Soure (Portugal)

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Soure (Portugal)
Wappen Karte
Wappen von Soure (Portugal)
Soure (Portugal) (Portugal)
Soure (Portugal)
Basisdaten
Region: Centro
Unterregion: Baixo Mondego
Distrikt: Coimbra
Concelho: Soure
Koordinaten: 40° 4′ N, 8° 38′ W40.059444444444-8.6263888888889Koordinaten: 40° 4′ N, 8° 38′ W
Einwohner: 7849 (Stand: 30. Juni 2011)[1]
Fläche: 92,32 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner pro km²
Politik
Bürgermeister: João Gouveia
Kreis Soure (Portugal)
Flagge Karte
Flagge von Soure (Portugal) Position des Kreises Soure (Portugal)
Einwohner: 19.174 (Stand: 30. Juni 2011)[3]
Fläche: 265,06 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner pro km²
Anzahl der Gemeinden: 12
Verwaltung
Adresse der Verwaltung: Câmara Municipal de Soure
Praça da República
3130-218 Soure
Webpräsenz: www.cm-soure.pt/




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Vorlage:Infobox Ort in Portugal/Wartung/Verwaltungsort ist leer Vorlage:Infobox Ort in Portugal/Wartung/Webseite ist leer Soure ist eine Kleinstadt (Vila) im Distrikt Coimbra, in Mittel-Portugal.

Geografie[Bearbeiten]

Im Wesentlichen ist der Kreis Soure durch zwei Landschaften gekennzeichnet. Zum einen die hügeligen Teile mit den Ausläufern des iberischen Scheidegebirges, namentlich die Serra do Sicó. Zum anderen die flachen Gebietsteile, von den Flüssen Anços, Arunca und Pranto durchzogen, mit einer abwechslungsreichen Landschaft aus Wäldern (Eichen, Eukalyptus, neben anderen Nadel- und Laubhölzern) und Gebieten extensiver und intensiver Landwirtschaft.

Geschichte[Bearbeiten]

Archäologische Funde, besonders aus der Jungsteinzeit, belegen eine lange menschliche Besiedlung der Gegend bis zurück in vorgeschichtliche Zeit. Während der römischen Besatzung hieß der Ort Saurium und war befestigt, zudem ist ein Wegpfeiler aus Saurium (an der Via Romana von Olisipo nach Conimbriga) im städtischen Museum zu sehen. Die erste dokumentierte Erwähnung Soures ist die Überschreibung im Jahr 1043 eines hier bestehenden kleinen Klosters der Brüder João, Sisnando, Ordonho und Soleima, an das Kloster Convento da Vacariça. Im Juli 1111 erhielt Soure erstmals Verwaltungsrechte ("foral") übertragen durch den Grafen Dom Henrique Heinrich von Burgund und der Königin Dona Teresa (Theresia von Kastilien), um dabei auch durch steuerliche Privilegien die Bevölkerung zu halten und neu anzusiedeln.

In der Zeit der maurischen Besatzung der iberischen Halbinsel war Soure ein arabischer Festungsort, der nach seiner Eroberung 1064 im Zuge der Reconquista eine strategisch wichtige Befestigung in der Verteidigungslinie von Coimbra wurde, zusammen mit Montemor-o-Velho, Penela, Santa Olaia, Germanelo, Miranda do Corvo und Lousã.

Königin Teresa gab Soure 1128 an den Templerorden, was Dom Afonso Henriques (Alfons I. (Portugal)) 1129 bestätigte. Soure war der erste Sitz der Templer in Portugal, noch vor Gründung der Nation (1143). Bis zur Eroberung Lissabons im Jahr 1147 blieb Soure eine wichtige Festung, verlor danach aber seine strategische Bedeutung. Die für die Versorgung der vorherigen Befestigungsorte wichtigen Flüsse Anços, Arunca und Pranto ermöglichten nun eine aufblühende Landwirtschaft in dem befriedeten Gebiet.

