Private Finanzplanung

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Private Finanzplanung (auch: persönliche Finanzplanung oder engl. Financial Planning) ist die Finanzplanung für Individuen, Privathaushalte oder Familien. Sie bezieht sich auf die Frage, wie Finanzmittel über einen Zeitraum und unter Berücksichtigung finanzieller Risiken und zukünftiger Ereignisse erwirtschaftet, eingeteilt, angespart und ausgegeben werden sollen.

Methodik[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu Ad-hoc-Anlageentscheidungen, wie sie bei Privatpersonen üblich sind, setzt die private Finanzplanung auf ein systematisches Vorgehen. Dazu greift sie auf Analysemethoden zurück, die aus der betrieblichen Finanzplanung entlehnt sind. Es werden in einem ersten Schritt die Ziele sowie die finanzielle, persönliche und familiäre Ausgangssituation des Privathaushalts erfasst. Letzteres umfasst eine Datenerhebung, z.B. Aufstellen einer privaten Bilanz mit Vermögensanlagen, Versicherungsverträgen, Darlehensverpflichtungen, Immobilien sowie Versorgungsansprüchen im Alter und bei Krankheit, gegebenenfalls auch weitergehende Tätigkeiten des privaten Rechnungswesens, z.B. die private Buchführung. So können Rückschlüsse auf Realisierbarkeit der Ziele, auf vorhersehbare Ereignisse sowie auf Risiken gezogen werden. Zunächst wird dann die benötigte Absicherung gegen finanziell existenzbedrohende Ereignisse und Risiken ermittelt (z.B. Invalidität, Haftpflicht, bei finanziell abhängigen Angehörigen auch Tod).

Nach veralteter, klassischer (nach wie vor jedoch weithin vorherrschender) Methodik führt man anhand der Daten für die laufenden Einkünfte eine Budgetplanung durch und investiert das verbleibende Geld durch Sparen langfristig, soweit nicht noch Kredite bestehen, die damit zurückgezahlt werden können. Es soll dabei bis zum Ruhestand vermehrt oder zumindest erhalten werden, und unnötige Risiken sollen vermieden werden. Das moderne Paradigma hingegen (Robert Merton, Paul Samuelson, Zvi Bodie) sieht das Ziel umgekehrt in der optimalen risikopräferenzangemessenen Verteilung von Ausgaben über die Lebensdauer (siehe auch Lebenszyklusmodell).[1][2] Dabei wird eine (je nach Risiko mehr oder weniger stark schwankende) Sparquote durch ein Modell vorgegeben, und für den verbleibenden Rest muss dann eine Budgetplanung durchgeführt werden.

Zwei wesentliche Problemstellungen ergeben sich bei der Anlageplanung für die verfügbaren finanziellen Mittel: die sogenannte Asset Allocation einerseits und die sogenannte Asset Location andererseits.[3] Die Asset Allocation beschäftigt sich mit der Auswahl der Anlageklassen (z.B. Aufteilung zwischen riskanten Anlagen wie Aktien und sicheren Anlagen wie Spareinlagen, Auswahl und Gewichtung der Einzelanlagen wie einzelner Aktien und Anleihen). Die Asset Location beschäftigt sich mit der Frage, in welcher steuerlichen Gestaltung Finanzprodukte für diese Anlagen möglichst effizient angeschafft werden sollten (z.B. Direktanlage, Fonds, Versicherungsmantel).

Daneben berücksichtigt eine umfassende Finanzplanung auch rechtliche, psychologische, philanthropische und ethische Fragen, die Planung von Ausbildung, Karriere, Freizeitbudget und Ruhestandseintritt sowie die Weitergabe von Vermögen über Familiengenerationen hinweg, einschließlich der Gestaltung von Testamenten, Eheverträgen, Schenkungen oder der Begründung von Stiftungen. Sie umfasst außerdem auch die private interne Revision, d.h. die Überwachung der Struktur und Entwicklung von Zahlungsströmen, Vermögensgegenständen, Verbindlichkeiten, sowie die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eines Haushalts.

Anbieter[Bearbeiten]

Hauptanbieter von privater Finanzplanung als Dienstleistung sind in der Finanzdienstleistungsbranche Banken (als Teil des Private Banking), Finanzvertriebe, Vermögensverwalter sowie freie Makler. Der Verbraucherschutz bemängelt jedoch seit je her, dass dabei Interessenkonflikte bestehen und Finanzplanung in diesem Zusammenhang mehr als Vertriebsinstrument zum provisionsorientierten Verkauf von Finanzierungs-, Anlage- und Versicherungsprodukten gesehen werden sollte.

Daneben gibt es auch kleinere Anbieter wie Honorarberater und vereinzelt auch Steuerberater[4], die private Finanzplanung gegen Entgelt im Mandatsverhältnis erbringen. Es gibt in vielen Staaten Berufsverbände von Finanzplanern, die ihre Sichtweise zu Kriterien für gute Finanzplaner veröffentlichen, typischerweise etwa: eine lange Erfahrung in der privaten Finanzberatung, einwandfreier Lebenslauf, Qualifikationsnachweise, Abwesenheit von Vertriebsinteressen, Zusammenarbeit mit dem Steuerberater des Mandanten, ausreichende Vermögenschadenshaftpflichtversicherung. Der größte Berufsdachverband der Finanzplaner in den USA ist die Financial Planning Coalition (FPC), bestehend aus dem Certified Financial Planner Board of Standards (CFP Board), der Financial Planning Association (FPA), sowie der National Association of Personal Financial Advisors (NAPFA).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Schmidt: Persönliche Finanzplanung - Modelle und Methoden des Financial Planning, Springer, Berlin 2011, ISBN 978-3642204586
  • CFP Board: Financial Planning Competency Handbook. Hoboken 2013, ISBN 978-1118470121
  • Hammer/Rück: Geldanlage ganz konkret: Der unabhängige Ratgeber für Sparer und Anleger Verbraucherzentrale, Seite 210 –221: Die Grundregeln der privaten Finanzplanung. Verbraucherzentrale NRW, Düsseldorf 2009, ISBN 978-3940580726
  • Böckhoff/Stracke: Der Finanzplaner. Verlag Recht und Wirtschaft 2003, ISBN 978-3800572816
  • Farkas/Staab: Private Finanzplanung, Vermögensanlage und Steuern: Know-how für die moderne Finanzberatung und Vermögensverwaltung. Schäffer-Poeschel 2003, ISBN 978-3791021485
  • Brandon/Welch: The history of financial planning. The transformation of financial services. Wiley 2009, ISBN 978-0470180747
  • Tilmes: Financial Planning im Private Banking: Kundenorientierte Darstellung einer Beratungsleistung. 3. Aufl. Bad Soden 2002, (Online)
  • Wackerbeck: Private Finanzplanung bei Versicherungsunternehmen: Die kundenorientierte Neugestaltung des Geschäftsmodells. Bad Soden 2006, (Online)
  • Jakob: Financial Planning und Vertrieb: Ausgestaltung und Positionierung eines Financial Planning-basierten Vertriebskonzeptes aus theoretischer und empirischer Sicht. Bad Soden 2007, ISBN 978-3933207593

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zvi Bodie: Life-Cycle Finance in Theory and in Practice, S. 2, Tabelle 1
  2. Paula H. Hogan: Life-Cycle Investing Is Rolling Our Way (PDF; 294 kB). Journal of Financial Planning (2007)
  3. Larry Swedroe: The Only Guide You'll Ever Need for the Right Financial Plan
  4. http://www.capital.de/steuern-recht/:Diversifizierung--Wenn-Steuerberater-zum-Finanzplaner-mutieren/100049005.html