Stora Enso

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Stora Enso Oyj
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Rechtsform Aktiengesellschaft (Finnland)
ISIN FI0009005961
Gründung 1288 (Stora); 1872 (Enso); 1998 (Fusion)
Sitz Helsinki, FinnlandFinnland Finnland
Leitung Karl-Henrik Sundström (CEO)
Mitarbeiter 28.777 (2012)[1]
Umsatz 10,81 Mrd. Euro (2012)[1]
Branche Papier und Verpackung, Forstwirtschaft
Produkte Papier- und Pappprodukte, HolzprodukteVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.storaenso.com
1/8 Anteil am Bergwerk von Falun, 1288
Hauptquartier im Stadtzentrum von Helsinki; Architekt: Alvar Aalto 1962
Papierfabrik in Oulu bei Nacht

Der finnisch-schwedische Konzern Stora Enso ist gemessen an der Produktionskapazität das zweitgrößte Forstunternehmen der Welt sowie einer der größten Papier- und Verpackungsmittelhersteller. Sitz der Gesellschaft ist Helsinki in Finnland.

Stora Enso erwirtschaftete im Jahr 2012 einen Umsatz von 10,81 Milliarden Euro. Die Stora-Enso-Aktien werden an den Wertpapierbörsen von Helsinki und Stockholm gehandelt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Grundstein für die Geschichte der Stora ist der Erwerb einer Kupfererz-Abbaukonzession durch den schwedischen Bischof Peter im Jahr 1288. Im selben Jahr wird die älteste noch heute bestehende Aktiengesellschaft der Welt mit dem Namen „Stora Kopparbergs Bergslags Aktiebolag“ kurz „Stora“ im schwedischen Falun gegründet. Sieben Jahrhunderte lang ist der Kupferabbau Kerngeschäft der Gesellschaft, die seit dem Jahr 1862 den Namen Stora trägt. Erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts betätigt sich die Firma zunehmend in den Bereichen Holzeinschlag und Papierproduktion. Im Jahr 1990 expandiert die Stora auf den deutschen Markt durch Übernahme des deutsch-schwedischen Feldmühle-Konzerns.

Die finnische Firma Enso wurde 1872 als Sägemühle „W. Gutzeit & Co“ gegründet und trägt seit dem Jahr 1924 nach dem Industrieort Enso (heute Swetogorsk) den Namen „Enso-Gutzeit“. Im Jahr 1997 übernahm „Enso“ die deutsche Papierfirma E. Holtzmann.

Die österreichische Schweighofer Holzindustrie entstand aus einem bis 1642 zurückreichenden Familienunternehmen. Gerald Schweighofer formte daraus in den 1990er-Jahren eines der größten Sägeunternehmen Europas. Im Oktober 1998 vereinigten sich Stora, Enso und Holzindustrie Schweighofer zur Stora Enso, wobei die Sägewerke zum Bereich Stora Enso Timber gehören. Im September 2001 übernahm Stora Enso Timber die 26 % Anteile von Holzindustrie Schweighofer.

2004 wurde die polnische Intercell-Gruppe übernommen. Damit besitzt Stora Enso ein weiteres Werk für Verpackung (Kraftpapiere) in Polen. 2006 wurde von Papyrus, dem Papier- und Verpackungsgroßhandelszweig von Stora Enso, die deutsche Schneidersöhne-Gruppe übernommen, womit Stora Enso zum zweitgrößten Papierhändler in Europa aufstieg. Ende April 2008 verkaufte Stora Enso Papyrus an die schwedische Finanzinvestmentgesellschaft Altor zu 100 %. Die Verkaufsvereinbarung beinhaltete auch eine langfristige Papierliefervereinbarung zwischen Stora Enso und Papyrus.[2]

Produktionsstandorte[Bearbeiten]

Stora Enso weltweit[Bearbeiten]

Stora Enso in Baienfurt
Stora-Enso-Papierfabrik in Eilenburg
Stora Enso in Hagen (rechts, hinter dem Heizkraftwerk)
Stora Enso in Uetersen

Die Produktionskapazität von Papier und Karton mit 12,1 Millionen Tonnen für 2013 teilt sich auf folgende Länder auf:[1]

  • Finnland 38 %
  • Schweden 28 %
  • Deutschland 13 %
  • Volksrepublik China 4 %
  • Brasilien 2 %
  • andere Länder 15 %

Stora Enso in Deutschland[Bearbeiten]

Die Standorte des Konzerns verteilen sich auf

  • Düsseldorf: Verkaufsbüro und Holzeinkauf
  • Baienfurt: Formatausrüstung von Faltschachtelkarton
  • Lübeck: Formatausrüstung von Faltschachtelkarton
  • Sachsen Mill in Eilenburg: Recycling-Zeitungsdruckpapier
  • Hagen: holzhaltige, gestrichene Druckpapiere in Rolle und Format
  • Karlsruhe-Maxau: Magazinpapier
  • Uetersen: holzfreie, mehrfach gestrichene Bilderdruckpapiere und einseitig gestrichene, nassfeste Etikettenpapiere
  • Pfarrkirchen: Sägewerk

Am 10. September 2008 veröffentlichte Stora Enso ein umfassendes Restrukturierungsprogramm.[3][4] Hiervon waren auch die deutschen Standorte betroffen:

  • Werk Baienfurt: Stilllegung der Kartonmaschine zum Jahresende 2008 (210.000 t/a)[5]
  • Werk Hagen: Stilllegung der Papiermaschine 3 zum Jahresende 2008 (140.000 t/a)
  • Werk Maxau: Stilllegung der Papiermaschine 7 zum Jahresende 2010 (190.000 t/a) Abbau 180 Mitarbeiter

Am Standort Baienfurt verblieb damit nur ein Schneidcenter mit 40 Mitarbeitern.

Österreich[Bearbeiten]

Vier der 25 Sägewerke stehen in Österreich:

  • Ybbs (460 Mitarbeiter, das größte Sägewerk des Konzerns, 1983 erbaut)
  • Brand (war das Stammsägewerk der Familie Schweighofer)
  • Bad St.Leonhard
  • Sollenau (Einstellung des Sägebetriebes zum Ende des 1. Quartales 2014, der Hobelwaren- und Leimholzproduktion mit Ende des 2. Quartales 2015)[6]

Schweden[Bearbeiten]

  • Fors Mill: Faltschachtelkarton
  • Hylte Mill, Hyltebruk: 920 Mitarbeiter, Zeitungsdruckpapier
    • 2012: Stilllegung der PM 1
    • Mai 2013: Stilllegung der PM 2 mit einer Kapazität von 205.000 Tonnen Zeitungsdruckpapier pro Jahr
  • Jönköping Mill
  • Kvarnsveden Mill
    • Mai 2013: Stilllegung der PM 11 mit einer Kapazität von 270.000 Tonnen Zeitungsdruckpapier pro Jahr
  • Nymölla Mill
  • Skene Mill
  • Skoghall Mill: Faltschachtelkarton
  • Skutskär Pulp Mill
  • Vikingstad Mill

Polen[Bearbeiten]

Kennzahlen[Bearbeiten]

2007 2008 2009 2010 2011 2012
Umsatzerlöse (Mio. €) 11.848,5 11.028,8 8.945,1 10.296,9 10.964,9 10.814,8
EBIT (Mio. €) - - - 797,3 866,7 618,3
Mitarbeiter[1] 36.137 33.815 28.696 27.383 27.958 28.777
[1] Durchschnitt

Umwelt[Bearbeiten]

Stora Ensos Holzeinkaufsorganisation (Division Forestproducts/Woodsupply) und ein Großteil der Werke sind nach PEFC und/oder FSC zertifiziert. Weiter wurde ein System für den Ursprungsnachweis des verwendeten Holzes eingeführt, das auch von seinen Kunden honoriert wird (siehe zum Beispiel den Axel Springer Verlag). In Deutschland stammen über 70 % des verwendeten Holzes aus PEFC oder FSC zertifizierter Waldwirtschaft. Die deutschen Papierfabriken verarbeiten Holz aus Deutschland und Frankreich. Zellstoff kommt in immer größerem Umfang aus den Plantagen in Lateinamerika. Hier engagiert sich Stora Enso zusammen mit den Umweltorganisation um Standards zur Zertifizierung.

Stora Enso wie auch die finnischen Unternehmen UPM-Kymmene und Metsä-Serla geraten immer wieder in die Schlagzeilen, da sie als Großkunde des finnischen Staatswaldes Holz aus Wäldern beziehen, die von Umwelt-Nichtregierungsorganisationen als Urwälder eingestuft wurden, und deren Nutzung Konflikte mit dort ansässigen Samen und der Rentierhaltung nach sich zieht. Soweit dieses Holz in Zellstoffwerken weiterverarbeitet wird, kann es seinen Weg auch in Produkte für den deutschen Markt finden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Facts & Figures. Stora Enso, 19. Februar 2013, abgerufen am 19. Februar 2013 (PDF; 3,9 MB, englisch, Jahresbericht 2012).
  2. Stora Enso, Medienmitteilung vom 30. April 2008
  3. Papierhersteller Stora Enso schließt Papierfabrik in Baienfurt: 350 Stellen betroffen. Schwäbische Zeitung, 10. September 2008, abgerufen am 18. Februar 2013: „Insgesamt will das Unternehmen 1600 Jobs streichen und bis 2010 pro Jahr Kosten von 140 Millionen Euro sparen. Personalabbau sei auch in Finnland sowie bei schwedischen Tochterunternehmen geplant.“
  4. Stora Enso stellt die Produktion im Werk Baienfurt wie geplant zum Jahresende 2008 ein und legt zum gleichen Zeitpunkt die Papiermaschine 3 im Werk Kabel still. Stora Enso, 4. November 2008, abgerufen am 18. Februar 2013: „Der Aufsichtsrat von Stora Enso Deutschland hat auf seiner heutigen Sitzung in Düsseldorf beschlossen, das Werk Baienfurt (Baden-Württemberg) und die Papiermaschine 3 im Werk Kabel (Nordrhein-Westfalen) mit einer Jahreskapazität von 140.000 Tonnen zum Jahresende 2008 stillzulegen.“
  5. Stora Enso Baienfurt Mill. Stora Enso, September 2008, abgerufen am 19. Februar 2013 (PDF; 90 kB, englisch): „Stora Enso’s Baienfurt Mill, located in Southern Germany, has a production capacity of 210 000 metric tons per annum and employs approx 400 people. The mill produces folding boxboard grades on a multiply fourdrinier board machine in a substance range of 160 - 380 gsm.“
  6. Stora Enso enhances efficiency in Central European sawmills

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stora Enso – Sammlung von Bildern