Rage (Band)

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Rage
Rage nach einem Konzert in Bochum, 1. April 2008
Rage nach einem Konzert in Bochum, 1. April 2008
Allgemeine Informationen
Genre(s) Power Metal, Heavy Metal
Gründung 1984 als Avenger
Website http://www.rage-on.de/
Gründungsmitglieder
Peter „Peavy“ Wagner
Jochen Schröder (bis 1987)
Gitarre
Thomas „Guinness“ Grüning (bis 1987)
Jörg Michael (bis 1987)
Aktuelle Besetzung
Gesang, Bass
Peter „Peavy“ Wagner
Gitarre, Keyboard
Victor Smolski (seit 1999)
Schlagzeug
André Hilgers (seit 2007)
Ehemalige Mitglieder
Gitarre
Rudy Graf (1986–1987)
Gitarre
Alf Meyerratken (1985–1985)
Gitarre
Manni Schmidt (1987–1993)
Gitarre
Spiros Efthimiadis (1993–1999)
Schlagzeug
Christos Efthimiadis (1987–1999)
Gitarre
Sven Fischer (1993–1999)
Schlagzeug
Mike Terrana (1999–2006)

Rage (englisch rage [ɹeɪdʒ] ‚Wut‘) ist eine deutsche Power-Metal-Band aus Herne in Nordrhein-Westfalen.

Mitglieder[Bearbeiten]

Die Band besteht seit 1984. Peter "Peavy" Wagner (Sänger und Bassist) ist das einzige verbliebene Gründungsmitglied. Das aktuelle Line-up wird komplettiert von Victor Smolski (Guitar, Keyboard, Cello) und André Hilgers an den Drums.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Die Band wurde 1984 von Ex-Steeler-Schlagzeuger Jan Yildiral unter dem Namen Avenger gegründet. Kurz darauf schloss sich Peter „Peavy“ Wagner der Band als Bassist an und übernahm nach dem Ausstieg von Peter Burtz (ebenfalls Ex-Steeler) auch die Position des Sängers. Im Jahr 1986 musste die Gruppe umbenannt werden, da es in Großbritannien bereits eine gleichnamige Band gab. Eigentlich wurde Furious Rage als neuer Bandname ausgewählt, doch strich die neue Plattenfirma Noise Records im Zuge der Veröffentlichung des 1986er Albums Reign of Fear das Wort „furious“ aus dem Bandnamen. Der Bandname Rage blieb seitdem bestehen.

Nach dem nationalen Durchbruch mit ihrem 1988er Album Perfect Man gelang der Band 1992 mit dem Album Trapped! auch der internationale Durchbruch – vor allem in Japan, wo Rage im selben Jahr zum ersten Mal auf Tour gingen.

Nachdem die Band zuvor bereits in einzelnen Liedern mit klassischen Elementen experimentiert hatte, wurde im Jahr 1996 ein Klassik-Projekt zu einem überraschenden Erfolg: Die Band nahm mit dem Prager Symphonieorchester ein Album auf, das unter dem Titel Lingua Mortis veröffentlicht wurde und als das erste Klassik-Metal-Crossover einer deutschen Band gilt. Basierend darauf und mit der Unterstützung des BMG-Labels GUN Records folgten in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre weitere orchestrierte Alben (XIII und Ghosts), mehrere Auftritte sowie eine gesamte Tour mit Orchester und ein knapp zweistündiger Auftritt im Rockpalast 1998.

Während der Arbeiten am 1999er Album Ghosts sah sich Bandleader Wagner mit dem plötzlichen Ausstieg Sven Fischers sowie der Efthimiadis-Brüder Spiros und Christos konfrontiert, ebenso nahm der zu diesem Zeitpunkt als inoffizielles Bandmitglied geltende Arrangeur und Keyboarder Christian Wolff seinen Hut. Diese vier hoben die Pop-Alternative-Band Sub7even aus der Taufe. Wagner holte zuerst den bis dato in Deutschland fast unbekannten Victor Smolski in die Band, welcher durch seine Gitarrenspuren Ghosts komplettierte, und kehrte mit dem Engagement von Schlagzeuger Mike Terrana zum klassischen 3er-Line-Up der frühen 1990er Jahre zurück.

Im Jahr 2001 machten Rage ein weiteres Mal bei einem großen Publikum auf sich aufmerksam, als das von Victor Smolski komponierte Lied Straight to Hell vom Album Welcome to the Other Side als Soundtrack für den Film Der Schuh des Manitu von Michael Herbig ausgewählt wurde, um die Schlüsselszene zu untermalen, in der Sky du Mont als Schurke Santa Maria zum ersten Mal in Erscheinung tritt. Dieses Metalriff war 2004 auch in Herbigs nächstem Film (T)Raumschiff Surprise - Periode 1 zu hören und wurde seitdem mehrfach von Stefan Raab als Soundkulisse bei Wok-Weltmeisterschaften oder Stockcar-Rennen eingesetzt.

Rage feierten im Jahr 2004 ihr 20-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wurde im Januar 2004 in der Zeche Bochum ein über zweistündiges Konzert mit Liedern aus allen Epochen der Bandgeschichte aufgezeichnet, welches im November 2004 unter dem Titel From the Cradle to the Stage von dem deutschen Plattenlabel SPV als Doppel-Live-CD/DVD veröffentlicht wurde. Nach einem weiteren Wechsel zum Plattenlabel Nuclear Blast griff die Band im Album Speak of the Dead (2006) die Klassik erneut auf und knüpfte mit der über 20-minütigen Suite Lingua Mortis wieder an die orchestrale Periode der Bandgeschichte an. Dank guter Beziehungen von Victor Smolski wurden die klassischen Teile vom weißrussischen Symphonie-Orchester der Stadt Minsk eingespielt.

Im Dezember 2006 gaben Rage den Ausstieg von Mike Terrana bekannt, der zu Masterplan wechselte. Der Grund dafür war laut Bericht auf der Band-Homepage, dass die persönlichen und musikalischen Interessen zu weit voneinander abgewichen waren. Terrana wurde am 1. Januar 2007 durch André Hilgers von Axxis ersetzt. Im Jahr 2008 erschien das Album Carved in Stone. Nachdem Rage bereits Anfang 2008 in der Fernsehshow TV total zu Gast waren, vertraten die Mitglieder im Februar 2009 das Bundesland Nordrhein-Westfalen beim Bundesvision Song Contest, wo sie mit dem Lied Gib dich nie auf den 3. Platz belegen konnten.[1] Im Februar 2010 erschien das Album Strings to a Web. Zwei Jahre später, am 24. Februar 2012, wurde das Album 21 veröffentlicht, welches das 21. Album der Band ist.

Im Jahr 2013 gründeten die Mitglieder das Orchesterprojekt Lingua Mortis Orchestra[2] und veröffentlichten am 2. August 2013 das Debütalbum LMO.[3] Es ist ein Konzeptalbum und beschäftigt sich mit der Hexenverfolgung in Gelnhausen, insbesondere der Leidensgeschichte der Elisabeth Strupp.[4][5]

Stil[Bearbeiten]

Auf den ersten Rage-Alben sang Peter Wagner noch sehr hoch und die Lieder waren eher im Speed-Metal-Bereich angesiedelt. Seit dem Album The Missing Link ist der Gesang immer tiefer geworden. Nach dem Album Black in Mind wurde ein wesentlich ruhigerer Stil eingeschlagen. Dieser wurde bis zur Neubesetzung gehalten. Ab Welcome to the Other Side spielten Rage wieder Power Metal. Nach dem Einstieg von Victor Smolski wurde der Stil progressiver und ist technisch anspruchsvoller. Carved in Stone ging dann wieder in die Richtung der früheren Alben wie Black in Mind oder The Missing Link. 21 ist ähnlich wie Carved in Stone im Stil der früheren Alben gehalten, wobei das Lied Serial Killer im Death-Metal-Bereich angesiedelt ist.

Diskografie[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Black in Mind
  DE 83 12.06.1995 (4 Wo.) [6]
End of All Days
  DE 75 09.09.1996 (4 Wo.) [6]
XIII
  DE 21 06.04.1998 (6 Wo.) [6]
Ghosts
  DE 31 18.10.1999 (2 Wo.) [6]
Welcome to the Other Side
  DE 38 12.03.2001 (2 Wo.) [6]
Unity
  DE 46 27.05.2002 (2 Wo.) [6]
Soundchaser
  DE 54 20.10.2003 (1 Wo.) [6]
Speak of the Dead
  DE 58 10.04.2006 (1 Wo.) [6]
Carved in Stone
  DE 24 07.03.2008 (2 Wo.) [6]
  AT 63 07.03.2008 (1 Wo.) [7]
  CH 92 09.03.2008 (1 Wo.) [8]
Strings to a Web
  DE 27 19.02.2010 (3 Wo.) [6]
  CH 80 21.02.2010 (1 Wo.) [8]
21
  DE 27 09.03.2012 (2 Wo.) [6]
  AT 62 09.03.2012 (1 Wo.) [7]
  CH 52 11.03.2012 (1 Wo.) [8]
[6]

[7]

[8]

Studioalben[Bearbeiten]

  • 1985: Prayers of Steel (als Avenger)
  • 1986: Reign of Fear
  • 1987: Execution Guaranteed
  • 1988: Perfect Man
  • 1989: Secrets in a Weird World
  • 1990: Reflections of a Shadow
  • 1992: Trapped!
  • 1993: The Missing Link
  • 1994: 10 Years in Rage
  • 1995: Black in Mind
  • 1996: End of All Days
  • 1996: Lingua Mortis (mit Symphonie-Orchester Prag)
  • 1998: XIII
  • 1999: Ghosts
  • 2001: Welcome to the Other Side
  • 2002: Unity
  • 2003: Soundchaser
  • 2006: Speak of the Dead
  • 2008: Carved in Stone
  • 2010: Strings to a Web
  • 2012: 21

Livealben, Kompilationen und Box-Sets[Bearbeiten]

  • 1994: Power of Metal (Live-Sampler)
  • 1998: The Best from the Noise Years (japanische Kompilation)
  • 2001: Best of all G.U.N. Years (Kompilation)
  • 2001: Metal Meets Classic Live - Rage & Lingua Mortis Orchestra (Live-DVD-Plus)
  • 2002: The Lingua Mortis Trilogy (Wiederveröffentlichung von Lingua Mortis, XIII und Ghosts als 3-CD-Box)
  • 2002: The Dark Side (Wiederveröffentlichung 2-CD: Black in Mind und End of All Days)
  • 2004: From the Cradle to the Stage (Live-Doppelalbum)
  • 2007: Full Moon in St. Petersburg (Live)
  • 2014: The Soundchaser Archives (30th Anniversary, 2-CD & DVD)

Singles und EPs[Bearbeiten]

  • 1985: Depraved to Black (EP, als Avenger)
  • 1989: Invisible Horizons (EP)
  • 1991: Extended Power (EP)
  • 1992: Beyond the Wall (EP)
  • 1993: The Missing Link (EP)
  • 1994: Refuge (japanische EP)
  • 1995: The Crawling Chaos (Promo-EP)
  • 1996: Higher Than the Sky (japanische EP)
  • 1997: Live from the Vault (japanische Live-EP)
  • 1997: From the Cradle to the Grave (Promo-EP)
  • 1998: In Vain – Rage in Acoustic (japanische EP)
  • 1998: In Vain I-III (3 EPs)
  • 2006: Full Moon (Promo-EP)
  • 2009: Gib dich nie auf (EP)

Videos und DVDs[Bearbeiten]

  • 1994: The Video Link (Live-VHS, Wiederveröffentlichung auf DVD 2003)
  • 1994: Power of Metal (Live-VHS-Sampler)
  • 2001: Metal Meets Classic Live – Rage & Lingua Mortis Orchestra (Live-DVD-Plus)
  • 2004: From the Cradle to the Stage (Live-DVD)
  • 2007: Full Moon in St. Petersburg (Live-DVD)
  • 2008: Live in Wacken 2007 (Bonus-DVD zum Album Carved in Stone)
  • 2010: Live in Wacken 2009 (Bonus-DVD zum Album Strings to a Web)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rage – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Line-Up für Bundesvision Song Contest steht
  2. RAGE - LINGUA MORTIS ORCHESTRA
  3. LINGUA MORTIS ORCHESTRA – neues Album erscheint heute!
  4. Lingua Mortis Orchestra feat. Rage - LMO - Metalnews.de
  5. Hammer Metal-Gitarrist auf Klassikpfaden. Victor Smolski: In Wacken direkt nach Alice Cooper
  6. a b c d e f g h i j k l musicline.de: Rage in den deutschen Albumcharts (zugegriffen am 15. März 2009)
  7. a b c austriancharts.at: Rage in der österreichischen Hitparade (zugegriffen am 15. März 2009)
  8. a b c d hitparade.ch: Rage in der Schweizer Hitparade (zugegriffen am 15. März 2009)