Im Jahr 1513 bestätigte König Manuel der I. im Zuge seiner Verwaltungserneuerung die Verwaltungsrechte für Soure. In den folgenden Jahrhunderten gab es verschiedene Gebietsreformen, bei denen Gemeinden (Freguesias) aus dem Kreis Soure umliegenden Kreisen (Concelhos) angegliedert wurden oder von ihnen zu Soure kamen, besonders die zwischenzeitlich eigenständigen Kreise von Verride und Santo Varão.

Von den in der Region durchziehenden französischen Invasionstruppen des Generals Junot blieb Soure 1807 genauso unberührt, wie von den sie verfolgenden Truppen General Wellingtons.

Seit 1928 besteht der Kreis Soure in seiner jetzigen Struktur der 12 Gemeinden.

Das Rathaus (Paços do Concelho) von Soure

Verwaltung[Bearbeiten]

Kreis[Bearbeiten]

Soure ist Verwaltungssitz eines gleichnamigen Kreises. Die Nachbarkreise sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Montemor-o-Velho, Condeixa-a-Nova, Penela, Ansião, Pombal sowie Figueira da Foz.

Die folgenden Gemeinden (freguesias) liegen im Kreis Soure:

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahl im Kreis Soure (1801 – 2011)
1801 1849 1900 1930 1960 1981 1991 2001 2011
3 801 6 436 20 233 22 941 26 575 22 570 21 704 20 940 19 245

Partnerstädte[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

In den gebirgigen Teilen werden Steinbrüche (u.a. Kalk) und Nahrungsmittelindustrie betrieben (Trockenfrüchte und ihre Verarbeitung), dazu traditionelle Käseherstellung. In den restlichen, flussdurchzogenen Gebieten stellt die auf den fruchtbaren Böden betriebene Landwirtschaft einen wichtigen Wirtschaftsfaktor des Kreises dar, neben kleineren industriellen Betrieben und dem Handel. In den Gewerbegebieten am Rande der Stadt haben sich mittelständische Unternehmen und Speditionen niedergelassen.

Kultur[Bearbeiten]

In den letzten Jahren hat die Stadtverwaltung von Soure sich um die dezentrale Förderung von kulturellen und sozialen Aktivitäten in den Ortschaften des Kreises bemüht. So haben viele alte kulturelle Vereinigungen (Orchester, Folklore, Theater) ihre Aktivitäten ausgebaut, und neue soziale und kulturelle Initiativen sind lokal und sogar nachbarschaftlich entstanden. Trotzdem bleibt die Kreisstadt Soure das unangefochtene kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Kreises, in dem sich seine wichtigsten Veranstaltungen und Bibliotheken, alte Herrenhäuser und schmale Gassen, Schulzentren, Verwaltungen und Krankhäuser finden.

Überreste der Befestigungsanlagen (Castelo de Soure)
S.Tiago, die Hauptkirche (Igreja Matriz) von Soure

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Burg von Soure war der erste Sitz der Templerritter in Portugal. Die zentral gelegenen Reste der Burg und seines massiven Mauerwerks beherbergen das städtische Museum und das Fremdenverkehrsamt ("Turismo"). Der schmale Fluss Anços fließt durch das Zentrum Soures, vorbei am Park Parque da Várzea, alten Brücken und einer alten Wassermühle, bis er am Stadteingang in den Arunca mündet. Die Stadtverwaltung ist zentral im Gebäude der Paços de Concelho (Rathaus) mit einer kleinen Parkanlage davor untergebracht. Das Gebäude wurde in den Jahre 1902-1906 im neo-manuelinischen Stil erbaut.

Etwas unterhalb des ansehnlichen Gerichtsgebäudes befindet sich neben dem Busbahnhof auch die Markthalle. Dort werden neben Obst und Gemüse auch Fisch und Fleisch angeboten. Dahinter liegen die städtischen therapeutischen Einrichtungen und öffentlichen Schwimmbäder, die sich architektonisch in den umliegenden alten Hausbestand einordnen.

In der Hauptkirche S.Tiago, im 15.Jahrhundert vom späteren König Manuel I. erbaut, sind verschiedene kuriose Figuren und historische Dokumente in Stein gemeißelt. Auch verschiedene Skulpturen aus dem Baujahr und den zwei folgenden Jahrzehnten sind erhalten geblieben. Sehenswert ist auch der goldene Altar, die Figur der Maria-mit-dem-Kind aus dem 16.Jh., und die manieristischen Malereien aus den Jahren 1560-70.

Die außerhalb des Ortes liegende, 1189 vom Eremiten Rício erbaute Capela des Sao Mateus ist ein regionaler Wallfahrtsort, zu dem an seinem Feiertag (21. September) Prozessionen stattfinden. Hier findet man manuelinische Dekorationen, eine beschädigte Skulptur des 16.Jahrhunderts, aber auch Mudejaren-Fliesen aus dem 15.Jahrhundert.

Im südlich gelegenen Naturschutzgebiet Paúl da Madriz, einem Feuchtgebiet und Vogelschutzgebiet, können überwinternde Zugvögel beobachtet werden. Im Arunca und seinem Stausee wird Kanusport und Rudern betrieben.

Bereits zum angrenzenden Kreis Condeixa-a-Nova gehören die umfangreichen römischen Ausgrabungsstätten von Conimbriga.

Feste und Veranstaltungen[Bearbeiten]

Am städtischen Feiertag des 21. September organisiert die Stadtverwaltung (Câmara Municipal) die traditionellen ,,Festas de S. Mateus" (Sankt Matthäus-Feiern) und die gleichzeitige ,,FATACIS - Feira de Artesanato, Turismo, Agricultura, Comércio, Industria de Soure‘‘ ("Messe des Kunsthandwerks, des Tourismus‘, der Landwirtschaft, des Handels und der Industrie in Soure"). Besucher des Kreises und von außerhalb kommen wegen der vielfältigen Ausstellungen und kulturellen und gastronomischen Veranstaltungen, aber auch zu den religiösen Prozessionen.

Jährlich im Mai veranstaltet die Stadtverwaltung seit 1999 die ,,Semana do Livro e da Cultura" ("Woche des Buches und der Kultur"). Hier soll die Freude am Lesen bei Jung und Alt gefördert werden, wobei verschiedene kulturelle Veranstaltungen von Schulen und Vereinen aus allen Teilen des Kreises organisiert werden.

Am letzten Juni-Wochenende jeden Jahres präsentieren sich alle 12 Gemeinden des Kreises im ,,Parque da Várzea" in Soure, mit Schwerpunkten auf Gastronomie, Folkloredarbietungen, traditionellem Kunsthandwerk und Musikkonzerten.

Alle zwei Jahre findet eine Woche der Städtepartnerschaft statt, mit variierenden Veranstaltungen und gegenseitigen Besuchsdelegationen.

Altes Wasserrad im Kreisverkehr an einem der Stadteingänge
Im Schulzentrum von Soure

Verkehr[Bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten]

Soure liegt an der Linha do Norte, der wichtigen Strecke von Lissabon nach Porto, jedoch halten hier nur regionale Züge, nicht der Alfa Pendular und nicht der Intercidades. Der ansehnliche Bahnhof liegt am Rand des Ortes und funktioniert seit der Schalterschließung und Einstellung des Frachtservices nur als Haltepunkt.

Fernstraßen[Bearbeiten]

Soure ist 13 km über die Nationalstraße 342 von Condeixa-a-Nova und seiner Anbindung an die A1 entfernt.

Quellen[Bearbeiten]

  • João Fonseca "Dicionário do Nome das Terras" 2.Auflage, Casa das Letras, Cruz Quebrada 2007, ISBN 978-9724617305
  • Faltblatt der Stadtverwaltung (2010 im örtlichen Turismo erhältlich, keine weiteren Angaben)
  • Soure-Broschüre der staatlichen Tourismusagentur Região de Turismo Centro (keine weiteren Angaben)
  • Geschichtsseite der Stadtverwaltung

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  2. a b Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu
  3. www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística

Weblinks[Bearbeiten]