Krimtataren

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Flagge der Krimtataren

Krimtataren (krimtatarisch Qırımtatar, Qırımtatarları) sind eine turksprachige Ethnie. Ihre Sprache gehört zur Gruppe der nordwestlichen Turksprachen.

Krimtataren unterscheiden sich deutlich von den Wolga-Ural-Tataren, und so werden sie – vornehmlich von den Türkeitürken – als Krimtürken bezeichnet. Das trägt der Tatsache Rechnung, dass sich ihre Schriftsprache von einer regionalen Variante des Osmanischen ableitet und daher dem Türkischen sehr nahesteht.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Krimtataren in traditioneller Tracht, 1880

Die seit dem 13. Jahrhundert sunnitischen Krimtataren trugen wesentlich zur Verbreitung des Islam in der Ukraine bei.

Abstammung[Bearbeiten]

Einer Theorie nach sind die Krimtataren Nachkommen vieler Bevölkerungen, die auf der Krim lebten oder sie eroberten (Mongolen, Griechen, Iraner, Hunnen, Bulgaren, Kumanen, Krimgoten) und später Venezianer und Genueser. Ihre Wurzeln werden also durch verschiedene Ethnien gebildet. So werden hauptsächlich Kiptschaken und Tataren (Zentralkrim), Nogaier-Tataren (nördliches Steppengebiet) und osmanische Türken (südlicher Küstenstreifen) zu ihren Vorfahren gezählt. Letztere assimilierten zahlreiche Venezianer und Genueser und ihre Sprache, eine regionale Variante des Osmanischen, war zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert die lingua franca der Krim und beeinflusste die tatarischen und nogaischen Umgangssprachen.[1]

Einer anderen Theorie nach sind die Krimtataren Nachkommen der Kiptschaken, die im Zuge der mongolischen Eroberungen auf der Krim ansässig wurden und dann später nach dem Zerfall der Goldenen Horde ein eigenständiges Khanat gegründet haben.

Krim-Khanat[Bearbeiten]

Hauptartikel: Khanat der Krim

Nach dem Zerfall der Goldenen Horde gründeten Krimtataren um 1430 ein Khanat, das die Krim, die südlichen Gebiete der modernen Ukraine und die Gebiete der Nogaier im nordkaukasischen Kuban umfasste. Hauptstadt wurde das um 1450 gegründete Bachtschyssaraj auf der Krim, aber schon 1475 musste das Khanat die osmanische Oberhoheit anerkennen.

Die Krim war schon vor Bildung des Krimkhanats ein wichtiger Ausgangspunkt des Sklavenhandels. Mit dem Aufkommen des Krimkhanats machte diese Aktivitäten aufgrund ihrer nomadischen Lebensweise den Hauptteil der krimtatarischen Wirtschaft aus. Die ersten Raubzüge in die meist slawische Nachbargebiete erfolgten im Jahr 1468 und endeten gegen Ende des 17. Jahrhunderts.

Die reiche Beute an Menschen machten sie während ihrer häufigen Raubzüge in die Ukraine, nach Südrussland und 1656 bis nach Masuren. An diesen im Tatarischen „Ernte der Steppe“ genannten Raubzügen mussten sich die meisten männlichen Krimtataren beteiligen, die ein gewisses Alter erreichten. Die Sklaven wurden anschließend auf die Krim gebracht, wo sie von meist christlichen Händlern (Griechen, Armenier) in Kefe gekauft und von dort aus in das Osmanische Reich oder den Nahen Osten verkauft wurden. Zur bekanntesten von ihnen wurde die spätere Frau des Süleyman dem Prächtigen, Roxelane. Die genaue Zahl der Sklaven ist schwer zu ermitteln.[2]

Große Einnahmen erfolgten ebenfalls mit dem Erhalt von Lösegeld durch die betroffenen Länder, oder deren Tributzahlungen der zwecks Verhinderung von Raubzügen.[3]

Józef Brandts „Kampf zwischen Tataren und Kosacken“

Die Raubzüge der Krimtataren lasteten lange Zeit als ein schweres Problem auf den christlichen Nachbarn des Khanats, sowohl auf dem Russischen Zarenreich, als auch auf Polen-Litauen, zu dem damals die Ukraine und Weißrussland gehörten, auch das Fürstentum Moldau war von den Raubzügen der Krimtataren betroffen. Ganze Landstriche wurden entvölkert und geplündert, was diese Staaten erheblich schwächte. Im 16. Jahrhundert musste Russland jedes Jahr bis zu 80.000 Mann rekrutieren, die an den südlichen Befestigungen (Russische Verhaulinie) gegen die blitzschnellen und kaum berechenbaren Einfälle der Steppenreiter Dienst taten. Für den Abwehrkampf gegen die Krimtataren musste ein Drittel des Staatshaushalts aufgebracht werden.

Die Einfälle der Krimtataren waren häufiger Grund für Kriege und trugen außerdem zur Herausbildung der Kosaken als wehrhafter Bauern bei. Als Folge der Einfälle konnten die südlichen Steppengebiete erst im 18. Jahrhundert, als die Tatarengefahr beseitigt war, vollwertig besiedelt werden. Das unter Zar Peter dem Großen erstarkte Russland betrieb eine aktive Zurückdrängungspolitik der Krimtataren.

Annexion und Russische Herrschaft[Bearbeiten]

Nach dem russischen Sieg 1774 folgte mit dem Friede von Küçük Kaynarca eine neunjährige Zeit einer relativen Unabhängigkeit der Krimtataren. Mit dem Rückzug der Osmanen erfolgten in der krimtatarischen Oberschicht Debatten über eine neue Ausrichtung ihrer Außenpolitik. Es kam mehrfach zu Rebellionen gegenüber dem erstarkenden russischen Einfluss. Katharina die Große duldete Sahin Giray als Khan auf dem Thron, der jedoch mit seiner prorussischen Annäherung und Reformpolitik in der Bevölkerung keine Sympathien gewann. Mehrfach intervenierte das Russisches Kaiserreich militärisch um dessen Gegner auszuschalten und Sahin wieder einzusetzen. Es kam zu größeren Zerstörungen, mit dem Drängen der Christen aus der Krim durch die russische Seite brach eine wichtige Handelsstütze in der krimtatarischen Gesellschaft zusammen.

Letztendlich erfolgte die Annexion durch auf Anraten und unter Kommando Grigori Alexandrowitsch Potjomkins im Jahre 1783. Aufgrund Katharinas aufklärerischem Bewusstsein und der verbundenen liberaleren Haltung zu ihren muslimischen Bewohnern des Reiches wurde Respekt vor den Bewohnern und Kultur ausdrücklich garantiert. Der Khan wurde durch einen russischen Gouverneur ersetzt (Gouvernement Taurien) und der krimtatarische Adel (mirza) in die Bürokratie integriert.[4] Aufgrund dieser Politik blieben große Erhebungen gegen die russische Herrschaft aus. Mit der geförderten Ansiedlung von russischen und ausländischen Siedlern in die Krim, die verbundene Enteignung, der Verdrängung des Adels aus der Administration und den Städten folgten größere Auswanderungswellen (größere in den 1790er und 1850er Jahren) der Krimtataren (in Teile des heutigen Rumäniens und Bulgariens, die damals zum Osmanischen Reich gehörten). Viele Badehäuser, Moscheen, Springbrunnen und Zeugnisse der Antike wurden zerstört, und die Krimtataren im 19 Jh. wirtschaftlich, politisch und demographisch marginalisiert.[5]

Kurzzeitige Autonomie und Terror[Bearbeiten]

Prozentualer Anteil der Krimtataren an der Gesamtbevölkerung der Region 1939

Nach der russischen Oktoberrevolution (1917) wurde im Dezember auf der Krim ein kurzlebiger Staat der Krimtataren mit Namen Volksrepublik Krim ausgerufen, der aber weniger als einen Monat existierte, bevor ihn die Bolschewiki zerschlugen. 1921 entstand die Autonome Sozialistische Sowjetrepublik Krim innerhalb der RSFSR. Während der Hungersnot von 1921 bis 1922, die ein staatlich erzwungener Getreideexport auslöste[6], starben etwa 15 % der Krimtataren. In der autonomen Sowjetrepublik war das Krimtatarische offizielle Sprache neben dem Russischen und krimtatarische Kultur und Sprache wurden gefördert. Ab 1927 mit dem Beginn des stalinistischen Terrors wendete sich das Blatt, kulturelle Einrichtungen der Krimtataren wurden wieder verboten und die traditionelle arabische Schreibweise des Krimtatarischen wurde kurz nacheinander durch die lateinische und dann durch die kyrillische Schreibweise ersetzt. Das bedeutete den Verlust des Zugangs zur geschriebenen Tradition für die nachfolgenden Generationen. Nach Schätzungen kamen durch den Stalinschen Terror nahezu die Hälfte der Krimtataren ums Leben, etwa 150.000 Menschen.

Die Bevölkerung der Krim bestand im Jahre 1936, den Angaben der ersten Ausgabe der Großen Sowjetischen Enzyklopädie zufolge aus: Russen 43,5 %; Ukrainer 10 %, Juden 7,4 %, Deutsche 5,7 %, Tataren 23,1 % (202.000 aus der Gesamtbevölkerung von 875.100).[7]

Deutsche Besatzung und sowjetische Deportation[Bearbeiten]

Prozentualer Anteil der Krimtataren auf der Krim bei der Volkszählung 2001

Die deutschen Besatzungstruppen des Zweiten Weltkrieges wurden daher 1941 auf der Krim freundlicher empfangen als an anderen Orten der Sowjetunion. Die relative Sympathie der Krimtataren für die deutschen Besatzer schlug später aber aufgrund des brutalen Besatzungsregiments um. Die angegebenen Quellen beziffern die krimtatarischen Einheiten im Dienste der deutschen Besatzer auf etwa 15.000−20.000 Mann in den sogenannten Einheiten des Selbstschutzes.[8] Als eine historische Parallele sei bemerkt, dass in den 1860er-Jahren die Gutsbesitzer und die Administration des Gouvernements Taurien die völlige Deportation von Tataren in die Türkei verlangten, Zar Alexander II. lehnte es aber ab. Im Jahre 1943 verlangte dasselbe der deutsche Gauleiter der Krim, aber Hitler lehnte ab.[9] Allerdings gab es Tausende, die sich an der sowjetischen Partisanenbewegung beteiligten. (20.000 Mann dienten in der Roten Armee.) Acht Krimtataren wurden mit dem Titel Held der Sowjetunion ausgezeichnet, einem krimtatarischen Piloten – Amet-Chan Sultan – wurde dieser Preis zweimal verliehen.[10]

Am 9. April 1944 verlor die Wehrmacht Odessa. In der Schlacht um die Krim gelang der Roten Armee bis zum 12. Mai die vollständige Rückeroberung der Halbinsel.

Josef Stalin (seit 1927 uneingeschränkter Alleinherrscher in der Sowjetunion) nahm die Kollaboration etlicher Tataren zum Anlass, die Autonome Sowjetrepublik Krim aufzulösen und alle Krimtataren (und andere Bevölkerungsgruppen) nach Zentralasien deportieren zu lassen.[11] Innerhalb weniger Tage (18. bis 20. Mai 1944) wurden etwa 189.000 Menschen[12] unter fürchterlichen Bedingungen per Zug verfrachtet. Die Waggons der Deportierten wurden häufig tagelang nicht geöffnet, zwischen 22 % und 46 % bewegen sich die Schätzungen über die Prozentzahl der Todesopfer durch Verdursten, Verhungern und durch Krankheiten.

Die Krim wurde während der folgenden Jahre von nichtslawischen Minderheiten (zumeist Tataren, Armenier, Griechen, Krimdeutsche) „gesäubert“; nur Russen, Weißrussen und Ukrainer wurden ermutigt, dort zu siedeln.[13]

Durch Beschluss des Obersten Sowjets der UdSSR am 19. Februar 1954[14] aus Anlass des 300. Jahrestags des Vertrags von Perejaslaw wurde die Oblast Krim am 26. April 1954 an die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik (USSR) übertragen. 1967 wurden die Krimtataren offiziell rehabilitiert,. Erst seit 1988 durften sie wieder zurückkehren (1985 hatte Gorbatschows Glasnost und Perestroika begonnen) – jedoch nicht in ihre alten Siedlungsgebiete. Stattdessen wurden sie auf der ganzen Halbinsel verteilt. 1990 gab es wieder etwa 20.000 Krimtataren auf der Krim. Sie erhielten aber trotz Perestrojka keine Unterstützung von den Behörden. Teilweise wurden sie erneut deportiert oder ihre provisorischen Häuser wurden zerstört. Viele ließen sich ohne behördliche Erlaubnis nieder. Im zweiten Halbjahr 1991 zerfiel die Sowjetunion; im Zuge dieses Prozesses erklärten am 25. September 1991 die Ukraine und Weißrussland ihre Unabhängigkeit. Die Ukraine hat eine föderative Struktur; das Krimgebiet gehört zur Autonomen Republik Krim.

Im Juni 1991 organisierten sich die Krimtataren auf der Krim erstmals politisch, so ist der Medschlis des Krimtatarischen Volkes ihr bevollmächtigendes Organ. Derzeitiger Vorsitzender ist Refat Abdurachmanowitsch Tschubarow.

Minderheit in der Ukraine[Bearbeiten]

Seit Ende der 1980er Jahre sind (Stand: ca. 2008) etwa 266.000 aus der Deportation zurückgekehrt.[15][16] Inzwischen haben sie friedlich ihre politische Anerkennung erreicht, nicht jedoch die rechtliche. Da auf der Krim das Mehrheitswahlrecht gilt, sind alle Minderheiten im Krim-Parlament unterrepräsentiert.

Die Krimtataren verbündeten sich in der Regel mit der Zentralregierung der Ukraine gegen die an Russland orientierte Regierung der Krim. 1998 verloren sie die Garantie einer festen Zahl von Sitzen im Parlament von Kiew. Die Wiederherstellung dieser Quote, eine angemessene Vertretung in den Behörden sowie die Verbesserung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage sind Ziele der krimtatarischen Bewegung. In den 1990er Jahren hatten ihre Demonstrationen und Auseinandersetzung mit den Ordnungskräften ein erhebliches Gewaltpotential.[17]

Seit der Orangefarbenen Revolution (2004), die von den Krimtataren unterstützt wurde, unterstützte die Regierung in Kiew fallweise Interessen der Krimtataren auf der Krim (bzw. in der dortigen Gebietskörperschaft), wo die Bevölkerungsmehrheit russischstämmig ist.

Die Mehrheit der Krimtataren ist sunnitisch. Heute sind vermutlich etwa 280.000 oder fast 12 Prozent der 2,5 Millionen Bewohner der Krim Krimtataren; 150.000 Krimtataren leben noch in Usbekistan, eine große Zahl auch im südrussischen Bezirk Krasnodar.

1992/93 wurde Krimtatarisch zur dritten regionalen offiziellen Sprache der Halbinsel erklärt, da deren Sprecher zwischenzeitlich über 10 Prozent der Bevölkerung ausmachten.

2006 kam es zu Ausschreitungen zwischen der slawischen Bevölkerung und der tatarischen Minderheit.

Wie der Hochkommissar für nationale Minderheiten der OSZE im August 2013 berichtete, führte die Rückwanderung der ehemals deportierten Minderheiten auf der Krim zu sozialen und wirtschaftlichen Spannungen. Es gab Fälle von Hasspredigten, Verwüstungen religiöser Stätten, gewaltsamen Zusammenstößen und weit verbreitete Besetzungen von Grund und Boden.[16]

In der Krimkrise 2014 riefen die Krimtataren als Gegner einer Sezession der Krim von der Ukraine zum Boykott des Referendums über den Status der Krim auf, bei der man keine Möglichkeit hatte, für die 'Beibehaltung des Status Quo' zu stimmen. Die neue Krim-Regierung hat dem Rat der Krim-Tataren einen Platz im Kabinett angeboten für den Fall, dass er die neue Regierung anerkennt.[18]

Gesellschaft[Bearbeiten]

Diaspora[Bearbeiten]

Kulturverein in der Diaspora (vorne: Mustafa Abduldschemil Dschemilew)

Der Großteil der Krimtataren lebt in der Diaspora in der Türkei. Bis zu 5 Mio. werden angegeben, die vollständig integriert und über entsprechende Kulturvereine eng vernetzt sind. Darunter fallen auch die Nachfahren der schon im 19 Jh. in das Osmanische Reich ausgewanderten Krimtataren. Schwerpunkt bildet die Stadt Eskişehir. Eine ähnliche Vorgeschichte haben die Krimtataren in Rumänien und Bulgarien.

Die zweitgrößte Gruppe bilden die Nachfahren der von Stalin deportierten Bewohner in die zentralasiatischen Staaten, vor allem Usbekistan (100.000). Diese machen einen großen Teil der Rückkehrer aus.

Religion[Bearbeiten]

Die Cuma Cami in Kezlev

Die Krimtataren sind sunnitische Muslime hanafitischer Rechtschule. Seit der vermehrten Rückkehr der Vertriebenen gibt es wieder einige repräsentative Gotteshäuser, die Imame werden jedoch aufgrund fehlender Ausbildungsmöglichkeiten meist im Ausland, vor allem in der Türkei ausgebildet.

Das religiöse Verständnis wird u. a. durch İsmail Gasprinski stark von einer säkularen, reformatorischen Lehrmeinung dominiert, die schon in der Volksrepublik Krim als erste säkulare Republik in der islamischen Welt kurzzeitig Ausdruck fand. Einfluss hatten hier auch die später erfolgte Säkularisierung der Türkei unter Kemal Atatürk.[19]

In letzter Zeit soll es vermehrt inoffizielle Prediger aus dem arabischen Raum geben, die radikalere Lehren predigen, unter anderem die Hizb ut-Tahrir. Große islamistische-motivierte Vorkommnisse oder Organisationen gibt es allerdings nicht.[20]

Literatur[Bearbeiten]

Die Anfänge der krimtatarischen Literatur finden sich in der Diwan-Literatur der Khans. So gelten die Khans Ğazı II Giray (1554-1608) und Halim Giray Han (1772-1824) als bekannte Dichter. Sie ist stark von der persischen Lyrik beeinflusst.

Nach der Russische Revolution 1905 erlangt die Literatur eine neue Blüte. In der von İsmail Gasprinski herausgegeben Zeitung Tercüman sammelte sich ein Kreis krimtatarischer Autoren und Politiker wie Hasan Sabri Ayvazov (-1936) und Ahmet Özenbaşlı (1867-1924). Gegen die "zu gemäßigt" aufgefassten Positionen bildete sich in der Zeitung Vatan hâdimi eine litarische Gegenbewegung mit der Gruppe der "Genç Tatarlar" ("Jungtataren").

Mit der vollständigen Deportation der Krimtataren kam der Literaturbetrieb abrupt zu Ende. Die Zeit der Deportation, des Exils und der Rückkehr wurden vom dem im englischen Exil lebenden Cengiz Dağcı in Worte verfasst.

Bekannte Krimtataren[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Alan W. Fisher: The Crimean Tatars. Hoover Press, 1978, ISBN 0817966625.
  •  Alexandre Billette: Der russische Feind. In: Le Monde diplomatique. Nr. 8152, 15. Dezember 2006, S. 23.
  •  Brian Glyn Williams: The Hidden Ethnic Cleansing of Muslims in the Soviet Union: The Exile and Repatriation of the Crimean Tatars. In: Journal of Contemporary History. Bd. 37, Nr. 3, Juli 2002, ISSN 0022-0094, S. 323–347.
  •  Norman M. Naimark: Flammender Haß. Ethnische Säuberungen im 20. Jahrhundert (= Fischer. Die Zeit des Nationalsozialismus 17890). Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-596-17890-2, S. 128–139.
  •  Greta Lynn Uehling: Beyond Memory. The Crimean Tatars' Deportation and Return. Palgrave Macmillan, New York NY u. a. 2004, ISBN 1-403-96264-2.
  •  V. Stanley Vardys: The Case of the Crimean Tartars. In: Russian Review. Bd. 30, Nr. 2, April 1971, ISSN 0036-0341, S. 101–110.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Krimtataren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Wolfgang Schulze: Krimtatarisch (PDF; 192 kB), abgerufen am 17. März 2013.
  2. The Crimean Tatars and their Russian-Captive Slaves (PDF; 364 kB). Eizo Matsuki, Mediterranean Studies Group at Hitotsubashi University.
  3. Alan W. Fisher, The Crimean Tatars, Hoover Press, 1978, S. 26.
  4. Alan W. Fisher "The Crimean Tatars", Hoover Press, 1978, Seite 79-90 [1]
  5. Andreas Kappeler: Russland als Vielvölkerreich: Entstehung – Geschichte – Zerfall, C.H. Beck, München 2008, S. 48.
  6. Akira Iriye, Jürgen Osterhammel, Emily S. Rosenberg und Charles S. Maier Geschichte der Welt 1870-1945. Weltmärkte und Weltkriege, München 2012, ISBN 978-3-40664105-3, S.559
  7. Hier zitiert nach V. Stanley Vardys, 1971.
  8. Isabelle Kreindler The Soviet Deportated Nationalities: A Summary and an Update, in: Soviet Studies, Vol 38, no 3, July 1986. p. 391
  9. Александр Солженицын. Архипелаг ГУЛаг. Том 3. Глава 4. Ссылка народов
  10. Isabelle Kreindler The Soviet Deportated Nationalities: A Summary and an Update, in: Soviet Studies, Vol 38, no 3, July 1986. p. 391; Vorschau
  11. 1944 deportiert, 2005 heimatlos und diskriminiert
  12. Philipp Ther: Die dunkle Seite der Nationalstaaten: "ethnische Säuberungen" im modernen Europa, Göttingen 2011, ISBN 3-525-36806-2, S.136
  13. Isabelle Kreindler The Soviet Deportated Nationalities: A Summary and an Update, in: Soviet Studies, Vol 38, no 3, July 1986. p. 396
  14. The Transfer of the Crimea to the Ukraine (englisch)
  15. Andreas Kappeler, Kleine Geschichte der Ukraine, München 2009, ISBN 978-3-406-58780-1, S.268
  16. a b Integration of formerly deported people in Crimea, Ukraine, is focus of OSCE High Commissioner on National Minorities’ latest report, über den Bericht „The Integration of Formerly Deported People in Crimea, Ukraine“ der OSZE vom 16. August 2013.
  17. Andreas Kappeler, Kleine Geschichte der Ukraine, München 2009, ISBN 978-3-406-58780-1, S.268f.
  18. Tataren auf der Krim: Gängelband oder Widerstand, Spiegel Online, 22. März 2014 (ein Bericht aus Bachtschissarai und Simferopol).
  19. Brian Glyn Williams: The Crimean Tatars: The Diaspora Experience and the Forging of a Nation, BRILL, 2001 S. 113
  20. Ann-Dorit Boy: Die Furcht vor den Islamisten, FAZ vom 10. März 2014.