Torquay

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Dieser Artikel behandelt die englische Stadt. Zu dem gleichnamigen Ort in Australien siehe Torquay (Victoria).
Torquay
Hafen Torquay
Hafen Torquay
Übersicht auf den Hafen
Übersicht auf den Hafen
Koordinaten 50° 28′ N, 3° 32′ W50.461666666667-3.5269444444444Koordinaten: 50° 28′ N, 3° 32′ W
Torquay (England)
Torquay
Torquay
Bevölkerung 65.245 (Stand: 2011)
Verwaltung
Post town TORQUAY
Postleitzahlen­abschnitt TQ1-TQ3, TQ12
Vorwahl 01803
Landesteil England
Region South West England
Shire county Devon
District Torbay

Torquay [ˌtɔːˈkiː] ist eine Stadt an der Südküste von England, in der Grafschaft Devon an der „Englischen Riviera“ gelegen. Torquay bildet seit 1997 zusammen mit Paignton und Brixham die selbständige Verwaltungseinheit (Unitary Authority) Torbay an der westlichen Seite der Lyme Bay im Südwesten Englands. Die Einwohnerzahl Torquays beträgt 62.963 (Stand: 2001), Torbay insgesamt hat im Jahr 2007 etwa 132.000 Einwohner.

Stadtbild[Bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert wurde Torquay ein populärer Küstenerholungsort, berühmt für ein gesundes Klima. Da der Wind, geologisch bedingt, nie aus Norden oder Westen kommt, ist das Klima sehr mild und für englische Verhältnisse recht trocken und selten neblig. So schickte man Anfang des 19. Jahrhunderts Menschen mit Atemwegserkrankungen nach Torquay. Mit dem Bau der Eisenbahn im Jahr 1844 wurde Torquay ein mittelgroßer Ort. Vor allem die Familien Cary und Palk, nach denen heute die Straßen Cary Parade und Palk Street im Hafen von Torquay benannt sind, sorgten mit dem Anlegen von Terrassen und dem Bau von hellen, südländisch wirkenden Häusern an den steilen Hängen für das Image, welches Torquay bekam: Torquay wurde auch als „The English Montpellier“ und „The English Naples“ („Das englische Neapel“) bezeichnet. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Vorstellung über England ist es in dieser Region weder regnerisch noch oft neblig oder kalt. Nur mäßiger und seltener Frost im Winter lässt viele Palmen in den Gärten und Parks wachsen.

Torquay sei, so sagen die Einwohner, „built on seven hills“, auf sieben Hügeln gebaut. In Wirklichkeit sind es etwa 40: Ash Hill, Barton Hill, Braddons Hill, Bronshill, Broomhill, Crown Hill, Dairy Hill, Exe Hill, Giant Hill, Great Hill, Huxtable Hill, Lincombe Slopes, Livermead Hill, Locks Hill, Mincent Hill, Oak Hill, Oddicombe Beach Hill, Old Woods Hill, Parkhill, Pennys Hill, Petit Tor Hill, Reddenhill, Redgate Heights, Rosehill, Roundhill, Shedden Hill, Sherwell Hill, Stentiford Hill, Sunbury Hill, Thurlow Hill, Tor Hill, Trinity Hill, Upton Hill, Vane Hill, Walls Hill, Warren Hill, Watcombe Heights, Westhill und Windmill Hill.

Torquay war im 2. Weltkrieg ein wichtiges Zentrum zur Vorbereitung und Ausführung des D-Days, der alliierten Invasion in der Normandie am 6. Juni 1944.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Taufstein von Agatha Christie in der All Saints'-Kirche (Allerheiligen)
  • Sir Richard Francis Burton KCMG (* 1821; † 1890), wurde je nach Quellenlage in Torquay oder Barham House, Elstree, geboren: Afrikaforscher, Offizier, Konsul, Übersetzer, Orientalist und Mitglied der Royal Geographical Society.
  • Agatha Christie (* 1890; † 1976), Schriftstellerin, wurde in Torquay geboren. Deshalb gibt es recht umfangreiche touristische Angebote, um sich alle Orte anzuschauen, an denen Agatha Christie gelebt und gewirkt hat.
  • Lily Cole (* 1988), Model
  • Peter Cook (* 1937; † 1995), Komiker
  • Roger Deakins(* 1949), Kameramann
  • Percy Fawcett (* 1867; † ~1925), Südamerikaforscher
  • Oliver Heaviside (* 1850; † 1925), Physiker, er starb nahe Torquay
  • Colin Lewis (* 1942), Radrennfahrer
  • Lee Mears (* 1979), Rugby-Union-Nationalspieler
  • Phil Minton (* 1940), Jazzmusiker
  • John Renbourn (* 1944), Folkmusiker
  • Isaac Merritt Singer (* 1811; † 1875), US-amerikanischer Unternehmer und Erfinder, der wesentliche Beiträge zur Entwicklung der Nähmaschine geleistet hat, liegt in Torquay begraben. Gelebt hat er im Nachbarort Paignton. Dort ist nach ihm der Pub Isaac Merritt in der Torquay Road benannt.
  • John Henry George Lee (* 1864; † 1945), auch John 'Babbacombe' Lee oder „The man they couldn't hang“ genannt (weil er 1884 durch den Strang getötet werden sollte, was aber trotz Tests mit Dummys und Säcken dreimal fehlschlug) – benannt nach Babbacombe, dem Stadtteil von Torquay, in dem er lebte.
  • Rob Brown (*1971), Musiker (Autechre)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Babbacombe Model Village – ein Modelldorf
  • Bygones (Life-size Victorian Street) – Nachbildung einer viktorianischen Straße in Originalgröße
  • Cockington Village, Cockington Court und Country Park – Das zweieinhalb Meilen vom Zentrum Torquays innerhalb der Stadtgrenzen liegende ehemalige Fischer- und Bauerndorf Cockington hat einen noch heute erkennbaren angelsächsischen Kern. Sehenswert sind neben den restaurierten, reetgedeckten Häusern, darunter die alte Schmiede, das Gutshaus aus dem 17. Jahrhundert sowie die normannische Kirche.
  • Kents Cavern – eine prähistorische Höhle
  • Living Coasts - ein Zoo, der sich auf im Wasser lebende Tiere spezialisiert hat
  • Torre Abbey

