Dörpen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dörpen
Dörpen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dörpen hervorgehoben
52.9666666666677.336666666666716Koordinaten: 52° 58′ N, 7° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Emsland
Samtgemeinde: Dörpen
Höhe: 16 m ü. NHN
Fläche: 33,06 km²
Einwohner: 4926 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 149 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26892
Vorwahl: 04963
Kfz-Kennzeichen: EL
Gemeindeschlüssel: 03 4 54 008
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 25
26892 Dörpen
Webpräsenz: www.doerpen.de
Bürgermeister: Manfred Gerdes (CDU)
Lage der Gemeinde Dörpen im Landkreis Emsland
Niederlande Landkreis Cloppenburg Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Landkreis Osnabrück Andervenne Bawinkel Beesten Bockhorst Börger Breddenberg Dersum Dörpen Dohren (Emsland) Emsbüren Esterwegen Freren Fresenburg Geeste Groß Berßen Handrup Haren (Ems) Haselünne Heede (Emsland) Herzlake Hilkenbrook Hüven Klein Berßen Kluse (Emsland) Lähden Lahn (Hümmling) Langen (Emsland) Lathen Lehe (Emsland) Lengerich (Emsland) Lingen (Ems) Lorup Lünne Lünne Meppen Messingen Neubörger Neulehe Niederlangen Oberlangen Papenburg Rastdorf Renkenberge Rhede (Ems) Salzbergen Schapen Sögel Spahnharrenstätte Spelle Stavern Surwold Sustrum Thuine Twist (Emsland) Vrees Walchum Werlte Werpeloh Wettrup WippingenKarte
Über dieses Bild

Dörpen ist eine Gemeinde und zugleich Verwaltungssitz der Samtgemeinde Dörpen im Landkreis Emsland in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Dörpen liegt im südöstlichen Dreieck des Küstenkanals und der Ems. Die Kreisstadt Meppen liegt etwa 30 Kilometer südlich, und die Stadt Papenburg befindet sich etwa 14 Kilometer nördlich von Dörpen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinden Heede, Lehe und Neulehe, im Osten die Gemeinden Surwold in der Samtgemeinde Nordhümmling und die Gemeinde Neubörger, im Süden die Gemeinden Wippingen und Kluse.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde wurde vermutlich 854 erstmals urkundlich erwähnt, die betreffende Urkunde wurde jedoch zerstört. Somit liegt die erstmalige urkundliche Erwähnung der Gemeinde im 10. Jahrhundert.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1973 wurde die Nachbargemeinde Neudörpen eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindewahl 2011[3][4]
Wbt.: 58,69 % (2006: 54,66 %)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
68,69 %
16,13 %
15,18 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-10,07 %p
-5,11 %p
+15,18 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 15 gewählte Mitglieder. Ihm gehören seit der Kommunalwahl am 11. September 2011 zwei Parteien und eine Unabhängige Wählergemeinschaft an.

  • CDU: 10 Sitze (–2)
  • SPD: 3 Sitze (±0)
  • UWG: 2 Sitze (+2)

Niedersachsens ehemaliger Justizminister Bernd Busemann kommt ebenfalls aus Dörpen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Geplantes Kohlekraftwerk[Bearbeiten]

Die STKW Energie Dörpen GmbH & Co. KG, eine Tochter der EnBW und des Schweizer Energiekonzerns BKW FMB Energie[5], plante den Bau eines Steinkohlekraftwerks mit einer Leistung von ca. 900 Megawatt am Standort Dörpen bis 2015.

Dieses Vorhaben war Ursache einer Kontroverse zwischen Kommunalverwaltung und der Bürger-Initiative „Saubere Energie“.[6] Während die Bürger-Initiative schädliche Einflüsse auf das Leben der Bevölkerung im Umkreis befürchtet und die ökologische Sinnhaftigkeit des Vorhabens bezweifelt, versprach sich die Kommunalverwaltung vor allem neue Arbeitsplätze während der Bau- und auch Betriebsphase sowie wirtschaftliche Anreize in der Region.

Ein Höhepunkt der Auseinandersetzungen zwischen Gemeindeverwaltung und Bürger-Initiative war die Forderung der Einwohner nach einer Bürgerbefragung zum Bau des Kohlekraftwerks. Mit einer Petition von 2.019 Volljährigen - einer Mehrheit der bei Bundestagswahlen wahlberechtigten Einwohner - bat die Initiative um eine offizielle Befragung, die jedoch von der CDU-Mehrheit im Gemeinderat abgelehnt wurde. Unterstützt wurde die Petition von über 5.000 Bundesbürgern, die an der Aktion Deutschland schreibt Dörpen[7] von Campact teilnahmen.

Am 9. Dezember 2009 gab EnBW bekannt, das Projekt aufzugeben. Als Grund wurde angegeben, dass der bislang angedachte Abnehmer für die Wärme, ein ortsansässiger Industriebetrieb, ein eigenes Heizkraftwerk bauen will.[8] Die Initiative begrüßt den Bau des Gaskraftwerks mit Kraft-Wärme-Kopplung durch die Papierfabrik Nordland. [9]

Verkehr[Bearbeiten]

Dörpen liegt an der A 31 zwischen Emden und Bottrop und den Bundesstraßen 70 (Meppen - Papenburg) und 401 (Dörpen - Oldenburg). Eine Verlängerung dieser Straße weiter in die Niederlande ist geplant. Des Weiteren ist Dörpen an das Schienennetz der DB angeschlossen. Der Emsland-Express, welcher von Münster nach Emden verkehrt, hält stündlich in Dörpen.

In Dörpen liegt das 'Güterverkehrszentrum Emsland' (GVZ). Es gilt als das leistungsstärkste Güterverkehrszentrum in Niedersachsen und ist trimodal (Wasser/Schiene/Straße).[10] Stand 2013 arbeiten dort 500 Menschen; Dörpen liegt auf Platz sechs der insgesamt 36 GVZ-Standorte in Deutschland. Hauptnutzer und Auftraggeber ist die Speditionsgesellschaft UPM nortrans. Sie regelt die Ein- und Ausgangslogistik der Fabrik UPM Nordland Papier in Dörpen.[11]

Radwanderwege[Bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet von Dörpen führen mehrere Radfernweg sowie lokale Radwege.

Sonstiges[Bearbeiten]

Transrapid

Südöstlich der Gemeinde verläuft die Nordschleife der Transrapid-Erprobungsstrecke im Emsland.

Dörpen besitzt ein Spaß- und Erlebnisbad sowie diverse Fussballplätze, Tennisplätze eine Reithalle, einen Trimm-dich-Pfad, Tennishalle, Skaterplatz, Hundeübungsplatz, einen Sportboothafen u. v. m.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lehrerverein der Diözese Osnabrück: Der Kreis Lingen. Beiträge zur Heimatkunde des Regierungsbezirks Osnabrück Heft I. Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1905.
  • Werner Kaemling: Atlas zur Geschichte Niedersachsens. Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3.
  • Hermann Abels: Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung. Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929.
  • Chr. Oberthür, Fr. Busche, Fr. Barth , Heinrich Dünheuft: Heimatkarte des Kreises Lingen mit statistischen Angaben. Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1953.
  • Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Hrsg.): Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen. Bonn 1913/1916. Nachdruck Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4.
  • C H C F Jansen, Statistisches Handbuch des Königreichs Hannover, In Commission der Helwings̓chen Hofbuchhandlung, 1824, S. 138

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 252.
  3. http://www.doerpen.de/wahlen/Kommunalwahl2011/454101_000036/
  4. http://www.doerpen.de/wahlen/Kommunalwahl2006/454101_000008/
  5. BKW und EnBW planen in Dörpen gemeinsam ein Kraftwerk auf enbw.com
  6. Bürger-Initiative Saubere Energie
  7. Aufruf Deutschland schreibt Dörpen! gegen Kohlekraftwerk auf campact.de
  8. Aufgrund fehlender Möglichkeit zur Kraft-Wärme-Kopplung nimmt EnBW Abstand vom Projekt. EnBW. 9. Dezember 2009. Abgerufen am 15. Dezember 2009.
  9. http://www.die-klima-allianz.de/kohlekraft-scheitert-an-unbequemen-wahrheiten-des-klimawandels-kraftwerksprojekt-in-dorpen-aufgegeben/2366
  10. www.gvze.de
  11. www.gvze.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dörpen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien