Ravensberg (Harz)

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Ravensberg

BWf1

Höhe 659 m ü. NN
Lage nahe Bad Sachsa, Landkreis Osterode am Harz, Niedersachsen, Deutschland
Gebirge Harz (Südharz)
Dominanz 3,67 km → Jagdkopf[1] am Stöberhai
Koordinaten 51° 37′ 17″ N, 10° 31′ 37″ O51.62138888888910.526944444444659Koordinaten: 51° 37′ 17″ N, 10° 31′ 37″ O
Ravensberg (Harz) (Niedersachsen)
Ravensberg (Harz)
Gestein Rhyolith
Berghof Ravensberg
Südostseite des Ravensberggipfels
Fernmeldeturm

Der Ravensberg im Harz ist ein etwa 659 m ü. NN[2] hoher Berg bei Bad Sachsa im gemeindefreien Gebiet Harz des Landkreises Osterode am Harz in Niedersachsen.

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage [Bearbeiten]

Der Ravensberg liegt im Südharz im Naturpark Harz. Er erhebt sich etwa 3,5 km nordwestlich von Bad Sachsa, rund 4,5 km östlich von Bad Lauterberg und etwa 4,5 km südwestlich von Wieda. Die Steina (Steinaer Bach) passiert den Berg im Nordwesten, um dann südwestlich von ihm durch die Steinatalsperre zu fließen. Nordöstlich des Gipfels entspringt die Uffe. Der Berg liegt relativ exponiert und ist weithin sichtbar.

Geologie [Bearbeiten]

Der steil aufragende Kegel ist der Rest eines erloschenen Vulkans aus dem Erdzeitalter des Perm, das Hauptgestein ist relativ langsam verwitternder Rhyolith.[3]

Berghof Ravensberg [Bearbeiten]

Bereits 1845 redeten einige Sachsaer Bewohner und insbesondere Bürgermeister Scheidel dem Landwirt August Koolhaase zu, auf dem Ravensberggipfel ein Ausflugslokal zu bauen. Dieser errichtete 1848[4] die erste hölzerne Schutzhütte mit Milch- und Bierausschank. 1854 folgte dort die erste Gaststätte aus Stein mit einem dreizehn Meter hohen Aussichtsturm, der einen Blick zum Stöberhai, Wurmberg, Brocken und Kyffhäuser gewährte. Die Gaststätte wurde 1888 um ein hölzernes Obergeschoss erweitert und dieses mit Fremdenzimmern ausgebaut. Das Hotel Berghof Ravensberg wurde mehrfach umgebaut. Im Stil einer Bergbaude war es mit einer Brettverschalung bekleidet und ähnelte mit seiner Veranda und dem Aussichtsturm dem benachbarten Berghotel Stöberhai. Der Berghof brannte mitsamt Turm an Heiligabend 1962[4] vollständig nieder. Die Familie des Besitzers Fritz Kühn hat daraufhin das heute noch bestehende Hotelgebäude in veränderter Form neu errichtet, das am 11. März 1964[4] eröffnet wurde. Auf den Neubau eines Aussichtsturmes wurde dabei verzichtet.

Postagentur [Bearbeiten]

1884 veranlasste der General-Postmeister Heinrich von Stephan, der während eines Urlaubs im Berghof Ravensberg wohnte und in der Umgebung jagte, die Einrichtung einer Postagentur auf dem Ravensberg, die 1914 geschlossen wurde.

Aussichtsmöglichkeit und Wandern [Bearbeiten]

Der Ravensberg, auf den eine etwa 3,5 km lange öffentliche Straße von Bad Sachsa hinaufführt, ist beliebter Aussichtspunkt. Kurz vor dem Gipfel steht an dieser Straße ein Dreiherrenstein, an dem bis 1866 das Königreich Preußen, das Königreich Hannover und das Herzogtum Braunschweig aneinander grenzten. Heute ist dieser Grenztein Aus- und Durchgangspunkt von Wanderungen und Mountainbike-Touren. Der Ravensberg liegt am Harzer Baudensteig.

Wintersportgebiet [Bearbeiten]

Das Wintersportgebiet am Ravensberg ist mit einem Doppelschlepplift (298 m lang) und zwei Einzelschleppliften (140 und 186 m lang) und neun Skipisten mit insgesamt über 4 km Länge ausgestattet; zweimal wöchentlich ist Nacht-Skilaufen möglich. Am Parkplatz des Skigebiets steht eine etwa 300 m lange Rodelbahn für Rodeln und Schlittenfahren zur Verfügung. Über die Hochlagen des Berges führen die Südharzloipe, auf der man unter anderem den Stöberhai und Braunlage erreichen kann, und die Kaiserwegloipe.[5]

Fernmeldeturm [Bearbeiten]

Auf dem Ravensberg steht der 64 m hohe, ehemalige Aufklärungsturm, der 1970 erbaut wurde. Der wahrscheinlich vom Bundesnachrichtendienst (BND) betriebene Turm diente während des Kalten Kriegs als Funkabhöranlage zum Abhören des militärischen Funkverkehrs in der DDR. Heute werden die noch verbliebenen Antennenanlagen als Funkübertragungsstelle (FuÜSt) von der Deutschen Telekom genutzt.[6]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Topographische Karte 1:25000, Nr. 4329 Zorge
  2. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. Geologische Informationen zum Ravensberg vom Regionalverband Harz e. V. Quedlinburg; abgerufen am 13. Januar 2010.
  4. a b c Fotos und Die Geschichte des Ravensberges, auf berghof-ravensberg.de
  5. Skiparadies Bad Sachsa im Harz, auf sportzentrum-ravensberg.de
  6. Horchposten Ravensberg (Bad Sachsa), auf geschichtsspuren.de