Berlin-Altglienicke

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Altglienicke
Ortsteil von Berlin
Alt-Treptow Plänterwald Baumschulenweg Oberschöneweide Niederschöneweide Johannisthal Altglienicke Bohnsdorf Grünau Schmöckwitz Friedrichshagen Müggelheim Rahnsdorf Köpenick Adlershof Brandenburg BerlinAltglienicke auf der Karte von Treptow-Köpenick
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 25′ 0″ N, 13° 32′ 0″ O52.41666666666713.53333333333334Koordinaten: 52° 25′ 0″ N, 13° 32′ 0″ O
Höhe 34 m ü. NN
Fläche 7,89 km²
Einwohner 26.992 (30. Jun. 2014)
Bevölkerungsdichte 3421 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahl 12524
Ortsteilnummer 0906
Gliederung
Verwaltungsbezirk Treptow-Köpenick
Ortslagen
  • Falkenberg

Altglienicke ist ein Berliner Ortsteil im Bezirk Treptow-Köpenick. Bis zur Verwaltungsreform 2001 war es ein Ortsteil des historischen Bezirks Treptow. Die historische Gemeinde Altglienicke des ausgehenden 19. Jahrhunderts geht auf das Dorf Glinik (glina = slaw. für ‚Lehm‘) aus dem 14. Jahrhundert zurück.

Altglienicke ist geprägt von Grundstückssiedlungen am Falkenberg und einem Neubaugebiet bei Falkenhöhe in Richtung des Flughafens Schönefeld. Altglienicke gehört zum ältesten Siedlungsgebiet des Bezirks Treptow-Köpenick.

Als Ortsteil eines Verwaltungsbezirks hat Altglienicke laut Berliner Bezirksverwaltungsgesetz[1] keinerlei Selbstverwaltung. Alle die Region betreffenden Aufgaben werden vom Bezirksamt beziehungsweise der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Treptow-Köpenick von Berlin wahrgenommen.

Geografie[Bearbeiten]

Altglienicke liegt im Südosten Berlins nahe dem Flughafen Schönefeld. Der Ortsteil befindet sich nordwestlich des knapp 60 Meter hohen Falkenbergs. Der Falkenberg und die 1962 eröffnete S-Bahnstrecke nach Schönefeld trennen Altglienicke nach Südosten vom Ortsteil Bohnsdorf. Nach Norden bildet der Teltowkanal die Grenze zum Ortsteil Adlershof. Westlich schließt sich der Ortsteil Rudow im Bezirk Neukölln von Berlin an. Im Süden liegt hinter der Berliner Landesgrenze zum Land Brandenburg die Gemeinde Schönefeld.

Der Ortsteil wird topografisch durchzogen vom Übergang des Höhenzuges Teltow zum Berliner Urstromtal, der sogenannten „Hangkante“. Daher liegt umgangssprachlich der historische Ortskern „vor“ oder „unter dem Berg“, die weiteren, erst später erschlossenen Siedlungsgebiete nach Süden hin am oder „auf dem Berg“. Östlich des 1951 von der Reichsbahn errichteten Berliner Außenrings befindet sich die einst vor allem von Villen geprägte Altglienicker Ortslage Falkenberg.

Altglienicke besteht darüber hinaus aus zahlreichen Siedlungen mit eigenem Charakter, im Wesentlichen Spreetal, Altglienicker Höhe, Grüneck, Sachsenberg, Falkenhöhe, Altglienicker Grund und Preußensiedlung. Diese – aus der Flur kommenden – Bezeichnungen spiegeln sich noch heute in verschiedenen Straßennamen wider.

Ab Ende der 1980er Jahre entstanden auf bis dahin landwirtschaftlich genutzten Flächen größere Neubausiedlungen, die über eigene Bezeichnungen verfügen. Das noch zu DDR-Zeiten zwischen 1987 und 1990 in Plattenbauweise errichtete Gebiet an der Schönefelder Chaussee wird als Kosmosviertel bezeichnet. Nach 1990 entstanden als weitere Neubaugebiete das Kölner Viertel, das Ärztinnenviertel und das Anne-Frank-Carée. Die Namen nehmen Bezug auf die in den Vierteln vorherrschenden Straßennamen.

Entlang der westlichen Ortsgrenze zu Rudow entstand zum Teil in Tunnellage gelegen als Abschnitt der Bundesautobahn 113 die Autobahnverbindung von der Berliner Innenstadt zum Flughafen Schönefeld. Die Eröffnung fand im Mai 2008 statt. Als Ausgleichsmaßnahme in diesem Zusammenhang wurde im weiteren Umfeld der Landschaftspark Rudow-Altglienicke gestaltet.

Geschichte[Bearbeiten]

Altglienicke im Jahr 1992, noch mit Straßenbahn
Alte Dorfschule Besenbinderstraße
Neubaugebiet in Altglienicke (Kosmosviertel)
Einkaufspassage im Kosmosviertel
Höchstes Haus Altglienickes im Kölner Viertel, der sogenannte „Campanile

Anhand der Funde von Herdstellen im Bereich der Ortslage Falkenberg sind in der Altglienicker Region erste menschliche Siedlungen aus der Bronzezeit ab 2000 v. Chr. belegt. Etwa im 9. Jahrhundert n. Chr. lösten slawische Wenden im Rahmen der Völkerwanderung die bisher hier siedelnden germanischen Semnonen ab. Im mittelalterlichen Dorfbereich von Alt-Glienicke sind bisher keine slawischen Siedlungsspuren gefunden worden.

Deutsche Zuzügler gründeten Alt-Glienicke vermutlich um 1230 als ein Straßendorf. Es wurde 1375 im Landbuch Karls IV. erstmals urkundlich als Glinik/Glyneke erwähnt, und zwar mit 49 Hufen, davon vier Pfarrhufen. Berktzow und Musolf (Bürger in Berlin/Cölln oder ritterliche Vasallen?) hatten je 16 abgabenfreie Hufen, mit Ansprüchen auf Abgaben vom Krug und zwölf Kossätenhöfen. Der Markgraf hatte hier keine Ansprüche mehr. 1417 wurde ein Wohnhof Musolfs erwähnt; Alt-Glienicke war inzwischen Rittersitz geworden. 1450 besaß Musolf schon 27 Hufen. Allerdings waren inzwischen der Krug sowie zwei Kossätenhöfe wüst gefallen. 1628 musste Glienicke versteigert werden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg gab es 1652 nur noch Kossäten, nämlich acht, sowie einen Schulzen.

Glienicke kam 1704 als Vorwerk zum Amt Cöpenick. Es gab jetzt auch eine Amtswindmühle. Die Besitzer wechselten regelmäßig (Joachim von der Groeben, Kaspar von Klitzing, Adam von List, Graf von Lynar), bis das Dorf vom Kurprinzen Friedrich (der spätere Friedrich II.) aufgekauft und wieder in ein Vorwerk vom Amt Cöpenick verwandelt wurde. 1740 entstand unter Generalleutnant von Schlabrendorf der Gutshof Falkenberg.

Im Juli 1764 siedelten sich Kolonisten aus der Pfalz als Erbpächter an und erhielten als eigenständige Gemeinde Neu-Glienicke weitgehende Sonderrechte. Alt-Glienicke und Neu-Glienicke wurden zur Gemeinde Altglienicke per Verfügung vom 17. April 1893 vereinigt. 1894/1895 entstand an der Stelle des barocken Vorgängerbaus einer Dorfkirche die heutige evangelische Pfarrkirche im Stil der Neoromanik. In den Jahren 1905/1906 wurde der Bau des Altglienicker Wasserturms sowie das Wasserwerk vollendet. Zeitgleich kam es zur Fertigstellung des Teltowkanals. Im Jahr 1909 wurde die Straßenbahn Adlershof–Altglienicke eröffnet und bis 1992 betrieben. 1913 wurde die Gartenstadt Falkenberg nach Plänen des Architekten Bruno Taut erbaut.

Im Jahr 1920 wurde Alt-Glienicke mit 5.028 Einwohnern nach Groß-Berlin in den neu geschaffenen Bezirk Treptow eingemeindet. Ab den 1930er Jahren kam es zur Parzellierung und Besiedlung weiterer Bereiche des heutigen Siedlungsgebietes. Im Frühjahr 1951 wurde der Ortsteil mit dem Bau einer Bahntrasse (Berliner Außenring) quer durch das Siedlungsgebiet zerschnitten, viele Bewohner verloren dabei ihre Grundstücke und Häuser. Nach Errichtung größerer Neubausiedlungen ab 1987 betrug die Einwohnerzahl im Jahr 2005 etwa 26.000 Menschen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Altglienicke

Prominente Altglienicker[Bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Anne-Frank-Gymnasium (ehemals Gebäude der Pierre-Laplace-Realschule)
  • Grundschule am Berg
  • Grundschule am Mohnweg (16. Grundschule)
  • Grundschule am Pegasuseck
  • Schule am Altglienicker Wasserturm
  • Leistungszentrum Sportschießen
  • Bürgerhaus Altglienicke (Bibliothek, Jugendtreff, Seniorenzentrum)
  • Abenteuerspielplatz Waslala
  • Kinder- und Jugendzirkus Cabuwazi
  • Jugendfreizeiteinrichtung Fairness
  • Freiwillige Feuerwehr Altglienicke
  • Evangelische Kirchengemeinde Altglienicke
  • Katholische Kirchengemeinde „Maria Hilf“ Altglienicke
  • Neuapostolische Kirchengemeinde Grünau-Altglienicke
  • Sportplatz „Alter Schönefelder Weg“ (Stadion Altglienicke)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berlin-Altglienicke – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Altglienicke – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Berliner Bezirksverwaltungsgesetz