Tarawa

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Tarawa
NASA-Bild von Tarawa
NASA-Bild von Tarawa
Gewässer Pazifischer Ozean
Archipel Gilbertinseln
Geographische Lage 1° 25′ N, 173° 2′ O1.4166666666667173.03333333333Koordinaten: 1° 25′ N, 173° 2′ O
Tarawa (Gilbertinseln)
Tarawa
Anzahl der Inseln 24
Hauptinsel Bonriki
Länge 39 km
Landfläche 32 km²
Lagunenfläche 343,6 km²
Gesamtfläche 490 km²
Einwohner 50000
Eine alte japanische Küstenbatterie auf Tarawa
Eine alte japanische Küstenbatterie auf Tarawa

Tarawa (in früherer Schreibung auch: Tarowa) ist ein Atoll im Pazifischen Ozean mit ca. 50.000 Einwohnern, hauptsächlich aus der Ethnie der Mikronesier. Das Atoll war früher das Hauptatoll der ehemaligen britischen Kolonie der Gilbert- und Elliceinseln, dann das der Gilbertinseln und ist heute das Hauptatoll der Republik Kiribati mit der Hauptstadt South Tarawa.

Geographie[Bearbeiten]

Tarawa besteht aus mindestens 24 Inseln, von denen 16 bewohnt sind. Die größte Insel ist Bonriki, auf welcher der Bonriki International Airport liegt, dem derzeit einzigen angeflogenen internationalen Flughafen von Kiribati. Die größte Stadt ist Betio auf der gleichnamigen Insel im Südwesten des Atolls. Es hat eine Winkelform mit einer Nord-Süd-Inselkette, dem North Tarawa und einer im Süden anschließenden Ost-West-Inselkette, dem South Tarawa, beide begrenzen eine nach Westen offene große Lagune.

Städte und Dörfer

AbataoBairikiBetioBikenibeuBuarikiBuotaEitaMarenanukaTaborioTeaoraereke

Karten[Bearbeiten]

Verwaltung[Bearbeiten]

Das Atoll hat mehrere Verwaltungseinheiten:

  • Teinainano Urban Council (oder TUC), von Bairiki nach Bonriki, besser bekannt als South Tarawa. Dieser Distrikt ist die Hauptstadt der Republik;
  • Betio Town Council (oder BTC), auf der kleinen Insel Betio;
  • Tarawa Ieta oder North Tarawa (alle Inseln im Norden).

Das Hauptverwaltungszentrum für die Republik Kiribati befindet sich auf Bairiki, eine der südlichsten Inseln von Tarawa. Einige Ministerien befinden sich allerdings auch auf Betio und Bikenibeu, eines auf Kiritimati.

Geschichte[Bearbeiten]

Siehe auch: Schlacht um die Gilbertinseln und Japanische Befestigungen auf Tarawa

Während des Zweiten Weltkriegs war Tarawa zwischen 1941 und 1943 von Japan besetzt. Am 20. November 1943 war Tarawa Schauplatz einer blutigen Schlacht. An diesem Tag landeten Soldaten des US-Marinekorps auf Tarawa und gerieten unter schweres Feuer der Küstengeschütze der japanischen Armee. Jedoch gelang es den Marines nach drei Tagen, das Atoll einzunehmen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Auf der kleinen Insel Betio befindet sich der Haupthafen, von dem aus die Naturprodukte Kopra, Perlmuscheln, Haifischflossen, Algen und Seegurken (Bêche-de-mer) exportiert werden.

Einer der größten Arbeitgeber auf Tarawa ist die Firma S.P.M.S, South Pacific Marine Service. Zurzeit sind mehr als 1.400 Seeleute für S.P.M.S. weltweit im Einsatz.

Auf Tarawa befindet sich eine Trainingsschule für Lehrer, ein Marine Training Centre, der Kiribati Campus der University of the South Pacific, das Volkskundemuseum Te umanibong, die Verwaltungssitze der Hauptkirchen und das Landeskrankenhaus.

Verschiedenes[Bearbeiten]

Die United States Navy benannte mit USS Tarawa zwei Kriegsschiffe nach der Insel, von denen sich auch die Bezeichnung Tarawa-Klasse ableitet.

Das Atoll ist unter Funkamateuren sehr begehrt. Von Zeit zu Zeit machen sich Expeditionen mit Kurzwellensendern dorthin auf, um anderen Funkamateuren einen Kontakt mit diesem „seltenen Land“ - wie es in der Sprache der Funker heißt - zu ermöglichen. Vom 2. bis 15. Oktober 2014 war eine Gruppe deutscher Funker unter dem Rufzeichen T30D (Internetseite der Expedition) auf den Kurzwellenbereichen der Funkamateure von dort aus aktiv.[1]

Überbevölkerung[Bearbeiten]

Verschiedene Orte auf dem Atoll stehen vor dem Problem der Überbevölkerung.[2] Wegen der Arbeitslosigkeit, dem Anstieg des Meeresspiegels auf Grund des Klimawandels sowie der Versalzung der Wasserquellen sind viele Einwohner der äußersten Inseln auf das Atoll eingewandert. Die meisten Einwanderer haben sich in informellen Ansiedlungen in South Tarawa gesiedelt, wo sich die bevölkerungsreichsten Orte in Kiribati befinden. Die schlechten Lebensbedingungen in Orten wie Betio erhöhen die Vulnerabilität und die Marginalität der Einwanderer aus den äußersten Inseln.

Die nationale Regierung hat Pläne unternommen, um die Probleme zu bekämpfen. Diese Pläne beinhalten die Uferbefestigung, den Aufbau von neuen Nachbarschaften sowie Arbeitsmobilitätsprogramme für Auswanderer nach Neuseeland und Australien.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tarawa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Internetseite der Expedition (http://t30d.mydx.de/), eigener Funkkontakt
  2. Submission to the UN Universal Periodic Review. Amnesty International, abgerufen am 2. Februar 2011 (PDF; 147 kB, englisch).
  3. Islands are sinking. In: ABC Online. 10. Oktober 2007, abgerufen am 7. Januar 2011 (englisch).

Literatur[Bearbeiten]