvet Acid Christ (Futile - Nazi-Bastard-Mix).

Wave-Gotik-Treffen[Bearbeiten]

Nachdem die Einflussnahme rechtsextremer Akteure in der Schwarzen Szene in den 1990er Jahren wiederholt zum Thema wurde, fand ein breiter Diskurs statt, welcher auch von Außenstehenden beachtet wurde.

„Wenn, dann entwickelt sich der Konflikt um das Eindringen rechtsextremer Tendenzen in die Dark-Wave-Szene aus den vielfältig miteinander verwobenen Musikszenen heraus weiter. Anzeichen einer solchen positiven Entwicklung gibt es viele, auch wenn die Debatte nur zäh vorankommt. Gerade einige MusikerInnen nehmen ihre Verantwortung für die jugendlichen Fans sehr ernst.[57]

Alfred Schobert: Auf Teufel komm raus.

Die mögliche Einflussnahme wurde unter anderem auf einer Podiumsdiskussion beim Wave-Gotik-Treffen 1998 thematisiert.[58] Im Folgejahr sollte dem Thema mit „Die braune Flut“ ein eigener Programmpunkt gewidmet werden. Der Diskussionspunkt wurde jedoch abgesagt, nachdem mehrere geladene Gäste, unter anderem Alfred Schobert und ein Vertreter der „Gruftis gegen Rechts“, es abgelehnt hatten, an einer Diskussion mit Josef Maria Klumb teilzunehmen. Campino sagte aus terminlichen Gründen ab, der an seiner Stelle eingeladene Vertreter der „Gruftis gegen Rechts“ sagte ebenfalls ab mit der Begründung, Klumb kein Forum bieten zu wollen. Der stattdessen eingeladene Alfred Schobert sagte jedoch ebenfalls ab, da er sich „einem "Diskutanten", der seine Kritiker in der Vergangenheit wiederholt tätlich angegriffen oder auf sie eingeprügelt habe, "nicht aussetzen"“[59] wolle.

Die aktive Auseinandersetzung mit dem Problem rechtsradikaler Inhalte blieb dennoch Teil der Szeneakteure. So bezogen auch Mila Mar 2002 und ASP 2009 Stellung gegenüber Programmpunkten des WGT des jeweils selben Jahres:

ASP-Sänger Alexander Sprenger sprach sich wiederholt gegen Homophobie, Rassismus und Antisemitismus aus

„Wir lehnen jede Form und Darstellung faschistischer und rechtsradikaler Ideologien entschieden ab weil sie unmenschlich sind und ein friedliches und kultiviertes Zusammenleben von Menschen unmöglich machen. Der vermeintlich "spielerische Umgang" mit faschistischer Ästhetik des 3. Reiches, wie er unverkennbar bei einigen Bands im Umfeld der "schwarzen Szene" zu finden ist, ganz nach dem Motto: "Wir wollten doch nur mal provozieren", ekelt uns an, weil die Realität und Konsequenz faschistischer Ideologien hier vollkommen ausgeblendet wird.[60]

Mila Mar. Erklärung zum WGT 2002

„Im Rahmen des "Wave-Gotik-Treffens 2009", bei dem wir mit unserer Band ASP ein Konzert geben durften, wurde an die Besucher eine so genannte "Obsorgekarte" ausgegeben. In der grafischen Gestaltung dieser Karte wurde ein Symbol verwendet, das als "Schwarze Sonne" bezeichnet wird. [...] Die Band ASP möchte in keiner Weise mit politisch fragwürdigen Botschaften und deren Verbreitung in Verbindung gebracht werden oder diese stillschweigend hinnehmen und distanziert sich hiermit ausdrücklich von der durch oben erwähntes Symbol erzeugten Politisierung des Festivals.“[61]

ASP und Team - Stellungnahme zum WGT 2009

Skandale und Reaktionen[Bearbeiten]

Schon seit den 1980er Jahren waren Presseberichte über die Szene, die sich gern gängiger Klischees wie Satanismus, Grabschändung, Nationalsozialismus und Sadomasochismus bedienten, üblich.[62] Diese Berichte gehörten laut Schobert jedoch eher in die Riege reißerischer Sex-and-Crime-Fiktion.[42] Um die Jahrtausendwende erreichte das mediale Interesse an der Szene einige ungewollte Höhepunkte.

Columbine[Bearbeiten]

Am 20. April 1999 verübten zwei Schüler der Columbine High School in der Nähe von Littleton, Colorado einen Amoklauf. Eric Harris und Dylan Klebold ermordeten dabei zwölf Schüler im Alter von 14 bis 18 Jahren und einen Lehrer. Außerdem verwundeten sie 24 weitere Menschen und töteten sich anschließend selbst. Die beiden Schüler interessierten sich unter anderem für Musik der Schwarzen Szene, trugen Ledermäntel und schwarze Kleidung.[63] Ein Umstand, der die Szene und besonders Rammstein, KMFDM und Marilyn Manson im Rahmen der Aufarbeitung der Ereignisse als Nährboden einer misanthropischen Haltung erscheinen ließ, die auch vor Mord nicht zurückschrecke. In diesem Zusammenhang wurden besonders Rammstein, KMFDM und besonders Marilyn Manson als Inspiration für die Tat angeklagt.[64] Marilyn Manson sagte mehrere Konzerte ab und thematisierten die Umstände des Massakers, ein Jahr nach der Tat, in ihrem Album Holy Wood – In The Shadow of the Valley of Death. Die Band thematisierte hier besonders die amerikanische Waffenlobby. Sänger Brian Hugh Warner kam auch in der von Michael Moore gedrehten Dokumentation Bowling for Columbine zu Wort. Auch weitere der Schwarzen Szene zugerechnete Bands gingen auf die Ereignisse ein. Die Symphonic-Metal-Band Nightwish behandelten in ihrem Lied The Kinslayer die beiden Attentäter und deren emotionale Verfassung. Auch das Aggrotech-Projekt SITD thematisierte die Geschehnisse im Lied Laughingstock, ebenso die Band Untoten mit dem Stück Church of Littleton.

Klietz[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 töteten sich vier Jugendliche in Klietz und laut Pressebericht versuchten es noch vier weitere. Als Inspiration wurde hier unter anderem die Band Wolfsheim herangezogen; hinzukommend wurde das Wave Gotik Treffen zum konspirativ okkultistisch satanischen Treffen verklärt.[65]

Okkultismus, Kontakte in die Gothic-Szene und das Chatten in den dunklen Foren des Internet fördern die Todessehnsucht“

Irina Repke und Peter Wensierski: Sterben ist Schön.

Witten[Bearbeiten]

Der Mordfall von Witten sorgte im Juli 2001 für erneutes Interesse an der Szene. Das Ehepaar Daniel und Manuela Ruda ermordeten einen 33-jährigen Bekannten. Das Paar hatte den Arbeitskollegen von Daniel Ruda in ihre Wohnung gelockt und dort mit 66 Messerstichen, Hammerschlägen und einer Machete ermordet und zerstückelt.[66] Im Zuge des Mordfalls von Witten, durch die Bildzeitung auch „der Satansmord von Witten“ genannt, erhielten Soko Friedhof und Wumpscut besondere mediale Aufmerksamkeit. Diese Projekte arbeiteten die Berichterstattung unterschiedlich auf, insbesondere benutzten beide Projekte unterschiedliche Samples der Polizeipressekonferenz für neue Lieder, bzw. Remixe.

Anmerkungen zum Begriff[Bearbeiten]

Etablierung[Bearbeiten]

Der Ursprung der Bezeichnung „Schwarze Szene“ ist umstritten. 1990 taucht diese beispielsweise in dem Bericht „Schwarze Szene, Berlin – Eine kritische Selbstdarstellung“ auf, der bereits im Herbst 1989 fertiggestellt, aber erst 1990 in der Januar-Ausgabe des Zillo-Musikmagazins veröffentlicht wurde. Laut dieses Berichts rekrutierte sich die Berliner Szene zu dieser Zeit aus „Gruftis, Wavern und New Romantics“. Auch die Selbsttitulierung als „Schwarze“ findet dort Erwähnung.[67]

Nur wenig später wurde die Bezeichnung „Schwarze Szene“ in einem Bericht über eines der beiden Konzerte von The Cure in der DDR verwendet; dieser erschien in der 1990er Herbstausgabe des Freiburger Wave-Magazins Glasnost.[68] Ungefähr zwei Jahre später tritt die Bezeichnung unter anderem im Bonner "Gothic Press"-Magazin in Erscheinung. Dieses Mal im Vorwort zu einem Interview mit Death in June, an dem ein Journalist des Zillo-Magazins intensiv mitarbeitete.

Nachdem in den 1990er Jahren vielerorts die ablehnende Haltung der Subkulturen untereinander schrittweise einer Öffnung wich, avancierte die Bezeichnung in zahlreichen Musikmagazinen zu einem viel genutzten Begriff, um eine bestimmte Zielgruppe von Lesern anzusprechen. Die Independent-Zeitschrift Zillo galt selbst lange Zeit als eines der wichtigsten Medien der Schwarzen Szene und konnte die Bezeichnung dabei vermutlich etablieren. Unklar ist jedoch, ob das Motto „von der Szene für die Szene“, das seit 1997 für die darauf folgenden drei Jahre die Titelseite des Zillo-Magazins schmückte, tatsächlich der Schwarzen Szene galt, oder ob damit die Independent- und Alternative-Kultur in ihrer Gesamtheit gemeint war.

Die Szene ohne Namen (so tituliert von Ecki Stieg[69]) findet sich in vergleichbarer Form auch außerhalb der deutsch-sprachigen Länder wieder. In Spanien heißt sie cultura oscura, in den portugiesisch-sprachigen Gebieten Amerikas cultura dark. Im englischen Sprachraum scheint sich − neben den sporadisch genutzten Bezeichnungen dark scene und dark culture – noch keine entsprechende Bezeichnung etabliert zu haben.

Kontroverse[Bearbeiten]

In den letzten Jahren wurde die Bezeichnung „Schwarze Szene“ vor allem von Außenstehenden mehrfach bedeutungsgleich zu „Gothic-Kultur“ verwendet. Diese Subkultur ist jedoch mit der Post-Punk- und Wave-Bewegung verknüpft[70] und stellt somit nur einen Bruchteil des gesamten Spektrums der Schwarzen Szene dar. Vor diesem Hintergrund ist die Nutzung als Synonym umstritten und wird innerhalb der Schwarzen Szene kontrovers diskutiert.[71]

Print-Medien[Bearbeiten]

In der Vergangenheit[Bearbeiten]

  • Aeterna
  • Astan
  • Epitaph peripherer Tonkünste
  • Gift
  • Glasnost Wave-Magazin
  • The Gothic Grimoire
  • Gothic Press
  • Graeffnis
  • Hysterika
  • Propaganda (US)
  • Sub Line
  • Tanelorn

Das Glasnost Wave-Magazin war eine Musik- und Kulturzeitschrift der frühen Schwarzen Szene. Es existierte von 1987 bis 1996 und zählte somit zu den ältesten seiner Art – noch vor Herausgabe von Zeitschriften wie Zillo, Sub Line und Gothic Press. Abgedeckt wurden Sparten wie Gothic Rock, Industrial, Neofolk, Dark Ambient, Ethereal, EBM und Cold Wave. Anfangs in Freiburg beheimatet, verlegte die Redaktionsleitung in den 1990ern ihren Sitz nach Hamburg. An das Magazin gebunden war die gleichnamige Plattenfirma Glasnost Records.

In der Gegenwart[Bearbeiten]

  • Black Magazin
  • Crawling Tunes Magazine
  • Dark Spy
  • Gothic

Zu den namhaften Zeitschriften der Schwarzen Szene im deutschen Sprachraum zählen gegenwärtig Orkus, Sonic Seducer, Zillo und Gothic. Neben diesen, teils kommerziell orientierten Printmedien, existiert(e) noch eine Vielzahl weiterer Zeitschriften, wie Black, Transmission oder Graeffnis, die inhaltlich praktisch unabhängig vom Mainstream agier(t)en.

Kunst[Bearbeiten]

Bekannte Veranstaltungen[Bearbeiten]

Einige Festivals wie Blackfield, Castle Rock und Dark Dance konzentrieren sich ausschließlich auf Interpreten der Schwarzen Szene. Jedoch treten die Bands und Künstler der Schwarzen Szene auch auf Veranstaltungen wie dem Bochum Total oder dem Wacken Open Air auf, die nicht der Schwarzen Szene zuzuordnen sind. Derweil hegt keines der Festivals den Anspruch, allen vertretenen Stilen der Schwarzen Szene gerecht zu werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alexander Nym (Hrsg.): Schillerndes Dunkel: Geschichte, Entwicklung und Themen der Gothic-Szene. 2010, ISBN 978-3-86211-006-3.
  • Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes. Stereotyp und Vorurteile in Bezug auf jugendliche Subkulturen am Beispiel der Schwarzen Szene. 2004, ISBN 3-8334-1351-4.
  • Doris Schmidt, Heinz Janalik: Grufties – Jugendkultur in Schwarz. 2000, ISBN 3-89676-342-3.
  • Axel Schmidt, Klaus Neumann-Braun: Die Welt der Gothics. Spielräume düster konnotierter Transzendenz. 2004, ISBN 3-531-14353-0.
  • Andreas Speit (Hrsg.): Ästhetische Mobilmachung. Dark Wave, Neofolk und Industrial im Spannungsfeld rechter Ideologien. Unrast Verlag, 2002, ISBN 3-89771-804-9.
  • Frauke Stöber: Entstehung, Inhalte, Wertvorstellungen und Ziele der schwarzen Szene - Die Jugendkultur der Waver, Grufties und Gothics. Universität Gesamthochschule Essen. Diplomarbeit, Oktober 1999. (Online-Fassung)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gunnar Sauermann: Black Metal in den USA. Schwarzes Amerika. In: Metal Hammer, August 2007, S. 87.
  2. Gunnar Sauermann: Lord Belial. Schwarzes Dynamit. In: Metal Hammer, November 2008, S. 86.
  3. Grit Grünewald, Nancy Leyda: Der real existierende Vampir-Horror. In: Claudio Biedermann, Christian Stiegler: Horror und Ästhetik. UVK-Verl.-Gesellschaft, Konstanz 2008, ISBN 978-3-86764-066-4, S. 170.
  4. Arvid Dittmann: Artificial Tribes. Jugendliche Stammeskulturen in Deutschland. Tilsner, Bad Tölz 2001, ISBN 3-933773-11-3, S. 147.
  5. Szenegröße. In: Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes. 2004, ISBN 3-8334-1351-4, S. 42.
  6. Thomas Vogel: Interview mit der ehemaligen Gothic-Metal-Band Paradise Lost. In: Sonic Seducer. Sommer-Ausgabe 1995, S. 30.
  7. Sven Friedrich: Gothic! Die Szene in Deutschland aus der Sicht ihrer Macher – Gothic Rock. 2000, ISBN 3-89602-332-2, S. 36.
  8. a b c d Alexander Nym im Mai 2013 im Interview mit Sueddeutsche.de (Abgerufen am 6. Oktober 2013)
  9. Entry Musikmagazin: Leserbriefe – Leserbrief von Thomas Thyssen. Ausgabe 1/97, Februar/März 1997, S. 8.
  10. Quelle: Volkmar Kuhnle: Das Gothic-Lexikon. 1999, ISBN 3-89602-203-2, S. 4.
  11. Polylux: The Next Generation, Bericht zur „neuen Generation“, gesendet beim Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB), 1999, Youtube-Link
  12. a b c Frauke Stöber: Entstehung, Inhalte, Wertvorstellungen und Ziele der schwarzen Szene - Die Jugendkultur der Waver, Grufties und Gothics. Universität Gesamthochschule Essen. Diplomarbeit, Oktober 1999.
  13. Sven Siemen: Interview mit Tilo Wolff, Gothic. Magazine for Underground Culture, Ausgabe 51, S. 32, Dezember 2005/Februar 2006
  14. Marco Fiebag: Interview mit Uwe Marx. In: „Black“-Musikmagazin. Ausgabe 45/06, Herbst 2006, S. 80.
  15. Chartplatzierung von Breathe
  16. Chartplatzierung von Engel
  17. Chartplatzierung von die Flut
  18. Chartplatzierung von Join Me
  19. Chartplatzierung von Tainted Love
  20. Chartplatzierung von Kein Zurück
  21. Chartplatzierung von Augen auf!
  22. Chartplatzierung von Geboren um zu leben
  23. Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes. Stereotyp und Vorurteile in Bezug auf jugendliche Subkulturen am Beispiel der Schwarzen Szene. 2004
  24. Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes. 2004, ISBN 3-8334-1351-4. S.63f
  25. Anders, Marcel:Alternative - wie lange noch der neue Weg? In Deese/Hillenbach/Kaiser/Michatsch: Jugend und Jugendmacher. S.57 1996. ISBN 978-389623-050-8
  26. a b c d Axel Schmidt, Klaus Neumann-Braun: Die Welt der Gothics. Spielräume düster konnotierter Transzendenz. 2004, ISBN 3-531-14353-0. S.172f
  27. Ronald Hitzler und Arne Niederbacher: Leben in Szenen. 3. vollständig überarbeitete Auflage. 2010. ISBN 978-3-531-15743-6 S.63.
  28. Axel Schmidt, Klaus Neumann-Braun: Die Welt der Gothics. Spielräume düster konnotierter Transzendenz. 2004, ISBN 3-531-14353-0. S.204
  29. Ronald Hitzler und Arne Niederbacher: Leben in Szenen. 3. vollständig überarbeitete Auflage. 2010. ISBN 978-3-531-15743-6 S.62.
  30. Grit Grünewald, Nancy Leyda: Der real existierende Vampir-Horror. In: Claudio Biedermann, Christian Stiegler: Horror und Ästhetik. UVK-Verl.-Gesellschaft, Konstanz 2008, ISBN 978-3-86764-066-4, S. 180.
  31. Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes. 2004, ISBN 3-8334-1351-4. S.69
  32. Ronald Hitzler und Arne Niederbacher: Leben in Szenen. 3. vollständig überarbeitete Auflage. 2010. ISBN 978-3-531-15743-6 S.63f.
  33. Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes. 2004, ISBN 3-8334-1351-4, S. 71 - 101
  34. Axel Schmidt, Klaus Neumann-Braun: Die Welt der Gothics. Spielräume düster konnotierter Transzendenz. 2004, ISBN 3-531-14353-0. S.82
  35. Rechtsradikalismus. In: Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes. 2004, ISBN 3-8334-1351-4, S. 137.
  36. Interview mit der Post-Punk-Band Pferd des Gärtners auf München-Punk.de (abgerufen am 4. August 2010)
  37. a b c Alfred Schobert: Kreuz, Totenkopf und Gruft. In: Alfred Schobert: Analysen und Essays. Unrast-Verlag Münster. 2009. ISBN 978-3-89771-750-3 S.155.
  38. Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes. 2004, ISBN 3-8334-1351-4. S.137ff
  39. skeptiker: Aktion gegen Wave Gotik Treffen Besucher, 27. Mai 2007, abgerufen am 27. November 2012.
  40. Innenministerium NRW
  41.  Thomas Grumke und Bernd Wagner (Hrsg.): Verlag und Agentur Werner Symanek (VAW). In: Handbuch Rechtsradikalismus. Leske + Budrich, Opladen 2002, ISBN 3-8100-3399-5, S. 455-457 (http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/verlag-und-agentur-werner-symanek-vaws).
  42. a b c Alfred Schobert: Rechter "Kulturkampf": VAWS in Mülheim
  43. Discogs zu Fasci-Nation Records
  44. Berichte über das abgesagte Independent Ruhr Festival auf Ruhrbarone.de
  45. Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes. 2004, ISBN 3-8334-1351-4. S.139
  46. Axel Schmidt, Klaus Neumann-Braun: Die Welt der Gothics. Spielräume düster konnotierter Transzendenz. 2004, ISBN 3-531-14353-0. S.276f.
  47. Daniel Thalheim: Kontroverse schon vor dem Auftritt: Neofolk-Band Blood Axis am 20. August live in Leipziger Theaterfabrik.
  48. Andreas Speit: Ästhetische Mobilmachung. 2002 S.124ff.
  49. Gerlinde Gronow: Offener Brief von Gerlinde Gronow an Easy Ettler (Zillo). Grufties gegen Rechts, abgerufen am 15. Oktober 2013.
  50. Eduard Gugenberger: Boten der Apokalypse. 2002, ISBN 3-8000-3840-4, S. 110.
  51. Michael Moynihan im Interview mit the Warcom Gazette 1998
  52. Gitane Demone auf Grutifs gegen Rechts
  53. Dave Thompson: Schattenwelt - Helden und Legenden des Gothic Rock. 2002 ISBN 3-85445-236-5, S.59
  54. Dave Thompson: Schattenwelt - Helden und Legenden des Gothic Rock. 2002 ISBN 3-85445-236-5, S.57
  55. Axel Schmidt, Klaus Neumann-Braun: Die Welt der Gothics: Spielräume düster konnotierter Transzendenz, S. 269f.
  56. a b c Erklärung und Stellungnahme zum 2.Dark-X-Mas-Festivals.
  57. Alfred Schobert: Auf Teufel komm raus. Deutsche Lehrer-Zeitung. Unabhängige Zeitung für Schule und Gesellschaft 19-20/1997, S. 9 Onlinefassung
  58. Protokoll der Podiumsdiskussion vom WGT 1998. Onlineversion
  59. Informationen zur Absage des Gesprächspunktes: Die braune Flut auf Gruftis gegen rechts
  60. Mila Mar. Erklärung zum WGT 2002 Onlineversion
  61. ASP Stellungnahme zum WGT 2009 auf the Tales of ASP
  62. Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes. 2004, ISBN 3-8334-1351-4. S.102ff
  63. Jochen A. Siegle: 5. Jahrestag des Amoklaufs von Littleton. auf Spiegel.de
  64. New York Times - Ann Powers: The Nation; The Stresses of Youth, The Strains of Its Music.
  65. Irina Repke und Peter Wensierski: Sterben ist Schön. auf spiegel.de
  66. Der Satansmord mit 66 Messerstichen aus Witten Welt Online
  67. Schwarze Szene, Berlin, Eine kritische Selbstdarstellung. In: Zillo Musikmagazin. Heft-Nr. 1/90, Januar 1990, S. 25.
  68. The Cure in Leipzig. In: Glasnost Wave-Magazin. Heft-Nr. 23, September 1990, S. 19.
  69. Peter Matzke, Tobias Seeliger: Gothic! Die Szene in Deutschland aus der Sicht ihrer Macher. 2000, ISBN 3-89602-332-2, S. 15.
  70. Entstehung der Szene. In: Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes. 2004, ISBN 3-8334-1351-4, S. 51.
  71. Einleitung. In: Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes. 2004, ISBN 3-8334-1351-4, S. 18.