Staatsgalerie Stuttgart
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Die Staatsgalerie Stuttgart wurde 1843 als Museum der Bildenden Künste eröffnet. Mit dem Bau der Neuen Staatsgalerie, gestaltet durch den Architekten James Stirling, stieg sie 1984 von einem eher provinziellen Kunsthaus zu einem der führenden europäischen Museen und einer Inkunabel der modernen Architektur auf. 2002 wurde die Staatsgalerie durch einen dritten Bau nochmals erweitert.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Architektur
[Bearbeiten] Alte Staatsgalerie
In der klassizistischen Alten Staatsgalerie, errichtet 1838 bis 1842 nach den Plänen des Architekten Gottlob Georg von Barth, war ursprünglich neben den Kunstsammlungen auch die königliche Kunstschule untergebracht. Der ursprünglich dreiflügelige Bau wurde 1881–1887 durch Albert von Bok nach hinten um zwei Flügel erweitert. 1944 wurde der Bau durch Bombenangriffe völlig zerstört, ab 1946 wieder aufgebaut und 1958 neu eröffnet.
[Bearbeiten] Neue Staatsgalerie
1974 führte das Land Baden-Württemberg einen allgemeinen Ideenwettbewerb für das Museumsgelände durch. 1977 wurde ein internationaler beschränkter Wettbewerb für einen Erweiterungsbau zur Alten Staatsgalerie ausgeschrieben. Neben den sieben Preisträgern von 1974, darunter Günter Behnisch, wurden vier Ausländer eingeladen, unter ihnen Stirling. Aus dem Wettbewerb ging der Entwurf des Londoner Büros James Stirling, Michael Wilford & Associates einstimmig als Sieger hervor. Am 9. März 1984 wurde die Neue Staatsgalerie eingeweiht. Sie gilt heute als eines der bedeutendsten Werke der Postmodernen Architektur in Deutschland. 1985 wurde vor dem Haupteingang „Die Liegende“ von Henry Moore installiert.
Die unkonventionelle Architektur des Baus war zunächst sowohl beim Fachpublikum als auch in der breiten Öffentlichkeit umstritten. Ironisch verfremdete historisierende Bauformen und Verkleidungen im Wechsel aus Travertin und Sandstein kontrastieren mit grellgrünen Fenstern, bunten Stahlträgern und pink-blauen Handläufen. Die internationale Fachpresse reagierte überwiegend positiv. Aber führende Architekten wie Frei Otto und Architekturkritiker wie der Österreicher Friedrich Achleitner warfen Stirling die Monumentalität und die vielen historischen Zitate in seinem Bau vor – ein Tabubruch, weil die deutsche Architektur der Nachkriegszeit, in Abgrenzung zur Architektur der Nationalsozialisten, allem Monumentalen und Historisierenden aus dem Wege ging. Stirling konterte die Kritik: Wir hoffen, daß der Bau … monumental geworden ist, weil Monumentalität in der Tradition öffentlicher Bauten liegt. Aber ebenso hoffen wir, daß er informell und 'populistisch', volkstümlich, geworden ist.[1]
Die Besucherzahlen stiegen im ersten Jahr nach der Eröffnung auf Platz 2 der deutschen Besucherstatistik. Stirlings Bau wurde populär.
[Bearbeiten] Zweiter Erweiterungsbau
Von 2000 bis 2002 entstand als dritter Bau der Staatsgalerie ein Anbau an die Alte Staatsgalerie, in dem heute die Graphische Sammlung sowie zwei neue Ausstellungssäle und das Graphik-Kabinett untergebracht sind. Der Bau wurde entworfen von dem Schweizer Architekten-Ehepaar Katharina und Wilfrid Steib.[2]
[Bearbeiten] Sammlung
Die Staatsgalerie beherbergt unter anderem folgende Sammlungen:
- Altdeutsche Malerei 1300–1550, mit Bild- und Altartafeln von Lucas Cranach dem Älteren, Hans Holbein dem Älteren, Jerg Ratgeb, Martin Schaffner, Hans Schäufelein, Bernhard Strigel und Bartholomäus Zeitblom.
- Italienische Malerei 1300–1800, mit den berühmten Erbachschen Apokalypsentafeln, die von manchen Forschern Giotto di Bondone zugeschrieben werden, Gemälden von Fra Angelico, Vittore Carpaccio, Annibale Carracci, Mattia Preti, Giuseppe Maria Crespi, Giovanni Paolo Pannini, Sebastiano Ricci, Canaletto und nicht zuletzt mit dem Entwurf von Giovanni Battista Tiepolo für das barocke Deckengemälde in der Würzburger Residenz.
- Niederländische Malerei 1500–1700, unter anderem mit Werken von Peter Paul Rubens und Rembrandt van Rijn
- Deutsche Malerei des Barock
- Kunst 1800–1900, unter anderem mit Gemälden von Caspar David Friedrich, Anselm Feuerbach, und der Impressionisten Édouard Manet, Pierre-Auguste Renoir, Camille Pissarro, Claude Monet und Paul Cézanne.
- Werke des 20. Jahrhunderts: Von Pablo Picasso über Oskar Schlemmers Triadisches Ballett bis Joseph Beuys.
- Umfangreiche grafische Sammlungen aus allen europäischen Ländern und Kunstepochen seit dem Mittelalter (seit 2002 im zweiten Erweiterungsbau untergebracht).
Der Digitale Katalog ermöglicht seit Janur 2009 einen Online-Zugang zum Sammlungsbestand der Staatsgalerie. Gestartet wurde mit 500 Werken aus dem Bereich der Alten Meister bis ins 19. Jahrhundert. Weitere Werke folgen kontinuierlich.
[Bearbeiten] Direktoren
- Heinrich Musper – 1948 bis 1963
- Erwin Petermann – 1963 bis 1969
- Peter Beye – 1969 bis 1994
- Christian von Holst – 1994 bis 2006
- Sean Rainbird – 2006 bis heute (Stand 2009)
[Bearbeiten] Literatur
- Elisabeth Wiemann: Altdeutsche Malerei. Staatsgalerie Stuttgart, hrsg. vom Stuttgarter Galerieverein e.V., Stuttgart 1989
- 20 Jahre Neue Staatsgalerie, Sonderdruck der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten vom 4. März 2004 zum 20-jährigen Jubiläum der Neuen Staatsgalerie
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Laut Sonderdruck der Stuttgarter Zeitung / Stuttgarter Nachrichten vom 4. März 2004
- ↑ Webseite der Staatsgalerie Stuttgart zum Erweiterungsbau der Alten Staatsgalerie
[Bearbeiten] Weblinks
- Staatsgalerie Stuttgart, offizielle Homepage
- Digitaler Katalog
- Staatsgalerie in Bildern
48.7802277777789.186875Koordinaten: 48° 46′ 49″ N, 9° 11′ 13″ O

