Tom Coburn

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Tom Coburn

Tom Coburn (* 14. März 1948 in Casper, Wyoming) ist ein US-amerikanischer Arzt und Politiker der Republikanischen Partei. Coburn vertritt seit Januar 2005 den Bundesstaat Oklahoma im Senat der Vereinigten Staaten.

Leben[Bearbeiten]

Coburn wurde 1948 in Wyoming als Sohn von Anita Joy Allen und Orin Wesley Coburn geboren. Nach seiner Schulzeit studierte er an der Oklahoma State University und erreichte einen Bachelor. Danach wechselte er an die University of Oklahoma Medical School, wo er 1983 in Medizin mit Auszeichnung graduierte. Nach seinem Studium eröffnete Coburn eine private Arztpraxis in Muskogee.

1968 heiratete Coburn Carolyn Denton, die damalige Miss Oklahoma von 1967. Die Familie hat drei Töchter. Coburn ist Mitglied der Southern Baptist Church. [1]

Politiker[Bearbeiten]

Von Januar 1995 bis Januar 2001 war er Abgeordneter im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten. Seit Januar 2005 gehört Coburn dem Senat der Vereinigten Staaten an. Im Januar 2014 kündigte er seinen Rücktritt zum Ende des 113. Kongresses an.[2] Erster Anwärter auf seine Nachfolge ist der Kongressabgeordnete James Lankford.

„Schindlers Liste“ TV-Ausstrahlung[Bearbeiten]

Als Kongressabgeordneter protestierte Coburn 1997 gegen das Vorhaben von NBC, Schindlers Liste zur Hauptsendezeit auszustrahlen.[3] Coburn argumentierte, den Film unzensiert auszustrahlen bedeute Fernsehen auf niedrigstem Niveau „mit Nacktszenen, Gewalt und Fluchen“.[4][5]

Seine Einschätzung stieß auf Unverständnis.[6] Nach heftiger Kritik entschuldigte sich Coburn und präzisierte, die Ausstrahlung grundsätzlich gutzuheißen, er habe lediglich im Sinne des Jugendschutzes eine spätere Uhrzeit gewünscht.[7][8][9]

In Breach of Trust schrieb er später, er halte seine ursprüngliche Äußerung für einen der größten Fehler seines Lebens.

Blockaden im Senat[Bearbeiten]

Coburn hat mehrfach das Recht des "secret hold" benutzt, womit verhindert wird, dass Gesetze im Senat zur Abstimmung gelangen.[10] Im November 2009 stoppte Coburn auf diesem Weg den Veterans’ Caregiver and Omnibus Health Benefits Act.[11][12] Des Weiteren stoppte er ein Gesetzesvorhaben gegen die Lord's Resistance Army in Uganda[13]. Der Lord's Resistance Army werden etliche Verbrechen vorgeworfen, wie etwa wahlloses plündern, morden, foltern und vergewaltigen. Carson blockierte außerdem die Ausweisung eines Naturschutzgebietes (Lewis and Clark Mount Hood Wilderness Act).

Rachel Carson Gedenken[Bearbeiten]

Im Mai 2007 drohte Coburn, zwei Gesetzesvorhaben zum 100. Geburtstag von Rachel Carson zu blockieren. Carson war eine US-amerikanische Zoologin, Biologin, Wissenschaftsjournalistin und Sachbuchautorin, deren Hauptwerk „Silent Spring“ häufig als Ausgangspunkt der US-amerikanischen Umweltbewegungund als eines der einflussreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird. Coburn nannte Carsons Werk „Junk Science“ (englisch Humbug) und erklärte, ihr Buch Silent Spring „war der Katalysator für die tödliche weltweite Stigmatisierung gegen Insektizide, insbesondere DDT.“[14]

Advancing America’s Priorities Act[Bearbeiten]

Als Reaktion auf Coburns wiederholte Blockaden brachte Harry Reid im Juli 2008 den Advancing America’s Priorities Act ein, in dem mehrere Gesetzesvorhaben zusammengefasst waren, die Coburn zuvor blockiert hatte.[15] Das kombinierte Gesetzesvorhaben umfasste Gesundheitsfürsorge, neue Strafen gegen Kinderpornographie sowie mehrere Gesetzesvorhaben zu natürlichen Ressourcen; es wurde jedoch nicht verabschiedet.

Hilfe für die Opfer des Erdbebens in Haiti[Bearbeiten]

Senator Coburn verhinderte anonym die Auszahlung des 1,15 Milliarden-Dollar-Hilfspaketes zum Wiederaufbau in Haiti.[16]

Politische Positionen[Bearbeiten]

Coburn ist Gegner der gleichgeschlechtlichen Ehe, ein Befürworter des Rechts auf Waffenbesitz und der Todesstrafe.[17] Als einer der wenigen republikanischen Abgeordneten stimmte er gegen den Irakkrieg.[18]

Mitglied in US-Senatsausschüssen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. US-Senat: Tom Coburn
  2. NewsOK: Sen. Tom Coburn to resign at the end of current Congress
  3. Gop Lawmaker Blasts Nbc For Airing ‘Schindler’s List’, Pqasb.pqarchiver.com. 26. Februar 1997. Abgerufen am 30. März 2010. 
  4. Bill Carter: TV Notes – TV Notes, NYTimes.com. 27. Februar 1997. Abgerufen am 30. März 2010. 
  5. Milwaukee Journal Sentinel – Google News Archive Search
  6. Frank Rich: They Got Some 'Splainin' to Do. In: The New York Times, 19. Juli 2009. Abgerufen am 9. April 2010. 
  7. Tim Jones: ‘Schindler’S List’ Critic Apologizes Politicians Come To Defense Of Nbc’S Broadcast Of Film, Pqasb.pqarchiver.com. 27. Februar 1997. Abgerufen am 30. März 2010. 
  8. Rep. Coburn Apologizes; Speech Complained of Movie's Sex, Violence – The Washington Post | HighBeam Research – FREE trial. Highbeam.com. 27. Februar 1997. Abgerufen am 30. März 2010.
  9. Losing Sight Of The Big Picture, Pqasb.pqarchiver.com. 4. März 1997. Abgerufen am 30. März 2010. 
  10. The bucks stop here – Ryan Grim. Politico.Com. Abgerufen am 30. März 2010.
  11. Jim Myers, "Coburn still blocking bill: The Oklahoma senator says the cost of the veterans bill should be offset by cuts elsewhere", Tulsa World, November 10, 2009.
  12. Rick Maze, "Sen. blocking bill: Objection is cost, not vets", Army Times, November 5, 2009.
  13. Sen. Tom Coburn blocks bill backed by Inhofe. NewsOK.com. Abgerufen am 30. März 2010.
  14. Tom Coburn: Dr. Coburn Stands for Science:Opposes Congressional efforts to honor debunked author linked to failed global malaria control, Subcommittee on Federal Financial Management, Government Information, and International Security. 22. Mai 2007. Archiviert vom Original am 30. Mai 2007. Abgerufen am 23. Mai 2007. 
  15. Kathleen Hunter: Democrats Unable to Thwart Coburn as Senate ‘Tomnibus’ Fails Critical Vote. Congressional Quarterly. 28. Juli 2008. Abgerufen am 27. November 2008.
  16. concordmonitor.com
  17. http://www.salon.com/2004/09/13/coburn_2/
  18. http://www.senate.gov/legislative/LIS/roll_call_lists/roll_call_vote_cfm.cfm?congress=110&session=1&vote=00181