Nikolaikirche (Wismar)

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Südansicht der Nikolaikirche
Grundriss der Nikolaikirche

Die Kirche St. Nikolai von Wismar wurde von 1381 bis 1487 als Kirche der Seefahrer und Fischer erbaut. Sie gilt als Meisterwerk der Spätgotik im nordeuropäischen Raum. Die Nikolaikirche ist als Teil der Wismarer Altstadt seit 2002 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes verzeichnet. Sie ist zurzeit Eigentum der Stadt (siehe Geistliche Hebungen) und dient der Kirchengemeinde St. Nikolai in der Propstei Wismar, Kirchenkreis Mecklenburg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Nach neueren Forschungsergebnissen in Bezug auf die Siedlungsgeschichte der Stadt wird schon für die alte Kaufmannssiedlung in der Nähe der Grube eine dem Nikolaus geweihte Kirche vermutet;[2] für diese Annahme gibt es allerdings keinen Beleg.[3] Das Kirchspiel St. Nikolai bestand schon vor der Mitte des 13. Jahrhunderts und hatte wohl eine Kirche aus der Zeit der Stadtgründung um 1230 als Mittelpunkt. Mit dem Bau des heutigen Gebäudes wurde um 1370 begonnen. Der Rat der Stadt beauftragte 1381 den Maurermeister Heinrich von Bremen, der auch Baumeister des Michaelisklosters in Lüneburg war, mit der Fertigstellung des Chores. Zahlreiche Formsteine aus Lüneburg fanden Verwendung, was an den Ziegelstempeln erkennbar ist.[4]. Die Weihe des Hochaltares ist für 1403 belegt. Der Maurermeister von Bremen arbeitete noch bis 1415 am Gebäude. Im Jahr 1434 wurden Arbeiten am nördlichen Seitenschiff durchgeführt und 1437 am südlichen Seitenschiff. Unter der Leitung des Peter Stolp und des Hermann von Münster im Jahr 1459 waren die Arbeiten soweit erledigt, dass die Kirche geweiht werden konnte. Von 1485 bis 1487 errichtete Hans Mertens die beiden Turmobergeschosse, der Turmhelm wurde 1508 aufgesetzt.[5] Am 8. Dezember 1703 stürzte bei einem Orkan der Turmhelm auf das Mittelschiff und zerstörte die Gewölbe. Ein großer Teil der mittelalterlichen Ausstattung wurde ebenfalls zerstört. Danach erhielt der Turm ein querliegendes Satteldach und das Mittelschiff eine Flachdecke. Die Erneuerung der Ausstattung dauerte bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts. Eine umfassende Renovierung der Kirche ist für die Zeit von 1880 bis 1881 belegt. Aus dieser Zeit stammt auch die Raumfassung, die sich an mittelalterlichen Vorbildern orientiert. Die figürliche Ausmalung aus dem Mittelalter wurde gleichzeitig restauriert. Der östliche Dachreiter, der sogenannte Steigerturm, wurde 1890 aufgebaut. Die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg verursachten an der Kirche nur geringe Schäden. Aus den stark betroffenen Kirchen St. Georgen und St. Marien fanden etliche Ausstattungsstücke hier einen neuen Platz.[6] Die umfassenden Sicherungsmaßnahmen der letzten Jahre betrafen überwiegend die Dächer, die Strebebögen und das aufgehende Mauerwerk.[7]

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Inneres nach Osten

Das Bauwerk ist eine dreischiffige Basilika mit Einsatzkapellen, Chorumgang und Kapellenkranz und wurde im Stil der norddeutschen Backsteingotik errichtet. Der Raum wirkt gewaltig aufstrebend und einheitlich; Chor und Schiff sind nicht voneinander abgetrennt. Im Langhaus, den Seitenkapellen und in der Vorhalle wurden Kreuzrippengewölbe eingezogen. Die fünf Chorkapellen sind durch sechsteilige Gewölbe mit dem Umgang verbunden.[8] Sowohl dem nördlichen als auch dem südlichen Seitenschiff gliedern sich querhausartige Vorhallen an, die jedoch nicht direkt mit dem Hauptschiff verbunden sind und auch nicht dessen Höhe erreichen. Der Chor besitzt einen 5/8 Schluss.[9]

Der Bau orientiert sich im Wesentlichen an der Ratskirche St. Marien von Wismar, die ebenso wie St. Nikolai die Urform der Lübecker Marienkirche aufgreift.

Der ursprüngliche Turm hatte eine Höhe von 120 m. Am 8. Dezember 1703 zerstörte ein Sturm den Spitzhelm des Turms. Teile des Spitzhelmes durchschlugen das Dach des Hauptschiffes und richteten große Zerstörungen an der Inneneinrichtung an. Erst 1867 war die Kirche wieder hergestellt.

Die vergleichsweise geringen Schäden an der Nikolai-Kirche im Bombenkrieg wurden 1946 bis 1948 im Wesentlichen behoben, das Dach 1962 bis 1963 erneuert.

Der gewaltige Baukörper von St. Nikolai bildet mit seinem hohen Kirchenschiff einen markanten Punkt in der Stadtsilhouette Wismars, zusammen mit den anderen beiden großen Kirchen St. Marien und St. Georgen.

Hauptschiff[Bearbeiten]

Das Hauptschiff der Kirche St. Nikolai ist mit 37 Metern Gewölbehöhe das vierthöchste Kirchenschiff Deutschlands und das zweithöchste im Sakralbau der Backsteingotik, wobei die Marienkirche in Lübeck nur um 1,5 m höher ist als die Nikolaikirche.

Hauptschiffgewölbe St. Nikolai

Die Betonung der Vertikalen mit hohen und dicht gestellten Arkaden zu den Seitenschiffen und kürzeren Fenstern im Obergaden verleiht dem Innenraum eine besondere Höhenwirkung. Dazu trägt ebenso die relativ geringe Breite des Hauptschiffes von nur 10,50 Metern bei.

St. Nikolai: Strebebögen

Strebewerk[Bearbeiten]

Anders als bei anderen großen Sakralbauten der Spätgotik in Norddeutschland (z.B. der Wismarer Georgenkirche oder der Stralsunder Marienkirche) ist hier das Strebewerk präsent, außen gibt es 16 Strebebögen, die dem hochaufragenden Mittelschiff die notwendige Stabilität geben und auch als Zierde des Gebäudes dienen.

Giebel der Südhalle[Bearbeiten]

Der Giebel der Südhalle weist einen für die Backsteingotik ungewöhnlich reichen Schmuck auf. Er ist durch Motivfriese gegliedert, die im Backstein eingefügt sind. Die einzelnen Figuren stellen die Mutter Gottes, den heiligen Nikolaus, Drachen, Löwen und Menschenköpfe dar. Oberhalb der Motivfriese befindet sich eine der Sonne nachempfundene Rosette aus Backstein. Der Schmuck gilt als Beleg, dass die Baumeister der Backsteingotik eine allgemein eher schlichte und nüchterne Wirkung ihrer Bauwerke erreichen wollten. Das klare Gesamtbild des ganzen Baukörpers mit seiner Struktur sollte in den Vordergrund treten.

Ausstattung[Bearbeiten]

Das Innere der Nikolaikirche ist geprägt vom Zusammenspiel sakraler Baukunst aus verschiedenen Epochen. Während die Architektur des Raumes und der Gebäudeteile gotisch sind, ist die Ausstattung weitgehend barock. Eine Renovierung und Neueinziehung der Gewölbe 1867 haben dazu geführt, dass nur noch einzelne Elemente der Originalfassung erhalten sind. Die Renovierung der zerstörten Ausstattungselemente erfolgte dann im Barockstil. Erwähnenswert sind ebenfalls die spätgotischen Wandmalereien.

Altarretabel aus St. Georgen
Triumphkreuz und barocker Hauptaltar

Viele Teile der reichhaltigen Ausstattung stammen ursprünglich aus ehemaligen oder zerstörten Wismarer Kirchen. So wurde in der südlichen Vorhalle das Hochaltarretabel und das Triumphkreuz von 1430 aus St. Georgen untergebracht. Es war mit zehn Metern Breite bei geöffneten Flügeln das größte seiner Art im gesamten Ostseeraum. Auch in der Nordhalle befinden sich Relikte der Ausstattung von St. Marien und St. Georgen. Das gotische Gestühl im Chorumgang stammt ebenfalls aus St. Georgen.

Hauptaltar[Bearbeiten]

Der Hauptaltar wurde nach einer Bezeichnung 1774 gebaut[10] und ist ein großartiges Zeugnis des Spätbarock. Interessant ist, dass der Sockel des Altaraufsatzes das Abendmahl darstellt. Die Spitze des Altars bildet eine triumphierende Christusstatue. Der Altar ist nach architektonischen Prinzipien gegliedert, in der Predella zeigt ein Gemälde die Darstellung des letzten Abendmahles. Das Gemälde im Hauptgeschoss ist eine Arbeit des Malers Benjamin Bock aus Rostock. Er malte das Bild 1653 nach einer von Rubens geschaffenen Kreuzabnahme. Das Hauptgeschoss ist von Säulen flankiert. Über dem Gemälde ist ein Zifferblatt zu sehen und darüber eine Wolkengloriole. Die seitlichen Portale des Altaraufbaues zeigen ein Stifterbild und Wappen. Der Aufbau wurde vermutlich in der Werkstatt des Johann Heinrich Bülle aus Wismar angefertigt.[11]

Schifferaltar[Bearbeiten]

Der Schifferaltar ist der einzige erhaltene mittelalterliche Altarschrein im Bestand der Kirche. Er wurde am Anfang des 16. Jahrhunderts in einer hiesigen Werkstatt angefertigt. Die zentrale Figur ist eine apokalyptische Madonna, sie wird von den Figuren des Nikolaus und Jakobus d. Ä. begleitet. In den beiden Kastenflügeln stehen je vier Heiligenfiguren. Die Außenseiten der Flügel sind mit Szenen aus dem Marienleben geschmückt.[12]

Altaraufsatz der Krämergilde[Bearbeiten]

Der Altaraufsatz der Krämergilde wurde um 1430 in Wismar gebaut. Der Mittelschrein ist mit großen Figuren der apokalyptischen Madonna, des Erzengels Michael und des hl. Mauritius bestückt. An der Figur der Maria sind deutlich die charakteristischen Merkmale des sogenannten weichen Stils zu erkennen. Typisch sind die schlitzförmigen Augen, die hohe Stirn, der kleine Mund und ein faltenreiches Gewand, das den Körper verdeckt. Die Figuren der Reliefs in den Kastenflügeln sind weniger ausdrucksstark, es handelt sich hier um die Darstellung der Geburt Christi, die Beschneidung Jesu im Tempel und die Verkündigung.[13]

Thomasaltar[Bearbeiten]

Der Thomasaltar stand ursprünglich in der Kirche der Dominikaner und später in St. Georgen. Er ist in der vierten nördlichen Seitenkapelle untergebracht. Die qualitätsvolle Arbeit wurde um 1500 geschnitzt, die Themen der Darstellungen sind eher ungewöhnlich. Im mittleren Teil befindet sich Thomas von Aquin zwischen dem Erzbischof Thomas von Canterbury und dem Apostel Thomas. In den Flügeln sind vier Reliefszenen aus dem Leben des Thomas von Aquin untergebracht. Auch die Predella zeigt zwei Reliefs mit Darstellungen aus dem Leben von Thomas von Aquin. Die Außenseiten und die erste Wandlung ist mit gemalten Szenen aus dem Leben der drei Heiligen geschmückt.[14]

Triumphkreuzgruppe[Bearbeiten]

Die Triumphkreuzgruppe ist ein mittelalterliches Kunstwerk aus der Zeit des 15. Jahrhunderts. Sie wurde nach 1880 von der säkularisierten Dominikanerklosterkirche hierher verbracht. Die Gruppe wurde über dem Lettner aufgestellt, das Kruzifix wird als sehr qualitätsvoll eingeschätzt, die Figuren der Maria und des Johannes wirken eher derb.[15]

Triumphkreuzgruppe aus St. Georgen[Bearbeiten]

Diese prächtige Triumphkreuzgruppe befand sich ursprünglich in St. Georgen. Die Arbeit aus der Zeit um 1420 ist an den Kreuzenden mit den Symbolen der Evangelisten verziert. Die großen Weinblätter an den Rändern sind zum Teil vergoldet.

Kanzel[Bearbeiten]

Kanzel

Die Kanzel stiftete 1708 ein Joachim Rahte, möglicherweise wurde sie von Johannes von Rhen, der auch das Taufgehäuse lieferte, geschaffen. Sie ist geprägt von dem Kontrast der Farben Schwarz und Weiß und mit reichem Akanthuswerk geschmückt. An den Ecken des Korbes befinden sich Engelsköpfe.[16] Das Stifterportrait hängt am Kanzelportal, zwischen den allegorischen Gestalten von Glaube und Hoffnung und anderem figürlichem Dekor.[17] Der Schalldeckel hat die Form einer Krone und ist mit Akanthusornamenten reich verziert.[18]

Taufstein[Bearbeiten]

Der schlichte Taufstein aus Granit ist das älteste Ausstattungsstück in der Kirche, er steht in der vierten nördlichen Seitenkapelle.[19] Wegen der rundbogigen Arkatur auf der Kuppa wird eine Entstehungszeit im späten 13. Jahrhundert vermutet. Ein Taufgehäuse mit einem von oben herabschwebenden Engel wurde 1719 angeschafft, der Engel trägt eine Taufschale in Form einer Muschel in seinen Händen. Das Hauptgesims wird von sechs Säulen getragen, auf dem allegorische Frauenfiguren sitzen. Auf der hohen Volutenbekrönung befindet sich eine Figur des guten Hirten Jesus. Das Taufgehäuse ist in einer tempiettoartigen Architektur aus Holz ausgeführt. Auch in anderen Orten an der Ostsee, wie Stralsund und Prerow sind ähnliche Taufgehäuse überliefert.[20]

Anbetung der Könige[Bearbeiten]

Das Holzrelief mit der Darstellung der Anbetung der heiligen drei Könige ist eine Arbeit aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Es wurde in einen Wandpfeiler in der zweiten Kapelle im Nordosten eingefügt. Das Geschehen der weihnachtlichen Szene ist ein einer naiv anmutenden Weise dargestellt. Im oberen Teil befindet sich ein Baldachin, der mit Maßwerk verziert ist.[21]

Spätgotische Schranken[Bearbeiten]

In den Chorarkaden sind Schranken aus spätgotischer Zeit eingebaut. Das Paneel wirkt wie eine Brüstung und ist mit Maßwerkschnitzerei, die aufgelegt wurde, verziert. Die Borte mit Laubwerkgirlanden ist reliefiert. In die Vierpässe und Rosetten sind Darstellungen von Heiligen und Aposteln eingefügt. Im Jahr 1703 wurden die zugehörigen Metallgitter zum Teil zerstört und durch Flaschenbaluster in barocker Art ersetzt.[22]

Grabsteine[Bearbeiten]

Das bedeutendste der Epitaphien ist das von 1605 für den Bürgermeister Schabbell und seiner Gattin angefertigte. Die Kirche ist reich mit Grabplatten aus dem 15. Jahrhundert ausgestattet, von denen besonders die mit eingeritzten Figuren oder spätgotischer Maßwerkarchitektur beachtenswert sind. Zum großen Teil handelt es sich hierbei um Grabsteine für verstorbene Priester, es befinden sich aber auch Steine für Mitglieder von Patrizierfamilien darunter. Ein gutes Beispiel für die Grabsteinkunst in der nachreformatorischen Zeit ist der mit figürlichen Flachreliefs geschmückte Stein für Heinrich von der Lühe und Lucretia von Parkentin, er entstand 1600.[23]

Taufbecken[Bearbeiten]

Das um 1335 aus Bronze gegossene Taufbecken stand ehemals in der Marienkirche. Das runde Becken wird von drei Jünglingen getragen, auf der Wandung befinden sich zwei Reihen Arkaden. Die Bögen sind mit Reliefs aus dem Leben Jesu, dem Gleichnis der klugen und törichten Jungfrauen und dem Jüngsten Gericht verziert. Der Kessel war in früherer Zeit farbig gefasst, er ähnelt sehr der Fünte von Johann Apengeter in der Marienkirche in Lübeck und ist vermutlich in derselben Werkstatt entstanden. Um die Taufe wurde im 16. Jahrhundert ein geschmiedetes Gitter aus Eisen angebracht, es wird im Volksmund als Teufelsgitter bezeichnet.[24]

Sonstige Ausstattung[Bearbeiten]

  • Für die Herstellung des Lesepultes wurden Teile von Gestühlen aus dem 15. Jahrhundert verwendet.[25]
  • Die vier Kronleuchter aus Messing und die Wandarme wurden nach 1703 von den Ämtern und Innungen gestiftet. Sie sind gute Beispiele für die Kunst der Gelbgießer in der damaligen Zeit.[26]
  • Die Herzogin Sophie verstarb 1504, ihre Grabplatte aus Bronze zeigt im vertieften Hauptfeld, ein Hochrelief der Herzogin. Der Rand wurde gesondert gegossen und zeigt das Wappen und Inschriften. Die Platte wurde vermutlich in Lübeck gegossen und hing ursprünglich in der Klosterkirche der Dominikaner.[27]

Orgel[Bearbeiten]

Orgel

Die Orgel wurde erst 1985 vor der Turmostwand eingebaut. Vorher befand sich die von 1842 bis 1845 erbaute Orgel in der Freiberger Nikolaikirche in Sachsen. Das einst reichverzierte Instrument wurde von Johann Gottlob Mende geschaffen und verfügt über zwei Manuale und 28 Register.[28] Allerdings wurde das Instrument ohne Prospekt erworben. Der bereits vom Vorgängerinstrument vorhandene Kröger-Hantelmann-Prospekt wurde der Freiberger Prospektgliederung angeglichen.[29]

I Hauptwerk C–e3
1. Bordun 16′
2. Principal 8′
3. Gemshorn 8′
4. Rohrflöte 8′
5. Octave 4′
6. Spitzflöte 4′
7. Quinte 3′
8. Octave 2′
9. Terz 13/5
10. Cornett IV (ab c1)
11. Mixtur IV
12. Trompete 8′
II Oberwerk C–e3
13. Principal 8′
14. Gedackt 8′
15. Salicional 8′
16. Quintatön 8′
17. Octave 4′
18. Rohrflöte 4′
19. Naßat 22/3
20. Octave 2′
21. Sifflöte 2′
22. Mixtur III
Pedal C–d1
23. Untersatz 32′
24. Principal 16′
25. Subbaß 16′
26. Octavbaß 8′
27. Octavbaß 4′
28. Posaunenbaß 16′

Glocken[Bearbeiten]

Zu den Verlusten durch den Orkan von 1703 zählten auch die damals vorhandenen Glocken. Zwei neue wurden in Lübeck vom damaligen Ratsgießer Lorenz Strahlborn gegossen; seine Große Glocke von 1732 gilt als die „klangschönste barocke Großglocke“[30] zwischen Hamburg und Stralsund. Drei weitere Glocken wurden im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen, darunter die zweitgrößte Glocke der Kirche, die Bürgerglocke von 1705. Zu ihrem Ersatz wurde 1963 in Apolda eine neue, etwas kleinere Glocke gegossen. Dafür wurden eine der noch erhaltenen Glocken aus St. Georgen und die Glocke des Schwarzen Klosters von 1501 eingeschmolzen.

Nr.
 
Name
 
Gussjahr
 
Gießer, Gussort
 
Masse
(kg)
Durchmesser
(mm)
Schlagton
(HT-1/16)
1 Große Glocke 1732 Lorenz Strahlborn, Lübeck 5560 1984 as0 +4,5
2 Wächterglocke 1727 Lorenz Strahlborn, Lübeck 1450 1370 es1 –5
3 Bürgerglocke 1963 Schilling, Apolda 1080 ges1 +3

Maße[Bearbeiten]

St. Nikolai: Südansicht
  • Turmhöhe: 64 m (ehemals 120 m)
  • Gesamtlänge: 85 m
  • Größte Breite: 58 m
  • Mittelschiff: 37 m x 10,5 m
  • Seitenschiffe: 18,5 m x 5,5 m
  • Wandstärke des Turmschaftes: 4,5 m
  • Wandstärke der Kapellen: 1,20 m
  • Umfang der Mittelschiffpfeiler: 8 m
  • Verbaute Steine: ca. 3 Millionen

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Schlie: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin. II. Band: Die Amtsgerichtsbezirke Wismar, Grevesmühlen, Rehna, Gadebusch und Schwerin. Schwerin 1898, Neudruck Schwerin 1992, S. 120 ff. ISBN 3910179061
  • Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6
  • Martin Poley (Küster in Sankt Nikolai) und Roger Thomas (Pastor in Sankt Nikolai) Herzlich Willkommen in Sankt Nikolai Wismar Kirchenführer, erhältlich in der Kirche
  • Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nikolaikirche (Wismar) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informationen zur Gemeinde
  2. Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6 Seite 683
  3. Schnell Kunstführer Nr. 1861Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 3
  4. Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6 Seite 684
  5. Schnell Kunstführer Nr. 1861Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 3
  6. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 3
  7. Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6 Seite 3
  8. Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6 Seite 685
  9. Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6 Seite 683
  10. Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6 Seite 685
  11. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 11
  12. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 11
  13. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 13
  14. Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6 Seite 686
  15. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 11
  16. Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6 Seite 687
  17. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 11
  18. Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6 Seite 687
  19. Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6 Seiten 686 und 687
  20. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 11
  21. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 11
  22. Schnell Kunstführer Nr. 1861Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 13
  23. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 13
  24. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 13
  25. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 13
  26. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 13
  27. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite13
  28. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990
  29. Mecklenburgisches Orgelmuseum Wismar, evangelische St. Nikolaikirche. Abgerufen am 14. November 2013.
  30. Claus Peter: Die Glocken der Wismarer Hauptkirchen. Bestand und Quellen. In: Jahrbuch für Glockenkunde. Bd. 5/6 (1993/94), S. 69-94, hier S. 81–83.

53.89555833333311.465533333333Koordinaten: 53° 53′ 44″ N, 11° 27′ 56″ O