Regiojet

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RegioJet a.s. (CZ)
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Rechtsform Aktiengesellschaft
(akciová společnost)
Gründung 2009
Sitz Brno, Tschechien[1]
Leitung Radim Jančura[1]
Mitarbeiter 261 (2013)[1]
Umsatz 346 Mio. CZK (2013)[1]
Branche Eisenbahnverkehrsunternehmen
Website www.regiojet.cz

Regiojet (Eigenschreibweise RegioJet, kurz RJ) ist ein privates Eisenbahnverkehrsunternehmen in Tschechien mit Sitz in Brünn. Es ist ein Tochterunternehmen von Student Agency in Kooperation mit Keolis.

Regiojet-CEO Radim Jančura vor einem Zug, der die Strecke HavířovPrag bedient

Linien[Bearbeiten]

Fernverkehr Prag – Ostrava – Havířov[Bearbeiten]

Im Schienenpersonenfernverkehr betreibt Regiojet seit September 2011 Züge zwischen Prag und Havířov über Ostrava. Aktuell (2015) wird die Strecke etwa zweistündlich bedient. Drei Zugpaare sind nach/von Návsí (Jablunkov) und je ein Zugpaar nach/von Martin (Slowakei) bzw. Košice (Slowakei) durchgebunden.[2]

Auf dem Abschnitt Prag – Ostrava liefert sich Regiojet nach Angaben der Fachzeitschrift Eisenbahn-Revue International einen „ruinösen Preiskampf[3] mit der Staatsbahn České Dráhy (ČD) und dem privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen Leo Express.

Fernverkehr Bratislava – Žilina – Košice[Bearbeiten]

Seit Dezember 2014 verkehren drei Regiojet-Zugpaare auf dieser vollständig in der Slowakei gelegenen Strecke.[4]

Regionalverkehr Bratislava – Komárno[Bearbeiten]

Im Januar 2011 gewann Regiojet die Ausschreibung zum Betrieb von Regionalzügen in der Slowakei auf der Strecke Bratislava–Dunajská Streda–Komárno ab März 2012. Damit wurde das Eisenbahnmonopol der Staatsbahn ZSSK gebrochen.[5] Geplant ist, sich an weiteren Ausschreibungen in der Slowakei zu beteiligen.[6]

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Links RJ IC 1007 Prag – Havířov mit E-Lok Siemens Vectron

Für den Fernverkehr erwarb Regiojet von Ferrovie Nord Milano im Jahre 2010 neun elektrische Lokomotiven der Baureihe 162. Die Maschinen waren 1995 von Škoda für die Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD) gebaut worden.[7] Ein Umbau erhöhte ihre Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h auf 140 km/h. Sie erhielten die Betriebsnummern 162.112–120.

2011 übernahm Regiojet von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) 28 gebrauchte Eurofima-Wagen[8], ein Jahr später von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) weitere zwölf[9]. Im September 2014 wurde gemeldet, dass der rumänische Waggonbauer Astra Vagoane 2015 zehn Neubauwagen an Regiojet liefert, die sowohl in Tschechien als auch in der Slowakei zum Einsatz kommen sollen.[10] Hauptsächlich für die seit Dezember 2014 bediente Verbindung Bratislava – Žilina – Košice hat Regiojet außerdem drei Vectron-Lokomotiven angemietet.[11] Außerdem wurden weitere 18 Wagen von der ÖBB gekauft, so dass insgesamt 84 ehemalige österreichische Wagen im Bestand sind.

Die Fernzüge verfügen über drei Wagenklassen: Standard (2. Klasse), Relax (1. Klasse) und Business (Luxusklasse).[12]

Im Regionalverkehr Bratislava – Komárno setzte Regiojet neun dreiteilige Triebzüge des Typs Bombardier Talent ein.[13] Sie wurden bei Alpha Trains gemietet, fuhren früher bei der Prignitzer Eisenbahn und tragen die Baureihenbezeichnung 643. 2013 wurden fünf Talent zurückgegeben und dafür sechs Desiro gemietet.

Service[Bearbeiten]

Im Fernverkehr gibt es an jedem Platz 230-V-Stecker und kostenloses WLAN. Die Fahrgäste erhalten kostenlos Kaffee, Mineralwasser, Säfte und Tageszeitung. Auch im Regionalverkehr gibt es kostenloses WLAN und Tageszeitungen.

Marktposition und Ergebnis[Bearbeiten]

Nach Angaben des Konkurrenzunternehmens Leo Express lag der Marktanteil von Regiojet auf der Eisenbahnfernstrecke Prag – Ostrava im Jahre 2013 bei 45 Prozent. (Leo Express: 30 Prozent, Česke Drahy: 25 Prozent).[14]

2013 konnte Regiojet seine Fahrgastzahlen gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent steigern, vergrößerte aber gleichzeitig seinen Verlust vor Steuern von 76,3 Mio. CZK (etwa 2,7 Mio. Euro) auf 93,4 Mio. CZK (etwa 3,4 Mio. Euro). [15]

Im Regionalverkehr Bratislava – Komárno wurden die Beförderungszahlen in drei Jahren bis 2014 mehr als verdoppelt, auf 1,97 Millionen Reisende.

Sonstiges[Bearbeiten]

Bus der Student Agency in Prag Florenc

Das Mutterunternehmen Student Agency ist unter anderem im Reisemarkt und im Fernbusverkehr aktiv.

Literatur[Bearbeiten]

 Martin Fort: RegioJet startet durch. In: eisenbahn-magazin. Nr. 5, 2015, ISSN 0342-1902, S. 52 f.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Geschäftsbericht RegioJet, a.s. (CZ) 2013, Auditor BDO CA s.r.o.
  2. Fahrplan auf den Internetseiten von Regiojet / Student Agency [1]
  3. Preiskrieg in Tschechien. Eisenbahn-Revue International 4/2013, S. 186
  4. Vectron in der Slowakei. Eisenbahn-Revue International 2/2015, S. 84
  5. Railway Gazette: Slovak passenger market starts to open. Abgerufen am 13. Februar 2011.
  6. Czech Republic, Slovakia: RegioJet to operate more routes in Slovakia?. Abgerufen am 13. Februar 2011.
  7. Lokomotiven für Student Agency. Eisenbahn-Revue International 7/2010, S. 358
  8. ÖBB mustern moderne Reisezugwagen im grossen Stil aus. Eisenbahn-Revue International 10/2011, S. 483
  9. SBB-Wagen für Regio-Jet. Eisenbahn-Revue International 6/2012, S. 298
  10. Erster Astra-Wagen für Regio-Jet. Eisenbahn-Revue International 10/2014, S. 523
  11. Vectron-Lokomotiven für Regio-Jet. Eisenbahn-Revue International 1/2015, S. 28
  12. Internetseiten von Regiojet / Student Agency, abgerufen am 7. März 2015
  13. Regio-Jet betreibt Regionalzüge. Eisenbahn-Revue International 4/2012, S. 201
  14. LEO Express: Annual Report 2013 [2]
  15. Auch Regio-Jet mit Verlust. Eisenbahn-Revue International 8/2014, S. 414