Thomas Huber (Bergsteiger)

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Thomas Huber (2009)

Thomas Huber (* 18. November 1966 in Palling) ist ein deutscher Bergsteiger und Bergführer.

Er und sein jüngerer Bruder Alexander Huber machten sich als „die Huberbuam“ einen Namen als Extremkletterer. Thomas Huber klettert seit seinem zehnten Lebensjahr. Seit 1992 ist er staatlich geprüfter Berg- und Skiführer. Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Berchtesgaden. Der Dokumentarfilm Am Limit (2007) beobachtet die Brüder bei ihrer Leidenschaft, dem sogenannten Speedklettern. 2011 wurde bei ihm ein gutartiger Nierentumor diagnostiziert. Er überlebte den Eingriff, wurde jedoch sportlich etwas zurückgeworfen.[1]

Wichtige Begehungen[Bearbeiten]

  • 1992
    • Zweitdurchsteigung von Shogun in Berchtesgaden.
  • 1994
  • 1996
  • 1997
  • 1998
    • Erste freie Begehung von El Niño (5.13b) am El Capitan und damit erste freie Begehung der North America Wall.
    • Rotpunktbegehung von Freerider. Beide Begehungen mit seinem Bruder Alexander.
  • 1999
    • Dritte Durchsteigung von Dreamcatcher (Thunklamm/Österreich).
    • Zweite Besteigung der Südwestwand des Latok IV (6445 m).
  • 2000
    • Erste Begehung des direkten Nordpfeilers am Shivling (6543 m) zusammen mit Iwan Wolf.
    • Erstbegehung einer neuen Freikletterroute am El Capitan: Golden Gate (zusammen mit Bruder Alexander).
  • 2001
    • Erstbesteigung des Ogre III (6800 m).
    • Zweite Besteigung des Ogre I (7285 m), an dem zuvor etliche Expeditionsteams gescheitert waren.
  • 2003
    • Erste Rotpunktbegehung von Zodiac (X+) am El Capitan.
  • 2004
    • Schnellste Durchsteigung einer El Capitan-Route: Zodiac in 1:52 Std. mit Bruder Alexander (zum Vergleich: normale Seilschaften benötigen für diese Route 2-5 Tage).
    • Besteigung des Westgipfels des Arwa Spire (6088 m) im indischen Garhwal-Himalaya.
  • 2005
    • Überschreitung von Torre Standhart – Herron – Torre Egger in Patagonien.
    • Anfang der Dreharbeiten zu Am Limit. Rekordversuch im Speedklettern an der Route The Nose. Der Rekord lag bei 2 Stunden und 48 Minuten (normale Seilschaften benötigen zwischen 3 und 5 Tagen). Beim Training im Yosemite Valley stürzte Thomas' Bruder Alexander nach einem Griffausbruch aus 17 m Höhe ab und zog sich schwere Verletzungen an den Knöcheln zu.
  • 2006
    • Beim Versuch, zusammen mit Dean Potter die Nordwände der Drei Zinnen an einem Tag zu klettern (und jeweils per Basejump zum Wandfuß zurückzukehren) Sehnenriss in der Schulter.
    • Zweiter Versuch, den Rekord an The Nose zu brechen, wieder im Rahmen der Dreharbeiten zu Am Limit. Erneut gescheitert, da Thomas beim Rekordversuch stürzte.
  • 2007
    • Speed-Rekord an der Nose in 2:45:45 am 8. Oktober 2007. Bereits vier Tage zuvor hatten die Huberbrüder den 2002 von Hans Florine und Yūji Hirayama aufgestellten Rekord von 2:48:50 um 15 Sekunden unterboten. Am 2. Juli 2008 wurde dieser Rekord von Hans Florine und Yūji Hirayama mit 2:43:33 unterboten und am 12. Oktober 2008 auf 2:37:05 verbessert.
  • 2008
    • Erste Begehung der Silla Westwand „El Bastardo“ in Patagonien.[2]
    • „Drei Zinnen“ an einem Tag: Westliche Zinne (Alpenliebe, IX; Base Jump von der Scoiattolikante), Große Zinne (Phantom der Zinne, IX+; Base Jump vom Ringband), Kleine Zinne (Ötzi trifft Yeti, VIII+).
    • Erstbesteigung der Westwand des Holtanna, dritthöchster Gipfel der Drygalskiberge in Queen Maud Land, Antarktis, zusammen mit Bruder Alexander und Stephan Siegrist.[3][4]
    • Besteigung des Ulvetanna, höchster Gipfel der Drygalskiberge in Queen Maud Land, Antarktis, bei Nebel und Schneetreiben, zusammen mit Bruder Alexander und Stephan Siegrist.[3][4][5]
  • 2009
    • Erste Rotpunktbegehung von „Eternal Flame“ (IX+/X-, UIAA) am Nameless Trango Tower (Karakorum) im Sommer 2009 zusammen mit Franz Hinterbrandner, Mario Walder und seinem Bruder Alexander.

Zitate[Bearbeiten]

Ich bin eine brutale Maschine. Wenn ich losgehe, gehe ich.

Thomas Huber[6]

Meine Familie lebt davon, dass ich aufs Schlachtfeld gehe und den Herkules spiele.

Thomas Huber, 2007[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

  • Klettern am Limit. Die Huberbuam. Dokumentarfilm, Deutschland, 2005, 45 Min., Buch und Regie: Malte Roeper, Produktion: Bayerisches Fernsehen, Erstsendung: 4. September 2005, Inhaltsangabe (im Webarchiv) vom BR, der Film erhielt die Auszeichnung ›Kamera Alpin in Gold‹ beim Internationalen Berg- und Abenteuerfilmfestival Graz.
  • Am Limit. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 95 Min., Buch und Regie: Pepe Danquart, Produktion: Hager Moss Film, Lotus Film und Quinte Film GmbH
  • Die Huberbuam. ZDF-Fernsehreportage – die erste Stereo-3D-Produktion die das ZDF online anbietet. Regisseur Jens Monath, Oktober 2011.[8]
  • "Bavarian Direct - Abenteuer am Ende der Welt", Dokumentarfilm über die Expedition Mount Asgard in den Baffin Island, 2012, Regie: Franz Hinterbrander & Max Reichel, Timeline Production.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Thomas Huber ist Sänger der Berchtesgadener Rockband Plastic Surgery Disaster.[9]
  • Im Jahr 2010 ist er in einer Werbekampagne von Ferrero zu sehen. Er wirbt gemeinsam mit seinem Bruder Alexander in einem TV-Spot für die Milch-Schnitte.
  • Mit der Gründung der Stiftung AtemWeg - Stiftung zur Erforschung von Lungenkrankheiten im Jahr 2010 unterstützt Thomas Huber, zusammen mit anderen Prominenten, als Atembotschafter die Aktivitäten der Stiftung.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Extremkletterer Thomas Huber: „So gewann ich den Kampf gegen den Nierentumor“, abgerufen am 23. August 2012
  2. Erstbesteigung der Silla Westwand in Patagonien
  3. a b Webside Huberbuam – aktuell Abgerufen 24. Januar 2009
  4. a b Interview: „Bei minus 46 Grad in der Wand“ mit Alexander und Thomas Huber, Ostfriesische Nachrichten, 24. Januar 2009, Seite 28
  5. SPIEGEL-online: Extremklettern – Die „Huberbuam“ in der Antarktis Abgerufen am 20. März 2009
  6. aus dem Film: Am Limit
  7. in: Alpin Nr. 1, 2007
  8. http://huberbuam.zdf.de
  9. PLASTIC SURGERY DISASTER bei MySpace Music, abgerufen am 20. November 2009