Peter D. Krause

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Peter Detlef Krause (* 24. Februar 1964 in Weimar) ist ein deutscher Politiker der CDU in Thüringen.

Leben[Bearbeiten]

Nach seiner Schulzeit von 1970 bis 1980 an einer Polytechnischen Oberschule in Weimar absolvierte Peter Krause von 1980 bis 1983 bei der SDAG Wismut in Gera eine Berufsausbildung zum Facharbeiter für Bergbautechnologie. 1983 schloss er diese berufliche Ausbildung ab und erlangte gleichzeitig die Hochschulreife. Er arbeitet als Hauer im Ronneburger Revier. Von 1983 bis 1985 leistete er in Erfurt einen 18-monatigen Grundwehrdienst ab. Danach arbeitete er bis 1988 als redaktioneller Mitarbeiter bei dem von der DDR-CDU herausgegebenen Thüringer Tageblatt in Weimar. Zugleich nahm er ein Journalistikstudium an der Sektion Journalistik der Karl-Marx-Universität Leipzig auf (auch „Rotes Kloster“ genannt).[1][2]

Am 17. Juni 1988 stellte er einen Antrag zur ständigen Ausreise aus der DDR, was seine Exmatrikulation von der Universität Leipzig und die Kündigung beim Thüringer Tageblatt nach sich zog.[3] Krause war anschließend arbeitslos und als Altenpfleger der Volkssolidarität in Jena tätig.

1989 nahm er - als DDR-Bürger - zunächst kurzzeitig ein Studium der Philosophie an der FernUniversität in Hagen auf, war zugleich im Fach Germanistik Gasthörer an der Universität Jena. Im September 1989 gehörte er zu den zehn Erstunterzeichnern des Neuen Forums im Bezirk Gera. Zwischen 1989 und 1994 studierte Krause Germanistik und Geschichte an der Freien Universität Berlin und der Universität Oldenburg. Er beendete dieses Studium mit dem Abschluss Magister artium. 1994 bis 1997 war er Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V (Deutsche Graduiertenförderung). 1999 wurde Krause mit einer Dissertation über Unbestimmte Rhetorik. Friedrich Schlegel und die Redekunst um 1800 an der Universität Oldenburg mit summa cum laude zum Dr. phil. promoviert.

1998 arbeitete er nach eigenen Angaben für zwei einhalb Monate, nach Angaben der Chefredaktion für sechs Monate als Redakteur für die Wochenzeitung Junge Freiheit. Er blieb auch danach freier Autor des Blattes und schrieb auch Artikel für das Ostpreußenblatt, Organ der Landsmannschaft Ostpreußen.[4] 2002 schrieb er für das rechte Theorieorgan Etappe zwei Rezensionen.[5]

Krause ist Präsident des Weimarer Boxvereins e.V., der 2008 für seine Integrationsarbeit den Großen Stern des Sports in Silber des Deutschen Olympischen Sportbundes erhielt.

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Krause wurde 1997 Mitglied der CDU. Zwischen 1998 und 2004 war er wissenschaftlicher Referent von Vera Lengsfeld (CDU) im Deutschen Bundestag. Bei der Landtagswahl am 13. Juni 2004 wurde er im Wahlkreis Weimar mit 37,9 Prozent der Stimmen (Zweitstimmen 37,7 Prozent) direkt in den Thüringer Landtag gewählt.[6]

Ebenfalls seit 2004 gehört Krause dem Stadtrat von Weimar an. Am 7. Juni 2009 wurde er als Spitzenkandidat der CDU Weimar mit 5.507 Stimmen erneut in den Stadtrat und am 20. August 2009 einstimmig zum Vorsitzenden des Bildungs- und Sportausschusses gewählt. Im November 2006 wurde er auf einem Parteitag der CDU Weimar zum Kreisvorsitzenden seiner Partei gewählt und am 20. November 2008 mit 97 Prozent in dieses Amt wiedergewählt.[7] In der CDU-Landtagsfraktion war Peter Krause u.a. Beauftragter für die Opfer der SED-Diktatur.

Im April 2008 berief Ministerpräsident Dieter Althaus Krause als Nachfolger von Jens Goebel für das Amt des thüringischen Kultusministers. Diese Entscheidung stieß bundesweit auf Kritik. Landes- und Bundesvertreter der SPD, Grünen und Linkspartei erinnerten an die in seiner offiziellen Biografie übergangene Vergangenheit Krauses als Redakteur und Mitarbeiter von Zeitschriften "rechts von der Union" und folgerten daraus mangelnde Eignung für sein bevorstehendes Amt. Ihre Vertreter sowie die Konferenz Thüringer Studierendenschaften und der Zentralrat der Juden forderten Althaus auf, Krauses Nominierung zurückzuziehen. Althaus, die CDU-Landtagsfraktion und manche überregionalen Zeitungen (Frankfurter Allgemeine, Neue Zürcher Zeitung) verteidigten ihn jedoch als „Mann der Mitte“.[8]

2004 hatte Krause in einem Zeitungsinterview behauptet, ihm sei die Junge Freiheit nicht als rechtsextrem bekannt gewesen. 2008 erklärte er, seinen Kritikern sei die Entwicklung des Blattes nicht bekannt; es sei „zu einem anerkannten Medium in der Presselandschaft geworden“, und er sei emphatischer Verfechter der Pressefreiheit.[4] Er nannte seine Tätigkeit als Redakteur des Blattes „eine Episode, die schnell zu Ende ging.“ Er habe nach der Wende publizistisch tätig werden wollen, und das Blatt sei ihm empfohlen worden. Er habe seine Ideen dort jedoch nicht verwirklichen können, „ein konservativ orientiertes und fundiertes, aber offenes, antiideologisches und wirklich kritisches Debattenblatt jenseits politischer Lager aufzubauen“.[9] Später erklärte er in einem Rundfunkinterview, die JF vertrete „eine politische Linie, die ich als CDU-Politiker nicht teile.“[10]

Als Thüringer Kultusminister wäre Krause Vorsitzender des Stiftungsrats der Gedenkstätten KZ Buchenwald und Dora-Mittelbau geworden. Der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, Volkhard Knigge, hielt ihm vor, seine Kontakte mit der Neuen Rechten „vernebelt und durchaus weich gespült“ zu haben und forderte ihn auf, „sich zu überlegen, was für das Allgemeinwohl am besten ist.“[11]

Für Henryk Goldberg von der Zeitung Thüringer Allgemeine ging es nicht „um die Frage, ob Peter Krause etwa ein Neonazi sei, selbstverständlich ist er das nicht.“ Allerdings sei er „einer von denen, die, gewollt oder nicht, auf einem gediegenen intellektuellen Niveau dafür Sorge tragen, dass diesem Bodensatz eine weiträumige geistige Legitimation zuwächst.“[12]

Am 5. Mai 2008 erklärte Krause seinen Verzicht auf das Amt des Thüringer Kultusministers. Er sehe „keine Möglichkeit, das sensible Amt in angemessener Sachlichkeit erfolgreich ausüben zu können“.[13] Stattdessen wurde Bernward Müller neuer Kultusminister. In seinem Buch Angepasste Welt ging Krause 2009 nochmals auf die Umstände seines Rückzugs ein.

Am 27. Februar 2009 wurde Krause zum Vorsitzenden des Landtagsausschusses für Wissenschaft, Kunst und Medien gewählt.[14][15] Bei der Landtagswahl in Thüringen 2009 unterlag er in seinem Wahlkreis mit 7.715 Stimmen Falk Thomas Hartung (Die Linke)[16] und schied damit aus dem Thüringer Landtag aus.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Unbestimmte Rhetorik. Friedrich Schlegel und die Redekunst um 1800. Niemeyer, Tübingen 2001, ISBN 3-484-68014-8.
  • (Hrsg.): Rhetorik um 1800. Niemeyer, Tübingen 2002, ISBN 3-484-60441-7.
  • (Hrsg.): Rhetorik und Anthropologie. Niemeyer, Tübingen 2004, ISBN 3-484-60468-9.
  • Angepasste Welt. Studien, Reden, Essays über rhetorische Kultur und romantische Politik. quartus-Verlag, Bucha bei Jena 2009, ISBN 978-3-936455-71-7.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Universität Leipzig – Lehrstuhl für Journalistik II: Vom „Roten Kloster“ zum Institut für KMW – Die Leipziger Journalistik im Wandel der Zeit
  2. Universität Leipzig – Fakultät für Journalistik: Zum 50. Jahrestag der Gründung am 20. September 2004
  3. die tageszeitung: Freiheitsliebe bis in die Grauzone, 28. April 2008
  4. a b Spiegel Online: Thüringen: Rechtslastiger Redakteur soll Kultusminister werden, 24. April 2008
  5. Dabei handelte es sich um zwei Rezensionen in der Sechzehnten Etappe (Dezember 2001 / Januar 2002):
    1) S. 115–120: Ernst Nolte: Historische Existenz. Zwischen Anfang und Ende der Geschichte? Piper, München 1998;
    2) S. 121–131: Panajotis Kondylis: Das Politische und der Mensch. Grundzüge einer Sozialontologie. Band 1. Akademie, Berlin 1999
  6. Landtagswahl in Thüringen 2004 – Endgültiges Ergebnis Wahlkreis 032 Weimar
  7. CDU Weimar / Kreisvorstand
  8. die tageszeitung, 26. April 2008: Vom rechten Rand in Merkels Mitte
  9. Frankfurter Rundschau, 25. April 2008: Arbeit für Junge Freiheit. Krause distanziert sich von sich; Thomas Schmid (Die Welt, 3. Mai 2008): Thüringen: Krause verteidigt Arbeit für die „Junge Freiheit“
  10. Mitteldeutscher Rundfunk, 28. April 2008: Regierungsbildung in Thüringen. Opposition verschärft Kritik an Krause
  11. Thüringische Landeszeitung, 3. Mai 2008: Das Ansehen des Landes in Gefahr
  12. Thüringen zum Sonntag (Thüringer Allgemeine): Eine Korrektur. 3. Mai 2008, S. 3
  13. Netzeitung: Krause verzichtet auf Ministeramt in Erfurt, 5. Mai 2008
  14. Thüringer Allgemeine vom 26. Februar 2009
  15. Pressemitteilung der Linkspartei zum Thema
  16. Wahlkreisergebnis beim Landeswahlleiter