Schwarze Szene

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Als Schwarze Szene bezeichnet man seit den späten 1980er-Jahren ein soziokulturelles Milieu, das sich aus Teilen verschiedener Subkulturen zusammensetzt. Hierbei ist die „Szene“ nicht als homogene, in sich geschlossene Gruppe zu verstehen, sondern als ein Umfeld, in dem sich Menschen ähnlicher Interessen und Vorlieben bewegen. Zu diesen Interessen zählen Musik, Kunst und Mode sowie die Auseinandersetzung mit philosophischen oder von der Durchschnittsgesellschaft als negativ wahrgenommenen Themen- und Tabubereichen.

Kontakt und Austausch erfolgen zumeist über Konzert- und Diskothekenveranstaltungen, seit einigen Jahren auch vermehrt über Internetforen oder Chats, wodurch es zu kulturellen Überlagerungen kommen kann („Patchwork-Kulturen“), obgleich die Eigenständigkeit der subkulturellen Ausgangsformen erhalten bleibt.

Gelegentlich wird der Begriff auch für die Black-Metal-Szene verwandt[1][2], die jedoch andere subkulturelle Ursprünge hat.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund [Bearbeiten]

Struktur [Bearbeiten]

Die acht Strömungen der Schwarzen Szene in der zweiten Hälfte der 1990er.

Die klassische Schwarze Szene wurde in den 1980er-Jahren und in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre zunächst aus der Dark-Wave-Bewegung gebildet, deren Mitglieder ursprünglich in Jugendkulturen wie Punk, New Wave, Gothic, New Romantic oder im Post-Industrial-Umfeld verankert waren. Die Anhänger dieser frühen Schwarzen Szene nannte man, aufgrund ihrer Kleiderfarbe oder ihrer Lebensansichten, „Schwarze“ oder aber, bezüglich ihrer präferierten Musikformen, „Waver“. Mit dem Zerfall der Wave-Kultur verschwand die Bezeichnung „Waver“ jedoch aus dem deutschen Sprachgebrauch.

Seit der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre finden sich vermehrt Überlagerungen mit Teilen der Metal-Bewegung oder der BDSM-Szene, wobei der BDSM-Look in den meisten Fällen nur als modisches Element von den „Schwarzen“ übernommen wird. Inzwischen impliziert der Begriff „Schwarze Szene“ auch kleinere und zeitweise wechselnde Strömungen wie die heutige Cyber- und Elektro-Szene, Visual Kei sowie Randbereiche der Wicca- und Mittelalterszene.

Innerhalb der Schwarzen Szene gibt es vielfältige Substilrichtungen, wobei das äußere Erscheinungsbild meist eng mit der jeweiligen Musikrichtungen, welcher der jeweilige Szenegänger zugetan ist, verknüpft ist.[3]

Grit Grünewald, Nancy Leyda: Der real existierende Vampir-Horror.

Mit jedem Generationswechsel entstanden so mehrere subkulturelle Überlagerungen, infolge derer sich etliche Teile der Schwarzen Szene keiner bestimmten Subkultur mehr zuordnen lassen:

Die Schwarze Szene präsentiert sich heute als eine […] alternative Bewegung junger (und nicht mehr ganz so junger) Menschen, deren Erscheinungsbild von einer bemerkenswerten Vielfalt ist. Symptomatisch für diese Vielfalt ist auch die Schwierigkeit, einen geeigneten Oberbegriff für diese Szene zu finden.[4]

Arvid Dittmann, Mitarbeiter im Archiv der Jugendkulturen

Größenmäßig wurde die Schwarze Szene innerhalb Deutschlands im Jahr 2004 auf etwa 50.000 bis 100.000 Personen geschätzt.[5]

Mischkulturen [Bearbeiten]

Ab der Mitte der 1990er-Jahre wuchs die Schwarze Szene merklich heran, sodass sich vereinzelt neue, zum Teil rivalisierende Jugendkulturen entwickelten. Eine dieser Kulturen war die „Gothic-Metal-Szene“, die aus der Fusion der Genres Gothic und Metal zu Gothic Metal hervorging. Die Mitglieder der auf dieser Basis entstandenen Mischkultur verwendeten keine Eigenbezeichnung. Sie wurden − je nach individueller Ansicht − entweder der Metal-Bewegung oder der Gothic-Kultur zugerechnet.

