VSG Altglienicke

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VSG Altglienicke
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Voller Name Volkssport Gemeinschaft
Altglienicke e.V.
Gegründet 1946 (1883)
Vereinsfarben blau-weiß
Stadion Stadion Altglienicke
Plätze 1.000
Homepage www.vsg-altglienicke.de
Liga Berlin-Liga
2013/14 7. Platz (Oberliga Nordost, Staffel Nord)
Heim
Auswärts

Die VSG Altglienicke ist ein Verein mit 800 Mitgliedern im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick, Ortsteil Altglienicke. Der Verein zählt zu den wenigen im früheren Ost-Berlin, der über die DDR-Zeit hinweg seinen traditionellen Vereinsnamen bewahren konnte und nicht wie damals politisch gewünscht unter dem Dach eines Trägerbetriebes als Betriebssportgemeinschaft bestand.

Neben Fußball gibt es als weitere Abteilungen im Verein noch die Sportarten Gymnastik, Kegeln, Volleyball, Handball und Alterssport. Im Fußball schaffte der Verein es innerhalb von acht Jahren mittels mehrerer Aufstiege zwischen 2004 und 2012 von der untersten Berliner Spielklasse, der Kreisliga B, in den überregionalen Fußball, der NOFV-Oberliga, zu gelangen.

Saison Liga Platz (von)
(...) (...) (...)
1992/93 Kreisliga A 8. (16)
1993/94 Bezirksliga 8. (16)
1994/95 Bezirksliga 2. (16)
1995/96 Landesliga 9. (16)
1996/97 Landesliga 16. (16)
1997/98 Bezirksliga 15. (16)
1998/99 Kreisliga A 13. (16)
1999/00 Kreisliga A 16. (16)
2000/01 Kreisliga B 13. (16)
2001/02 Kreisliga B 9. (16)
2002/03 Kreisliga B 5. (16)
2003/04 Kreisliga B 2. (16)
2004/05 Kreisliga A 8. (16)
2005/06 Kreisliga A 14. (16)
2006/07 Kreisliga A 1. (16)
2007/08 Bezirksliga 3. (16)
2008/09 Bezirksliga 1. (16)
2009/10 Landesliga 2. (16)
2010/11 Berlin-Liga 2. (18)
2011/12 Berlin-Liga 1. (19)
2012/13 Oberliga Nordost 9. (16)
2013/14 Oberliga Nordost 7. (16)

Geschichte[Bearbeiten]

1883 bis 1960[Bearbeiten]

Die Geschichte des Altglienicker Sports begann 1883 mit der Gründung des MTV Spieß. In den folgenden Jahrzehnten gab es durch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stetige Veränderungen für den Sportbetrieb in Altglienicke. Ab 1946 kam es zur Vereinigung der größten Sportsparten unter einem gemeinsamen Dachverein. Der Altglienicker Sportverein wurde gegründet, der sich ab dem 1. Juli 1952 dann in VSG Altglienicke umbenannte. Im MTV Spieß 1883 liegen die Wurzeln der heutigen Abteilung Handball. 1906 gründeten sich neben dem MTV Spieß zwei weitere Vereine, der Arbeiter- und Turnsport-Verein, sowie der Altglienicker Ballspielclub (AGBC). Dort wurde in der Hauptsache Fußball gespielt, weil der MTV Spieß keine Abteilung Fußball besaß.

Erste nachweisliche Tabellen liegen aus der Saison 1932/33 vor. Der Altglienicker BC spielte in der Kreisliga Berlin-Brandenburg Staffel Süd und belegte den 10. Platz. Am 10. Oktober 1945 wurde die Vereine MTV Spieß und Altglienicker Ballspielclubs durch den Alliierten Kontrollrat aufgelöst. Zu Beginn des Jahres 1946 erfolgte die Bildung von allgemeinen Sportsparten, in die Durchführung von Sportbetrieb auf kommunaler Ebene in den Sportsparten Turnen, Handball, Fußball, Kegeln, Schach und Angeln stattfindet. Ab dem 1. April 1949 durften sich wieder Vereine gründen. Es wurde der Altglienicker Sportverein (ASV) neu gegründet. Nach dem Krieg wurde Altglienicke in der 2. Klasse eingestuft und spielte dort im vorderen Mittelfeld. Nach der Saison 1949/50 erfolgte die Trennung des Spielbetrieb zwischen Ost und West und Altglienicke wurde in die 1. Kreisklasse eingeordnet.

Die Sportführung der DDR versuchte alle Vereine an Betriebe anzugliedern. Bereits im Oktober/November 1951 wurde seitens der BSG Chemie Adlershof versucht, eine Vereinigung mit dem Altglienicker Sportverein herbeizuführen. Dieses wurde durch den Vorstand des Altglienicker Sportvereins abgelehnt. Der Altglienicker Sportverein blieb ein privater Verein ohne Betriebsbindung. Am 9. Oktober 1951 legte der Vorstand fest, dass der Altglienicker Sportverein sich nicht in eine Betriebssportgemeinschaft mit Anschluss an die BSG Chemie Adlershof umwandelt. Alle Mitglieder sprachen sich für die Beibehaltung des SG-Status aus.

1952 verbot die DDR-Sportführung die Bezeichnung „Verein“. Der Altglienicker Sportverein nennt sich nach langen Diskussionen über den neuen Vereinsnamen am 1. Juli 1952 in Volkssport Gemeinschaft Altglienicke um. Die Anfangsbuchstaben bilden das neue Vereinssymbol V-G-A. Bis zum Jahr 1956 spielte die VSG Altglienicke in der 1. Kreisklasse, durch die Spielklassen 1956 musste man als Sechster in die Kreisklasse absteigen, welche zu diesem Zeitpunkt die unterste Spielklasse im Berliner Fußball war. Im Jahr 1958 stieg die VSG Altglienicke aus der Kreisklasse als Zweitplatzierter wieder in die 1. Kreisklasse auf. Im darauffolgenden Jahr gelang dann als Meister der 1. Kreisklasse sogar der Aufstieg in die Stadtklasse, der damaligen zweithöchsten Berliner Spielklasse.

1960 bis 1991[Bearbeiten]

In dieser Spielklasse spielte man bis zur Saison 1964/65, nach der Saison ging es wieder zurück in die 1. Kreisklasse. Die nächste Jahre waren ein auf und ab. Die VSG Altglienicke pendelte nun zwischen Bezirksklasse und 1. Kreisklasse hin und her. Der erneute Aufstieg gelang erst wieder in der Saison 1969/70. Die Bezirksklasse, wie die Stadtklasse nun hieß, konnte aber nicht gehalten, so dass die VSG Altglienicke postwendet wieder abstiegt. Zwischen 1974 und 1982 wechselte die VSG Altglienicke mehrmals die Spielklasse, dem Aufstieg in die Bezirksklasse, folgte dann wieder Abstieg in die 1. Kreisklasse. Erst mit der Spielzeit 1982/83 konnte die Mannschaft dauerhaft die Zugehörigkeit der Bezirksklasse sichern.

In diesen Jahren kommt es zu einer weiteren Anfrage, ob sich die VSG Altglienicke als BSG Fernsehen dem Deutschen Fernsehfunk der DDR anschließen möchte. Auch dieser letzte Versuch, die VSG in eine Betriebssportgemeinschaft umzuwandeln wird durch den Vorstand abgelehnt. Zu diesem Vorgang gibt es keine Aufzeichnungen, jedoch ist der Sachverhalt durch persönliche Erinnerungen zu belegen und hiermit aktenkundig gemacht. In der Saison 1988/89 wurde der zweite Platz in der Bezirksklasse Staffel B erreicht, der zu zwei Aufstiegsspielen in die Bezirksliga - damals höchste Berliner Spielklasse - berechtigte. In zwei spannenden Spielen konnte der Favorit BSG Einheit Pankow bezwungen werden. Das Hinspiel in Altglienicke wurde mit 3:1 gewonnen, ebenso wurde das Rückspiel in Pankow gewonnen. Diesmal mit 3:2.

Somit spielte die VSG Altglienicke erstmals in der Vereinsgeschichte in der Bezirksliga. In der Bezirksligasaison 1989/90 wurde der 13. Platz erreicht, womit der Abstieg verhindert werden konnte. In darauffolgenden Saison 1990/91 wurde der 10. Platz in der Landesliga Ost erreicht. Nach der Wiedervereinigung wurde die VSG Altglienicke ein eingetragener Verein. In einer Vorstandssitzung stimmte man über den neuen Namen ab. Aus den Argumentationen wurde deutlich, dass der Name VSG Altglienicke beibehalten wird. Die Rückbenennung in ASV wurde abgelehnt, existierte der Name doch nur ca. vier Jahre. Außerdem erinnerte die Abkürzung ASV auch an die Bezeichnung der ehemaligen Armeesportvereine der DDR.

seit 1991[Bearbeiten]

Die erste Saison im gemeinsamen Spielbetrieb aus Ost und West endete mit dem Abstieg in die Kreisliga A. Mit Platz acht in der Saison 1992/93 wurde der Aufstieg in die neugeschaffende Bezirksliga (dritthöchste Berliner Spielklasse) geschafft. In der Saison 1994/95 wurde der Wiederaufstieg in die Landesliga geschafft. Nach dem neunten Platz in der Landesliga der Saison 1995/96 begann der sportliche Abstieg mit drei Abstiegen in vier Jahren. So spielte die VSG Altglienicke in der Saison 2000/01 nur noch in der Kreisliga B. Erst mit dem Aufstieg 2003/04 in die Kreisliga A begannen wieder bessere Zeiten für die VSG Altglienicke. Nach dem Aufstieg aus der Kreisliga A in der Saison 2006/07 spielte man zwei Jahre in der Bezirksliga.

Während der Saison 2006/07 geriet die zweite Mannschaft der VSG beim Spiel gegen die Reserve des TuS Makkabi Berlin in die bundesweiten Schlagzeilen. Die Spieler des jüdischen Sportvereins Makkabi verließen vor Spielende den Platz, nachdem sie von im Altglienicker Stadion anwesenden Besuchern mit antisemitischen Sprechchören wie „Jude verrecke“, „Synagogen müssen brennen“ oder „U-Bahn nach Auschwitz“ beleidigt wurden.[1]

Nach dem noch knapp verpassten Aufstieg 2007/08 als Aufsteiger folgte nach der Saison 2008/09 der Aufstieg in die Landesliga. In der Landesliga-Saison 2009/10 holte man sofort den zweiten Platz und stieg über zwei Relegationsspiele gegen den Zweiten der anderen Landesliga-Staffel in die Berlin-Liga auf. Der Aufsteiger erreichte am Ende der Saison 2010/11 den zweiten Platz hinter dem BFC Viktoria 1889. In der nachfolgenden Saison 2011/12 belegte die VSG Altglienicke fast die gesamte Saison über Platz 1 und schaffte am 12. Mai 2012 vorzeitig die Berliner Meisterschaft und den Aufstieg in die NOFV-Oberliga, was mit dem erstmaligen Aufstieg in den überregionalen Fußball den größten sportlichen Erfolg der Vereinsgeschichte markierte.

In der ersten Oberliga-Saison startete die VSG Altglienicke fulminant mit einer Serie, wo es erst einmal mehr als sechs Spiele dauern sollte, bis man überhaupt ein Gegentor kassierte. Die Hinrunde beendete der Aufsteiger recht erfolgreich mit Platz 5. In der Rückrunde fand man hingegen, bis auf eine kleine Serie von vier erfolgreichen Spielen, nicht mehr wirklich Tritt und schloss schließlich am Ende auf Platz 9 ab. Auch in der Folgesaison gelang sportlich gesehen mit dem 7. Platz der Klassenerhalt, der Verein entschied sich jedoch aus wirtschaftlichen Gründen für den Rückzug aus der Oberliga.

Bekannte Spieler[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Auszüge aus der Chronik des Altglienicker Bürgervereins "Geschichten vom Dorf Altglienicke"
  • Protokolle des Vorstandes der VSG Altglienicke

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,453901,00.html

Weblinks[Bearbeiten]

52.41919713.5349Koordinaten: 52° 25′ 9″ N, 13° 32′ 6″ O