Nikolaikirche (Wismar)

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Südansicht der Nikolaikirche
Grundriss der Nikolaikirche

Die Kirche St. Nikolai von Wismar wurde von 1381 bis 1487 als Kirche der Seefahrer und Fischer erbaut. Sie gilt als Meisterwerk der Spätgotik im nordeuropäischen Raum. Die Nikolaikirche ist als Teil der Wismarer Altstadt seit 2002 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes verzeichnet. Sie ist zurzeit Eigentum der Stadt (siehe Geistliche Hebungen) und dient der Kirchengemeinde St. Nikolai in der Propstei Wismar, Kirchenkreis Mecklenburg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Nach neueren Forschungsergebnissen in Bezug auf die Siedlungsgeschichte der Stadt wird schon für die alte Kaufmannssiedlung in der Nähe der Grube eine dem Nikolaus geweihte Kirche vermutet;[2] für diese Annahme gibt es allerdings keinen Beleg.[3] Das Kirchspiel St. Nikolai bestand schon vor der Mitte des 13. Jahrhunderts und hatte wohl eine Kirche aus der Zeit der Stadtgründung um 1230 als Mittelpunkt. Mit dem Bau des heutigen Gebäudes wurde um 1370 begonnen. Der Rat der Stadt beauftragte 1381 den Maurermeister Heinrich von Bremen, der auch Baumeister des Michaelisklosters in Lüneburg war, mit der Fertigstellung des Chores. Zahlreiche Formsteine aus Lüneburg fanden Verwendung, was an den Ziegelstempeln erkennbar ist.[4] Die Weihe des Hochaltares ist für 1403 belegt. Der Maurermeister von Bremen arbeitete noch bis 1415 am Gebäude. Im Jahr 1434 wurden Arbeiten am nördlichen Seitenschiff durchgeführt und 1437 am südlichen Seitenschiff. Unter der Leitung des Peter Stolp und des Hermann von Münster im Jahr 1459 waren die Arbeiten soweit erledigt, dass die Kirche geweiht werden konnte. Von 1485 bis 1487 errichtete Hans Mertens die beiden Turmobergeschosse, der Turmhelm wurde 1508 aufgesetzt.[5] Am 8. Dezember 1703 stürzte bei einem Orkan der Turmhelm auf das Mittelschiff und zerstörte die Gewölbe. Ein großer Teil der mittelalterlichen Ausstattung wurde ebenfalls zerstört. Danach erhielt der Turm ein querliegendes Satteldach und das Mittelschiff eine Flachdecke. Die Erneuerung der Ausstattung dauerte bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts. Eine umfassende Renovierung der Kirche ist für die Zeit von 1880 bis 1881 belegt. Aus dieser Zeit stammt auch die Raumfassung, die sich an mittelalterlichen Vorbildern orientiert. Die figürliche Ausmalung aus dem Mittelalter wurde gleichzeitig restauriert. Der östliche Dachreiter, der sogenannte Steigerturm, wurde 1890 aufgebaut. Die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg verursachten an der Kirche nur geringe Schäden. Aus den stark betroffenen Kirchen St. Georgen und St. Marien fanden etliche Ausstattungsstücke hier einen neuen Platz.[6] Die umfassenden Sicherungsmaßnahmen der letzten Jahre betrafen überwiegend die Dächer, die Strebebögen und das aufgehende Mauerwerk.[7]

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Inneres nach Osten

Das Bauwerk ist eine dreischiffige Basilika mit Einsatzkapellen, Chorumgang und Kapellenkranz und wurde im Stil der norddeutschen Backsteingotik errichtet. Der Raum wirkt gewaltig aufstrebend und einheitlich; Chor und Schiff sind nicht voneinander abgetrennt. Im Langhaus, den Seitenkapellen und in der Vorhalle wurden Kreuzrippengewölbe eingezogen. Die fünf Chorkapellen sind durch sechsteilige Gewölbe mit dem Umgang verbunden.[8] Sowohl dem nördlichen als auch dem südlichen Seitenschiff gliedern sich querhausartige Vorhallen an, die jedoch nicht direkt mit dem Hauptschiff verbunden sind und auch nicht dessen Höhe erreichen. Der Chor besitzt einen 5/8 Schluss.[9]

Der Bau orientiert sich im Wesentlichen an der Ratskirche St. Marien von Wismar, die ebenso wie St. Nikolai die Urform der Lübecker Marienkirche aufgreift.

Der ursprüngliche Turm hatte eine Höhe von 120 m. Am 8. Dezember 1703 zerstörte ein Sturm den Spitzhelm des Turms. Teile des Spitzhelmes durchschlugen das Dach des Hauptschiffes und richteten große Zerstörungen an der Inneneinrichtung an. Erst 1867 war die Kirche wieder hergestellt.

Die vergleichsweise geringen Schäden an der Nikolai-Kirche im Bombenkrieg wurden 1946 bis 1948 im Wesentlichen behoben, das Dach 1962 bis 1963 erneuert.

Der gewaltige Baukörper von St. Nikolai bildet mit seinem hohen Kirchenschiff einen markanten Punkt in der Stadtsilhouette Wismars, zusammen mit den anderen beiden großen Kirchen St. Marien und St. Georgen.

Hauptschiff[Bearbeiten]

Das Hauptschiff der Kirche St. Nikolai ist mit 37 Metern Gewölbehöhe das vierthöchste Kirchenschiff Deutschlands und das zweithöchste im Sakralbau der Backsteingotik, wobei die Marienkirche in Lübeck nur um 1,5 m höher ist als die Nikolaikirche.

Hauptschiffgewölbe St. Nikolai

Die Betonung der Vertikalen mit hohen und dicht gestellten Arkaden zu den Seitenschiffen und kürzeren Fenstern im Obergaden verleiht dem Innenraum eine besondere Höhenwirkung. Dazu trägt ebenso die relativ geringe Breite des Hauptschiffes von nur 10,50 Metern bei.

St. Nikolai: Strebebögen

Strebewerk[Bearbeiten]

Anders als bei anderen großen Sakralbauten der Spätgotik in Norddeutschland (z.B. der Wismarer Georgenkirche oder der Stralsunder Marienkirche) ist hier das Strebewerk präsent, außen gibt es 16 Strebebögen, die dem hochaufragenden Mittelschiff die notwendige Stabilität geben und auch als Zierde des Gebäudes dienen.

Giebel der Südhalle[Bearbeiten]

Der Giebel der Südhalle weist einen für die Backsteingotik ungewöhnlich reichen Schmuck auf. Er ist durch Motivfriese gegliedert, die im Backstein eingefügt sind. Die einzelnen Figuren stellen die Mutter Gottes, den heiligen Nikolaus, Drachen, Löwen und Menschenköpfe dar. Oberhalb der Motivfriese befindet sich eine der Sonne nachempfundene Rosette aus Backstein. Der Schmuck gilt als Beleg, dass die Baumeister der Backsteingotik eine allgemein eher schlichte und nüchterne Wirkung ihrer Bauwerke erreichen wollten. Das klare Gesamtbild des ganzen Baukörpers mit seiner Struktur sollte in den Vordergrund treten.

Ausstattung[Bearbeiten]

Das Innere der Nikolaikirche ist geprägt vom Zusammenspiel sakraler Baukunst aus verschiedenen Epochen. Während die Architektur des Raumes und der Gebäudeteile gotisch sind, ist die Ausstattung weitgehend barock. Eine Renovierung und Neueinziehung der Gewölbe 1867 haben dazu geführt, dass nur noch einzelne Elemente der Originalfassung erhalten sind. Die Renovierung der zerstörten Ausstattungselemente erfolgte dann im Barockstil. Erwähnenswert sind ebenfalls die spätgotischen Wandmalereien.

Altarretabel aus St. Georgen
Triumphkreuz und barocker Hauptaltar

Viele Teile der reichhaltigen Ausstattung stammen ursprünglich aus ehemaligen oder zerstörten Wismarer Kirchen. So wurde in der südlichen Vorhalle das Hochaltarretabel und das Triumphkreuz von 1430 aus St. Georgen untergebracht. Es war mit zehn Metern Breite bei geöffneten Flügeln das größte seiner Art im gesamten Ostseeraum. Auch in der Nordhalle befinden sich Relikte der Ausstattung von St. Marien und St. Georgen. Das gotische Gestühl im Chorumgang stammt ebenfalls aus St. Georgen.

Hauptaltar[Bearbeiten]

Der Hauptaltar wurde nach einer Bezeichnung 1774 gebaut[10] und ist ein großartiges Zeugnis des Spätbarock. Interessant ist, dass der Sockel des Altaraufsatzes das Abendmahl darstellt. Die Spitze des Altars bildet eine triumphierende Christusstatue. Der Altar ist nach architektonischen Prinzipien gegliedert, in der Predella zeigt ein Gemälde die Darstellung des letzten Abendmahles. Das Gemälde im Hauptgeschoss ist eine Arbeit des Malers Benjamin Bock aus Rostock. Er malte das Bild 1653 nach einer von Rubens geschaffenen Kreuzabnahme. Das Hauptgeschoss ist von Säulen flankiert. Über dem Gemälde ist ein Zifferblatt zu sehen und darüber eine Wolkengloriole. Die seitlichen Portale des Altaraufbaues zeigen ein Stifterbild und Wappen. Der Aufbau wurde vermutlich in der Werkstatt des Johann Heinrich Bülle aus Wismar angefertigt.[11]

Schifferaltar[Bearbeiten]

Der Schifferaltar ist der einzige erhaltene mittelalterliche Altarschrein im Bestand der Kirche. Er wurde am Anfang des 16. Jahrhunderts in einer Wismarer Werkstatt für die Segler- und Schifferbruderschaft angefertigt.[12] Die zentrale Figur ist eine apokalyptische Madonna, die auf einer Mondsichel steht. Sie wird an ihrer Seite von den Figuren des Nikolaus und Jakobus d. Ä. begleitet. Sie sind sinnbildlich für zwei der bedeutendsten Pilgerstätten des Mittelalters dargestellt: Santiago de Compostela und Bari. Das äußere Flügelpaar ist verloren, ebenso fehlt die Predella vollständig.

In den beiden Kastenflügeln stehen je vier Heiligenfiguren: links oben Katharina von Alexandrien mit Rad und Schwert, darunter Elisabeth von Thüringen mit einer Märtyrerpalme in der rechten Hand sowie einem Kelch in der linken. Auf der gegenüberliegenden Seite ist Ursula von Köln mit einem Pfeil sowie darunter Margareta von Antiochia mit einem Prozessionskreuz zu sehen. Es ist möglich, dass an Stelle der Heiligen Ursula ursprünglich die Heilige Barbara, sprich Barbara von Nikomedien abgebildet war. Sie wäre die vierte der Heiligen Jungfrauen, der virgines capitales. Die Außenseiten der Flügel sind mit Szenen aus dem Marienleben geschmückt.[13] Sie wurden im 19. Jahrhundert von C. C. Michaelsen stark überarbeitet und befinden sich in einem schlechten Erhaltungszustand. Aus dieser Zeit stammt auch das farbliche Erscheinungsbild. Links oben beginnt der Marienzyklus mit der Heimsuchung Mariens, anschließend die Geburt Jesu mit der Verkündigung an die Hirten, die Darbringung im Tempel sowie die Ermordung der bethlehemitischen Kinder durch Herodes. Experten vermuten, dass bei der Restaurierung auch die Attribute verändert worden sein könnten, so dass sich im Jahr 2015 eine eindeutige Zuordnung als schwierig gestaltet. Sie sind weiterhin der Auffassung, dass sich bei dem Werk aus der Zeit um 1500 um Massenware handelt, was an den wenig ausgeprägten geschnitzten Figuren erkennbar ist. Sie wurden offenbar zunächst vorgefertigt und zu einem späteren Zeitpunkt – mit ihren Attributen versehen – ausgearbeitet. Sicher ist nur, dass der Evangelist Johannes sowie Erasmus von Antiochia zu sehen sind.

Altaraufsatz der Krämergilde[Bearbeiten]

Krämeraltar

Der Altaraufsatz der Krämergilde wurde um 1430 in Wismar gebaut. Er stand über viele Jahrhunderte in einer eigens errichteten Kapelle in der Marienkirche. 1832 brach die Gemeinde die Krämerkapelle ab und verwahrte den Altaraufsatz an einem bislang unbekannten Ort. 1910 sanierte die Gilde den Aufsatz und stellte ihn in der Marienkirche auf. Nach ihrer Zerstörung verbrachte die Gemeinde den Altar in die Nikolaikirche.[14]

Der Mittelschrein ist mit großen Figuren der apokalyptischen Madonna, des Erzengels Michael und des hl. Mauritius bestückt. An der Figur der Maria sind deutlich die charakteristischen Merkmale des sogenannten weichen Stils zu erkennen. Typisch sind die schlitzförmigen Augen, die hohe Stirn, der kleine Mund und ein faltenreiches Gewand, das den Körper verdeckt. Oberhalb der Madonna befinden sich zwei musizierende Engel. Das legt die Vermutung nahe, dass sich bei dem Gegenstand in der Hand des Jesuskindes ebenfalls um ein Musikinstrument handeln könnte. Einige Experten vermuten, dass es sich um eine Okarina handeln könnte. Andere sind hingegen der Auffassung, dass es sich um einen Spindelstein handelt. Sie vergleichen dabei den Altar mit einem ähnlichen Exemplar in der Dorfkirche Vipperow.

Die Figuren der Reliefs in den Kastenflügeln sind weniger ausdrucksstark, es handelt sich hier um die Darstellung der Geburt Christi, die Beschneidung Jesu im Tempel und die Verkündigung.[15] Links unten ist die Verkündigung an Maria dargestellt. Sie kniet als Zeichen der Frömmigkeit vor einem aufgeschlagenen Buch. Hinter ihr verkündet der Erzengel Gabriel die frohe Botschaft. Die gesamte Szene ist in einem durchgängigen goldfarbenen Ton gehalten, einschließlich des baldachförmigen Heiligenscheins. Oberhalb der Szene sieht der Betrachter eine Darstellung der Geburt Jesu. Maria kniet vor dem Jesuskind, rechts unterhalb sowie links oberhalb von ihr befinden sich zwei Engel, die die Nachricht verkünden. Auf der rechten Seite des Schreins befinden sich ebenfalls zwei Szenen. Die untere zeigt die Beschneidung des Herrn, darüber ist die Anbetung durch die Heiligen Drei Könige dargestellt.

Thomasaltar[Bearbeiten]

Festtagsseite des Thomasaltars

Der Thomasaltar stand ursprünglich in der Kirche der Dominikaner und nach der Auflösung des Konvents 1562 später in St. Georgen. Er ist in der vierten nördlichen Seitenkapelle untergebracht. Das qualitätsvolle doppelflüglige Triptychon wurde um 1500 geschnitzt, die Themen der Darstellungen sind eher ungewöhnlich. Im mittleren Teil befindet sich Thomas von Aquin zwischen dem Erzbischof Thomas von Canterbury und dem Apostel Thomas.

Flügel im geschlossenen Zustand[Bearbeiten]

Die Doppelflügel ermöglichen eine dreifache Wandlung des Triptychons. In den geschlossenen Flügeln sind vier Reliefszenen aus dem Leben des Thomas von Aquin untergebracht. Die Szenen sind gleich groß; die Leserichtung geht von links nach rechts über die beiden Flügel hinweg. Bedauerlicherweise sind die spätmittelalterlichen Bildunterschriften kaum noch lesbar. Die erste Szene zeigt Thomas im Alter von fünf Jahren. Seine Eltern, der Graf Landulf von Aquino und seine Frau Donna Theodora, Gräfin von Teate, übergeben ihn in als Oblate in das Benediktinerkloster Montecassino. Dies entsprach der Tradition der Familie in der Hoffnung, dass Thomas eines Tages selbst als Abt einem Kloster vorstehen würde. Diesen Weg schlug er jedoch nicht ein, sondern trat gegen den Willen der Familie in den Orden der Dominikaner ein. Seine Eltern entfernten ihn aus dem Orden und ordneten einen Hausarrest in einem Burgturm an. Ihre Versuche, ihn mit Hilfe einer Frau von seinem Plan abzubringen, scheiterten. Thomas schlägt auf dem zweiten Gemäldeteil mit einem brennenden Holzscheit auf sie ein. In einer weiteren Szene auf demselben Bild binden ihm Engel einen weißen Gürtel um – fortan verspürte er keine Begierde mehr. Seine Mutter war von dieser Standhaftigkeit beeindruckt und ließ ihren Sohn mit einem Seil aus dem Turm herab. Er wird von zwei Predigerbrüdern in Empfang genommen. Die Szene unten links ist nicht genau datierbar. Sie zeigt einen entrückten Thomas in einem höheren Lebensalter. Die hagiographische Bedeutung des Hochzeitszuges im Hintergrund konnte bislang nicht erklärt werden. Den Abschluss bildet eine Darstellung des erkrankten Thomas auf seiner Reise zum Zweiten Konzil von Lyon. Die Mönche des Kloster Fossanova nahmen ihn und pflegten ihn bis zu seinem Tod.

Flügel im geöffneten Zustand[Bearbeiten]

Klappt man den Flügel auf, erscheinen acht weitere Tafeln. Auf der linken Seite ist auf vier Tafeln das Leben des Apostel Thomas dargestellt. Es beginnt mit einer Darstellung des zweifelnden Thomas. Er legt unter den Blicken der übrigen Apostel seine Hände in die Wundmale des auferstandenen Jesu Christus. Rechts neben dieser Darstellung befindet sich Thomas auf einer Reise nach Indien. Er weigert sich, von der reichlich gedeckten Tafel einer Hochzeitsgesellschaft zu essen, woraufhin ihn ein Mundschenk ohrfeigt. Zur Strafe ist links oben im Bild dargestellt, wie er daraufhin von einem Löwen angefallen wird. Als ein Hund den abgerissenen Arm des Mundschenks an die Tafel bringt, lässt sich das Brautpaar taufen. Rechts unten ist Thomas mit den Heiligen Drei Königen zu sehen, die in einem großen Taufbecken sitzen. Im oberen rechten Rand ist zu sehen, wie er sie anschließend zu Bischöfen weiht. Das letzte Bild zeigt Thomas bei der Eucharistie in seiner eigenen Grabkirche in Syrien. Der Legende zufolge ist er bereits tot, wurde aber von den Geistlichen zu Ostern aus dem Grab geholt, um den wartenden Pilgern die Kommunion zu spenden.

Die rechte Seite zeigt das Leben des Thomas von Canterbury. Im linken oberen Bild wird er zum Erzbischof geweiht. Oben links in der Szene wäscht er täglich dreizehn bedürftigen Menschen als Geste der Demut die Füße. Rechts neben dieser Darstellung verlässt Thomas das Land, um nach heftigen Meinungsverschiedenheiten mit dem König nach Frankreich auszuwandern. Papst Alexander III. empfängt ihn mit zwei Kardinälen. Links unterhalb des Bildes ist seine Rückkehr nach England dargestellt, wohlwissend, dass ihn ein Martyrium erwartet. In der Szene enthebt Thomas einen Priester seines Amtes, setzt ihn als Zeichen der Gnade jedoch wieder in sein Amt ein, nachdem ihm die Jungfrau Maria erschienen ist. In der letzten Szene ist rechts oben seine Ermordung dargestellt. Der französische König Ludwig VII. kniet an seinem Schrein und trauert um ihn.

Festtagsseite[Bearbeiten]

Öffnet man den Flügel weiter, so erscheint der geschnitzte Schrein, die so genannte Festtagsseite. Im Zentrum stehen die drei Figuren unter vergoldeten Schleierbrettern, die wie ein Baldachin über den halblebensgroßen Personen angebracht sind. Sie stehen auf Holzbasen, die an einen Erdhügel erinnern und durch eingelassene Borsten einen natürlichen Charakter erhielten. Der Name eines jeden Heiligen ist in den vergoldeten, mit hervortretenden hölzernen Strahlen verzierten Heiligenschein einer jeden Figur geritzt. Links sind zwei Darstellungen angebracht. Die obere zeigt eine Szene, die während der Gefangenschaft von Thomas von Aquin spielt. Auf dem Weg von Neapel nach Paris versuchen seine Brüder im Auftrag seiner Mutter, ihm das Gewand vom Körper zu reißen, um ihn von seinem Plan abzubringen. In der Szene ist links Friedrich II. zu sehen; damit soll angedeutet werden, dass der Überfall mit seiner Zustimmung erfolgte. Darunter kniet er vor dem Prior des Konvents von Neapel und erhält von zwei Mönchen sein Ordenskleid. Auf der rechten Seite befinden sich ebenfalls zwei Darstellungen: Die obere Szene zeigt ihn als Dozent, umgeben von Studenten. Thomas schaut weder sie, noch das aufgeschlagene Buch an, sondern scheint entrückt zu sein. Darunter kniet er vor dem Papst Urban IV.. Er überreicht ihm ein Buch und wird dabei von zwei Kardinälen, einem Bischof und zwei Klerikern begleitet.

Predella[Bearbeiten]

Auch die Predella zeigt zwei Reliefs mit Darstellungen aus dem Leben von Thomas von Aquin. Die linke Szene zeigt den Leichnam, wie er in der Zisterzienserabtei in Fossanova aufgebahrt wurde. Im Hintergrund sind mehrere Personen zu sehen, die um ihn trauern, darunter der Prior, der Subprior sowie der Bischof von Terracina. Rechts davon legen sie den Heiligen in seinen Sarg mit der Aufschrift „Sanktus Thomas Aquino“. Beide Szenen sind im 21. Jahrhundert dauerhaft sichtbar. Experten vermuten jedoch, dass sie vermutlich zu einer früheren Zeit ebenfalls durch eine bemalte Predellentafel verdeckt war und zusammen mit der Öffnung des Schreins gezeigt wurden.[16][17]

Triumphkreuzgruppe[Bearbeiten]

Die Triumphkreuzgruppe ist ein mittelalterliches Kunstwerk aus der Zeit des 15. Jahrhunderts. Sie wurde nach 1880 von der säkularisierten Dominikanerklosterkirche hierher verbracht. Die Gruppe wurde über dem Lettner aufgestellt, das Kruzifix wird als sehr qualitätsvoll eingeschätzt, die Figuren der Maria und des Johannes wirken eher derb.[18]

Triumphkreuzgruppe aus St. Georgen[Bearbeiten]

Diese prächtige Triumphkreuzgruppe befand sich ursprünglich in St. Georgen. Die Arbeit aus der Zeit um 1420 ist an den Kreuzenden mit den Symbolen der Evangelisten verziert. Die großen Weinblätter an den Rändern sind zum Teil vergoldet.

Kanzel[Bearbeiten]

Kanzel

Die Kanzel stiftete 1708 ein Joachim Rahte, möglicherweise wurde sie von Johannes von Rhen, der auch das Taufgehäuse lieferte, geschaffen. Sie ist geprägt von dem Kontrast der Farben Schwarz und Weiß und mit reichem Akanthuswerk geschmückt. An den Ecken des Korbes befinden sich Engelsköpfe.[19] Das Stifterportrait hängt am Kanzelportal, zwischen den allegorischen Gestalten von Glaube und Hoffnung und anderem figürlichem Dekor.[20] Der Schalldeckel hat die Form einer Krone und ist mit Akanthusornamenten reich verziert.[21]

Taufstein[Bearbeiten]

Der schlichte Taufstein aus Granit ist das älteste Ausstattungsstück in der Kirche, er steht in der vierten nördlichen Seitenkapelle.[22] Wegen der rundbogigen Arkatur auf der Kuppa wird eine Entstehungszeit im späten 13. Jahrhundert vermutet. Ein Taufgehäuse mit einem von oben herabschwebenden Engel wurde 1719 angeschafft, der Engel trägt eine Taufschale in Form einer Muschel in seinen Händen. Das Hauptgesims wird von sechs Säulen getragen, auf dem allegorische Frauenfiguren sitzen. Auf der hohen Volutenbekrönung befindet sich eine Figur des guten Hirten Jesus. Das Taufgehäuse ist in einer tempiettoartigen Architektur aus Holz ausgeführt. Auch in anderen Orten an der Ostsee, wie Stralsund und Prerow sind ähnliche Taufgehäuse überliefert.[23]

Anbetung der Könige[Bearbeiten]

Das Holzrelief mit der Darstellung der Anbetung der heiligen drei Könige ist eine Arbeit aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Es wurde in einen Wandpfeiler in der zweiten Kapelle im Nordosten eingefügt. Das Geschehen der weihnachtlichen Szene ist ein einer naiv anmutenden Weise dargestellt. Im oberen Teil befindet sich ein Baldachin, der mit Maßwerk verziert ist.[24]

Spätgotische Schranken[Bearbeiten]

In den Chorarkaden sind Schranken aus spätgotischer Zeit eingebaut. Das Paneel wirkt wie eine Brüstung und ist mit Maßwerkschnitzerei, die aufgelegt wurde, verziert. Die Borte mit Laubwerkgirlanden ist reliefiert. In die Vierpässe und Rosetten sind Darstellungen von Heiligen und Aposteln eingefügt. Im Jahr 1703 wurden die zugehörigen Metallgitter zum Teil zerstört und durch Flaschenbaluster in barocker Art ersetzt.[25]

Grabsteine[Bearbeiten]

Das bedeutendste der Epitaphien ist das von 1605 für den Bürgermeister Schabbell und seiner Gattin angefertigte. Die Kirche ist reich mit Grabplatten aus dem 15. Jahrhundert ausgestattet, von denen besonders die mit eingeritzten Figuren oder spätgotischer Maßwerkarchitektur beachtenswert sind. Zum großen Teil handelt es sich hierbei um Grabsteine für verstorbene Priester, es befinden sich aber auch Steine für Mitglieder von Patrizierfamilien darunter. Ein gutes Beispiel für die Grabsteinkunst in der nachreformatorischen Zeit ist der mit figürlichen Flachreliefs geschmückte Stein für Heinrich von der Lühe und Lucretia von Parkentin, er entstand 1600.[26] Ein weiteres Epitaph erinnert an den schwedischen Vize-Präsidenten des Wismarer Tribunals David Mevius. Es hing ursprünglich in der Marienkirche in einer der nördlichen Seitenkapellen. Das Rahmenwerk ist mit einem üppigen barocken Rahmenwerk ausgestattet und mit Engeln, Blüten und Trauben verziert. Im oberen Bereich befand sich ein Medaillon mit einem Bildnis Mevius, im unteren Bereich halten zwei Engel das Wappen. Sie umrahmen eine lateinische Inschrift.

Taufbecken[Bearbeiten]

Das um 1335 aus Bronze gegossene Taufbecken stand ehemals in der Marienkirche. Das runde Becken wird von drei Jünglingen getragen, auf der Wandung befinden sich zwei Reihen Arkaden, die durch ein breites, umziehendes Band voneinander getrennt werden. Die Bögen sind mit Reliefs aus dem Leben Jesu, dem Gleichnis der klugen und törichten Jungfrauen und dem Jüngsten Gericht verziert. Er steht auf drei jugendlich wirkenden Figuren, die ein mönchsartiges Gewand tragen. Der untere Rand ist mit Trauben und frei hängenden Blättern verziert. Der Kessel war in früherer Zeit farbig gefasst, er ähnelt sehr der Fünte von Johann Apengeter in der Marienkirche in Lübeck und ist vermutlich in derselben Werkstatt entstanden. Um die Taufe wurde im 16. Jahrhundert ein geschmiedetes Gitter aus Eisen angebracht, es wird im Volksmund als Teufelsgitter bezeichnet.[27]

Marienschrein (Jungfrauen-Retabel )[Bearbeiten]

Marienschrein

In einer weiteren nördlichen Seitenkapelle, östlich der Epitaphe und Chorschranken, befindet sich der Marienschrein. Es handelt sich um ein Pentaptychon mit sieben, großformatigen Schnitzfiguren, die ursprünglich im Wismarer Dominikanerkloster standen. Bis zu seiner Umwandlung als Waisenhaus gehörte es zu einem Nebenaltar, wurde dann jedoch zum Hauptaltar des Gebäudes. Später gelangte er in die Georgenkirche und von dort in die Nikolaikirche an seinen Standort im 21. Jahrhundert gegenüber des Thomasaltars. Der Schrein weist zahlreiche Fehlstellen auf. Einige Attribute der Figuren fehlen, ebenso fast vollständig die Farbfassung. Dies betrifft auch die Malereien auf den Außenseiten der Flügel. Bei der Predella handelt es sich um eine moderne Ergänzung. Im Jahr 1995 ließ die Gemeinde den Schrein sichern und reinigen. Die sieben Figuren stehen in einem tiefen Rahmen, der durch senkrecht angeordnete Miniaturstrebepfeiler die einzelnen Skulpturen voneinander trennt. Hierdurch stehen in den Flügeln jeweils zwei, im Schrein drei Figuren auf Sockelpolygonen. Oberhalb der Figuren erzeugt eine filigrane Baldachinkonstruktion den Eindruck eines darüber befindlichen Himmels. Das zentrale Element des Schreins ist eine Mondsichelmadonna. Auf ihrem Gewand ist die Fürbitte: [san]cta maria ora pro nob[is] (Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns [Sünder]) aus dem Ave Maria erkennbar. Maria wird von sechs Heiligen Jungfrauen umgeben, die auf Grund der teilweise fehlenden Attribute im linken Flügel nicht vollständig erkannt werden können. Im rechten Flügel sind Katharina von Alexandrien sowie die Katharina von Siena zu sehen. Die Malereien auf den Außen- und Innenseiten der Flügel beschreiben das Leben Marias, so die Verweigerung des Opfers im Tempel sowie die Verkündigung an Joachim. Weiterhin sind das Wiedersehen Annas und Joachims vor dem Goldenen Tor sowie Mariä Geburt abgebildet. Es folgen die Unbefleckte Empfängnis, der Tempelgang Mariens, die Verkündigung sowie die Anbetung der Heiligen Drei Könige. Die Darstellungen schließen mit dem Marientod ab.[28][29]

Retabel der Zehntausend Märtyrer[Bearbeiten]

Dieses weitere Stück stammt ebenfalls aus der Dominikanerkirche und gelangte über die Georgenkirche in die Nikolaikirche. Schlie fand es anlässlich seiner Inventarisierung in der dritten südlichen Langhauskapelle. Das Retabel befindet sich in einem sehr fragmentarischen Zustand. Es fehlen eine erhebliche Anzahl an Schnitzreliefs sowie die gesamte farbige Fassung der Figuren. Experten vermuten, dass auch dieses Werk in einer Wismarer Werkstatt um 1440/1450 entstanden sein muss. Sie begründen diese Festlegung mit dem verwendeten Internationalen Stil der Darstellung. Das Retabel wurde dabei in einer vergleichsweise einfachen Art und Weise aus fünf horizontal verfugten Holzbohlen hergestellt, die mit Holzdübel verbunden wurden. Ursprünglich bestand der Mittelschrein aus sechs vertikalen Brettern, die von drei Medaillons am oberen Bildrand geschmückt waren. Die Märtyrer liegen auf Dornen aufgespießt auf dem Boden, während Soldaten auf Pferden von beiden Seiten angeritten kommen. In der Mitte des Bildes ist weiterhin ein Erzbischof an seiner Mitra zu erkennen. Kunstgeschichtliche Ausführungen weisen darauf hin, dass über der grausamen Szene ursprünglich ein segnender Christus mit zwei Engeln zu sehen gewesen ist.[30]

Sonstige Ausstattung[Bearbeiten]

  • Für die Herstellung des Lesepultes wurden Teile von Gestühlen aus dem 15. Jahrhundert verwendet.[31]
  • Die vier Kronleuchter aus Messing und die Wandarme wurden nach 1703 von den Ämtern und Innungen gestiftet. Sie sind gute Beispiele für die Kunst der Gelbgießer in der damaligen Zeit.[32]
  • Die Herzogin Sophie verstarb 1504, ihre Grabplatte aus Bronze zeigt im vertieften Hauptfeld, ein Hochrelief der Herzogin. Der Rand wurde gesondert gegossen und zeigt das Wappen und Inschriften. Die Platte wurde vermutlich in Lübeck gegossen und hing ursprünglich in der Klosterkirche der Dominikaner.[33]

Orgel[Bearbeiten]

Orgel

Über die früheren Orgeln in der Nikolaikirche ist nur wenig bekannt. Eine Inschrift, die sich zu einer früheren Zeit am Prospekt und im Jahr 2015 an der Orgelbrüstung befindet, gibt zumindest einen Hinweis. Demzufolge soll der Priester Andreas Hagelsten aus Braunschweig im Jahr 1463 das erste Instrument mit zwei Manualen über zwei Oktaven sowie ein Pedal mit einer Oktave Umfang vollendet haben. Experten vermuten, dass es sich dabei um die erste Orgel mit Rückpositiv im Norddeutschen Raum gehandelt haben könnte. Hagelstein wird auch als Erbauer einer weiteren Orgel aus dem Jahr 1478 im Nordteil der Kirche genannt. 1480 setzte ihn die Kirchengemeinde unter diesem Instrument bei. In den Jahren 1617 bis 1619 errichtete Henning Kröger eine neue Orgel, vermutlich mit zwei Manualen und einem Pedal.[34] Das Instrument wurde jedoch beim Einsturz des Hochgewölbes beschädigt und von Hans Hantelmann im Jahr 1706 oder 1707 repariert.[35] Weitere Umbauten nimmt Christian Erdmann Vogel vor, der 1737 ein neues Rückpositiv aufbaut. Das Instrument verfügt nun über die folgende Disposition:

I Hauptwerk
1. Principal 16′
2. Octave 8′
3. Gedackt 8′
4. Octave 2f 4′
5. Mixtura 6f
6. Rauschpfeife 3f
7. Cimbefll 3f
8. Trompete 8′
Rückpositiv
9. Principal 8′
10. Hohlflöte 16′
11. Gedackt 8′
12. Quintatön 8′
13. Octave 4′
14. Waldflöte 4′
15. Nasaqint 3′
16. Octave 2′
17. Sesquialtera 2f
18. Scharff 4f.
19. Vox humana 8′
Pedal
20. Principal Subbaß 16′
21. Octave 8′
22. Octave 4′
23. Mixtur 3f
24. Posaune 16′
25. Trompete 8′
26. Schallmey 4′
27. Cornett 2′

Friedrich Wilhelm Winzer nahm im Jahr 1862 und 1863 einen weiteren Umbau vor und baute ein neues Orgelwerk hinter den alten Prospekt. Experten vermuten, dass er das Gehäuse des Rückpositivs entfernte und es zusammen mit einem neuen Orgelwerk in der Dorfkirche Zurow aufstellte. In dieser Konstellation diente das Instrument der Kirchengemeinde, bis es um 1900 von Ernst Röver erneut umgebaut wurde. Dabei kam auch seine pneumatische Kombinationseinrichtung und eine Kastenlade zum Einsatz. Der Zustand der Orgel verschlechterte sich jedoch zusehends. Bereits 1934 beschreibt ein Schuke-Gutachten den kritischen Zustand. Ein weiteres Gutachten aus dem Jahr 1973 zeigt auf, dass sie mittlerweile weitgehend unbrauchbar geworden war. An Weihnachten 1974 versagte sie endgültig.

1976 erwarb die Kirchengemeinde daher eine neue Orgel. Das einst reichverzierte Instrument wurde von Johann Gottlob Mende geschaffen und verfügt über zwei Manuale und 28 Register.[36] Allerdings wurde das Instrument ohne Prospekt erworben. Der bereits vom Vorgängerinstrument vorhandene Kröger-Hantelmann-Prospekt wurde der Freiberger Prospektgliederung angeglichen.[37] Die im 21. Jahrhundert noch vorhandene Orgel wurde erst 1985 vor der Turmostwand eingebaut. Vorher befand sich die von 1842 bis 1845 erbaute Orgel in der Freiberger Nikolaikirche in Sachsen. Die Orgelweihe fand am 1. Oktober 1985 statt. Da das Orgelwerk jedoch nicht restauriert wurde, traten bereits zwei Jahre später erste technische Probleme auf. Im Jahr 1995 konnte die Sanierung durchgeführt werden.

I Hauptwerk C–e3
1. Bordun 16′
2. Principal 8′
3. Gemshorn 8′
4. Rohrflöte 8′
5. Octave 4′
6. Spitzflöte 4′
7. Quinte 3′
8. Octave 2′
9. Terz 13/5
10. Cornett IV (ab c1)
11. Mixtur IV
12. Trompete 8′
II Oberwerk C–e3
13. Principal 8′
14. Gedackt 8′
15. Salicional 8′
16. Quintatön 8′
17. Octave 4′
18. Rohrflöte 4′
19. Naßat 22/3
20. Octave 2′
21. Sifflöte 2′
22. Mixtur III
Pedal C–d1
23. Untersatz 32′
24. Principal 16′
25. Subbaß 16′
26. Octavbaß 8′
27. Octavbaß 4′
28. Posaunenbaß 16′

Glocken[Bearbeiten]

Zu den Verlusten durch den Orkan von 1703 zählten auch die damals vorhandenen Glocken. Zwei neue wurden in Lübeck vom damaligen Ratsgießer Lorenz Strahlborn gegossen; seine Große Glocke von 1732 gilt als die „klangschönste barocke Großglocke“[38] zwischen Hamburg und Stralsund. Drei weitere Glocken wurden im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen, darunter die zweitgrößte Glocke der Kirche, die Bürgerglocke von 1705. Zu ihrem Ersatz wurde 1963 in Apolda eine neue, etwas kleinere Glocke gegossen. Dafür wurden eine der noch erhaltenen Glocken aus St. Georgen und die Glocke des Schwarzen Klosters von 1501 eingeschmolzen.

Nr.
 
Name
 
Gussjahr
 
Gießer, Gussort
 
Masse
(kg)
Durchmesser
(mm)
Schlagton
(HT-1/16)
1 Große Glocke 1732 Lorenz Strahlborn, Lübeck 5560 1984 as0 +4,5
2 Wächterglocke 1727 Lorenz Strahlborn, Lübeck 1450 1370 es1 –5
3 Bürgerglocke 1963 Schilling, Apolda 1080 ges1 +3

Maße[Bearbeiten]

St. Nikolai: Südansicht
  • Turmhöhe: 64 m (ehemals 120 m)
  • Gesamtlänge: 85 m
  • Größte Breite: 58 m
  • Mittelschiff: 37 m x 10,5 m
  • Seitenschiffe: 18,5 m x 5,5 m
  • Wandstärke des Turmschaftes: 4,5 m
  • Wandstärke der Kapellen: 1,20 m
  • Umfang der Mittelschiffpfeiler: 8 m
  • Verbaute Steine: ca. 3 Millionen

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Schlie: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin. II. Band: Die Amtsgerichtsbezirke Wismar, Grevesmühlen, Rehna, Gadebusch und Schwerin. Schwerin 1898, Neudruck Schwerin 1992, S. 120 ff. ISBN 3-910179-06-1
  • Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6
  • Martin Poley (Küster in Sankt Nikolai) und Roger Thomas (Pastor in Sankt Nikolai) Herzlich Willkommen in Sankt Nikolai Wismar Kirchenführer, erhältlich in der Kirche
  • Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nikolaikirche (Wismar) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informationen zur Gemeinde
  2. Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6 Seite 683
  3. Schnell Kunstführer Nr. 1861Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 3
  4. Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6 Seite 684
  5. Schnell Kunstführer Nr. 1861Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 3
  6. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 3
  7. Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6 Seite 3
  8. Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6 Seite 685
  9. Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6 Seite 683
  10. Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6 Seite 685
  11. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 11
  12. Informationsschrift: Das Schiffer-Retabel in St. Nikolai, um 1500, ohne Datumsangabe, Auslage in der Kirche, Inaugenscheinnahme im April 2015.
  13. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 11
  14. Informationsschrift: Der Krämeraltar in der Nikolaikirche zu Wismar, ohne Datumsangabe, Auslage in der Kirche, Inaugenscheinnahme im März 2015
  15. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 13
  16. Informationsheft: Der Thomas-Altar in der Nikolaikirche zu Wismar, ausgelegt in der Kirche, Inaugenscheinnahme im März 2015.
  17. Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6 Seite 686
  18. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 11
  19. Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6 Seite 687
  20. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 11
  21. Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6 Seite 687
  22. Hans Christian Feldmann, Gerd Baier, Dietlinde Brugmann, Antje Heling und Barbara Rimpel, Dehio-Handbuch Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Mecklenburg-Vorpommern Deutscher Kunstverlag 2000, ISBN 3-422-03081-6 Seiten 686 und 687
  23. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 11
  24. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 11
  25. Schnell Kunstführer Nr. 1861Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 13
  26. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 13
  27. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 13
  28. Informationsschrift: Das Jungfrauen-Retabel in St. Nikolai um 1500, ohne Datumsangabe, Auslage in der Kirche, Inaugenscheinnahme im März 2015
  29. Broschüre: Herzlich willkommen in Sankt Nikolai Wismar, ohne Datumsangabe, S. 16, Auslage in der Kirche
  30. Informationsschrift: Das Retabel der Zehntausend Märtyrer in St. Nikolai, um 1450/50, ohne Datumsangabe, Auslage in der Kirche, Inaugenscheinnahme im März 2015.
  31. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 13
  32. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite 13
  33. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990 Seite13
  34. Informationsschrift „Die Geschichte der Orgeln in St. Nikolai“, gesichtet und aufgeschrieben von Eberhard Kienast aus Wismar, ohne Datumsangabe, Auslage in der Kirche, Inaugenscheinnahme im April 2015.
  35. Informationsschrift von Thomas Illig: "550 Jahre Orgeln in St. Nikolai ", ohne Datumsangabe, Auslage in der Kirche, Inaugenscheinnahme im April 2015.
  36. Schnell Kunstführer Nr. 1861 Nikolaikirche zu Wismar Verlag Schnell & Steiner GmbH München und Zürich, Berliner Verlagsanstalt Union Erste Auflage 1990
  37. Mecklenburgisches Orgelmuseum Wismar, evangelische St. Nikolaikirche. Abgerufen am 14. November 2013.
  38. Claus Peter: Die Glocken der Wismarer Hauptkirchen. Bestand und Quellen. In: Jahrbuch für Glockenkunde. Bd. 5/6 (1993/94), S. 69-94, hier S. 81–83.

53.89555833333311.465533333333Koordinaten: 53° 53′ 44″ N, 11° 27′ 56″ O