„In nahezu meiotischer Vorgehensweise schufen sie [Paradise Lost] Anfang der 1990er-Jahre mit dem Album ‚Gothic‘ einen neuen Stil, der die Elemente des Gothic Rocks und die des Death Metals vereinte. Düstermänner, denen der Gothic Rock zu wenig harte Gitarren hervorbrachte, und Metal-Typen, die das ewige ‚Herumgethrashe‘ nicht mehr hören konnten, wuchsen zu einer neuen Fan-Gemeinde zusammen.“

Thomas Vogel, Journalist und Herausgeber des Sonic-Seducer-Musikmagazins, Sommer 1995: [6]

Der Gothic-Metal-Trend war nur von kurzer Dauer und wurde zum Teil auch von Musikern kritisiert. Er bildete jedoch Ende der 1990er-Jahre den Nährboden für eine fließend in den Dark Metal, Dark Rock und Symphonic Metal übergehende Anhängerschaft innerhalb der Schwarzen Szene.

Wechselbeziehungen [Bearbeiten]

Innerhalb der Post-Industrial-Szene existieren gegenwärtig unterschiedliche kulturelle Strömungen. Während ein Teil der Szene den Austausch mit der Neofolk-Kultur grundsätzlich befürwortet, lehnt ein anderer Teil den Kontakt mit dieser – aufgrund ihrer politischen Umstrittenheit – strikt ab. Unabhängig davon sind jedoch beide Subkulturen auf musikhistorischer Ebene untrennbar miteinander verwoben.

Wandel [Bearbeiten]

Mitte der 1990er-Jahre nahm die Bedeutung der ursprünglich prägenden Musikstile in der schwarzen Szene ab. Die einst wichtigsten Strömungen der Szene; Gothic[7] und der übergeordnete Dark Wave verloren den Nährboden dieser Szene indem viele der tragenden Bands sich neu orientierten oder gar auflösten. Nicht zuletzt das folgende Ausbleiben neuer Interpreten, sowie die neuen Impulse durch alte Größen eröffneten neue musikalische Felder in der gesamten Szene. Neue Musikstile wie Neue Deutsche Härte, Gothic Metal und Teile des Alternative Metal fanden so einen eigenen Platz in der schwarzen Szene, der die ursprünglichen Musikstile mit der Zeit beinahe vollständig verdrängte.[8]

Ähnliche Umwälzungen fanden in den folgenden Jahren mehrfach statt und einst untypische Musikstile wurden fester Bestandteil der schwarzen Szene. Unter anderem konnten seither Mittelalter-, Sleaze- und Dark Rock sowie Future Pop, Synth Rock, Aggrotech, Big Beat, Dark- und Symphonic Metal eigene Hochphasen in der schwarzen Szene verbuchen.

Spätestens zum Ende der 1990er-Jahre setzte eine weitläufige Kommerzialisierung der Szene ein, welche auch von den großen Szenemedien Orkus, Zillo und Sonic Seducer getragen wurde.[9] Seither vermarkteten sich auch Bands über ein entsprechendes Image als Künstler der Schwarzen Szene. Ein Umstand, über welchen Genrebegriffe weiter verwässert wurden und Titel wie Industrial Rock, EBM, Gothic Metal oder Gothic Rock auf stilfremde Bands Anwendung fanden, sodass zum Beispiel auch Techno-Stücke als EBM oder Industrial wahrgenommen werden. Diese Entwicklung wird besonders von langjährigen Szenemitgliedern kritisiert.

„Bei vielen Events der letzten Monate beschlich mich immer mehr das Gefühl, die falsche Person am falschen Ort zu sein. [...] Unheilig, Combichrist, Tumor und all die anderen sind also auch über unserer »schönen ewigen Insel« hereingebrochen. In Berlin haben wir aber noch ein anderes Problem: Den streng kommerziell arbeitenden Club K17, der mit Gratis-Events mit bis zu fünf Floors hier in den letzten Jahren viel Untergrundkultur kaputt gemacht hat und damit leider auch besagte Schrott-Bands massiv etabliert hat.“[10]

Ein Höhepunkt der Kommerzialisierung der deutschen Szene war der medienwirksame Versuch Interpreten wie die Castinggruppe Nu Pagadi oder die Popsängerin La Fee über ein entsprechendes Image und einigen diesem Image angepassten Musikvideos als Bestandteil der schwarzen Szene zu vermarkten.

Mit dem ersten Umbruch der Szene in der Mitte der 1990er-Jahre versuchten verschiedene Stellen das erweiterte Spektrum der Musik unter einem Namen zu vereinen, woraus Bezeichnungen wie Dark Alternative Music, Dark Music oder Schwarze Musik entstanden.[11] Keine dieser Bezeichnungen konnte sich bisher als allgemeingültiger und umfassender Begriff in der Szene etablieren. Schriftlich in Erscheinung trat der Begriff Dark Music erstmals in der Mitte der 1990er-Jahre durch die Zeitschrift Entry, die diese Bezeichnung im Slogan Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde auf der Titelseite führte.

Zeitlinie [Bearbeiten]

Die folgende Zeitleiste umschreibt die Hochphasen unterschiedlicher Strömungen in der schwarzen Szene. Dabei sind die Zeiträume als in der schwarzen Szene bedeutende Phasen zu verstehen, deren Wirken gelegentlich auch noch nach der jeweiligen Hochphase anhielt, meist jedoch geschwächt und ohne neue Einflüsse. Die dargestellten Zeiträume sind somit an wichtige Veröffentlichungen angelehnt. Die angegebenen Protagonisten, Bands und Projekte sollen hierbei als Beispiele für in der jeweiligen Phase bedeutsame Vertreter dienen, z.T. tauchen diese aufgrund künstlerischer Weiterentwicklung mehrfach auf, so z.B. Oomph! oder Wumpscut. Wichtige Veröffentlichungen und vereinzelte Interpreten früher Phasen finden sich bis heute auf Festivals und Großveranstaltungen der Szene. Populäre Interpreten vergangener Strömungen werden auch gelegentlich auch über das Abebben der jeweiligen Strömung hinaus frequentiert, sodass z.B. Depeche Mode, Rammstein oder Marilyn Manson bis heute als wichtiger Faktor in der Szene wahrgenommen werden. Die Schwerpunkte in den Phasen lagen hingegen bei den jeweils präsenten Strömungen. Dabei besitzen viele der unterschiedlichen Strömungen eigene Alleinstellungsmerkmale, sodass hier oft nur von Überlagerungen und Einflüssen von und mit den entsprechenden Szenen und jugend- bzw. subkulturellen Gruppierungen gesprochen werden kann. Die Fülle und den Wandel der Musikspielarten erklärt Rutkowski indem er den Stil, d.h. Mode und Habitus und nicht die Musik als Kern der Szene beschreibt. [12] Lokale Abweichungen und Besonderheiten sind dabei nicht auszuschließen.

X-Rx Cyber (Jugendkultur) Moi dix Mois Visual Kei Martina Nöth Rollenspiel (Spiel) Die Form BDSM Dead Can Dance Mittelalterszene Current 93 Neopaganismus L’Âme Immortelle Popmusik Untoten Pop-Rock HIM Dark Rock Popmusik Professional Murder Music Evanescence Nu Metal the Prodigy Big Beat Placebo (Band) Marilyn Manson (Band) Alternative Metal Depeche Mode Synth Rock Ministry Industrial Rock The Jesus and Mary Chain Noise Rock Alternative (Musik) KiEw Rhythm ’n’ Noise Peaches Electroclash Wumpscut Electro (Sammelbezeichnung) Apoptygma Berzerk Future Pop Techno Samsas Traum Dark Metal Nightwish Symphonic Metal In Extremo Mittelalter-Rock Oomph! Neue Deutsche Härte My Dying Bride Gothic Metal Metal amGod Dark-Electro Leæther Strip Hardcore Electro the Klinik Electro-Industrial Front 242 Electronic Body Music Electro (Sammelbezeichnung) Goethes Erben Neue Deutsche Todeskunst Death in June Neofolk Dead Can Dance Dark Wave#Neoklassik The Invincible Spirit Electro Wave Einstürzende Neubauten Industrial #Entwicklungen innerhalb der Post-Industrial-Ära B-Movie (Band) Synthie Pop Orchestral Manoeuvres in the Dark New Wave Love Like Blood Bauhaus (Band) Gothic Rock Joy Division Postpunk Dark Wave

Politische Tendenzen [Bearbeiten]

Die Schwarze Szene vertritt vornehmlich eine politisch passive Haltung.[13] Der Anteil an politisch motivierten Personen ist daher gering. Da die Szene jedoch keine homogene Struktur besitzt und sich aus unterschiedlichen Jugendkulturen und Individualisten zusammensetzt, sind demzufolge divergente politische, neben linken und liberalen auch rechte Tendenzen vorzufinden. Über die äußeren Ränder der Neofolk- und Martial-Industrial-Szene, deren Angehörige eine eigenständige Subkultur bilden und keinen direkten Kontakt zur Gothic-Kultur pflegen, ergeben sich Berührungspunkte zwischen der Schwarzen Szene und der Neuen Rechten. Alfred Schobert analysierte den ersten Skandal einer aufkeimenden Verbindung für die Spex 1996, indem er die Empörung des Labels Strange Ways über Kooperationen des Zillo mit der Jungen Freiheit, in Form von Anzeigen und den gemeinsamen Autor Peter Boßdorf, aufgriff. Schobert erläutert derweil auch die Grundlage einer möglichen Annäherung zwischen der Szene und der Neuen Rechten:

„Die Gier nach dem Geheimnisvollen, nach dem nur Eingeweihten zuänglichen, also esoterischen Wissen und die Sehnsucht nach verborgenem Sinn bilden die Struktur, die die Gruft-Szene für die ‚Neue Rechte‘ attraktiv macht.[14]

Alfred Schobert: Kreuz, Totenkopf und Gruft.

Schobert kommt sodann jedoch auch zu der Erkenntnis, dass die angebliche Radikalisierung der gesamten Schwarzen Szene eher als ein gefährliches, weil Identifikation schaffendes, Pressekonstrukt zu verstehen ist.[14]

Die Berührungspunkte zwischen Neuer Rechter und Schwarzer Szene hielten dennoch weiterhin bestand, was wiederum Konfliktstoff mit der Antifa-Szene bietet. 2007 kam es auf dem Wave-Gotik-Treffen zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen Antifa-Aktivisten und Anhängern der Gothic-Kultur, bei dem ein Gothic-Angehöriger am Hinterkopf verletzt wurde.[15]

Dabei bezeichnen Teile der Szene dieses Interesse, sowie die Veröffentlichungen einzelner Interpreten mit rechten Hintergrund als einen Versuch der Unterwanderung. Zeitgleich wird diese versuchte Unterwanderung jedoch als globaleres Phänomen wahrgenommen, das sich auch in anderen Subkulturen wiederfindet und nicht auf die schwarze Szene beschränkt.

„Da brauchen wir nicht lang drum herum reden – wie überall ist es so, dass es Versuche einer rechten Unterwanderung gibt. Selbst in der härtesten Punkszene finden sich sicher einige dämliche Nasen, und so muss man sagen: Ja, es gibt ganz klar in der Grufti-Szene auch Rechte. Aber viele Vorwürfe, die da gemacht werden, die sind zwar in gewisser Weise verständlich, aber trotzdem falsch. Die Vorwürfe hängen sich auch immer wieder an den gleichen Bands auf… Wenn man sich dann etwas intensiver mit den Leuten beschäftigt und weiß, was die wirklich treiben, hat das mit Nazis zum größten Teil nichts zu tun.“[16]

Anmerkungen zum Begriff [Bearbeiten]

Etablierung [Bearbeiten]

Der Ursprung der Bezeichnung „Schwarze Szene“ ist umstritten. 1990 taucht diese beispielsweise in dem Bericht „Schwarze Szene, Berlin – Eine kritische Selbstdarstellung“ auf, der bereits im Herbst 1989 fertiggestellt, aber erst 1990 in der Januar-Ausgabe des Zillo-Musikmagazins veröffentlicht wurde. Laut dieses Berichts rekrutierte sich die Berliner Szene zu dieser Zeit aus „Gruftis, Wavern und New Romantics“. Auch die Selbsttitulierung als „Schwarze“ findet dort Erwähnung.[17]

Nur wenig später wird die Bezeichnung „Schwarze Szene“ in einem Bericht über eines der beiden Konzerte von The Cure in der DDR verwendet. Dieser Bericht wurde in der 1990er Herbstausgabe des Freiburger Wave-Magazins Glasnost veröffentlicht.[18] Ungefähr zwei Jahre später tritt die Bezeichnung unter anderem im Bonner Gothic Press-Magazin in Erscheinung. Dieses Mal im Vorwort zu einem Interview mit Death in June, an dem ein Journalist des Zillo-Magazins intensiv mitarbeitete.

Nachdem in den 1990er-Jahren vielerorts die ablehnende Haltung der Subkulturen untereinander schrittweise einer Öffnung wich, avancierte die Bezeichnung in zahlreichen Musikmagazinen zu einem viel genutzten Begriff, um eine bestimmte Zielgruppe von Lesern anzusprechen. Die Independent-Zeitschrift Zillo galt selbst lange Zeit als eines der wichtigsten Medien der Schwarzen Szene und konnte die Bezeichnung dabei vermutlich etablieren. Unklar ist jedoch, ob das Motto „von der Szene für die Szene“, das seit 1997 für die darauf folgenden drei Jahre die Titelseite des Zillo-Magazins schmückte, tatsächlich der Schwarzen Szene galt, oder ob damit die Independent- und Alternative-Kultur in ihrer Gesamtheit gemeint war.

Die Szene ohne Namen (so tituliert von Ecki Stieg[19]) findet sich in vergleichbarer Form auch außerhalb der deutsch-sprachigen Länder wieder. In Spanien heißt sie cultura oscura, in den portugiesisch-sprachigen Gebieten Amerikas cultura dark. Im englischen Sprachraum scheint sich − neben den sporadisch genutzten Bezeichnungen dark scene und dark culture – noch keine entsprechende Bezeichnung etabliert zu haben.

Kontroverse [Bearbeiten]

In den letzten Jahren wurde die Bezeichnung „Schwarze Szene“ vor allem von Außenstehenden mehrfach bedeutungsgleich zu „Gothic-Kultur“ verwendet. Diese Subkultur ist jedoch mit der Post-Punk- und Wave-Bewegung verknüpft[20] und stellt somit nur einen Bruchteil des gesamten Spektrums der Schwarzen Szene dar. Vor diesem Hintergrund ist die Nutzung als Synonym umstritten und wird innerhalb der Schwarzen Szene kontrovers diskutiert.[21]

Print-Medien [Bearbeiten]

der Vergangenheit [Bearbeiten]

  • Aeterna
  • Astan
  • Epitaph peripherer Tonkünste
  • Gift
  • Glasnost Wave-Magazin
  • The Gothic Grimoire
  • Gothic Press
  • Graeffnis
  • Hysterika
  • Propaganda (US)
  • Sub Line
  • Tanelorn

Das Glasnost Wave-Magazin war eine Musik- und Kultur-Zeitschrift der frühen Schwarzen Szene. Es existierte von 1987 bis 1996 und zählte somit zu den ältesten seiner Art – noch vor Herausgabe von Zeitschriften wie Zillo, Subline und Gothic Press. Abgedeckt wurden Sparten wie Gothic Rock, Industrial, Neofolk, Dark Ambient, Ethereal, EBM und Cold Wave. Anfangs in Freiburg beheimatet, verlegte die Redaktionsleitung in den 1990ern ihren Sitz nach Hamburg. An das Magazin gebunden war die gleichnamige Plattenfirma Glasnost Records.

der Gegenwart [Bearbeiten]

  • Black Magazin
  • Crawling Tunes Magazine
  • Dark Spy
  • Gothic

Zu den namhaften Zeitschriften der Schwarzen Szene im deutschen Sprachraum zählen gegenwärtig Orkus, Sonic Seducer, Zillo und Gothic. Neben diesen, teils kommerziell orientierten Printmedien existiert(e) noch eine Vielzahl weiterer Zeitschriften, wie Black, Transmission oder Graeffnis, die inhaltlich praktisch unabhängig vom Mainstream agier(t)en.

Kunst [Bearbeiten]

Bekannte Veranstaltungen [Bearbeiten]

Einige Festivals wie Blackfield, Castle Rock und Dark Dance konzentrieren sich ausschließlich auf Interpreten der Schwarzen Szene. Jedoch treten die Bands und Künstler der Schwarzen Szene auch auf Veranstaltungen wie dem Bochum Total oder dem Wacken Open Air auf, die nicht der Schwarzen Szene zuzuordnen sind. Derweil hegt keines der Festivals den Anspruch, allen vertretenen Stilen der Schwarzen Szene gerecht zu werden.

Literatur [Bearbeiten]

  • Alexander Nym (Hrsg.): Schillerndes Dunkel: Geschichte, Entwicklung und Themen der Gothic-Szene. 2010, ISBN 978-3-86211-006-3.
  • Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes. Stereotyp und Vorurteile in Bezug auf jugendliche Subkulturen am Beispiel der Schwarzen Szene. 2004, ISBN 3-8334-1351-4.
  • Doris Schmidt, Heinz Janalik: Grufties – Jugendkultur in Schwarz. 2000, ISBN 3-89676-342-3.
  • Axel Schmidt, Klaus Neumann-Braun: Die Welt der Gothics. Spielräume düster konnotierter Transzendenz. 2004, ISBN 3-531-14353-0.
  • Andreas Speit (Hrsg.): Ästhetische Mobilmachung. Dark Wave, Neofolk und Industrial im Spannungsfeld rechter Ideologien. Unrast Verlag, 2002, ISBN 3-89771-804-9.
  • Frauke Stöber: Entstehung, Inhalte, Wertvorstellungen und Ziele der schwarzen Szene - Die Jugendkultur der Waver, Grufties und Gothics. Universität Gesamthochschule Essen. Diplomarbeit, Oktober 1999. (Online-Fassung)

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Gunnar Sauermann: Black Metal in den USA. Schwarzes Amerika. In: Metal Hammer, August 2007, S. 87.
  2. Gunnar Sauermann: Lord Belial. Schwarzes Dynamit. In: Metal Hammer, November 2008, S. 86.
  3. Grit Grünewald, Nancy Leyda: Der real existierende Vampir-Horror. In: Claudio Biedermann, Christian Stiegler: Horror und Ästhetik. UVK-Verl.-Gesellschaft, Konstanz 2008, ISBN 978-3-86764-066-4, S. 170.
  4. Arvid Dittmann: Artificial Tribes. Jugendliche Stammeskulturen in Deutschland. Tilsner, Bad Tölz 2001, ISBN 3-933773-11-3, S. 147.
  5. Szenegröße. In: Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes. 2004, ISBN 3-8334-1351-4, S. 42.
  6. Thomas Vogel: Interview mit der ehemaligen Gothic-Metal-Band Paradise Lost. In: Sonic Seducer. Sommer-Ausgabe 1995, S. 30.
  7. Sven Friedrich: Gothic! Die Szene in Deutschland aus der Sicht ihrer Macher – Gothic Rock. 2000, ISBN 3-89602-332-2, S. 36.
  8. Entry Musikmagazin: Leserbriefe – Leserbrief von Thomas Thyssen. Ausgabe 1/97, Februar/März 1997, S. 8.
  9. Polylux: The Next Generation, Bericht zur „neuen Generation“, gesendet beim Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB), 1999, Youtube-Link
  10. Marco Fiebag: Interview mit Uwe Marx. In: „Black“-Musikmagazin. Ausgabe 45/06, Herbst 2006, S. 80.
  11. Quelle: Volkmar Kuhnle: Das Gothic-Lexikon. 1999, ISBN 3-89602-203-2, S. 4.
  12. Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes. 2004, ISBN 3-8334-1351-4. S.34
  13. Rechtsradikalismus. In: Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes. 2004, ISBN 3-8334-1351-4, S. 137.
  14. a b Alfred Schobert: Kreuz, Totenkopf und Gruft. In: Alfred Schobert: Analysen und Essays. Unrast-Verlag Münster. 2009. ISBN 978-3-89771-750-3 S.155.
  15. skeptiker: Aktion gegen Wave Gotik Treffen Besucher, 27. Mai 2007, abgerufen am 27. November 2012.
  16. Interview mit der Post-Punk-Band Pferd des Gärtners auf München-Punk.de (abgerufen am 04.0August 2010)
  17. Schwarze Szene, Berlin, Eine kritische Selbstdarstellung. In: Zillo Musikmagazin. Heft-Nr. 1/90, Januar 1990, S. 25.
  18. The Cure in Leipzig. In: Glasnost Wave-Magazin. Heft-Nr. 23, September 1990, S. 19.
  19. Peter Matzke, Tobias Seeliger: Gothic! Die Szene in Deutschland aus der Sicht ihrer Macher. 2000, ISBN 3-89602-332-2, S. 15.
  20. Entstehung der Szene. In: Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes. 2004, ISBN 3-8334-1351-4, S. 51.
  21. Einleitung. In: Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes. 2004, ISBN 3-8334-1351-4, S. 18.