UPM-Kymmene

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UPM-Kymmene Corporation
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN FI0009005987
Gründung 1996
Sitz Helsinki, Finnland
Leitung Jussi Pesonen (CEO)
Mitarbeiter 20.950 (2013)[1]
Umsatz 10,054 Mrd. Euro (2013)[1]
Branche Papier, Veredelungs- und Holzprodukte
Website www.upm.de
Eine Zeitungspapierrolle

UPM-Kymmene Oyj ist ein finnisches Unternehmen, das Papier, Zellstoff und Holzprodukte herstellt. Es entstand 1996 durch den Zusammenschluss der Unternehmen Kymmene Oy und Repola Oy.[2]

Geschichte in Deutschland und Österreich[Bearbeiten]

Im Jahr 2001 übernahm UPM die Augsburger Papierfabrik Haindl.[3] Seither sind dessen deutsche Standorte in Augsburg, Schongau und Schwedt/Oder und das österreichische Werk in Steyrermühl Mitglied im UPM-Konzern. Bereits seit 1967 ist Nordland Papier in Dörpen ein Bestandteil von UPM.

Am 21. Dezember 2010 teilte UPM den Kauf von Myllykoski Corporation und Rhein Papier GmbH mit.[4] Die Europäische Kommission stimmte der Übernahme am 13. Juli 2011 ohne Auflagen zu.[5]

Am 31. August 2011 gab UPM die Schließung der Werke Albbruck und Kouvola und die Stilllegung der Papiermaschine 3 in Ettringen bekannt.[6] UPM stellte die Produktion grafischer Druckpapiere am Standort Albbruck im Januar 2012 endgültig ein und verkaufte die stillgelegte Papierfabrik an die Karl Unternehmensgruppe.[7]

Am 17. Januar 2013 gab UPM die Stilllegung einer weiteren Papiermaschine in Ettringen bekannt.[8]

Unternehmensstruktur[Bearbeiten]

UPM in Helsinki

UPM zählt zu den weltweit führenden Forst- und Papierkonzernen. Der Firmensitz ist Helsinki, Finnland. Die Geschäftstätigkeit des international tätigen Unternehmens konzentriert sich auf Magazin- und Zeitungsdruckpapiere, Fein- und Spezialpapiere, Veredelungs- und Holzprodukte. Ab Dezember 2008 wurde die Struktur des Unternehmens auf die drei Sparten „Energy and Pulp“, „Paper“ und „Engineered Materials“ reduziert. In die Verantwortung des Geschäftsbereichs „Energy and Pulp“ fallen Forstwirtschaft, Holzbeschaffung sowie das Nutzholz-Geschäft. Die Entwicklung und Herstellung von Biobrennstoffen ist ebenfalls Teil dieser Einheit. Der Bereich „Paper“ besteht aus dem Magazin-, Fein-, Spezial- und dem Zeitungsdruckpapiergeschäft. Die Sparte „Engineered Materials“ besteht aus den Bereichen Etikettenmaterialien, Sperrholz, Holz-Kunststoff-Verbundmaterialien und RFID.

Das Unternehmen beschäftigt rund 22.000 Mitarbeiter und betreibt Produktionsstätten in 17 Ländern.[9] Im Jahr 2011 verzeichnete der Konzern einen Umsatz von 7,109 Mrd. Euro.[10] Die Aktien von UPM werden an der Wertpapierbörse in Helsinki notiert.[1]

Standorte der Papier- und Zellstofffabriken[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

UPM betreibt in Deutschland sieben Produktionsstandorte für Papier.[11]

Der Standort Albbruck (vormals Papierfabrik Albbruck des Unternehmens Myllykoski) wurde Ende 2011 geschlossen.[12]

Österreich[Bearbeiten]

China[Bearbeiten]

Finnland[Bearbeiten]

Frankreich[Bearbeiten]

Die Papierfabrik UPM Stracel übernahm 2013 die Blue Paper SAS, einem Gemeinschaftsunternehmen der Klingele Gruppe (Deutschland) und der VPK Packaging Group (Belgien), die dort ab September 2013 Wellpappenrohpapiere herstellen will.[13][14]

Vereinigtes Königreich[Bearbeiten]

  • UPM Caledonian
  • UPM Shotton

Vereinigte Staaten[Bearbeiten]

  • UPM Blandin
  • UPM Madison

Uruguay[Bearbeiten]

  • UPM Fray Bentos: Zellstoffabrik mit einer Jahresproduktion von 1.100.000 Tonnen.

Umwelt[Bearbeiten]

Seit Ende 2009 strebt UPM als Bio- und Forstindustrieunternehmen eine neue Positionierung an. Die Produkte sollen aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt werden und wiederverwertbar sein. Deshalb bezeichnet sich das Unternehmen heute auch als „Biofore Company“. Der Begriff fasst die Wörter „Bio“ und „Forest“ (engl. für Wald) zusammen.[15]

Das Unternehmen ist der weltweit größte Verarbeiter von Altpapier für die Herstellung grafischer Papiere[16] und setzt bei der Produktion auf ein ausgewogenes Verhältnis von Recyclingfasern und Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Letzteres wird dadurch sichergestellt, dass der größte Teil des verarbeiteten Holzes nach den internationalen Standards FSC oder PEFC zertifiziert ist. Darüber hinaus sollen Produktkettensysteme sicherstellen, dass das Holz aus legalen und nicht kontroversen Quellen stammt.

Alle Zellstoff- und Papierfabriken von UPM verfügen über ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 und alle europäischen Standorte sowie UPMs Zellstofffabrik in Uruguay sind darüber hinaus EMAS validiert.[17] Bis auf ein Werk sind alle Sperrholzfabriken und Sägewerke ISO 14001 zertifiziert und das österreichische Sägewerk ist EMAS validiert. Ein großer Teil der Papierprodukte ist mit dem Umweltzeichen der Europäischen Union ausgezeichnet.[18][19][20][21][22]

UPM erhielt 2010 den „Best Innovator“-Preis in der Kategorie „Nachhaltiges Innovationsmanagement“ für den Bodenbelag UPM ProFi Deck, einer Alternative für die Holzbohlen von Terrassen und Balkonen, bei der die Reststoffe aus der firmeneigenen Etikettenproduktion recycelt werden.[23]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Jahresbericht 2013, S. 66
  2. UPM-Kymmene 1996. UPM-Kymmene Oyj, 23. Januar 2004, abgerufen am 24. Januar 2013 (PDF, englisch, Vorläufer der UPM-Kymmene Oyj).
  3. Presseartikel über den Verkauf von Haindl an UPM-Kymmene
  4. UPM acquires Myllykoski. UPM, 21. Dezember 2010, abgerufen am 6. September 2011 (PDF, englisch): „UPM has signed an agreement to acquire Myllykoski, consisting of Myllykoski Corporation and Rhein Papier GmbH“
  5. Foo Yun Chee: EU clears Finnish deal for UPM to acquire Myllykoski. Reuters, 13. Juli 2011, abgerufen am 14. Juli 2011 (englisch).
  6. Paper News. UPM, 31. August 2011, abgerufen am 31. August 2011 (englisch): „UPM plans to reduce 1.3 million tonnes of paper in Europe“
  7. Presseportal. Abgerufen am 25. Oktober 2012.
  8. Uwe Ritzer: Zittern in Augsburg: Der finnische Papierkonzern UPM kürzt Kapazitäten weltweit. In: Süddeutsche Zeitung. 18. Januar 2013.
  9. Über UPM. Website von UPM. Abgerufen am 15. Februar 2013.
  10. UPM Annual Report 2011. Abgerufen am 10. Januar 2013.
  11. Produktionsstandorte. UPM GmbH, abgerufen am 2. September 2011.
  12. Kai Oldenburg: Papierfabrik: Investor plant Einstieg. Südkurier, 17. Januar 2012, abgerufen am 23. Januar 2013: „Die Karl-Gruppe aus Innernzell in Bayern will das komplette Gelände in Albbruck kaufen und einen Industriepark errichten.“
  13. UPM schließt den Verkauf seiner stillgelegten Papierfabrik Stracel an Blue Paper SAS ab.
  14. Klingele und VPK setzen Akzente am Verpackungsmarkt: UPM akzeptiert Kaufangebot für Papierfabrik Stracel.
  15. "Biofore weckt Interesse" In: "The Griffin" - Öffentlicher Brief des CEO Jussi Pesonen
  16. Verlängerung der Produktlebensdauer durch innovatives Denken
  17. "UPM Umwelterklärung 2011"
  18. "Papiere mit EU-Umweltzeichen", 2. Juni 2009 Druck&Medien, abgerufen am 14. Januar 2013.
  19. "Papiere von UPM Plattling erhalten das EU-Umweltzeichen", 9. Mai 2012 Druck&Medien, abgerufen am 14. Januar 2013.
  20. "Papiere von UPM Plattling erhalten das EU-Umweltzeichen", 9. Mai 2012 UPM Pressemeldung, abgerufen am 14. Januar 2013.
  21. "UPM produziert erstes Zeitungsdruckpapier mit EU-Umweltzeichen", 27. September 2012 UPM Pressemeldung, abgerufen am 14. Januar 2013.
  22. "Alle Future Papiere werden mit dem EU-Umweltzeichen ausgezeichnet" UPM Future Paper, abgerufen am 14. Januar 2013.
  23. Hans-Jürgen Klesse: Teil der DNA. (PDF; 1,7 MB) In: WirtschaftsWoche Nr. 5, vom 1. Februar 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: UPM – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien