Oberzeiring

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Oberzeiring
Wappen von Oberzeiring
Oberzeiring (Österreich)
Oberzeiring
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Murtal
Kfz-Kennzeichen: MT (ab 1.7.2012; alt JU)
Fläche: 38,22 km²
Koordinaten: 47° 15′ N, 14° 29′ O47.2514.483333333333932Koordinaten: 47° 15′ 0″ N, 14° 29′ 0″ O
Höhe: 932 m ü. A.
Einwohner: 834 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 22 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8762
Vorwahl: 0 35 71
Gemeindekennziffer: 6 20 19
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mitterweg 1
8762 Oberzeiring
Website: www.oberzeiring.at
Politik
Bürgermeister: Alois Mayer (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(9 Mitglieder)
6
3
Von 9 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Oberzeiring im Bezirk Murtal
Amering Apfelberg Bretstein Eppenstein Feistritz bei Knittelfeld Flatschach Fohnsdorf Gaal Großlobming Hohentauern Judenburg Kleinlobming Knittelfeld Kobenz Maria Buch-Feistritz Obdach Oberkurzheim Oberweg Oberzeiring Pöls Pusterwald Rachau Reifling Reisstraße Sankt Anna am Lavantegg Sankt Georgen ob Judenburg Sankt Johann am Tauern Sankt Lorenzen bei Knittelfeld Sankt Marein bei Knittelfeld Sankt Margarethen bei Knittelfeld Sankt Oswald-Möderbrugg Sankt Peter ob Judenburg Sankt Wolfgang-Kienberg Seckau Spielberg bei Knittelfeld Unzmarkt-Frauenburg Weißkirchen in Steiermark Zeltweg SteiermarkLage der Gemeinde Oberzeiring im Bezirk Murtal (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick von der Zugtalanhöhe
Blick von der Zugtalanhöhe
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Oberzeiring ist eine Marktgemeinde mit dem Ortsteil Unterzeiring im Bezirk Murtal in der Steiermark in Österreich mit 834 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Judenburg.

Der Markt Oberzeiring ist vor allem durch eine geschickte Betonung seiner Geschichte um das ehemalige Silberbergwerk berühmt geworden. Im Markt wohnen ca. 500 Personen, die Gemeinde Oberzeiring hat ca. 900 Einwohnerinnen und Einwohner, darunter befinden sich auch Höfe von Bergbauern, die auf bis zu 1400 Höhenmeter liegen.

Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark ist Oberzeiring ab 2015 mit den Gemeinden Bretstein, Sankt Johann am Tauern und Sankt Oswald-Möderbrugg zusammengeschlossen,[1] die neue Gemeinde wird den Namen Marktgemeinde Pölstal führen. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz - StGsrG.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Oberzeiring liegt auf 933 m Seehöhe in den Wölzer Tauern in der Obersteiermark.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[3]):

  • Gföllgraben (61)
  • Oberzeiring (638)
  • Zeiringgraben (38)
  • Zugtal (112)

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Oberzeiring.

Geschichte[Bearbeiten]

Römerzeit

Bereits weit vor der Römerzeit war Oberzeiring besiedelt. Eine alte römische Hauptstraße, die „Via Norica“ führte zumindest unmittelbar an der Siedlung in Unterzeiring vorbei. Manche Autoren bezeichneten Unterzeiring mit dem römischen Ortsnamen Viscella, was aber wohl nicht richtig ist. Eine intakte sogenannte „Römerbrücke“ aus einem Steinbogen könnte tatsächlich aus dieser Zeit stammen. Die Römerstraße war als Wirtschaftsfaktor eine wichtige Verbindung für den Handel, insbesondere auch für den Salztransport zwischen Nord- und Südalpen (also vom Murtal ins Ennstal).

Bergbau in Oberzeiring[Bearbeiten]

Oberzeiring wurde namentlich 1268 erstmals als mons cyrich in einem landesfürstlichen Urbar erwähnt.

Oberzeiring ist ein mittelalterlicher Bergbauort, dessen Silberbergwerk seit dem 13. Jahrhundert ausgebeutet wurde. Seit dem 18. Jahrhundert nahm man an, dass das Bergwerk im Rahmen einer Katastrophe überflutet worden sei (als Jahreszahlen wurden 1158 oder 1365 genannt). Jüngste Untersuchungen haben allerdings ergeben, dass wirtschaftliche Gründe, allen voran die Erschöpfung der Lagerstätte, zur Einstellung des Bergbaus um 1400 führten.

Vom vermeintlichen Wassereinbruch wird eine Sage erzählt, die vom Übermut und der Mordlust der reichen und betrunkenen Knappen erzählt. Sie hätten einem kleinen blonden Knaben mit einem Schwert den Kopf abgeschlagen und als Kugel beim Kegeln zu ihren silbernen Kegeln verwendet. Die Großmutter des Knaben verfluchte sie, verstreute einen Krug mit Mohn und sagte: „Soviele Mohnkörner hier liegen, solange soll es in Zeiring keinen Silbersegen mehr geben“. Am nächsten Tag, so erzählt die schaurige Geschichte, wäre Wasser in das Zeiringer Silberbergwerk eingebrochen, das 1400 Frauen zu Witwen gemacht hätte.

Viele spätere Versuche, das langsam eingesickerte Grundwasser wieder abzupumpen, waren zum Scheitern verurteilt. Viele Abenteurer und Schatzsucher, unter ihnen auch mächtige Menschen wie Kaiser Maximilian und Erzherzogin Maria Theresia dachten, dass unter dem Wasser noch Silbervorkommen sein müssten. Maximilian I. wohnte selbst kurze Zeit im Schloss Hahnfelden in Unterzeiring, musste aber sein Vorhaben ohne Erfolg aufgeben. Bis heute hält sich auch hartnäckig das in keiner Weise belegbare Gerücht, selbst das NS-Regime hätte daran gedacht, die vermeintlichen Silbervorräte von Oberzeiring zu erschließen. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Eisen unter der Gewerkenfamilie Neuper und im 20. Jhd. Schwerspat abgebaut. In den Stollen von Oberzeiring wurde auch ein sehr schöner hellblauer Aragonit, der sog. Zeiringit gefördert. Das Vorkommen wurde jedoch vollkommen ausgebeutet.

Tourismus[Bearbeiten]

Heute lebt der Silbermarkt Oberzeiring vom Tourismus und ist durch sein Schaubergwerk und für seinen Asthmaheilstollen bekannt.

  • Naturheilstollen für Bronchialerkrankungen (Asthmaheilstollen): Da die Luft im Stollen vollkommen staub- und schadstofffrei ist und über viele natürliche Heilvorkommen verfügt, ist der Erfolg einer 21-tägigen Kur im Stollen (täglich eine Stunde) bei Atemswegserkrankungen sehr groß. Die Lufttemperatur im Heilstollen beträgt Sommer wie Winter +8 °C.
  • Schaubergwerk: Der Beginn des Bergbaues reicht bis in das Altertum zurück. Das Silberbergwerk Oberzeiring war eines der ältesten und größten der Ostalpen und der Ort war bis in das späte Mittelalter berühmt für sein bedeutendes Silberbergwerk.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Oberzeiring
  • Pfarrkirche: Die heute gotische Pfarrkirche stammt in ihrem Kern aus der Zeit des frühen Hochmittelalters und ist dem Hl. Nikolaus geweiht.
  • Elisabethkirche: Die frühgotische Elisabethkirche, ein jüngeres Gotteshaus, wurde in der Blütezeit der mittelalterlichen Stadt erbaut und ist mit sehenswerten Fresken aus dem Beginn des 14. Jahrhunderts ausgestattet.

Kultur[Bearbeiten]

  • THEO - Theater Oberzeiring: Kulturell hat sich Oberzeiring als Zentrum für Theaterkunst etabliert. Das Theater Oberzeiring, kurz THEO, inszeniert pro Jahr rund 6 bis 8 Stücke. In den gegenwärtigen Räumlichkeiten finden rund 200 Personen Platz. Das THEO spielt auf 2 Bühnen verteilt rund 100 Vorstellungen pro Jahr. Wodurch eine Besucherzahl von 10000 erreicht wird. Neben den Aufführungen in Oberzeiring kommen noch rund 25 Gastspiele im In- und Ausland hinzu.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Theaterfestival: Seit dem Jahr 2004 findet in regelmäßigen Abständen ein Theaterfestival statt. Zu dieser Zeit versammeln sich Kunst- und Theaterliebhaber aus ganz Europa in Oberzeiring.

Wappen[Bearbeiten]

Mit 1. November 2006 verlieh die steirische Landesregierung der Gemeinde das Recht zum Führen eines Gemeindewappens mit folgender Beschreibung: In schwarzem Schild silbern ein nach links gerichteter, bärtiger Bergmann in langem, mittig geschürztem Bergkittel, auf das rechte Knie gestützt, einen runden gegupften Hut auf dem Kopf und mit beiden Händen ein Bergeisen gegen rechts aus dem Schildfuß wachsendes silbernes Gestein führend.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1874 Karl Kmetitsch, Bezirksrichter
  • 1874 Karl Herbst, Bezirkshauptmann von Judenburg
  • 1882 Johann Freiherr von Vernier-Rougemont, Bezirkshauptmann von Judenburg
  • 1891 Franz de Paula Neuper, Gewerke
  • 1893 Franz Seewald, Notar
  • 1901 Ludwig Köstner, Gemeinderat
  • 1907 Cäcilia Neuper, Wohltäterin
  • 1907 Roman Neuper, Gemeinderat
  • 1912 Oswald Morocutti, Bürgermeister von Oberzeiring 1901–1914
  • 1953 Josef Krainer (1903–1971), Landeshauptmann
  • 1975 Friedrich Niederl (1920–2012), Landeshauptmann
  • 1980 Franz Wegart (1918–2009), Landeshauptmann-Stellvertreter

Söhne und Töchter von Oberzeiring[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Steiner, Stefan Benedik Karner: Kino, Kur und Kerkersuppe. Leben unter Gegensätzen in Oberzeiring 1920-80. (= Historisches Zeiring 1). Oberzeiring: Historisches Zeiring 2005.
  •  Walter Brunner (Hrsg.): Oberzeiring. Wechselvolle Geschichte der Bürger und Bauern eines kleinen Lebensraums.. Eigenverlag Marktgemeinde Oberzeiring, 2006.
  •  Walter Steiner, Daniela Karner, Stefan Benedik-Karner: Walzer, Wallfahrt, Wurlitzer. Erzählte Geschichte und Musik in Oberzeiring. Historisches Zeiring, Oberzeiring 2011, ISBN 3-9502012-0-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. § 3 Abs. 8 Z 2 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 3.
  3. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberzeiring – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien