Martin (Slowakei)

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Martin
Wappen Karte
Wappen von Martin
Martin (Slowakei)
Martin
Martin
Basisdaten
Staat: Slowakei
Kraj: Žilinský kraj
Okres: Martin
Region: Turiec
Fläche: 67,736 km²
Einwohner: 56.526 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 834,5 Einwohner je km²
Höhe: 395 m n.m.
Postleitzahl: 036 01
Telefonvorwahl: 0 43
Geographische Lage: 49° 4′ N, 18° 55′ O49.06361111111118.921388888889395Koordinaten: 49° 3′ 49″ N, 18° 55′ 17″ O
Kfz-Kennzeichen: MT
Kód obce: 512036
Struktur
Gemeindeart: Stadt
Gliederung Stadtgebiet: 10 Stadtteile
Verwaltung (Stand: Januar 2011)
Bürgermeister: Andrej Hrnčiar
Adresse: Mestský úrad Martin
námestie S. H. Vajanského 1
03601 Martin
Webpräsenz: www.martin.sk
Statistikinformation auf statistics.sk

Martin (bis 1950 slowakisch „Turčiansky Svätý Martin“; deutsch Turz-Sankt Martin, ungarisch Turócszentmárton, lateinisch Sanctus Martinus / Martinopolis) ist eine Stadt in der Mittelslowakei, die am Fuße der Kleinen Fatra und der Großen Fatra in der traditionellen Landschaft Turiec und am gleichnamigen Fluss Turiec (deutsch Turz) gelegen ist und zum Žilinský kraj (Silleiner Landschaftsverband) gehört. Sie liegt auf ca. 390 m ü. NN und erstreckt sich auf einer Fläche von 6.774 ha; die Stadt hat zirka 57.000 Einwohner.

Blick auf den Hauptplatz im Ort

Bedeutung[Bearbeiten]

Martin ist ein regionales Zentrum und sehr bedeutend für die nationale Kultur der Slowaken - unter anderem ist die Stadt der Sitz der Nationalen Kulturstiftung Matica Slovenská. Die heutige slowakische Standardsprache beruht auf dem in dieser Gegend gesprochenen Dialekt. Die Stadt ist Ausgangspunkt für Wanderungen in der Kleinen und Großen Fatra.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt wurde 1264 zum ersten Mal als Zenthmarton erwähnt. Sie war aber schon in der Hallstattzeit ein Siedlungsplatz, wie neuere Ausgrabungen zeigen. 1340 bekam der Ort das Stadtrecht. 1430 wurde Martin im Zuge der Hussitenaufstände niedergebrannt. Der rasch wachsenden Bevölkerung war es zu verdanken, dass es im 17. und 18. Jahrhundert zahlreiche Zünfte im Ort gab.

1918 war Martin der Ort, an dem die sogenannte Martiner Deklaration verabschiedet wurde.

Im Jahr 2011 erhielt die Stadt eine Auszeichnung der Vereinten Nationen für Prävention und Korruptionsbekämpfung im öffentlichen Sektor. Diesen Preis erhielt Martin mit dem Projekt Transparente Stadt, dass gemeinsam mit Transparency International Slovensko vor ein paar Jahren gestartet wurde.[1]

Name[Bearbeiten]

Die ersten Quellenbelege stammen von 1264 als Zenthmarton – ungarisch Hl. Martin – und 1284 villa Sancti Martini – lateinisch Siedlung des Hl. Martin. Dieser ursprüngliche Name wurde vom Namen der Stadtkirche, also dem Patrozinium, übernommen. Das Attribut Turz, das vom Namen der gleichnamigen Gespanschaft abgeleitet ist, kam gemäß Quellen spätestens 1353 hinzu. Ab 1919 hieß die Stadt offiziell Turčiansky Svätý Martin, und 1951 wurde sie in Martin umbenannt, da das Wort svätý („heilig“) in den Namen von Gemeinden für die damals herrschenden Kommunisten unerwünscht war.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Mit Abstand wichtigster Industriebetrieb war zu Zeiten des Kalten Krieges der Schwermaschinen- und Waffenproduzent "ZŤS Martin" mit mehr als 10.000 Beschäftigten, eine der größten Panzerfabriken im Ostblock. Heute gibt es in Martin Betriebe der Automobil-, Papier-, Möbel- und Lebensmittelindustrie.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • rekonstruiertes Stadtzentrum mit renoviertem Gebäude der „Tatra Banka“ (erbaut um 1900).
  • Slowakischer Nationalfriedhof mit ca. 200 bekannten slowakischen Persönlichkeiten
  • 3 Gebäude der Slowakischen Matica („Matica slovenská“, wissenschafts- und kulturstiftende Institution der Slowaken, siehe auch Geschichte der Slowakei): das erste von 1864–65 ist neoklassizistisch, das zweite stammt von 1924–1925, das neue samt der Slowakischen Nationalbibliothek und einer Handschriftensammlung stammt von 1977
  • neoklassizistisches Theater von 1888
  • Kirchen:
    • katholische Martinskirche aus dem 13. Jahrhundert (im 15. Jahrhundert erweitert) mit wertvollen Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert
    • klassizistische evangelische Kirche, die als Toleranzkirche erbaut wurde
    • Synagoge aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts am jüdischen Friedhof
Múzeum slovenskej dediny
  • Museen, Galerien und ähnliches:
    • Múzeum slovenskej dediny (Museum des slowakischen Dorfes), ein Freilichtmuseum mit volkstümlichen Objekten aus der gesamten Slowakei, z. B. mit einer evangelischen Holzkirche
    • Tučianske múzeum Andreja Kmeťa (Turzer Andrej Kmeť-Museum), 1932 als erstes Gebäude des Slowakischen Nationalmuseums errichtet; Kmeť war ein wichtiger Archäologe und Ethnograph
    • Martin Benka Múzeum, für den slowakischen Maler Benka
    • Turčianska galéria (Turzer Galerie), Galerie der bildenden Künste im ehemaligen Verwaltungssitz mit Ausstellungen der modernen slowakischen Kunst
    • Völkerkundemuseum des Slowakischen Nationalmuseums, 1933 erbaut
    • Slovenské národné literárne múzeum Matice slovenskej (Slowakisches nationales Literaturmuseum der Slowakischen Matica)
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Martin

Stadtteile[Bearbeiten]

Blick auf die Stadt nach Osten im Winter mit der Großen Fatra im Hintergrund

Die Stadt besteht aus folgenden 10 Stadtteilen:

Sport[Bearbeiten]

Logo der Sportstättenverwaltung

Der Eishockeyklub MHC Martin spielt seit der Gründung der slowakischen Extraliga fast ausschließlich in dieser.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadt Martin von UNO ausgezeichnet auf Radio Slovakia International vom 13. Mai 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Martin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien