Power Metal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Power Metal ist ein Metal-Subgenre hauptsächlich europäischen Ursprungs[1]. Vor der europäischen Strömung entstand auch ein US-amerikanischer Metal-Stil gleichen Namens, der jedoch nicht die Popularität des europäischen Subgenres hat. Bevor er sich als Genrebezeichnung etablierte, wurde der Begriff allgemeiner für kraftvollen Metal verwandt und tauchte unter anderem als Titel einer Metallica-Demokassette von 1982, als Selbstbezeichnung der Band Venom[2][3] sowie als Bezeichnung der Bands Artillery[4] und Nasty Savage[5] sowie des Slayer-Debüts Show No Mercy[6] auf.

Europäischer Power Metal[Bearbeiten]

Gamma Ray live in Lichtenfels bei der Majestic Tour 2005

Der europäische Power Metal zeichnet sich durch relativ hohes Tempo[1], eingängige Melodien und eine hohe Stimmlage[1] bis hin zum Falsett aus. Die Musik legt häufig eine Emphase auf Melodien, die oft durch den Einsatz von Keyboards unterstützt werden[1]; einige Bands verwenden auch orchestrale Arrangements, in diesem Fall spricht man von Symphonic Power Metal oder Epic Metal (siehe unten). Die Stimmung der Musik ist, im Gegensatz zu vielen anderen Metal-Stilrichtungen, positiv. Kritiker werfen dem Power Metal oftmals vor, seine oft fantasy-inspirierten Texte seien zu fröhlich[1] und verwenden für das Genre auch abwertende Bezeichnungen wie Happy Metal oder Flower Metal beziehungsweise Flowercore[1]. Balladen sind häufig anzutreffen, entweder ruhig und (fast) ohne Schlagzeug oder als bombastische „Power-Balladen“. Beliebte Themen sind Fantasy, epische Schlachten (wie auch im True Metal, zu dem es bei einigen Bands Überschneidungen gibt) sowie (geistige) Freiheit und Selbstverwirklichung.

Großer Vorreiter des Genres war die deutsche Band Helloween mit ihren Alben Keeper of the Seven Keys Part 1 (1987) und Part 2 (1988).[1] Ebenfalls zu den Bands der ersten Stunde gehören Blind Guardian[1], Gamma Ray[1] sowie Stratovarius aus Finnland, das neben Deutschland eine der Hochburgen des Power Metal darstellt. Diese Bands zeigten zu Anfang noch deutliche Speed-Metal-Einflüsse, bevor sich der melodiösere und weniger thrash-lastige Power-Metal-Klang entwickelte.

1993 wurde für dieses Untergenre der Begriff Power Metal durch die Power Of Metal-Tour von Gamma Ray, Rage, Conception und Helicon in Europa eingeführt.

1997 popularisierte die schwedische Band Hammerfall das Genre[1] mit ihrem Debütalbum Glory to the Brave. Erst ab dieser Zeit wurde die Verwendung des Begriffs populär. Dazu stießen Bands wie Edguy und Sonata Arctica, die ihrerseits unter dem Einfluss von Helloween bzw. Stratovarius standen. Rhapsody of Fire (ehemals Rhapsody) und Nightwish etablierten den symphonischen Power Metal.[1] Viele neue Bands gründeten sich in dieser Zeit kurz vor und um die Jahrtausendwende.

Epic und Symphonic Power Metal[Bearbeiten]

Im Power Metal europäischer Prägung finden sich oft pompöse Arrangements mit symphonischen Elementen. Dieser Stil wird auch als Symphonic Power Metal oder Epic Metal (nicht zu verwechseln mit dem klassischen US-amerikanischen Epic Metal - siehe nächster Abschnitt) bezeichnet, der Übergang zum Symphonic Metal ist fließend. Ein weiteres Merkmal sind epische, heroische Fantasy-Texte, die häufig eskapistische Züge annehmen und nicht selten ein umfangreiches Konzept beinhalten (etwa die Emerald Sword Saga von Rhapsody of Fire). Zu den bekanntesten Vertretern dieses Stils gehören Rhapsody of Fire und Blind Guardian.

US-amerikanischer Power Metal[Bearbeiten]

Kurdt Vanderhoof und Jay Reynolds von Metal Church

Der US-amerikanische Power Metal entstand bereits Anfang der 1980er Jahre, hat heute aber nicht mehr die Popularität seines europäischen Namensvetters. In Anlehnung an den Titel einer ab 1981 erschienenen Sampler-Reihe des Shrapnel-Label wird er wie der ihm stilistisch eng verwandte Epic Metal (eine zur selben Zeit entstandene Spielart des Heavy Metal; ihre bekanntesten Vertreter waren und sind die Vorreiter dieses Stils, namentlich Manilla Road, Cirith Ungol, Virgin Steele (in ihren frühen Jahren) sowie Warlord) dem klassischen US-Metal zugerechnet, da diese die ersten genuin US-amerikanischen Spielarten des Metal darstellen. Er unterscheidet sich vom europäischen Power Metal deutlich durch seine aggressivere Grundstimmung, wobei Gitarrenriffs und -soli den Melodien gegenüber in den Vordergrund treten. Keyboards werden hier kaum eingesetzt, und auch der Gesang ist nicht zwingend so hoch wie bei der europäischen Version. So gibt es auch Sänger mit raueren, aggressiveren Stimmen, wie zum Beispiel den 1995 verstorbenen Carl Albert, der in den 1980ern bei den Ruffians und bei Vicious Rumors mitwirkte.

Als bestes Beispiel für die amerikanische Version des Power Metal sind wohl die frühen Werke der oben angesprochenen Band Vicious Rumors geeignet. Weitere bekannte Vertreter, die diesen Stil wesentlich mitgeprägt haben, sind Metal Church, Jag Panzer und die frühen Savatage. Riot können auf Grund ihres 1980 aufgenommenen Albums Fire Down Under als Vorreiter dieser Stilrichtung gelten. Auch Bands wie Helstar, Omen, Crimson Glory oder auch Liege Lord und Attacker genießen Kultstatus. Ebenfalls kann man die frühen Werke von Iced Earth als US-Power-Metal sehen, bevor diese sich dem europäischen Stil annäherten.

Die Bezeichnungen „Euro-/US-Power-Metal“ sind nur auf den Stil der Musik und nicht auf die Herkunft der Bands bezogen; so existieren auch in den Vereinigten Staaten Bands, die Power Metal im europäischen Stil spielen (z. B. Kamelot oder Virgin Steele), und umgekehrt (z. B. Brainstorm).

Power Metal in Südamerika und Japan[Bearbeiten]

Auch in Südamerika ist der Power Metal und True Metal etabliert. Dabei waren die frühen Bands teilweise noch recht punk-lastig oder wurden sehr stark von der New Wave of British Heavy Metal beeinflusst. Heute orientieren sich die Power-Metal-Bands Südamerikas vor allem am kontinentaleuropäischen Stil. Wichtigste Einflüsse haben hierbei die oben bereits erwähnten Bands Helloween, Rhapsody of Fire und Hammerfall. Die bekanntesten südamerikanischen Power-Metal-Bands sind Angra, Kyrie Eleison und Shaman.

Im südamerikanischen Raum hat sich eine Underground-Power-Metal-Szene gebildet, die sich auf die Folklore und indigene Kultur der Ureinwohner bezieht. Beispiele dafür sind z. B. Aztra und Soul of Honour. Die Grenzen zum Folk Metal sind fließend und die Thematik erfasst die Sagen der Maya, Inka und Azteken, sowie andere Kulturen. Meist bestehen diese Gruppen selber aus Indianern oder Mestizen.

Noch größere Beliebtheit konnte der europäische Power Metal in Japan erringen. Besonders Bands wie Sonata Arctica, ATTACK, Gamma Ray, Blind Guardian, Heavens Gate oder Dark Moor haben in Japan eine meist sogar größere Fan-Gemeinde als in ihren Heimatländern. Außer ein paar Ausnahmen wie Double Dealer, Concerto Moon oder Galneryus gibt es kaum namhaften, bekannten japanischen Power Metal.

Einige bekannte Bands[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Power Metal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t Sargon The Terrible: Description of the Genres of Metal.
  2. Venom Biography.
  3. Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos. Venice: Feral House 1998, S. 23.
  4. „Den første sangen på demoen er "Deeds Of Darkness". Den begynner veldig tungt og tregt, men etterhvert utvikler det seg til å bli "Pure Power Metal".“ Metalion: Artillery. In: Slayer vol. 2 1985, S. 23. Zitiert nach: Jon Kristiansen: SLAYER. N° 1 à 5. Rosières en Haye: Camion Blanc 2009, S. 118.
  5. Götz Kühnemund: Nasty Savage. Wage Of Mayhem. In: Rock Hard, Nr. 310, März 2013, S. 89.
  6.  Ron Nietas: Slayer "Haunting the Chapel" EP. In: Braindamage. Nr. 1, Herbst 1984, S. 19.