Sven-Eric Bechtolf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Sven-Eric Bechtolf (* 13. Dezember 1957 in Darmstadt) ist ein deutscher Schauspieler und Theaterregisseur, der zur Zeit vor allem am Wiener Burgtheater tätig ist.

Leben[Bearbeiten]

Sven-Eric Bechtolf erwarb seine Ausbildung am Salzburger Mozarteum und arbeitete später an renommierten Theatern wie z. B. dem Zürcher Schauspielhaus, am Schauspielhaus Bochum und am Hamburger Thalia-Theater – an letzterem war er auch einige Zeit in der Direktion tätig.

Seit 1999 arbeitete er am Wiener Burgtheater, wo er bis 2006 festes Ensemblemitglied war, und spielt regelmäßig bei den Salzburger Festspielen, so 2007, wo er in Jedermann in einer Doppelrolle Guter Gesell/ Teufel spielte. Sein Repertoire ist umfangreich und umfasst Rollen wie Leonce, Karl Moor bis zu Othello, Robespierre und Arturo Ui. Am 16. Dezember 2005 hatte am Burgtheater Andrea Breths Neuinszenierung von Minna von Barnhelm mit Bechtolf in der Rolle des Major Tellheim Premiere.

Bechtolf arbeitete mit so wichtigen Regisseuren wie Ruth Berghaus, Andrea Breth, Benno Besson, Jürgen Flimm, Gerd Heinz, Andreas Kriegenburg, Robert Wilson, Luc Bondy und Frank-Patrick Steckel zusammen. Eine seiner bekannteren Rollen war 2000 die des Hubert Finidori in dem Theaterstück Drei Mal Leben von Yasmina Reza (Regie Luc Bondy). In Fernsehrollen sieht man ihn gegenwärtig seltener als in den 1980er und 1990er Jahren. Damals wirkte er häufig in Krimi-Reihen wie Derrick, Der Alte, Sonderdezernat K1, Balko oder Tatort mit. Einem breiten Publikum bekannt wurde Bechtolf im Jahre 1983 durch den Psychothriller Tiefe Wasser - mit Constanze Engelbrecht und Peter Bongartz - nach dem gleichnamigen Roman von Patricia Highsmith.

Nach seiner Inszenierung des Ein-Personen-Stücks Der Bau von Franz Kafka in Bochum, in dem er auch die Hauptrolle spielte, wurde er an das Hamburger Thalia Theater für verschiedene Produktionen als Regisseur verpflichtet: Die Schlacht von Heiner Müller, Der Streit von Pierre Carlet de Marivaux (1995 zum Berliner Theatertreffen eingeladen), Shakespeares Romeo und Julia,, Von morgens bis mitternachts von Georg Kaiser und Baal von Bertolt Brecht. Beim Festival Grec in Barcelona inszenierte Bechtolf Leonce und Lena von Georg Büchner, am Wiener Burgtheater Reigen von Arthur Schnitzler und Cyrano de Bergerac von Edmond Rostand.

Bechtolf betätigt sich inzwischen auch für das Musiktheater: Im Jahr 2000 war die Zürcher Neuinszenierung von Alban Bergs Lulu seine erste Arbeit als Opernregisseur. An der Wiener Staatsoper führte Bechtolf im Dezember 2006 Regie bei Richard Strauss' Arabella (Bühnenbild Rolf Glittenberg, Kostüme Marianne Glittenberg). Für die Spielzeiten 2008/2009 und 2009/2010 steht ebenfalls an der Staatsoper seine Neuinszenierung von Richard Wagners Der Ring des Nibelungen (Bühnenbild R. Glittenberg, Kostüme M. Glittenberg, Dirigent Franz Welser-Möst) auf dem Spielplan.

Am Opernhaus Zürich inszenierte Bechtolf im Mai 2006 Don Giovanni von Wolfgang Amadeus Mozart (Dirigent Franz Welser-Möst, Bühnenbild R. Glittenberg, Kostüme M. Glittenberg) und erhielt dafür positive Kritiken. 2007 hat er dort ebenfalls Le nozze di Figaro als Regisseur betreut (Bühnenbild R. Glittenberg, Kostüme M. Glittenberg, Dirigent Welser-Möst) und inszenierte an der Hamburgischen Staatsoper Arabella von Richard Strauss. Der Zürcher Da Ponte Zyklus wurde 2009 mit Così fan tutte (Bühnenbild R. Glittenberg, Kostüme M. Glittenberg, Dirigent Welser-Möst) beendet.

2011 wurde Bechtolf Schauspielchef der Salzburger Festspiele unter dem Intendanten Alexander Pereira. Er wurde damit Nachfolger von Thomas Oberender. Bechtolf galt als Pereiras Wunschkandidat, nachdem er am Zürcher Opernhaus mehrfach mit ihm zusammengearbeitet hat.

Er war mit der schweizerischen Schauspielerin Charlotte Schwab verheiratet, mit der er ein Kind hat.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

2001 und 2002 wurde er mit dem Nestroy-Theaterpreis als Bester Schauspieler ausgezeichnet.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadt Wien Brigitte Gadnik-Jiskra: Ring des Nibelungen, Ausstellung 2009, Volkshochschule Hietzing, RK 28. Jänner 2009.