Strände[Bearbeiten]

Teil der Küste von Torquay bei Flut

Torquay weist kleine Sandstrände sowie auch steile Klippen auf. Die gesamte Küste ist touristisch erschlossen und mit Hotels gesäumt. Die idyllischen Strände Oddicombe Beach und Babbacombe Beach sind nach Osten ausgerichtet und liegen nachmittags im Schatten der steilen Küste.

Die Strände (von Norden nach Süden):

  • Maidencombe Beach
  • Watcombe Beach
  • Oddicombe Beach
  • Babbacombe Beach
  • Redgate Beach
  • Anstey’s Cove
  • Meadfoot Beach
  • Torre Abbey Sands
  • Corbyn Sands
  • Hollicombe Beach

Wandern[Bearbeiten]

Ausgeschildert ist entlang der Küste der South Devon Coast Path etwa von Torquay nach Teignmouth oder von Torquay über Paignton (soweit noch der Straße entlang) nach Brixham, von dort weiter nach Dartmouth.

Als Binnenwanderweg gibt es seit einigen Jahren den John Musgrave Heritage Trail, der von Maidencombe durch das Umland nach Cockington führt, die nächste Etappe geht von dort nach Totnes, dann durch das Tal des Dart River zur Fähre in Dittisham, von dort schließlich als letzte Etappe nach Brixham oder nach Kingswear.

Sport[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Flugverbindungen[Bearbeiten]

Von Deutschland aus ist Torquay per Flugzeug relativ schlecht zu erreichen, da es zu den von Torquay aus nächsten Flughäfen Exeter (ca. 30 Minuten mit dem PKW) und Plymouth (ca. 50 Minuten mit dem PKW) keine Direktverbindungen ab Deutschland gibt.

Von Deutschland bzw. Mitteleuropa aus empfiehlt sich eine Anreise über Bristol oder London Heathrow, oder alternativ ab Amsterdam direkt nach Exeter. Von den Flughäfen Bristol und Heathrow gibt es direkte Fernbusverbindungen von National Express (National Express Group). Möglich ist auch eine Anreise von Köln/Bonn über Paris nach Exeter.

Straßenverbindungen[Bearbeiten]

Torquay erreicht man, von Exeter kommend, über die M5, die A38 und die A380.

Bahnverbindungen[Bearbeiten]

Es gibt zwei Bahnhöfe, die Torquay Railway Station sowie die Torre Railway Station. Von London Paddington aus gibt es eine Verbindung nach Penzance, bei der man in Newton Abbot in den Nahverkehrszug Richtung Paignton umsteigen muss, der Torquay wiederum an sämtliche Bahnhöfe in Exeter anbindet. Es gibt aber auch einige wenige direkte Verbindungen nach London und Manchester. Außerdem gibt es vom Bahnhof Newton Abbot aus einen Nahverkehrsbus, der direkt in die Stadtmitte fährt.

Fähren[Bearbeiten]

Bei schönem Wetter besteht eine Fährverbindung nach Brixham (etwa halbe Stunde Fahrtzeit).

Partnerstädte Torquays[Bearbeiten]

Erwähnenswertes[Bearbeiten]

Torquay ist der Spielort von „Fawlty Towers“, einer berühmten Sitcom mit John Cleese und Prunella Scales, die in den 1970ern entstanden ist. Noch heute suchen Touristen das Hotel „Gleneagles“ in Torquay auf, welches John Cleese zu der Serie inspiriert hat; gefilmt wurde die Show jedoch in Cambridge und Berkshire. Nach Beendigung der Dreharbeiten hat die Protagonistin Prunella Scales das „Gleneagles Hotel“ gekauft und modernisiert. Heute gehört es zur Best Western-Hotelkette.

Der irische Schriftsteller Sean O'Casey lebte hier nach 1927 bis zu seinem Tod im September 1964.

Sonstiges[Bearbeiten]

In der Umgebung von Torquay (z.B. außer in Torquay selbst auch in Ortsteilen von Newton Abbot und Dartmouth) wurden einige Rosamunde-Pilcher-Filme gedreht, die gelegentlich sonntags vom ZDF ausgestrahlt werden. Der Film „Black Ball“ wurde ebenfalls in Torquay gedreht.

Am 12. Februar 1950 wurde auf einer Konferenz die EBU (European Broadcasting Union) gegründet. Das Ziel war ein Netzwerk zum Austausch von Nachrichtenfilmen. Gründungsmitglieder waren 23 Rundfunkanstalten aus Europa und dem Mittelmeerraum.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Torquay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien